Beschäftigung (78)

Entdecke zahlreiche Artikel rund um die Beschäftigung mit Deinem Hund inklusive hilfreichen und spannenden Informationen, tollen Ideen, nützlichen Ratschlägen, praktischen Übungen, Expertenbeiträgen, Tipps und To-dos, angefangen vom alltäglichen Spaziergang, über Hundetraining und Coaching bis zum Kuscheln mit Hund. Also alles was das tägliche Miteinander ausmacht, wie Du Deinen Hund art- und rassegerecht beschäftigen, erziehen, bespaßen, auslasten und verwöhnen kannst.

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Artgerechte Beschäftigung für Hunde: Artikel, Infos, Ideen & Tipps von Hundeexperten

Du bist auf der Suche nach geeigneten Informationen, wie Du Deinen Hund artgerecht und tierschutzkonform beschäftigen und auslasten kannst? Du suchst Aktivitäten mit denen Du Deinem Hundepartner eine Freude machen, dabei für angemessene Beschäftigung für Körper und Geist sorgen kannst, sodass der Hund ausreichend bewegt und mit seinen kognitiven Fähigkeiten einbringen kann? Dann bekommst Du hier im dogondo-Magazin in der Rubrik „Beschäftigung“ garantiert hilfreiche Anregungen und praktische Ideen, um mit Deinem Hund eine erfüllte und tolle gemeinsame Zeit zu verbringen, bei der er bespaßt und gleichzeitig hund- und rassegerecht, sowie bedürfnisorientiert gefordert und gefördert wird!

Beschäftigung und Auslastung des Hundes – Worauf kommt es an?

Prinzipiell ist es wichtig, dass jedwede Form von Beschäftigung zur „Auslastung“ des Hundes angemessen sowie bedarfs- und bedürfnisorientiert erfolgt. Und an dieser Stelle wollen wir vorwegschicken, dass das Wort „Auslastung“ im Rahmen der Beschäftigung von Hunden aus unserer Sicht unangebracht ist. Denn es geht nicht darum den Hund bis an seine physischen und mentalen Grenzen rund um die Uhr mit unterschiedlichen Aktivitäten und Aufgaben auf Trab zu halten. Es gilt Übertreibungen zu vermeiden und ein individuell auf den jeweiligen Hund zugeschnittenes Hundeprogramm aus Bewegung und kognitiven Beschäftigungen zusammenzustellen, wo auch ausreichend Ruhephasen mit Entspannung, Entschleunigung und Regeneration ausreichend Platz finden.

Wie so ein Tag artgerechter Beschäftigung für Hunde aussehen kann, ist hervorragend anhand des Tagesablaufs von Straßenhunden und freilebenden Vierbeinern zu vernehmen. Sie laufen, springen, toben auch nicht den ganzen Hundealltag in der Weltgeschichte herum, sondern beschäftigen sich mal hier mit ein paar innerartigen Spielchen untereinander, gegenseitiger Körperpflege, gehen mal für eine kurze Zeit Spazieren und schnüffeln hier und da, um sich einen Eindruck über ihr Revier zu machen. Natürlich müssen die Straßenhunde auch nach Fressbarem suchen, um ihr wichtigstes Bedürfnis, satt zu werden, zu stillen. Dies nimmt aber nur einen kleinen Teil des Hundealltags ein, wohingegen sich für soziale Aktivitäten viel Zeit genommen wird. Und die allermeiste Zeit des Tages ist Faulenzen, Dösen und Ruhen angesagt, was sogar bei älteren Straßenhunden im Hinblick auf die Gestaltung ihres täglichen Beschäftigungsalltags überwiegt. Dies sollte man sich als verantwortlicher und fürsorglicher Hundebesitzer im Hinblick auf die Zusammensetzung des Beschäftigungsprogramms für seinen Hund auf die Fahne schreiben. Es kommt also nicht auf die Quantität, sondern vielmehr auf die Qualität an.

Und so wie sich der Hund in einem stetigen Entwicklungsprozess befindet, angefangen vom Welpen, über die Junghundephase, zum adulten Hund bis hin zum Hundesenior, so müssen die diversen Beschäftigungen und Aktivitäten regelmäßig vom Umfang, Intensität und Belastungsfaktor überprüft und im Bedarfsfall an die veränderten Hundebedürfnisse angepasst werden.

Ebenso müssen bei der Planung der individuellen Beschäftigungsstrategie, neben dem jeweiligen Alter des Hundes, im Übrigen auch Faktoren wie Gesundheit, Geschlecht (Rüden / Hündin), Besonderheiten wie Trächtigkeit oder Säugephase und der Frage kastriert / intakt im Sinne des Wohlbefindens des Hundes berücksichtigt werden.

Sei Gewiss: Wir und unsere dogondo-Experten stehen Dir hier in unserem Magazin in der Rubrik „Beschäftigung“ mit Rat und Tat zur Seite, damit Du in allen Situationen praktikable Hilfe und Ideen findest, um Deinem Hund ein spannendes und erfülltes Hundeleben mit einer Vielzahl an hundgerechten Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten.

Wichtig: Zur Beschäftigung gehören Bewegung und Denksport mit einer großen Brise sozialer Auslastung!

Der Hund hat viele Bedürfnisse, die Du als Hundehalter im Rahmen der Aufgaben rund um die artgerechte und rassespezifische Hundehaltung sicherlich im Sinne Deines Vierbeiners erfüllen möchtest. Der Hund braucht eine ausgewogene, bedarfsgerechte und nahrhafte Ernährung mit geeignetem Hundefutter. Ebenso braucht der Hund sozialen Kontakt, respektvollen Umgang, Zuwendung, Zuneigung und Liebe – dies alles ist Balsam für die Hundeseele. Ferner hat der Hund ein gewisses Maß an Ruhebedürfnis, dass Du ihm gewähren musst und mit einem gemütlichen Schlafplatz als Rückzugsort in seinem Zuhause zur Verfügung stellst.

Je nach Hundepersönlichkeit und Hunderasse bringen Hunde ein individuelles Maß an Bewegungsbedürfnis mit, wollen kopfseitig anspruchsvolle und herausfordernde Aufgaben lösen. Auch das Bedürfnis nach Arbeit, Sport, Spiel und gemeinsamen Spaß will mit sinnvollen Hunde-Beschäftigungen befriedigt werden, die den Hund körperlich und geistig / mental ansprechen und fordern. Sodass dieser sich mit all seinen Anlagen, angeborenen Talenten und Fähigkeiten, erlernten Fertigkeiten und natürlichen Verhaltensweisen seines vererbten und aufgebauten Verhaltensrepertoire einbringen, entfalten und ausleben kann.

Es geht also nicht darum, den Hund Hauptsache viel zu bewegen, sondern einen Strauß an unterschiedlichsten Beschäftigungsformen zusammenzustellen, die auf das Hundeindividuum, seine Bedürfnisse, Triebe, Neigungen und Interessen abgestellt sind und ihn physisch und psychisch optimal versorgen. Um es auf Dauer spannend und aus Sicht des „Auslastungseffekts“ wirkungsvoll zu gestalten, raten wir zu ausreichend Abwechslung, um immer mal wieder neue Reizpunkte zu setzen, damit keine Routine und Eintönigkeit aufkommen zu lassen. Aber immer unter dem Aspekt eine angemessene Zusammensetzung von körperlicher und geistiger Anstrengung / Anspannung sowie Entspannung und Ruhe zu gewährleisten. Ideal sind kurze, intensive Beschäftigungseinheiten, abwechselnd mit ausgeprägten Pausen, um herunterzufahren und die nötige Entschleunigung zu erreichen.

Unterforderung und Überforderung sind zu vermeiden, denn sowohl Langeweile als auch Überlastung sind kontraproduktiv, mitunter gefährlich und wirken negativ auf die Hundepersönlichkeit, dessen Motivation und das Verhalten ein – so können Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu Verhaltensstörungen die Konsequenz mangelnder, übertriebener und falscher Beschäftigung von Hunden sein. Daher haben auch Zwang und Mobbing keinen Platz!

Bei der Wahl der in Frage kommenden Beschäftigungsoptionen muss unbedingt auch auf die individuelle Hundepersönlichkeit achtsam eingegangen werden, damit die Beschäftigungsform dem Hund möglichst einen positiven Wertbeitrag liefert und nicht gegenteiliges den Hund belastet. So können für den einen Vierbeiner Ballspiele oder Laufeinheiten völlig in Ordnung sein, wenn sie wohldosiert und nur kurzweilig erfolgen. Handelt es sich aber eher um einen hyperaktiven Hund, kann die gewählte Beschäftigung hingegen zu noch mehr Stress führen, da bereits der Anblick des Balles das Erregungslevel explodieren lässt oder der Hund beim Laufen bereits nach einigen Minuten in einen Art Tunnel verfällt, ähnlich wie man es bei Menschen in Bezug auf den als „Runner´s high“ genannten Laufrausch kennt. Dieses Hochgefühl mit euphorischem Gemütszustand verleiht Flügel und lässt die Anstrengung verfliegen. Dies wird als angenehmer Kick empfunden. Hierdurch ist es für die allermeisten erstrebenswert, diesen Zustand erneut zu erleben. So kann aus dem Spaß an der Beschäftigung, das Pendel umschlagen und in einer Art Sucht enden. Bitte denke daran, dass es unter Hunden auch „Suchtkandidaten“ gibt, für die bestimmte Beschäftigungen Gift sind. Gehe immer mit Augenmaß vor. Der Hund soll nicht zum Ball- oder Bewegungsjunkie mutieren, denn auch Hunde können in einen Rauschzustand durch das Ausschütten von Endorphinen / Dopamin während der Beschäftigung kommen. Besonders eintönige und monotone Beschäftigungsformen, wie ständiges Ballwerfen, Hinterherhetzen und Apportieren des Balles oder monotones Dauerlaufen wie beim Joggen oder bei Schlittenhunden sollte unbedingt dosiert und mit großer Achtsamkeit erfolgen, damit Warnsignale sofort wahrgenommen und angemessen darauf im Sinne des Hundes reagiert wird. Handele frei nach dem Motto: Die Dosis macht das Gift. 

Zur richtigen und allumfassenden Beschäftigung von Hunden gehören folglich:

  • Körperliche Beschäftigung
  • Geistige Beschäftigung
  • Soziale Beschäftigung

Was zählt alles zur Beschäftigung, den Alltagsaktivitäten und der Auslastung?

Das ist im Grunde einfach erklärt: Alles was der Hund in seinem Hundealltag erleben darf, wird ihn mit all seinen Sinnen beschäftigen und damit aus diversen Blickwinkeln auf irgendeine Art und Weise „fordern“.

Und wenn man es so will, wird der Hund sogar im Schlaf durch das Verarbeiten seines Alltagsgeschehens mit allen erfolgten Eindrücken und Erfahrungen gefordert, was ihn viel Energie kostet.

Während seiner Wachphase beschäftigt den Hund auch bereits das Beobachten seines Familienrudels aus seinem Hundekorb heraus, wenn seine Bezugsmenschen am frühen Morgen das übliche hektische Treiben an den Tag legen, um sich für Arbeit und Schule fertig zu machen. Ebenso wirken Reizeinflüsse auf den Hund, wenn Herrchen, Frauchen und die Kinder am Esstisch verweilen, da sie das Abendbrot zu sich nehmen.

Beschäftigung für Hunde umfasst ebenso die Erziehung und das gemeinsame Hundetraining. Denn das Üben von neuen Lerninhalten oder Wiederholen zum Routineaufbau, verlangt viel ab.

Daneben sorgen unterschiedlich gestaltete Spaziergänge für Bewegung und bringen die Sinne und kognitiven Fähigkeiten von Hunden durch zahlreiche Umwelteinflüsse und Reize zum Glühen.

Ebenso sind Ausbildung und aktiver Einsatz in Funktion eines Jagdhundes, Therapiehundes, Assistenzhundes, Hütehundes etc. und der gesamte Hundesport Varianten von Beschäftigung und auslastenden Hunde-Aktivitäten.

Ferner sorgen Hundebegegnungen, das Spiel und der kommunikative Austausch mit Artgenossen für soziale Beschäftigung und Auslastung – hier kann der Hund einfach mal Hund unter Gleichgesinnten sein, die innerartigen Verhaltensweisen üben, erlernen, anwenden, auf- und ausbauen. Und dies strengt körperlich und geistig / mental enorm an. 

Selbst wenn Du mit Deinem Hund einkaufen gehst und dieser mal mehr, mal weniger angespannt vor der Bäckerei auf Deine Rückkehr wartet, findet eine Form von Beschäftigung statt. Der Hund beobachtet Passanten, Dich, die Eingangstür, riecht vermutlich all die angebotenen Leckereien und unterschiedlichste Geräusche vernimmt er auch. Es wirken also vielfältige Reize ein, Augen, Ohren, Nase etc. arbeiten „auf Teufel komm raus“, sorgen für Stress und fordern Deinen Hund.

Und was natürlich auch nicht fehlen darf, sind regelmäßige „Kuschelstunden“. Hast Du einen Hund der das Kontaktliegen am Abend auf dem Sofa genießt, dabei gestreichelt und gekrault werden will, dann sollte dieses soziale Miteinander auf jeden Fall mit auf den Plan – und auch dies wird die Sinne des Hundes beanspruchen, seiner Seele guttun und das Hundeherz höherschlagen lassen. Gleiches gilt für die Hundepflege. Auch sie gehört mit ins Hundeprogramm und beschäftigt Hund und Mensch durch das intensive Miteinander zugleich, trägt demnach zur geistigen / mentalen Auslastung ein Stück weit bei.

Wie viel Beschäftigung brauchen Hunde?

Hunde brauchen nicht rund um die Uhr beschäftigt, gefordert und bespaßt zu werden.

Es ist also nicht das Ziel, einen vollbepackten Wochenplan zu erstellen, der Montags mit Agility und einem 2-3 stündigen Fußmarsch bestückt, Dienstags Hundetraining und Turnierhundesport, Mittwochs Ausreiten mit Pferd und Hundefrisör sowie 2-3 Gassirunden à 30 Minuten etc. vorsieht und nach einer hektischen Woche Sonntags mit einem körperlich und geistig / mental abgeschafften Hund nach einer 5 stündigen Wanderung endet.

Ob es nun 2 oder 3 Stunden über den gesamten Tag verteilt sind, kann so pauschal bei der Beantwortung der Frage, wie viel Beschäftigung bei Hunden für die Bedarfsdeckung bei gleichzeitiger Schadenvermeidung angemessen ist, nicht seriös gesagt werden.

Denn, wie viel Beschäftigung für Deinen Hund das richtige Maß ist, hängt u.a. von diesen Faktoren ab:

  • Hundepersönlichkeit
  • Lebensalter
  • Geschlecht
  • Gesundheit
  • Vitalität
  • Körperliche Verfassung / Konstitution
  • Mentale Verfassung
  • Kastriert / Intakt
  • Trächtigkeit
  • Säugephase
  • Vorlieben und Neigungen

Gehe aber bitte nicht zu ambitioniert heran. Bist Du selber ein Supersportler und suchst ständig nach neuen sportlichen Herausforderungen, so übertrage die Erwartungen nicht auf Deinen Hund.

Kurze knackige Beschäftigungsintervalle, die Körper und Geist fordern, sollten in einem angemessenen Rhythmus mit Regenerationsphasen stehen. Gönne Deinem Hund interessante und spaßbringende Beschäftigungen, aber ebenso Zeit mit Nichtstun.

Schreibt der Tierschutz eine konkrete Beschäftigungszeit für Hunde vor?

In Deutschland schreibt weder das Tierschutzgesetz, noch die Tierschutz-Hundeverordnung dem jeweils verantwortlichen Hundebesitzer oder der betreuenden Person konkret vor, wie die Beschäftigung von Hunden generell aussehen soll.

Allerdings wird zumindest geregelt, dass Hunden täglich sozialer Kontakt mit den menschlichen Betreuungspersonen und Artgenossen, sowie ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers ermöglicht werden muss.

Was dies aber tatsächlich in der Umsetzung in Bezug auf eine individuell artgerechte und rassespezifische Beschäftigung beinhalten sollte, ist nicht definiert. Sodass an dieser Stelle auf die positive Mitwirkung der verantwortlichen Menschen bei der Zusammensetzung des passenden Beschäftigungsprogramms im Sinne der Hunde appelliert werden muss.

Willst Du erfahren, welche Beschäftigungsmöglichkeiten sich für Deinen Hund anbieten und sein Hundeleben wirklich bereichern? Dann lies weiter, wir verraten es Dir!

Welche Beschäftigung ist für Deinen Hund geeignet?

Das kommt natürlich ganz alleine auf Deinen geliebten Hund drauf an! Lebst Du schon länger mit Deinem Vierbeiner zusammen, dann hast Du sicherlich bereits bemerkt, woran Dein Hund gesteigertes Interesse und großen Gefallen gefunden hat.

Andernfalls ist es immer ein guter Ratgeber, sich mit den individuellen Anlagen der Hunderasse auseinanderzusetzen, insofern Du einen Rassehund oder Hybridhund an Deiner Seite hast und damit die Rasseeigenschaften, Wesen, Charakter, Temperament, natürlich verankerten Verhalten und ursprünglich angestammte Funktion / Verwendung etc. bekannt sind. Willst Du zu den Hunderassen und deren Rassemerkmalen mehr erfahren? Dann kannst Du alle erwünschten Informationen dazu in unserem Rasselexikon mit über 400 Hunderassen finden!

Lebst Du beispielsweise mit einem Labrador Retriever zusammen, so wird dieser in aller Regel ein wasserfreudiger Zeitgenosse sein, der Hundeschwimmen liebt und zudem Apportieraufgaben begeistert und mit Bravour nachgeht. Oder Du bist stolzer Besitzer eines Border Collies, Australian Shepherds oder anderen Hütehunderasse, so sind diese Rassevertreter von Haus aus bewegungsfreudig, aktiv, stecken voller Tatendrang und sind damit abseits ihrer ursprünglichen Herdenarbeiten, tolle und ebenso dankbare Begleiter beim Hundesport (z.B. Agility oder Treibball). Diverse Jagdhunderassen sind echte Nasenspezialisten und können somit optimal mit vielfältigen Beschäftigungen rund um die Nasenarbeit gefordert und gefördert werden – sie schnüffeln für ihr Leben gern und zeigen beim Mantrailing, der Zielobjektsuche oder einfach bei der Suche versteckter Leckerchen im Garten, ihre besonderen Fähigkeiten unter Einbezug ihres Geruchs- und Orientierungssinns. Weiters gibt es kräftig gebaute Hunderassen wie Landseer, Bernhardiner oder Großer Schweizer Sennenhund, die zum Ziehen von Lasten vor einen Hundewagen gespannt werden können, um das frisch geschlagene Holz vom Garten oder die Einkäufe vom Supermarkt nach Hause ziehen zu lassen. Gehören zudem Kinder zum Hausstand, so bieten sich auch gemeinsame Schlittentouren oder Spaziergänge im Bollerwagen an, den der Hund mit den Kindern im Schlepptau durch die Landschaft zieht – immer vorausgesetzt, der Hund ist dafür gesundheitlich geeignet und die Last steht in einem angemessenen Verhältnis.

Generell gibt es rund um die richtige Hundebeschäftigung auch kein Richtig oder Falsch. Probieren geht über Studieren – an diesem Leitsatz kannst Du Dich als verantwortlicher Halter auch bei der Wahl der richtigen Beschäftigung für Deinen Hund festhalten. Letzten Endes soll der Hund Spaß haben, sich wohl fühlen und in der gewählten Aktivität aufgehen.

Das Zusammenstellen eines artgerechten Hundebeschäftigungsprogramms ist kein Hokuspokus. Orientiere Dich auch hier einmal am natürlichen Hundealltag von Straßenhunden. Sie müssen etwas tun, um sich Nahrung zu verschaffen. Also kannst auch Du ein paar interessante Hundespiele oder gar Trainingsaufgaben mit Deinem Hund machen, bei denen er sich Teile seiner täglichen Futterration durch Zeigen erwünschten Verhaltens erarbeiten oder versteckte Leckereien suchen muss. Warum nicht auch mal eine künstliche Fährte mit Fressbarem legen und den Hund unter Einsatz seiner vorzüglichen Nase einen versteckten Gegenstand erschnüffeln lassen? Zur Belohnung bekommt Dein Hund natürlich das Fundstück und kann sich darüber hermachen. Alternativ kannst Du im eigenen Garten oder unterwegs auf einer Wiese eine Handvoll Leckerchen verteilen und sie von Deinem Hund aufstöbern lassen. Ebenso kannst Du Deinen Hund einfach mal im Unterholz herumschnüffeln lassen, mit ihm gezielt diverse Untergründe (Sand, Moos, Wiese, Stock und Stein etc.) erforschen, sodass auch die taktilen Sinne durch die wechselnden Reize die kognitiven Fähigkeiten fordern. Manchmal ist es eben recht banal und es erfordert nur ein wenig kreativen Input, wie man seine Fellnase glücklich machen kann.

Die allermeisten Hunde sind lauffreudig. Also bieten sich auch Aktivitäten und Beschäftigungsformen mit Laufen an. Ob beim Joggen, gemütlichen Wandern, gemeinsamen Ausreiten mit Pferd oder dem Turnierhundesport – aber immer nur in wohldosierte Form und einem angemessenen Verhältnis von Anstrengung und ausreichenden Pausen.

Hast Du gar einen von Haus aus wachsamen, scharfsinnigen und ggf. mit ausgeprägten Territorialverhalten veranlagten Hundepartner? Dann lasse ihn Haus und Hof bewachen, denn auch diese Aufgabe beschäftigt den Hund, dessen Sinne und kognitiven Fähigkeiten art- und rassegerecht.

Wurde Dein Hund von klein auf gut mit Artgenossen sozialisiert, konnte durch regelmäßigen Hundekontakt das Sozialverhalten und die Hundesprache umfänglich erlernen, ist sozialverträglich, umgänglich, gesellig und aufgeschlossen, so verabrede Dich doch mit anderen Hundebesitzern zum gemeinsamen Spazieren, Treffen im Garten oder auf dem Hundeplatz, um Deinem Hund den wichtigen hündischen Sozialkontakt zu ermöglichen.

Noch ein Hinweis: Alleine das Kommunizieren von Hunden untereinander, mit seinen Bezugsmenschen im Alltag oder während den unterschiedlichen gemeinsamen Beschäftigungen, ist für Kopf und Sinne eine Meisterleistung und verlangt dem Hund einiges ab.

Mögliche Beschäftigungsoptionen für Hunde auf einen Blick:

Apropos Kommunikation….

Worauf ist bei den Beschäftigungen noch zu achten?

Bevor es mit den unterschiedlichen Beschäftigungsmöglichkeiten losgehen kann, sind Tierarzt / Tierärztin und Physiotherapeuten ein guter Ratgeber, um Deinen Hund auf Herz und Nieren untersuchen zu lassen und den jeweiligen Zustand auf Eignung der angedachten Aktivität zu überprüfen.

Halte Deinen Hund während der gemeinsamen Interaktionen stets aufmerksam im Auge, um dessen Signale wahrzunehmen. Denn die Signale können „Freudetänze“ sein, aber auch eindeutige Warnhinweise liefern – hat der Hund keine Lust, wirkt unmotiviert oder ziert sich sogar, muss die angedachte Beschäftigung ausfallen oder beendet werden.

Ebenso muss auf ein unrundes Gangbild (Schonhaltung, Lahmheit, Fehlstellung etc.) geachtet werden, denn bereits kleinere Verletzungen sind Grund genug, Deinem Hund eine notwendige Auszeit und Kontrolle der vermeintlichen Gesundheitsbelastung durch den Tierarzt zu gönnen.

Hustet der Hund, niest, hat tränende Augen, zeigt Appetitlosigkeit, leider unter Fieber, Durchfall oder Erbrechen, kommt unüblicherweise überhaupt nicht aus den Puschen, so sind jegliche Beschäftigungen für den Hund Tabu.

Ferner achte bitte auf die äußeren Wettereinflüsse. Meide die Hitze, denn sie setzt dem Hund stark zu, kann zu Hitzeschlag und im äußersten Ernstfall zum Hitzetod führen. Auch die Hundepfoten sind im Hinblick auf heißen Asphalt sensibel. Es drohen Verbrennungen.

Bei Kälte frieren manche Hunde schneller auf Grund ihres dünnen Haarkleids. Kleine Hunde sind generell kälteanfälliger. Zudem belasten die Kälte und eisige Luft die Atemwege. Eis, Schnee und Streugut sind wiederum Gift für die Pfoten.

Handelt es sich um einen Welpen oder noch nicht völlig entwickelten Hund, so bedarf es besonderer Vorsicht in Bezug auf die Wahl der geeigneten Beschäftigung und dem angemessenen Umfang. Denn ansonsten können die Belastungen zu fatalen körperlichen und geistig / mentalen Folgen führen. Auch hier findest Du aber viele Infos und wichtige Ratschläge in unserem Magazin.

An was es auf gar keinen Fall fehlen darf, ist frisches und sauberes Wasser.

Auch das Equipment steht je nach Beschäftigungsform mit dem Hund im Fokus. Gehst Du z.B. Joggen, raten wir zu einem Hundegeschirr, statt den Hund am Halsband anzuleinen. Dies schont den Skelettapparat und seinen Hals. Das Zubehör muss so gewählt werden, dass keine Verletzungsgefahr besteht.

Wir empfehlen ferner Umfang, Intensität und Schwierigkeitsgrad langsam zu steigern und nicht direkt auf maximaler Höchstleistung loszulegen. Je nach Aktivität (z.B. Hundesport, Joggen, Ausreiten mit Hund etc.) sollte ein Aufwärmprogramm zur Routine gehören und im Anschluss ein Cool Down erfolgen.

Sind Anzeichen für Überforderung, Langeweile, Verletzungen etc. bei den Beschäftigungen zu vernehmen, muss je nachdem mit der Aktivität sofort gestoppt werden und / oder eine Alternative her.

Wie Du siehst, trägt man eine große Verantwortung für seinen Hund. Auch vor, während und nach den Beschäftigungen. Hier ist unser dogondo-Magazin ein wertvoller Ratgeber, damit Du stets gut informiert bist.

Wie kannst Du Deinen Hund bei schlechtem Wetter Drinnen beschäftigen?

Bis hierhin haben wir Dir einige Ideen für den gemeinsamen Zeitvertreib Draußen in Mutter Natur (Outdoor) aufgezeigt, um Deinen Hund mit kreativen Beschäftigungsmöglichkeiten zu bespaßen.

Verhagelt Dir im wahrsten Sinne das Wetter die Laune und geplante Aktivitäten mit Deinem Hund fallen auf Grund der vorherrschenden Wetterbedingungen sprichwörtlich ins Wasser, der Hitze oder Kälte zum Opfer, gibt es durchaus Möglichkeiten, wie Du Deinen Hund auch Indoor beschäftigen kannst.

Auch in diesem Fall bieten sich Suchaufgaben (Suchspiele) mit einem versteckten Spielgerät, Hundespielzeug oder Futter, Intelligenzspiele, Geschicklichkeitsübungen oder Hundetricks (Trickdog) an. Warum auch nicht einen kleinen Agility-Parcours im Wohnraum aufbauen? Oder ihr trainiert mit dem Hund bestimmte Lerninhalte, baut neue auf oder verfestigt bereits erworbene Verhaltensweisen.

Brauchst Du weitere Anregungen? Dazu findest Du natürlich ebenfalls im dogondo-Magazin in der Rubrik „Beschäftigung“ einige praktikable Vorschläge.

Warum ist das richtige Pensum an Beschäftigung für den Hund so wichtig?

Hat Dein Hund bei den gewählten Beschäftigungsformen Spaß, fühlt sich abgeholt und bei den Aktivitäten pudelwohl, wird sich dies positiv auf die Stabilität der Bindung auswirken und zu einer intakten und harmonischen Beziehung führen.

Erfolgen die Aktivitäten rund um die Beschäftigung des Hundes zudem in einem angemessenen Maß und wohldosiert, werden körperliche Vitalität, mentale Fitness und damit die gesamte Konstitution gestärkt. Dies führt perspektivisch zu einem hohen Wohlbefinden mit ausgeprägter Lebensqualität, was sich letztlich auch nachhaltig auf die Lebenserwartung und Leistungsfähigkeit des Hundes auswirkt. Rund um wird der Hund glücklich und zufrieden sein, da sein Hundeleben mit den richtigen Beschäftigungen bereichert wird.

Beschäftigung mit Hunden - Fazit

Ein wenig eigene Kreativität, hilfreicher Input aus unserem dogondo-Magazin, Erfahrungen und Ratschlägen von Experten, Hundeprofis und anderen Hundebesitzern werden der Schlüssel zum Erfolg im Hinblick auf das richtige Beschäftigungsprogramm für Deinen Hund sein. Wir wünschen Dir bei Deiner Recherche viel Erfolg und gutes Gelingen!