Hundephysiotherapie: Ratgeber aus erster Hand von der Hundephysiotherapeutin

Alle Infos, Behandlungsformen, Ziele & praktische Tipps rund um die Hundephysio

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Zuletzt aktualisiert am: 12.4.2024

Ein schwarz weisser Hund bei der Hundephysiotherapie mit der Physiotherapeutin.JPG

Das wichtigste in Kürze

  • Die Hundephysio ist eine hilfreiche konservative Heilmethode.
  • Die verschiedenen Formen der Physiotherapie werden präventiv und zur Reha beim Hund eingesetzt.
  • Physiotherapie wird erfolgreich bei Bewegungsproblemen, Muskelverspannungen, nach schweren Unfällen und zur Behandlung nach Operationen bei Hunden sowie nach Erkrankungen angewendet.
  • Es gibt in der Hundephysiotherapie aktive und passive Behandlungsformen.
  • Hundephysiotherapie: Aktive und passive Bewegungstherapie als Krankengymnastik
  • Durch Hundephysiotherapie wird die Verfassung, das Wohlergehen und die Lebensqualität des Hundes verbessert.

Die Hundephysiotherapie nimmt im Hinblick auf die präventive Gesunderhaltung des Hundes und im Rahmen einer Rehabilitation nach einer schweren Erkrankung, Verletzung oder Operation, einen bedeutenden Stellenwert ein.

Da die Tierphysio auch für Hunde nachweislich beste Behandlungsergebnisse auf den verschiedenen Anwendungsgebieten mit diversen sanften und schmerzfreien Techniken und Methoden durch gezielte physikalische Reize wie die Lasertherapie, Elektrotherapie, Kälte- und Wärmebehandlung, Massagen oder Bewegungstherapie erzielt, trägt sie maßgeblich zu einem verbesserten Wohlbefinden und höheren Lebensqualität des Hundes bei.

In dem nachfolgenden Fachartikel gibt uns die Hundephysiotherapeutin Lisa Margraf mit ihrem Expertenwissen einen Überblick über die Physiotherapie für Hunde, in welchen Bereichen sie angewendet wird und welche Formen zur Erreichung der unterschiedlichsten Behandlungsziele zum Einsatz kommen. Natürlich fehlt es auch nicht an weiteren Informationen zu den Kosten für die Hundephysiotherapie, Tipps zur Kostenerstattung durch eine Hundekrankenversicherung und alles Weitere was Du zur Physio beim Hund alles wissen musst.

Wir wünschen viel Freude beim Weiterlesen!

Physiotherapie (Krankengymnastik) für Hunde

Die Physiotherapie für den Hund ist eine konservative Behandlungsform, mit der verschiedene körperliche Beschwerden mit unterschiedlichen physiotherapeutischen Behandlungskonzepten therapiert werden können. Die Physiotherapie ist auch als Krankengymnastik bekannt. Mithilfe der Physiotherapie wird versucht, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparats des Hundes zu erhalten, wiederherzustellen oder zu verbessern. Dabei erfolgen die tierphysiotherapeutischen Anwendungen sanft und schmerzfrei von außen.

Neben den aktiven Behandlungsterminen mit dem Hundephysiotherapeuten, sollen dem Hundehalter und den sonstigen Bezugsmenschen leicht anwendbare Behandlungsmethoden und Physio-Übungen vermittelt werden, um diese in den Hundealltag einzubauen und damit die angepeilten Therapieziele nachhaltig zu erreichen.

Das Ziel der Hundephysiotherapie ist es, u.a. für ein verbessertes Allgemeinbefinden, Erhalt, Verbesserung oder Wiederherstellung von physiologischer Beweglichkeit, Vitalität und Gesundheit, Schmerzfreiheit und damit übergeordnet für eine Steigerung der Lebensqualität des Hundes zu sorgen.

Warum Hundephysiotherapie?

Weil nachgewiesenermaßen die Physiotherapie bei Hunden eine bedeutende Rolle im Rahmen der präventiven Gesunderhaltung und gezielten Therapie zur Regeneration nach Verletzungen, Erkrankungen und im Rahmen der prä- und postoperativen Unterstützung des Bewegungsapparats spielt.

Die Hundephysiotherapie ist kein Wellnessprogramm für den Hund, aber sie steigert durch die gezielten Behandlungsmaßnahmen rund um Prävention, Rehabilitation und Schmerztherapie das Wohlbefinden (Tierwohl), führt zu mehr Lebensfreude und Zufriedenheit beim Hund und damit zu einem glücklichen Hundeleben.

Kurzgesprochen: Mit der Hundephysiotherapie kann Hunden auf vielfältige Weise geholfen werden, um möglichst bis ins hohe Alter von den physiotherapeutischen Maßnahmen im Hinblick auf die Konstitution zu profitieren.

Hundephysio: Hierfür hilft die Physiotherapie beim Hund!

Die Hundephysiotherapie zählt zu den natürlichen Heilverfahren der konservativen Therapie, welche anhand spezifischer Methoden gestörte Körperfunktionen behandelt. Das Behandlungsspektrum ist dabei sehr weitläufig und schließt unter anderem Behandlungen des Bewegungsapparates, des Nervensystem und der inneren Organe mit ein. In der Hundephysiotherapie wird der Vierbeiner ganzheitlich betrachtet und gestörte Funktionen mittels natürlicher Therapieformen, wie manuellen Techniken, im Idealfall wiederhergestellt. Die Hundephysiotherapie kann eine Ergänzung oder als Alternative zu Operationen und Medikamenten eingesetzt werden. Zudem zählt sie zu einer der wirksamsten Maßnahmen im Sinne der Prävention von Verletzungen und Schäden. 

Wo findet die Hundephysiotherapie statt?

Die physiotherapeutische Behandlung des Hundes kann sowohl in der Praxis des Hundephysiotherapeuten, als auch Zuhause durch den mobilen Physio-Service via Hausbesuch (mobile Hundephysiotherapie) erfolgen.

Hundephysio statt Tierarzt?

Die Hundephysiotherapie ersetzt nicht den Tierarzt. Sondern die Hundephysio soll die tierärztliche Behandlung ergänzen und folglich idealerweise in enger Abstimmung mit dem Veterinärmediziner erfolgen.

Normalerweise wird der Hund vom Tierarzt untersucht, um eine genaue Diagnose zu treffen. Erst wenn tiermedizinisch etwaige Gründe ausgeschlossen werden können, die gegen eine physiotherapeutische Behandlung sprechen, kann mit einem Hundephysiotherapeuten Kontakt aufgenommen werden. Daraufhin wird der Hundephysiotherapeut sich ein genaues Bild vom betreffenden Hund, seiner Krankengeschichte, erfolgten Diagnostik und Konstitution durch Sichtung medizinischer Aufzeichnungen und dem Erstgespräch mit dem verantwortlichen Hundebesitzer verschaffen. Im zweiten Schritt wird ein passender Behandlungsplan erstellt und die Therapie mit dem Hund gestartet.

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Anwendungsgebiete: Wann ist Hundephysiotherapie sinnvoll?

Bei diversen Erkrankungen, Verletzungen, Nachbehandlungen nach Operationen etc. wird Hundephysiotherapie erfolgreich bei Hunden angewendet.

Typische Anwendungsgebiete der Hundephysiotherapie

Die Physiotherapie kann erfolgreich bei Hundekrankheiten, nach Sportverletzungen und anderen physiologischen Beschwerden nach Unfällen, zur besseren Heilung und Genesung nach Operationen und vorbeugend zur Prävention von Verletzungen und Erkrankungen bei Hunden angewendet werden. Die Hundephysio ist demnach in vielen Fällen rund um die Hundegesundheit, Konstitution, Vitalität und zur Verbesserung des hündischen Wohlergehen sinnvoll.

Die Anwendungsgebiete der Hundephysiotherapie im Überblick:

  • Skeletterkrankungen

    • Arthrose
    • Arthritis
    • Hüftgelenksdysplasie (HD)
    • Ellbogendysplasie (ED)
    • Osteochondrosis dissecans (OCD)
    • Fraktur (Knochenbrüche)
    • Wirbelsäulenerkrankungen
    • Patellaluxation
    • Wirbelsäulenblockaden
    • Gelenkblockaden
    • Stauchungen
  • Muskelerkrankungen

    • Muskelfaserriss
    • Muskelverspannungen
    • Muskelverklebungen
    • Muskelschwäche
    • Muskelverkürzungen
    • Zerrungen
    • Muskelatrophie (Muskelrückbildung)
  • Bänderverletzungen und Sehnenverletzungen

    • Kreuzbandriss
    • Bänderriss
    • Sehnenriss
    • Bänderdehnung
  • Degenerative Erkrankungen
  • Neurologische Erkrankungen

    • Bandscheibenvorfall
    • Cauda-Equina-Kompressionssyndrom
    • Wobbler Syndrom
    • Spondylose
    • Degenerative Myelopathie
    • Lähmungen
    • Rückenmarksinfarkt
    • Neurologische Ausfälle
  • Allergien / Unverträglichkeiten

    • Futtermittelallergie
    • Futtermittelunverträglichkeit
  • Atemwegserkrankungen
     
    • Pneumonie (Lungenentzündung)
    • Bronchitis
  • Erkrankungen des Lymphsystems

    • Wundheilungsstörungen
    • Flüssigkeitsansammlung (Ödem)
  • Allgemeinbefinden (Wellness)

    • Stressreduktion (Stressabbau)
    • Entspannung
  • Gewichtsreduktion (Gewichtsabnahme) bei Übergewicht
  • Muskelaufbau z.B. nach Operationen
  • Muskelerhalt
  • Schonhaltung
  • Fehlstellung
  • Verbesserung des Gangbilds
  • Lahmheiten
  • Steifheit
  • Schmerzen
  • Narbenbehandlung
  • Wachstumsstörungen
  • Inkontinenz
  • Faszienbehandlung
  • Angeborene und erworbene Behinderungen inkl. Amputationen
  • Erhalt und Verbesserung der Mobilität
  • Leistungsverbesserung bei Sporthunden, Diensthunden, Arbeits- und Gebrauchshunden

Wann darf keine Physiotherapie beim Hund angewendet werden?

Es können medizinische Gründe gegen eine Physiotherapie beim Hund sprechen. Deshalb ist es wichtig, vor Behandlungsbeginn den Hund auf Herz und Nieren durch den Tierarzt untersuchen zu lassen. Dies gilt besonders für den Fall, dass die Hundephysio nicht vom Tierarzt angeraten wurde und eher präventiv (vorbeugend) erfolgen soll. 

Denn bei manchen Erkrankungen bei Hunden wie verschiedenen Tumoren, Thrombosen, Osteoporose etc. kann Physiotherapie beim Hund kontraproduktiv sein. 

Die Empfehlung lautet daher stets: Immer beim Tierarzt abklären, ob eine angedachte physiotherapeutische Behandlung unbedenklich ist und der Veterinärmediziner grünes Licht gibt.

Ist Physiotherapie für Hunde in jedem Alter gut?

Die Physiotherapie ist für jeden Hund, ob Rassehund, Hybridhund oder Mischling eine sinnvolle Heilmethode und präventive Behandlungsmaßnahme – egal wie alt der Hund ist. 

Die Hundephysiotherapie eignet sich also für alle Hunde in jeder Lebensphase, ob Welpe, Junghund, adulter Hund oder Hundesenior.

So kann sich der behandelnde Hundephysiotherapeut beispielsweise bei Hundewelpen und heranwachsenden Vierbeinern frühzeitig ein genaues Bild von dessen Konstitution machen und Auffälligkeiten am Skelett und der Muskulatur des Hundejünglings frühzeitig erkennen. So können Blockaden an der Wirbelsäule oder den Gelenken durch angemessene physiotherapeutische Behandlungsmaßnahmen gelöst werden, wodurch weitere Beschwerden am Bewegungsapparat vermieden werden können.

Bei alten Hunden (Seniorhunde) kann mit der richtigen Physiotherapie das Leben mit Alterserscheinungen erleichtert und damit die Lebensqualität erhöht werden. Denn Hundesenioren neigen dazu, sich altersbedingt weniger zu bewegen und es im Hundealltag insgesamt ruhiger anzugehen. Dadurch „rostet“ der Hundekörper ein, die Muskeln bauen ab, die Gelenke werden steifer und die Kondition lässt nach.

Hundesenioren werden also nicht nur älter, sondern auch immobiler. Und häufig treten neben der Altersschwäche auch Krankheiten wie Arthrose mit Schmerzen in den Vordergrund, belasten und sorgen für weniger Lebensfreude. Hier kann die Hundephysiotherapie mit den richtigen Übungen und Behandlungsformen enorm helfen, um den alten Hundepatienten zu unterstützen. Sei es, dass mit den passenden Maßnahmen ein Erhalt oder gar Aufbau der Muskulatur erfolgt, die Beweglichkeit verbessert wird oder es zu Schmerzlinderung durch die Physio kommt. Auf jeden Fall wird durch den Input der Hundephysiotherapie das Wohlbefinden des Hundekreis gesteigert.

Ab wann darf ein Hund mit Hundephysiotherapie behandelt werden?

Ist der Hund gesund und es sprechen keine medizinischen Gründe gegen die Physiotherapie, so kann früh in der Welpenphase mit hundephysiotherapeutischer Behandlung begonnen werden.

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Was sind die Ziele der Hundephysiotherapie?

Schmerzen lindern, die Durchblutung fördern, den Stoffwechsel anregen etc.

Das sind die Behandlungsziele der Hundephysiotherapie

Zu den Zielen der Hundephysiotherapie zählen unter anderem:

  • Schmerzlinderung und Schmerzbefreiung
  • Durchblutungsförderung
  • Stoffwechselanregung
  • Muskellockerung
  • Muskelerhalt und Muskelaufbau
  • Verbesserung von Beweglichkeit, Koordination, Motorik
  • Verbesserung der Kraft und Fitness
  • Steigerung von Ausdauer und Kondition
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Körperliche und psychische Entspannung
  • Steigerung des Wohlbefindens
  • Verbesserung der Lebensqualität

Bei einigen Erkrankungen ist der Besuch bei einem Hundephysiotherapeuten in jedem Fall indizierend. Dazu gehören generell alle Auffälligkeiten, die den Bewegungsapparat, also Muskeln, Sehnen, Bänder, Bindegewebe, Knochen und Gelenke, betreffen. Zu den häufigsten Krankheitsbildern, die in hundephysiotherapeutischen Praxen anzutreffen sind gehören die Arthrose und Spondylose, der Kreuzbandriss, der Bandscheibenvorfall und degenerative Gelenkerkrankungen, wie Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED). Muskel- und Sehnenverletzungen gehören ebenfalls dazu. 

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Formen der Hundephysiotherapie: Welche Techniken kommen in der Hundephysio zum Einsatz?

Hundephysio: Manuelle Techniken, Massagen, Elektrotherapie, Bewegungstherapie etc. 

Hundephysio: Diese Behandlungsformen kommen in der Physiotherapie beim Hund zum Einsatz

Die Hundephysiotherapie kennt verschiedene Techniken, um das Tier zu unterstützen. Dazu zählen mitunter:

  • Manuelle Techniken (Manuelle Therapie)
  • Massagetechniken (Massagen für Hunde)
  • Hydrotherapie

    • Therapeutisches Schwimmen
    • Unterwasserlaufband
    • Unterwassermassage
  • Lymphdrainage
  • Elektrotherapie
  • Ultraschalltherapie
  • Kernspinresonanztherapie
  • Stoßwellentherapie
  • Thermotherapie (Wärmebehandlung)
  • Kryotherapie (Kältebehandlung)
  • Lasertherapie
  • Lichttherapie
  • Magnetfeldtherapie
  • Krankengymnastik
  • Dehnungstherapie (Dehnungsübungen / Stretching)
  • Koordinationstraining (Gleichgewichtsübungen)
  • Bewegungstherapie

    • Passive Bewegungstherapie
    • Aktive Bewegungstherapie

Aktive und passive Hundephysiotherapie (Bewegungstherapie)

Der Unterschied zwischen der aktiven und passiven Bewegungstherapie bei Hunden ist einfach erklärt:

Bei der aktiven Hundephysio (Bewegungstherapie) macht der zu behandelnde Hund aktiv mit und bewegt sich selber. Die Übungen der Hundephysio werden also bei der aktiven Hundephysio vom Hundephysiotherapeuten mit Hund oder Hunbesitzer mit Hund gemeinsam umgesetzt.

Bei der passiven Bewegungstherapie erfolgen die physiotherapeutischen Anwendungen, Bewegungsübungen und Maßnahmen aktiv vom Behandler und der Hund ist inaktiv. Der Therapeut bewegt bei der passiven Hundephysio (Krankengymnastik) die Gliedmaßen des Hundes, ohne dass der Hund aktiv eingreift.

Tipp: Mit Medical Training den Hund an Hundephysiotherapie gewöhnen

Damit der Hund perspektivisch entspannt und stressfrei Berührungen beim Hundephysiotherapeut zulässt und bei den Übungen der Physiotherapie kooperativ mitarbeitet, raten wir früh den Hund mit dem entsprechenden Training darauf vorzubereiten und daran zu gewöhnen.

Wie auch im Hinblick auf Tierarztbesuche und anstehende Pflegemaßnahmen im Hundesalon, ist es hilfreich, den Hund mit Hilfe des Medical Trainings optimal auf die Physiobehandlung vorzubereiten.

So soll der Hund durch entsprechende Übungen u.a. mit Berührungen überall am Körper vertraut gemacht werden, damit die Untersuchungen und physiotherapeutischen Anwendungen sich leichter und für den Hund stressfreier umsetzen lassen. Ebenso ist es für alle Beteiligten einfacher, wenn der Hund durch aufgebaute Verhaltensweisen (Kooperationssignale), wie das Springen auf den Behandlungstisch, seitliches Ablegen und entspannt liegenbleiben oder Pfotegeben, mitarbeitet.

Um mehr über die tolle Trainingsmethode zu erfahren, habt ihr die Möglichkeit unseren weiterführenden Artikel "Was ist Medical Training für Hunde und wofür ist es sinnvoll?" zu lesen und praktikable Tipps für euren Hundealltag zu erhalten.

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Was sind die Risiken der Physiotherapie für den Hund?

Bei qualifizierter Anwendung sind die Risiken bei der Hundephysiotherapie für den Hund begrenzt.

Gibt es Risiken bei der Hundephysiotherapie?

Werden die physiotherapeutischen Maßnahmen von einem qualifizierten Hundephysiotherapeuten richtig und in angemessener Weise angewendet, so ist das Risiko, dass der Hund Schäden erleidet und Nebenwirkungen auftreten, für den betreffenden Hund gering.

Allerdings handelt es sich bei der Hundephysio um Übungen und therapeutische Anwendungen, die Körper und Geist des Hundes anstrengen. Die Folge ist, dass der Hund abgeschlagen und müde sein kann. Hier kommt es natürlich auch auf den erfolgten Behandlungsumfang und die Intensität der physiotherapeutischen Maßnahmen an. Und letztlich reagiert jeder Hund anders, wodurch sich kein einheitliches Bild ergibt und demzufolge keine pauschale Aussage getroffen werden kann.

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Physiotherapie für den Hund: Kosten

Die Kosten für Tierphysiotherapie für den Hund variieren und sind von mehreren Faktoren abhängig.

Was kostet Hundephysiotherapie?

Was letztlich die Physiotherapie beim Hund kostet, hängt von verschiedenen Faktoren wie Behandlungsziel, Therapieform und Zeitfaktor ab und kann somit nicht pauschal beantwortet werden.

Welche Kosten bei der Physiotherapie auf den verantwortlichen Hundehalter zukommen, hängt u.a. vom aufgestellten Behandlungsplan und den damit nötigen Behandlungseinheiten zur Erreichung des Behandlungsziels ab, um einen optimalen Therapieerfolg beim Hund zu erzielen.

Ferner variieren die Preise von Hundephysiotherapeut zu Hundephysiotherapeut, da es keine einheitliche Regelung oder Gebührenordnung für die Berechnung der Physiomaßnahmen gibt. Sprich, jeder Tierphysiotherapeut kann die Rechnungsstellung nach eigenem Ermessen festlegen, außer die Physio-Behandlung erfolgt durch einen Tierarzt, der dann wiederum nach der aktuellen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) abrechnet.

Ferner spielt es bei den Kosten für die Hundephysiotherapie eine Rolle, ob der Hundephysiotherapeut mit dem behandlungsbedürftigen Hund vom Hundebesitzer in den eigenen Praxisräumen aufgesucht wird. Oder aber der Behandler als mobiler Hundephysio-Therapeut die Behandlungsmaßnamen bei einem Hausbesuch ausführt und somit der normale „Stundensatz“ durch eine zusätzliche Anfahrtspauschale ergänzt wird.

Wie setzen sich nun die Kosten für die Hundephysiotherapie in der Praxis zusammen?

Die Behandlungseinheiten werden im Minutentakt abgerechnet. Üblicherweise dauern in der Regel physiotherapeutische Behandlungen je nach Hundephysiotherapeut zwischen 30 und 60 Minuten.

Der Ersttermin inklusive einem umfassenden Beratungsgespräch inklusive anvisierten Therapieplan, nach erfolgtem Check von medizinischen Unterlagen, Untersuchung des Hundes und Befundaufnahme dauert je nach Anbieter 60-120 Minuten. Die Kosten belaufen sich ca. zwischen 50,- und 120,- Euro.

In den Folgeterminen geht es dann mit den Behandlungen der Physiotherapie los. Auch diese werden nach der benötigten Zeit berechnet. Die Kosten je Behandlungseinheit liegen hier bei ca. 30,- bis 75,- Euro.

Die vorgenannten Preise für die Kostenkalkulation für eine Physiotherapie bei Hunden können regional schwanken und unterschiedlich hoch sein. So kostet eine physiotherapeutische Behandlung in einer Stadt wie München und Hamburg im Regelfall mehr, als auf dem platten Land.

Rat: Erkundige Dich bei einer geplanten Physiotherapie für Deinen Hund bei Tierphysiotherapeuten und Tierärzten in Deiner Nähe nach den Kosten. Informiere Dich telefonisch oder in einem vereinbarten Beratungstermin vor Ort, um abschätzen zu können, mit welchen Kosten Du für die Hundephysio zu rechnen hast.

Kosten für Hundephysio: Die Lösung heißt Hundekrankenversicherung

Um für den Ernstfall bei einer benötigten Physiotherapie für Deinen Hund bestens gerüstet zu sein, kannst Du Dich gegen die Kosten der physiotherapeutischen Behandlungsmaßnahmen absichern. Mit einer Hundekrankenversicherung.

Dafür braucht es aber das richtige Versicherungspaket bei einem leistungsstarken Versicherer. Denn nicht alle Versicherungstarife übernehmen die Kosten für die Physiotherapie.

Prüfe also im Vorfeld des Abschluss einer Tierkrankenversicherung, ob in den angebotenen Versicherungsbedingungen prinzipiell Physiotherapie für Hunde versichert ist und ob diese nur nach tierärztlicher Anordnung nach einer Operation gezahlt werden oder von Haus aus bei medizinischer Notwendigkeit bezahlt werden.

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Fazit - Die Hundephysiotherapie ist eine wichtige und hilfreiche Heilmethode für Hunde

Physiotherapie tut Hunden prophylaktisch und rehabilitativ gut.

Mit physiotherapeutischen Maßnahmen zu mehr Lebensqualität - die Hundephysio!

Die Hundephysiotherapie bietet vielseitige konservative und sanfte Behandlungsmethoden wie die Lasertherapie, Elektrotherapie, Massagen und Bewegungstherapie, die dazu beitragen, die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer vierbeinigen Hundepartner zu verbessern. Durch eine breite Palette von Techniken und Übungen können Bewegungsprobleme, Schmerzen und Beschwerden bei Hunden erfolgreich behandelt werden. Von der Prävention bis zur Rehabilitation spielt die Hundephysiotherapie eine bedeutende Rolle im Tiergesundheitswesen, indem sie die Lebensqualität der Hunde nachhaltig steigert und ihnen ein aktiveres und schmerzfreies Hundeleben ermöglicht.

Hundephysiotherapie – Buchtipps

Du bist auf der Suche nach weiterer Literatur zur Hundephysiotherapie? Dann wollen wir Dir nun noch einige lesenwerte Buch-Tipps mit auf den Weg geben!

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Hunde-Physiotherapie: Fit und gesund durch Krankengymnastik (Anzeige) von Dorothee Kühnau (Autor) und Beate Warnat (Autor)
Praxisbuch Hundefitness: Grundlagen, zielgerichtetes Training und individuelle Übungskombinationen (Anzeige) von Carmen Heritier (Autor) und Sandra Rutz (Autor)

Produkte rund um die Hundephysiotherapie

Du bist praktizierender Hundephysiotherapeut oder Hundehalter? Hier findest Du für den physiotherapeutischen Praxisalltag oder die Übungen Zuhause das passende Zubehör für die Hundephysiotherapie.

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