Schon wieder ist der Hund entlaufen - einfach ausgebüchst!

Was kann ich tun, wenn der Hund entlaufen ist?

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Zuletzt aktualisiert am: 17.6.2021

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Ob der Hund unterwegs beim Spaziergang wegläuft oder sich gar vom umzäunten und eingefriedeten Grundstück selbständig macht, es ist ärgerlich und kann für den Hund, für andere Tiere und Menschen gefährlich werden.

Es gibt Hunde denen langweilig ist und sie einfach eine Beschäftigung suchen. Andere sind entweder durch ihren Jagdtrieb oder die läufige Hündin animiert und gereizt, sich eigenmächtig aufzumachen und zu entlaufen. Wiederum gibt es Kaliber unter den Hunderassen, die eine enorme Power und Energie haben. Sind sie nicht ausreichende körperlich gefordert und ausgelastet, sprich unterfordert, so kann es zum Entlaufen kommen, da sich der jeweilige Hund, physisch die fehlende Herausforderung und Ersatzbefriedigung sucht.

Daher ist unsere Pflicht als verantwortungsvolle Halter, den Hunden rassespezifisch ihre Auslastung und Beschäftigung zu ermöglichen, damit sich das Risiko des Ausbüchsen und Weglaufens reduziert.

Liegen dann dennoch die Verhaltensauffälligkeiten vor, so können wir diese Verhaltensprobleme durch eigenes Zutun  und gezieltes Hundetraining, mit oder ohne Hundetrainer, in den Griff bekommen.

Worauf es dabei alles zu achten gilt, werden wir in den weiteren Ausführungen beschreiben und euch wertvolle Ratschläge und Tipps an die Hand geben.

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Langeweile, fehlende Auslastung & Reize führen zum Entlaufen des Hundes

Jeder Hund & jede Hunderasse bringt ihre eigenen Bedürfnisse & Instinkte mit, die zum Entlaufen animieren können.

Mancher Instinkt und Reiz, lässt den Hund eventuell durchdrehen

Mit dem Tag des Einzugs des Hundes ändert sich vieles für uns Hundebesitzer.

Der gesamte Alltag muss ein stückweit an die Bedürfnisse des Hundes angepasst werden, damit dieser eine rassespezifizierte und artgerechte Haltung erfährt.

Die Hundeerziehung nimmt einen ganz wesentlichen Punkt dabei ein, denn der Hund soll bestens hören, damit ihr möglichst nicht der Fraktion angehört, die sich über einen entlaufenen Hund beschwert.

Denn viele Hundebesitzer haben leider schon Erfahrungen mit dem Entlaufen ihres Hundes gemacht.

Aber uns passiert dies ja sicher nicht, oder?

Schließlich gehören wir ja der Kategorie von Hundehaltern an, die alles und ständig alles richtig machen...

Wir haben zum Ziel, den Hund richtig zu erziehen und auszubilden, wir wollen den Hund so ernähren, dass er fit und gesund ist, sowie keinerlei unnötiges Gewicht mit sich herumschleppt.

Wie schön ist es doch, wenn wir einen gepflegten und gut aussehenden Vierbeiner an unserer Seite haben und dies von anderen Hundeinteressierten bestätigt bekommen.

Und wie gut er sich benehmen kann - wenn dies nur immer so wäre!

Denn es gibt immer wieder Situationen, die dazu führen, dass der Hund unterwegs bei der Hunderunde eben noch wie gewohnt an unserer Seite war, aber urplötzlich von etwas angezogen wird und ihn Reißaus nehmen lässt. Genauso passiert es, dass der Vierbeiner zu Hause im Garten liegt und sich sonnt, beim nächsten Hinsehen aber nicht mehr auffindbar ist und sich zwischenzeitlich als Ausbruchskönig bewiesen hat, da er die Umzäunung locker überwunden hat und ausgebüchst ist.

Die Motivation für das Entlaufen kann verschiedene Gründe haben und von Unterforderung, Langeweile bis hin zum Erliegen eines Außenreizes gehen.

Daher müssen wir in Funktion als Halter stets auf der Hut sein.

Es gibt Reize sowie hundseitig angelegte Instinkte und Triebe, denen wir mit besonderer Aufmerksamkeit gegenübertreten müssen, da sie bei fehlender Kontrolle für zahlreiche unerwünschte Verhalten verantwortlich sind.

Denn ist der Hund erst einmal weg, ist es der blanke Horror. Kommt der Hund nicht von alleine zurück und gilt als vermisst, bricht eine Welt zusammen, der pure Albtraum eines jeden Hundebesitzers und das große Zittern und Hoffen beginnt.

Die eine oder andere Hunderasse bringt beispielweise einen stark ausgeprägten Jagdinstinkt mit und hat somit einen besonderen Bedarf an entsprechender Beschäftigung, sei es direkt bei der Jagd und dem Einsatz als vollwertigen Jagdgebrauchshund im Revier oder zumindest mit jagdähnlichen Ersatzbeschäftigungen, um den Wesensmerkmale und Bedürfnissen der Rasse und der jeweiligen Hundepersönlichkeit gerecht zu werden und diese durch gezielte Aktivitäten anzusprechen und zu befriedigen.

So lastet man dann seinen Hund aus und gibt ihm keinen Spielraum, auf dumme Gedanken zu kommen und sich selber Alternativaufgaben zu suchen.

Tut man dies nicht, ist u.U. das Entlaufen das Ergebnis mangelnder rassenspezifischer körperlicher und geistiger/mentaler Beschäftigung.

Dasselbe gilt beispielsweise auch für Hunderassen, die zu den Extremsportlern gehören. Sprich Rassen, die einen enormen Bedarf an Bewegung und Auslauf haben, um ihren Körper auszulasten. Hierzu zählen beispielsweise Australian Shepherd, Labrador Retriever, Weimaraner, Rhodesian Ridgeback, English Pointer, Dalmatiner, Border Collie und einige andere Rassehunde, Mischlinge und Hybridhunde.

Sollte man als Hundebesitzer meinen, es wäre ausreichend den Vierbeiner in den Garten zu lassen oder ab und an eine kurze Gassirunde einzulegen, dann wird der Hund seinen Halter früher oder später Lügen strafen und sicherlich schauen, wie er seinem Drang nach Aktivitäten auf eigene Faust nachkommen kann.

Und schnell ist er dann entlaufen und besorgt sich die notwendige Bewegung mit allen erdenklichen Konsequenzen z.B. durch Wilderei mit Wildschäden, verursachten Verkehrsunfällen oder unbeabsichtigten Zwischenfällen mit Kindern oder anderen Tieren.

Kurzum: Der jeweilige Hund braucht ausreichend körperliche und geistige/mentale Aufgaben, damit er sich  entsprechend entfalten, einbringen und auspowern kann.

Richtig reagieren, wenn der Hund wegläuft und ausbüchst

Was tun, wenn der Hund abhaut? Diese Frage stellen sich zigfach die Hundehalter, wenn ihr Vierbeiner mal wieder das Weite sucht.

Ist der Hund schuld oder haben wir als Hundehalter die Verantwortung für das Weglaufen zu tragen?

Jeder verantwortungsvolle Hundehalter, der seinen Hund liebt und achtet, hat Angst vor dem Ereignis, dass der Hund sich selbständig macht und vom Haus und Garten alleine entfernt.

Verständlich, denn es kann sowohl dem Hund einiges passieren, aber auch Menschen und andere Tiere können zu Schaden kommen.

In einer solchen Situation bringt aber keine Schuldzuweisung den Hund zurück.

Nun gilt es mit Bedacht, Ruhe und Geduld die notwendigen Schritte anzugehen, damit der entlaufene Hund, früher oder später möglichst schadlos wieder zu Hause einkehrt.

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Welche Risiken sind mit dem Entlaufendes Hundes u.a. verbunden?

Was kann alles passieren, wenn der Hund ausbüchst und sich alleine durch die Weltgeschichte bewegt?

Viele Gefahren & Risiken drohen, wenn der Hund entläuft

Ist der Hund Entlaufen und hat selbständig das Weite gesucht, so können allerhand Vorkommnisse auf uns Hundehalter zukommen, die nicht nur unangenehm, sondern unter Umständen sehr kostspielig sind und rechtlich eine Menge Ärger bedeuten.

Dies sind Schadensfälle, die von Personen-, über Sach- bis hin zu Vermögensschäden führen.

Neben dem materiellen Schaden, ist schon alleine die etwaige mentale Belastung und das Gewissen im Schadenfall ausreichend, falls der Hund einem Dritten etwas zufügt.

Daher ist es für jeden von uns Hundebesitzern mehr als ratsam, vorsorglich eine Hundehalterhaftpflichtversicherung abzuschließen, um zumindest finanziell sich und Geschädigte für den Ernstfall abzusichern. Denn diese schützt uns und Betoffene in Extremfällen vor den monetären Verlusten bis hin zu existenzbedrohenden Zuständen.

Welche Risiken sind mit dem Entlaufen des Hundes u.a. verbunden?
Der Hund selbst kann orientierungslos durch die Gegend laufen und nicht zurückfinden.
Der Hund kann durch Wild oder Autos schwer verletzt werden oder gar tödlich verunglücken.
Durch das Jagen von Wild ist der Hund bzw. Hundehalter gesetzlich mit der Wilderei im Ernstfall konfrontiert.
Durch Verfolgungsjagd mit Wild oder anderen Tieren, kann es mit etwaigen Straßenverkehr zu schlimmen Verkehrsunfällen kommen.
Nahegelegener Eisenbahn- oder Straßenbahnverkehr kann zur tödlichen Falle werden.
Menschen könnten von dem Hund bedroht und schlimmstenfalls angegangen und gebissen werden.
Durch das Entlaufen in der Natur, wird der Hund höchstwahrscheinlich Mitbewohner mit nach Hause bringen (Zecken, Flöhe, Würmer usw.)

Daher gilt es alles dafür zu tun, dass ein solches Verschwinden des Hundes, möglichst selten, im besten Fall niemals passiert.

Der psychische Druck ist in einer derartigen Situation für alle Beteiligten enorm hoch.

Also, zunächst für den Fall der Fälle, bleibe ruhig, besonnen und überreagiere nicht.

Mit unüberlegten Handlungen kommt der Hund auch nicht direkt zurück.

Durch die digitalisierte Welt, ist es jedenfalls deutlich einfacher, deine Mitmenschen in speziellen Hundeforen und -portalen über das Verschwinden des Vierbeiners zu informieren und um deren Mithilfe zu bitten.

Die meisten Gleichgesinnten in deiner Umgebung, werden die Augen aufhalten und Dich garantiert informieren, sobald ihnen dein Hund über den Weg laufen sollte.

Auch die sozialen Netzwerke sind hierfür ideal und bieten einen Mehrwert, den Hundebesitzer mit demselben Problem, vor 20 Jahren noch nicht hatten. Ein Segen.

Du selbst kannst Dich dann auf die Suche in der gewohnten Umgebung machen, gehe die Hunderunde ab, die dein Hund kennt und versuche dein Glück. Wenn Du weitere Bekannte und Freunde in die Suche einbinden kannst, umso besser.

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Was kann ich konkret tun, wenn der Hund weggelaufen ist?

Was man als Halter tun kann, wenn der Hund entlaufen ist.

Ratschläge & Vorgehensweise, wenn der Hund weggelaufen ist

Ist es tatsächlich passiert, dass der Hund sich durch irgendwelche Gründe selbstständig gemacht hat und weggelaufen ist, so sollten wir Hundebesitzer trotz der Ärgernis und Aufregung, tief durchatmen und Ruhe bewahren.

Es gilt jetzt mit kühlem Kopf und Konzentration die notwendigen Schritte einzuleiten.

Ratschläge & Tipps
Hektik und Nervosität sind fehl am Platz, da du damit den Hund nicht zurückzaubern kannst.
Suche deine Umgebung und die gewohnten Spazierstrecken und Gassirunden ab.
Vermeide beim Suchen zu lautes Geschrei, damit dein Hund nicht verschreckt wird und sich aus Angst versteckt oder weiter entläuft. Dies gilt vor allen Dingen für Freunde, Bekannte oder sonstige Helfer, deren Stimme und Aura deinem Hund nicht vertraut oder gar völlig unbekannt sind.
Als weitere Unterstützung bei der Suche können auch Artgenossen deines Hundes helfen, zu denen er ein vertrauensvolles und enges Verhältnis hat und regelmäßig Kontakt besteht.
Es kann durchaus auch helfen, deinem Hund eine Spur Richtung Heimat zu legen und gewohnte Dinge wie Leckerlies oder auch Klamotten mit Markierung auf dem Heimweg zurückzulassen.
Ist der Hund gechipt und registriert, so melde dies umgehend bei der zuständigen Registrierungsstelle, da diese unterstützend einwirken kann.
Nutze deine sozialen Netzwerke und etwaige Kontaktbörsen bzw. community-Foren.
Bei längerem Verschwinden des Hundes kannst du Plakate und Suchanzeigen aushängen.
Sollte die Suche kurzfristig keinen Erfolg haben, macht es Sinn Jagdpächter, Tierheime und Tierschutzvereine, Polizei und Tierärzte in der Nähe zu informieren, damit bei einer etwaigen Abgabe, sofort Kontakt zu dir aufgenommen werden kann. Der Jagdpächter ist extrem wichtig in ländlichen Gebieten, da durch deinen Hund unter Umständen Schäden im Wald an Wildtieren entstehen können und der Jäger im Ernstfall den Hund erlegen könnte.
Stellt etwas Fressbares am Haus ab, da dies deinen Hund anlocken könnte und er sich sofort heimisch und glücklich fühlen wird.
Sorge dafür, dass alle Personen und Mithelfer, dich jederzeit telefonisch erreichen können.

Zu deiner Beruhigung: In der Regel verhält sich ein Hund so, dass er früher oder später von alleine zu seinem Rudel, seiner Familie und dem gewohnten Zuhause zurückkommt. Immerhin weiß er wo es ihm gutgeht und das will er nicht missen.

Sollte dein Hund wohlbehütet wieder auftauchen, halte deine negativen Emotionen im Griff und zeige ihm lieber, wie sehr du dich über seine Heimkehr freust.

Mit positiven Zeichen kommst du deutlich weiter, da der Hund jedwede Rüge oder Strafe so oder so nicht kausal mit dem Ausbüchsen verknüpfen wird. Beide Vorgänge sind einfach zeitlich zu weit auseinander.

Hinzu muss man sich als verantwortlicher Halter im Hinblick auf die vermeintlichen Verhaltensprobleme selber hinterfragen und der tatsächlichen Ursache auf den Grund gehen. Häufig liegt es an zu wenig Auslastung und Beschäftigung.

Zu Guter Letzt sollte man nach dem Auffinden bzw. der Rückkehr unverzüglich alle mit dem Verschwinden informierte Personen und öffentliche Stellen über das Wiedereintreffen des Hundes informieren, damit diese ebenfalls das Verschwinden ad acta legen können und wieder freie Kapazitäten für andere Dinge und Fälle haben.

Was kann ich zusätzlich präventiv für den Fall der Fälle des Weglaufens tun?

Ein paar wenige Dinge können wir Halter bereits von Anfang an vorsorglich machen, damit im Fall des Entlaufens, die Suche einfacher und erfolgreicher verlaufen kann.

To Do´s
Der Hund sollte auf alle Fälle gechipt oder tätowiert sein.
Die Registrierung des markierten Hundes in entsprechenden Registern wie Tasso vornehmen.
Der Hund sollte ein Halsband mit den Kontaktdaten von Dir tragen.
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Welche Gründe können zu einem Entlaufen des Hundes führen?

Was kann den Hund motivieren, das Weite zu suchen und wegzulaufen?

Gründe für das Entlaufen und alleinige Streifzüge des Hundes

Es können mehrere Gründe vorliegen, warum dein Hund das Weite gesucht hat und weggelaufen ist.

So kann es sein, dass dein Hund einfach nicht genügend Auslauf und Bewegung hat und daher körperlich das Bedürfnis nach einer Alternativbeschäftigung hatte, die zum selbständigen „Auslauf“ geführt hat. Sprich pure Langeweile und Unterforderung der Motivationstreiber für das Entlaufen und Verselbständigen war.

Des Weiteren kann es sein, dass sein jagdlicher Instinkt ihn dermaßen gedrängt hat, da er eine Fährte oder Spur mit seiner sehr gut funktionierenden Nase im nahegelegenen Wald aufgenommen hat und dadurch mit ihm durchging. Hier könnte es für die Suche entgegenkommen, wenn du das Wild bzw. seine vermeintliche Beute gesehen hast und den Suchradius etwas eingrenzen könntest.

Sind in der Nachbarschaft läufige Hündinnen anwesend, oder ein Spaziergänger geht mit seiner läufigen Hündin an deinem Grundstück für dessen Hunderunde vorbei, so kann auch dies deinen Rüden dermaßen animieren und ihn zum Entlaufen bringen, da er die Nähe der Hündin sucht.

Durchaus gibt es auch Gründe, dass der Hund sich dermaßen erschrocken hat und daher flüchtet und sich verstecken will. Aber auch innerhalb des Sozialverhalten kann in Konfliktsituationen mit Artgenossen als letzte Lösung die Flucht stehen, da der Hund der direkten Auseinandersetzung und dem offenen Kampf aus dem Weg gehen will. Angst kann also immer für ein solch ungewolltes Verhalten deines Hundes ein Motivator sein, welches aber durchaus situationsbedingt nachvollziehbar sein mag. In einer solchen Schocksituation ist der Hund unter Umständen wie von Sinnen und legt eine durchaus weite Entfernung zurück, bis sein normales Verhalten wieder eintritt. Dies sind natürliche Fluchtzustände.

Apropos Flucht: Auch mangelnde Habituation im Hinblick auf Alltagsgeräusche und bestimmte Ereignisse im Welpenalter können für einen situativen Angstmoment beim Hund sorgen, wenn er beispielsweise durch ein ihm völlig unbekanntes akustisches Geräusch völlig erschrocken und aus der Bahn geworfen wird, in der direkten Folgen mit Fluchtverhalten reagiert und sich schnellstens aus dem Staub macht.

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Was tun, damit der Hund nicht wegläuft?

Hundeerziehung, Ausbildung, ausreichende rassespezifische Auslastung

Eine solide Basisausbildung und viel körperliche und geistige Herausforderung

Grundsätzlich kann man aus den geschilderten Risiken bzw. Gründen für das Weglaufen des Hundes bereits sehen, dass das Hauptproblem oft bei uns Hundebesitzern und Haltern zu suchen ist.

Wir müssen für die artgerechte und rassenspezifische Hundehaltung auf die Wesensmerkmale und körperlichen Voraussetzungen der Hunderasse und der jeweiligen Hundepersönlichkeit von Anfang an im Welpenalter eingehen.

Das Fundament wird in den Welpenentwicklungphasen mit Prägung, Habituation, Sozialisierung und Erziehung gelegt.

Es müssen Lerninhalte wie Grundgehorsam, sicherer Rückruf, Frustrationstoleranz und Impulskontrolle vermittelt werden, damit der Hund möglichst nicht jedem externen Reiz direkt erliegt und das Weite sucht bzw. sein Halter entsprechende Werkzeuge hat, um situativ zu reagieren und auf den Hund Zugriff durch aktives Einwirken zu haben.

Des Weiteren sind eine starke Bindung, gute Führigkeit, Verständnis für das Ausdrucksverhalten von Hunden und Wissen über die Kommunikation und deren korrekter Anwendung zwischen Hund und Halter, wichtige Eckpfeiler auf dem Weg zu einem eingespielten Hund-Mensch-Team. Schließlich geht es darum, einerseits dem Hund die richtigen Lerninhalte über das Hundetraining zu vermitteln und ihn so abzurichten, dass ihr als Halter mit den entsprechenden Werkzeugen jederzeit euren Vierbeiner unter Kontrolle haltet, sein Verhalten durch ausreichende Kenntnis richtig einschätzen und antizipieren, damit ihr in bestimmten Situationen frühzeitig auf ihn einwirken könnt.

Wie diese vorweggenannten Erziehungs- und Ausbildungsinhalte zusammenspielen, haben wir für euch in unserem Artikel "Führung - Freifolge - Hund-Mensch-Bindung, der sichere Rückruf und die Konditionierung – wie hängt das alles zusammen?" nochmals eingehender beschrieben.

Nachdem wir nun die Grundlagen angeschnitten haben, kommen wir noch zu den notwendigen Beschäftigungen und Aktivitäten, die ebenfalls an die Anlagen des jeweiligen Hundes ausgerichtet werden müssen, um seine Bedürfnisse, Instinkte und Triebe gezielt anzusprechen und zu beanspruchen, damit am Ende des Tages die körperliche und geistige/mentale Auslastung steht, der Hund damit ausgeglichen, glücklich und zufrieden ist. Nur durch die Befriedigung gelingt es, dass Langeweile, Unterforderung und externe Außenreize ausbleiben bzw. den Hund nicht dazu verleiten abzuhauen.

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Zu guter Letzt

Ein starkes Hund-Mensch-Team, eine solide Erziehung und spezifische Aktivitäten

Alles dafür tun, dass der Hund ausgelastet ist & sich wohlfühlt

Prägende Einflüsse
Zunächst steht das Verhältnis zwischen Hund und Hundehalter. Der Hundeführer ist der Leitwolf, zu dem der Hund heraufschauen muss, ihm Folge zu leisten hat und dieser dem Hund durch sein Verhalten Sicherheit und Vertrauen schenkt.
Entsprechende Gewöhnung an seine Umgebung ist wichtig, damit der Hund sich wohl fühlt. Sprich alle Einflüsse sollten ihm bekannt gemacht werden, normal und angenehm empfunden werden. Hierzu zählen Gerüche, visuelle Gewohnheiten, Geräusche uvm.
Des Weiteren muss an dem Verhalten, also der Erziehung und Ausbildung des Hundes gearbeitet werden, dies regelmäßig und kontinuierlich abgerufen werden.
Sollten Verhaltensauffälligkeiten auftreten, dass durch Reizeinflüsse beispielsweise sein Jagdinstinkt sehr leicht aktiviert und abgerufen wird, dann gilt es mit gezielten Trainingsmaßnahmen, wie ein Antijagdtraining, dagegen zu steuern.

Solltest du bei der Umsetzung der präventiven Maßnahmen für die Hundehaltung alleine nicht zu Recht kommen, oder dein Hund bereits mehrfach abgehauen ist, dann vertraue dich unbedingt einem erfahrenen Hundetrainer oder Verhaltenstherapeuten an.

Liegt das Kind erstmal im Brunnen, sprich der Hund hat mehrfach sich durch das erfolgreiche Abhauen oder Ausbüchsen von Zuhause, mit dem eigentlichen Prozess des Entlaufens selber belohnt, dann wird er diesen Zustand immer wieder aufs Neue erleben wollen. An dieser Stelle wird eine Verhaltenskorrektur notwendig sein, die häufig zeitintensiv, nervenaufreibend und kostspielig ist.

Wir wünschen euch als Halter auf jeden Fall viel Glück und dass euer Hund immer schön an eurer Seite bleibt. Denn jeder vermisste Hund ist ein Hund zu viel der vermisst wird.

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