Picardie Schäferhund

Urwüchsige und arbeitstüchtige Hütehunderasse aus Frankreich

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Zuletzt aktualisiert am: 12.1.2024

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Picardie Schäferhund

Der urige Picardie Schäferhund kommt aus dem Norden unseres Nachbarlands Frankreich, wo er als Arbeitshund für das Hüten, Treiben und Bewachen von Schaf- und Viehherden jeher einen äußerst zuverlässigen und effektiven Job im Sinne seiner Besitzer ableistet. Neben den Hütearbeiten ist der Picard, wie er in Frankreich auch gerufen wird, ein hervorragender Hofhund, der das Hab und Gut der Bauern vor ungebetenen Gästen sichert.

Es handelt sich beim Berger de Picardie um eine sehr alte Rasse, dessen Zuchtentwicklung auf dem Fokus eines gebrauchstauglichen und leistungsfähigen Herdengebrauchshunds lag, der für die kargen und mitunter widrigen Bedingungen im Freien, mit viel Nebel und Feuchtigkeit durch die klimatischen Einflüsse der Nordküste Frankreichs, gut gerüstet war - das äußere Erscheinungsbild im Hinblick auf Schönheit und anmutende Wirkung auf Menschen außerhalb der Bauern und Viehhalter, war zweitrangig. Man benötigte einen widerstandsfähigen, wetterfesten, anspruchslosen, arbeitstüchtigen, wachsamen, mutigen, wehrhaften und kernigen Gefährten für die Herdentiere und diversen Tätigkeiten rund um die Höfe. Und das ist den handelnden Personen, die die Zuchtgeschichte des Picardie Schäferhund während seiner Rassehistorie geprägt haben, sehr gut gelungen.

Der Picard ist ein wahrer Naturbursche, rustikal vom Aussehen und Wesen, geschaffen und angepasst an seinen ursprünglichen Lebensraum und die in seiner "Stellenbeschreibung" stehenden Aufgaben eines zuverlässigen, arbeitsemsigen und robusten tierischen Helfers für das Vieh und dessen Besitzer in der Picardie - so ist auch der Rassename entstanden, der ein Hybrid aus seiner Tätigkeit als Schäferhund (Berger) und seiner Heimat (Picardie) ist.

Um gegen Wind, Kälte und Nässe bestens geschützt zu sein, trägt der Picardie Schäferhund ein doppeltes Haarkleid in den drei Farbschlägen, Fauve, Fauve mit Schwarz oder Fauve gestromt und Grau. Das harte, halblange und von seiner Haptik raue Deckhaar und die dichte Unterwolle sorgen für die angemessene Wetterfestigkeit, halten den Schmutz ab und schützen den Arbeitshund zudem vor kleineren Verletzungen.

Die mittelgroße und robuste Rasse ist mit hochqualitativer Muskulatur bestückt, die ihr eine kräftige und stabile Statur verleiht. Dabei wirkt die Rasse aber zu keiner Zeit behäbig oder plump - ganz im Gegenteil, denn der Picard ist schnell, beweglich, agil, ausdauernd und wirkt sowohl in seiner aktiven Bewegung, als auch in der Ruhephase elegant. Das gesamte Gangwerk wirkt geschmeidig, frei und leicht. Zudem ist der Berger de Picard durch die Ausstattung seiner Gliedmaßen äußerst geländegängig, so wie es sich für einen Arbeitshund gehört, der auf diversen Untergründen bei den Hütearbeiten sich mühelos und sicher fortbewegen können muss.

Nun noch zu den inneren Werten des Picardie Schäferhundes: Erst einmal ist stets Verlass auf den treuen Begleiter. Die Rasse ist wesensfest und ausgeglichen, sprich weder ängstlich noch aggressiv veranlagt. Mit der richtigen Habituation wird aus dem jeweiligen Rassevertreter ein ausgesprochen umweltsicherer Vierbeiner. Der Picard bringt eine ausgeprägte Arbeitsintelligenz rund um die Hüteaufgaben mit, so dass er seine ihm übertragenen Tätigkeiten mit Leichtigkeit erledigt. In der Familie ist der Rassehund ein toller Partner, der sich zu den Kindern des Hauses sehr hingezogen fühlt. Auch seine Wachsamkeit wird sicherlich Herrchen/Frauchen erfreuen, denn der Picardie Schäfer nimmt seinen Wachdienst rund um das Eigentum seiner Liebsten ernst. Der Spruch, raue Schale, weicher Kern, trifft beim Picard wie die Faust aufs Auge.

Sollte ihr nun noch mehr von diesem wundervollen Rassehund erfahren wollen, so habt ihr nun die Möglichkeit, weitere Details zur Entstehungsgeschichte, Rassemerkmale, Erziehungsfragen, Aktivitäten, Gesundheit, Pflege, Ernährung, Haltebedingungen etc. zu entdecken. Viel Freude beim Weiterlesen!

Nummer: 176
Gruppe: 1. Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
Sektion: 1. Schäferhunde
Subsektion: -
Arbeitsprüfung notwendig? Ja
Ursprung
Frankreich
Patronat -
Verwendung

Schäferhund und Wachhund

Datum der Veröffentlichung 4. November 2008
Datum der vorläufigen Bestätigung -
Datum der finalen Bestätigung 27. Juni 1955
Link zum FCI-Standard FCI - Picardie Schäferhund
Lebenserwartung
Rüden
9 - 12 Jahre
Hündinnen
9 - 12 Jahre
Widerristhöhe
Rüden
59 - 66 cm
Hündinnen
54 - 61 cm
Gewicht
Rüden
30 - 35 kg
Hündinnen
22 - 28 kg

Picardie Schäferhund - Erziehung & Training
Wichtige Tipps aus erster Hand vom Hundetrainer!

Der Picardie Schäferhund (Berger de Picardie), auch bekannt als Picard oder Picardy Shepherd, ist eine wunderbare Mischung aus Energie und Intelligenz, eingehüllt in wilder Schönheit und den rauen Charme, den die nordfranzösische Region, aus der er stammt, auszeichnet. Dieser Hunderasse eilt ein kaum zu übertreffendem Ruf in puncto Treue und Anhänglichkeit zu seinem Besitzer voraus. Besonders geprägt ist der Berger de Picardie von seiner außergewöhnlichen Fähigkeit, sich anzupassen – eine hochausgeprägte Resilienz, die ihm zu seiner langjährigen Historie und seiner engen Bindung an den Menschen verholfen hat. 

Sozialisation des Picardie Schäferhundes (Berger de Picardie)

Bei der Sozialisierung der Picardie-Schäferhunde ist zu beachten, dass sie als sehr intelligente Hunde möglicherweise etwas unabhängiger sind als die meisten Rassen. Sie brauchen eine klare und konsistente Anleitung, wobei die bewährte Methode des positiven Verstärkungs-Gehorsamkeitstrainings oftmals sehr effektiv ist. Diese Hunde lieben es zu lernen, ihre Besitzer zu erfreuen und Aufgaben zu erfüllen, weshalb Sie feststellen werden, dass das Training sowohl für Sie als auch für Ihren Hund eine erfreuliche Erfahrung ist.

Grundkommandos

In Bezug auf die Grundkommandos sollten Sie sich auf "Sitzen", "Platz", "Bleib", "Komm" und "Aus" konzentrieren. Bei allen Kommandos sollten Sie von Anfang an konsequent sein und jede erfolgreiche Ausführung eines Befehls durch Ihren Picardie Schäferhundes loben. Da sie sehr intelligente Tiere sind, können sie schnell neue Befehle lernen, aber sie brauchen Ihre Führung und Ihr Engagement, um motiviert zu bleiben.

Gehorsamstraining – Leinentraining

Gehorsamkeitstraining ist für einen Picardie Schäferhund (Berger de Picardie) unerlässlich. Die körperliche Energie und Intelligenz dieser Hunde bedeuten, dass ihnen oft langweilig wird, wenn sie nicht geistig und körperlich stimuliert werden. Ein fundiertes Gehorsamkeitstraining ab jungen Jahren hilft, diesen wunderbaren Hunden zu helfen, ihre Energie auf eine positive Weise zu kanalisieren.

Das Leinentraining ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Berger de Picardie sind neugierige und energetische Hunde, die dazu neigen, frei umherzulaufen und ihre Umgebung zu erkunden. Daher ist es wichtig, sie bereits in jungen Jahren daran zu gewöhnen, an der Leine zu laufen. Hierbei hilft es, Ruhe und Geduld zu bewahren und jede erfolgreiche Leinenführung mit einem Leckerli oder Lob zu belohnen.

Spiel- und Apportiertraining

Das Spiel- und Apportiertraining kann die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund erheblich stärken. Picards lieben es, zu spielen und Beziehungen aufzubauen, und durch diese Art von Training lernen sie, grundlegende Befehle auf spielerische Weise zu befolgen.

Was sollten wir sonst noch zum Picardie Schäferhund (Berger de Picardie) wissen?

Als Besitzer eines Picardie Schäferhundes  ist es wichtig, dass Sie sich der hohen Energie und Intelligenz dieser Rasse bewusst sind. Sie benötigen täglich viel Bewegung und geistige Stimulation und es ist von Vorteil, wenn sie aufs Land leben, wo sie viel Platz zum Laufen und Toben haben.

Letztlich sollten wir noch wissen, dass der Berger de Picardie ein sehr lebhafter Hund ist, der Beschäftigung und geistige Stimulation liebt. Sie lieben Menschen und sind bekannt für ihre Loyalität und ihre Bereitschaft, zu gefallen.

Weitere vier Punkte, die bei der Erziehung dieser Rasse besonders wichtig sind, sind Sozialisierung, konsequente Führung, Geduld und eine positive Beziehung zwischen Hund und Besitzer.

Zusammenfassung

Die Zusammenfassung dieses Ganzen ist, dass der Picardie Schäferhund ein loyalster Begleiter und ein wunderbarer Familienhund ist. Er ist intelligent, energiegeladen und benötigt geistige Anregung sowie Bewegung. Als Nachkomme einer ehrwürdigen Linie von Arbeitshunden ist er bereit und willens, zu dienen, zu schützen und zu gefallen. Der ideale Besitzer sollte geduldig, liebevoll und bereit sein, die Zeit und Energie zu investieren, um dem Hund ein erfülltes und glückliches Leben zu ermöglichen. Die idealen Lebensbedingungen für einen Berger de Picardie sind ein Zuhause mit genügend Platz für Bewegung und ein erfülltes, geregeltes Leben mit viel Menschenkontakt und Liebe.

Ralf Lügger
Hundetrainer, Hund-Mensch-Coach, Autor

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