Doping im Hundesport

Werden unerlaubte Dopingmittel im Hundesport eingesetzt?

Von:
Zuletzt aktualisiert am: 3.2.2023

Hunderennen Windhunde.jpg

Doping im Hundesport gibt es tatsächlich. Auch hier gilt höher, schneller, weiter, schöner. Der weltgrößte kynologische Dachverband Fédération Cynologique Internationale (FCI) und Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. (VDH) versuchen mit strengen Regeln und Kontrollen dagegen aktiv vorzugehen zu sein.

Was bedeutet Doping im Hundesport?

Durch den Einsatz verbotener Substanzen wird versucht, die Konkurrenten zu übertrumpfen und den Sieg beim Hundesport oder der Hundeausstellung bzw. Hundeshow einzufahren.

Mit regelmäßigen Dopingkontrollen und Richtlinien versuchen die Verbände dagegen vorzugehen und Betrüger zu überführen. Gut so.

01

Leistungssteigernde Mittel sind auch im Hundesport zu finden

Ob bei menschlichen oder tierischen Wettbewerben, Doping findet in beiden Welten statt.

Dopingmittel im Humansport und Hundesport

Die folgende Thematik kennen wir seit Jahren aus dem Sport. Fast täglich erreichen uns Meldungen aus den verschiedensten Medien, die von überführten Dopingsündern durch Dopingkontrollen im Sport berichten, Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Sportler, Teammitglieder, Ärzte und Hintermänner vorgehen, versuchen den Dopingsumpf trocken zu legen, um möglichst für sauberen Wettkampf zu sorgen und das Ansehen der jeweiligen Sportart folglich zu heben.

Ob es Spitzensportler sind, die mit Höchst- und Bestleistungen auffallen und möglichst jeden Titel gewinnen wollen oder auch nur der Amateur-Sportler, der auf Kreisligaebene brillieren möchte und sein Ego durch eine bessere, aber erschummelte Leistung, befriedigen will.

Oft geht es gut und funktioniert, die Welt ist geblendet. Oftmals werden aber durch die Dopingkontrollen Betrüger erwischt und an den Pranger gestellt. Gut so.

Die Stories über künstlich geschaffene Legenden und gefallene Stars sind ewig lang. Und die Dopinggeschichten finden in nahezu jeglicher Sportart, ob Fußball, Tennis, Basketball, Boxen, Turnen, Leichtathletik, Gewichtheben, Schwimmen, Pferdesport und viele weitere Sportdisziplinen.

Wer kennt nicht die Dopingsünder Lance Armstrong, der den Radsport nochmals richtig in Verruf gebracht hat, oder den legendären kanadischen Sprinter Ben Johnson, der bei der Olympiade 1988 in Seoul den großen Carl Lewis in neuer Weltrekordzeit schlug und damit die Goldmedaille und viele Preis- und Sponsorengelder abräumte. Kurze Zeit später war der Dopingskandal perfekt und alles nur Schall und Rauch. Oder wer kennt die Bilder der Bodybuildingszene, deren weiblichen und männlichen Athleten einen Körper geformt haben, der aus Stein gemeißelt zu sein scheint, keinerlei Körperfett zu sehen ist und uns Laien und Endverbrauchern als „natürlich“ verkauft wird.

Aber auch in Sportarten, bei denen Tiere zum Einsatz kommen, sind uns die abartigsten Dopingfälle mit Betrugsversuchen zu unnatürlichen Spitzenleistungen bekannt. Schauen wir uns nur einmal den Pferdesport an, bei dem den Pferden Dopingmittel verabreicht werden, um schneller zu laufen oder höher zu springen und in den schlimmsten Fällen folglich an einem Herz- und Kreislaufversagen verenden. Gerne greift man bei Springpferden, auf das sogenannte und umstrittene Barren zurück, bei dem das Pferd absichtlich mit der Stange kollidiert und durch den Schmerz so manipuliert werden soll, dass es beim nächsten Sprung höher springt. Ein Wahnsinn und im Sinne des Tierschutzes nur schwer zu ertragen.

Worum geht es denn in der heutigen Sportwelt? Um die höchstmögliche Anzahl an Titel und Geld abzugreifen, wofür jedes Mittel recht ist. Auch das Doping.

Da die Dopingproblematik so allgegenwärtig ist, stellt sich leider fast gar nicht mehr die ernste Frage, ob es im Hundesport, bei Hundeshows und -ausstellungen genau so vor sich geht oder ob der Bereich der Hunde davon ausgenommen ist.

Hierzu kann man ganz klar und eindeutig sagen:

Doping und Manipulation hat auch den Hundesport und die Schönheitswettbewerbe der Hunde erreicht und ist dort ebenso zu Hause, wie es bei den menschlichen Disziplinen der Fall ist.

Werden Hunde mit Doping vollgestopft, damit ihre Halter beim Wettkampf besser abschneiden und ihre Geltungssucht befriedigen können?

Ja, immer wieder werden Manipulationsversuche unternommen, um bei Hundewettbewerben mit dem eigenen Hund eine bessere Leistung zu erreichen und möglichst die Konkurrenz zu schlagen.

Damit nicht alle ehrlichen Hundeverantwortliche unter Generalverdacht kommen und man die Sünder und schwarzen Schafe durch Doping- und Manipulationstests überführen kann, sind vom Weltverband FCI Richtlinien zum Thema Doping und Manipulation im Hundesport und bei sonstigen Wettkämpfen herausgegeben worden.

Es gibt also auch Dopingkontrollen in den verschiedenen Hundesportarten, egal ob Agility, Turnierhundesport oder Windhunderennen.

02

Welche Substanzen gehören u.a. zu den verbotenen Dopingmitteln und finden Verwendung?

Dopingmittel, die im Hundesport und bei Wettkämpfen zu Einsatz kommen.

Höher, weiter, schneller, schöner

Der Ehrgeiz eines manchen Hundeführer und Hundebesitzer scheint derart groß zu sein, dass diese noch nicht einmal vor dem Einsatz von verbotenen Substanzen im Hundesport, Ausstellungen und Wettbewerben zurückschrecken.

Der Sieg soll egal wie eingefahren werden, auch wenn mit betrügerischen Maßnahmen dieses herbeigeführt werden soll.

Und dieses Vergehen wird auf Teufel komm raus umgesetzt, jegliche Konsequenz für den Hund wird akzeptiert und hingenommen, nur um der Beste zu sein und sein eigenes Ego damit zu befriedigen.

Dopingmittel
Anabolika
Sexualhormone wie Testosteron
Diuretika
Substanzen und Mittel die eine Wirkung auf das vegetative Nervensystem haben
Substanzen, die positive Einwirkungen und Leistungssteigerung des Herzens und Kreislauf des Hundes bewirken
Mittel, die positiven Einfluss auf den Bewegungsapparat des Hundes haben
Substanzen, die die Atmung des Hundes positiv beeinflussen und dadurch leistungssteigernd wirken
Substanzen die das Nervensystem des Hundes stärken und Einfluss haben
Mittel, die Schmerzen des Hundes lindern und Entzündungen hemmen
Substanzen und Mittel, die den allgemeinen Gesamtzustand des Hundes verbessern
Steroide
Blutdoping
Koffein
Schokolade, die den Wirkstoff Theobromin enthält und eine starke manipulative Wirkung beim Hund hervorruft

Wie man unschwer erkennt, ist die Vielfalt an Substanzen groß und Personen, die dem Doping offen stehen äußerst kreativ, um den Hund einen unerlaubten Schub zu verleihen.

Der Weltverband FCI setzt Standards hinsichtlich Doping im Hundesport

Der Weltverband Fédération Cynologique Internationale (FCI) gibt auf Grund der Problematik mit Doping im Hundesport als international geltendes Reglement heraus, dass Hunde bei Wettkämpfen nicht teilnehmen dürfen, die Verletzungen oder Krankheiten akut haben.

Sprich die Tiere müssen gesund sein, wenn sie an Wettbewerben teilnehmen, damit die Gefahr der Verabreichung von unerlaubten Mitteln gebannt ist.

Weiterhin dürfen die Hunde, die an Wettkämpfen teilnehmen, keinerlei verbotene Substanzen und keine leistungssteigernde Mittel erhalten haben.

Die Problematik von verbotenen menschlichen Eingriffen kommt nicht nur an sportlichen Wettkämpfen der Hunde vor, sondern betrifft auch die Schönheitswettbewerbe und Ausstellungen. Auch hier versuchen Halter durch Manipulation, ihren Hund besser darzustellen und gegen die Konkurrenz in eine bessere Ausgangsposition zu bringen.

Auch aus diesem Grund schreibt der Weltverband FCI vor, dass Hunde anderen Nasen, Haut und Mänteln mit Substanzen, Farben oder in ihrer Struktur Veränderungen erfahren, von den Shows ausgeschlossen sind.

Alle Verbote gelten auch für jegliche Technik die für die manipulierten Ergebnisse verwendet werden, ob chirurgische Eingriffe, Alternativbehandlungsmethoden wie Laser, Transkutane Nervenstimulationen, Ultraschall, Elektrizitätsbehandlungen Akupunktur oder Chiropraktik.

Damit die Veranstalter und Verbände die Dopingsünder unter den Hunden bzw. deren Hundehalter überprüfen und bei Verabreichung illegalen Substanzen oder Manipulation überführen können, müssen alle Hunde für die entsprechenden Dopingtests bzw. Überprüfungen von etwaigen Manipulationen am Hund, jederzeit zur Verfügung stehen. Hierfür stehen Dopingbeauftragte Gewehr bei Fuss.

Alles in allem schreibt der FCI den Haltern der Hunde vor, alles dafür zu tun, damit keinerlei verbotene Mittel oder Manipulationen am Hund vorgenommen werden, die die Starterlaubnis des Hundes grundsätzlich in Frage stellen würden.

Wie läuft eine Dopingprobe ab?

Grundsätzlich können die Dopingtests und Dopingkontrollen bei Hunden, sowohl mit Blutproben oder Urinproben stattfinden. Hierfür ist stets ein Tierarzt anwesend.

Sollte eine Urinprobe angeordnet sein, darf der Hundehalter bzw. Verantwortliche für den Hund mithelfen, allerdings ist er verpflichtet zum Schutz Handschuhe zu tragen.

Es wird eine Hauptprobe (A-Probe) und eine B-Probe, wie bei Menschen bei Dopingtests genommen und überprüft.

Diese werden von zugelassenen Prüfern durchgeführt. Der Hundehalter hat das Recht hierbei anwesend zu sein.

Die Ergebnisse werden dann dem zuständigen Koordinator und Dopingbeauftragten der entsprechenden Organisation, die involviert ist, vom Labor zugestellt und bewertet.

Sollte der Test der A-Probe positiv ausgefallen sein, so wird von der Organisation entschieden, ob die B-Probe zur weiteren Analyse herangezogen wird.

Welche Folgen zieht eine positive Dopingprobe nach sich?

Wird durch eine Dopingkontrolle bei einer entnommenen Probe ein positiver Dopingbefund analysiert, so wird der Hund von dem Wettbewerb ausgeschlossen, disqualifiziert und von den Ergebnislisten entfernt.

Etwaige Preise und Gewinne sind selbstverständlich damit ungültig.

Des Weiteren können gegen den Hund bzw. Hundeverantwortlichen Strafen und Sanktionen ausgesprochen werden.

Je nachdem, wie schwer das Vergehen ist, können Sperren bis zu 3 Jahren ausgesprochen werden. Dies sieht der Verband des Deutschen Hundewesen e.V. (VDH) in seinem Maßnahmenkatalog bei Dopingvergehen vor.

Alle Kosten die für das Dopingverfahren anfallen, müssen vom Dopingverursacher getragen werden.

Des Weiteren kommt hinzu, dass der Name des Beschuldigten im Verbandsorgan des VDH und dessen Mitgliedsvereinen, inklusiver aller ausgesprochener Strafen und Sanktionen, veröffentlich wird.

Und dies ist absolut richtig, denn Menschen, die ihre Tiere versuchen zu manipulieren, gehören öffentlich an den Pranger gestellt.

Wie sieht es aus, wenn der Hund eine behandlungsbedürftige Krankheit oder Verletzung hat?

Wenn ein Hund eine Erkrankung oder Verletzung hat, die mit auf der Dopingliste stehenden Substanzen oder Mitteln behandelt oder eine der genannten Behandlungstechniken verwendet werden müssen, wird der Hund im Anschluss der Behandlungszeit mit einer Warte- und Karenzzeit belegt.

Der Hund darf also für einen gewissen Zeitraum an keinen Wettbewerben und Prüfungen teilnehmen.

Die Wirkungen für die Behandlung von Krankheiten und Verletzungen des Hundes mit einer nicht zugelassenen Methodik, muss vollständig verschwunden sein, bevor der Hund an jeglichen Wettbewerben wieder teilnehmen darf.

Unter Umständen kann das entsprechende Tier, also der Hund, auch mit einer Befreiung an den Wettkämpfen teilnehmen, dies entscheidet aber die jeweilige Organisation. Die Befreiung mit vor der Teilnahme seitens des Hundeverantwortlichen gestellt werden und von der Organisation bewilligt sein. Die Befreiung ist dann bei den Hundewettkampfverantwortlichen auf Nachfrage vorzulegen, aber stets vom Hundehalter mitzuführen.

Warum ist es so wichtig, dem Doping bei Hunden die Stirn zu bieten?

Zunächst gibt es keinerlei Entschuldigung und Akzeptanz, wenn Menschen bewusst durch Doping oder sonstige Manipulationsversuche, eine künstliche Leistungssteigerung und Ergebnisverbesserung, versuchen zu erreichen.

Und dies insbesondere nicht, sobald sie dies mit anderen Menschen oder Tieren machen.

Diese Vorkommnisse müssen verfolgt und strengstens bestraft werden, da in Fällen von Tieren, diese keinerlei Einflussmöglichkeit haben. Sie wissen gar nicht was vor sich geht und können sich nicht dagegen wehren. Hunde und alle anderen Tiere sind auf menschliche Hilfe angewiesen.

Im Sinne des Tieres und des Tierschutzes sind alle Beteiligten, die an Hunde- oder sonstigen Tierwettkämpfen teilnehmen, aufgerufen, darauf zu achten, ob ihnen Manipulationen auffallen.

Leider wird noch lange nicht bei allen Wettkämpfen sich ausreichend mit dem Thema Doping beschäftigt und daher oft nicht kontrolliert.

Seid im Sinne der Hunde daher wachsam und meldet etwaige Dopingvergehen umgehend, um den Tieren einen Gefallen zu tun und im Sinne ihres Wohlergehen zu handeln.

Die Gesundheit, das Wohl und Wehe der Tiere hat oberste Priorität.

Durch Dopingeinsatz im Hundesport, wird leichtfertig und vorsätzlich mit der Gesundheit und dem Leben des Hundes gespielt. Dies darf nicht sein.

Welche Folgen kann Doping für den Hund haben?

Jedes Tier und damit jeder Hund, der mit Dopingmitteln behandelt wird um seine Leistungsfähigkeit zu verbessern, ist mit großen Gefahren und Risiken konfrontiert.

Doping hat direkten Einfluss auf den Körper und damit können Verletzungen und Erkrankungen des Tieres hervorgerufen oder verschlimmert werden.

In schlimmen Fällen sind die Folgen für den Hund lebensbedrohlich und / oder können bleibende Schäden nach sich ziehen.

Hat dir der Inhalt gefallen? Dann teile ihn doch auch mit anderen:

VGWort Zählpixel