Westfalenterrier

Führiger Terrier für die Jagd aus Westfalen mit Jagdtrieb

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Zuletzt aktualisiert am: 26.1.2024

Kein Titel

Das wichtigste in Kürze

  • Die Heimat des Westfalenterriers ist Deutschland
  • Der Westfalenterrier wurde für die Jagd gezüchtet und wird primär als Jagdgebrauchshund gehalten
  • Wird als Solo- und Meutehund im Jagdrevier eingesetzt
  • Kleingewachsener, loh-schwarz kolorierter, rauhaariger, robuster und wetterfester Rassehund
  • Führerbezogen, leichtführig, feinnasig, jagdpassioniert, wild- und raubzeugscharf, wasserfreudig
  • Idealerweise gehalten von aktiven Jägern

Der Westfalenterrier stammt aus Deutschland, wie sein Rassename dem Leser trefflich verrät. Genaugenommen liegen die heimatlichen Wurzeln der heute auf nationaler Ebene vom Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. (VDH) anerkannten Rasse, in der Gegend von Dorsten in Nordrhein-Westfalen.

Die Rassegeschichte des hier im Rasselexikon der anerkannten und nicht anerkannten Hunderassen beschriebenen Westfalenterriers soll ca. um die Anfang 1970er Jahre begonnen haben. Gründer und damit Hauptförderer der neugezüchteten Jagdhunderasse ist Manfred Rüter, der sich für die Zucht und Weiterentwicklung des kernigen Westfalenterriers laut den Ausführungen des Verbands der Züchter und Freunde des Westfalenterriers e.V. seit 1972 einsetzt.

Die Ausgangsrassen bei der Zucht des heute in seiner Form bekannten Westfalenterriers wurde auf den Deutschen Jagdterrier zurückgegriffen, wo britischstämmige Lakeland Terrier und Fox Terrier eingekreuzt wurden. 

Warum wurde denn die Rasse "Westfalenterrier" neu "erfunden"?

Gezüchtet wurde der arbeitsfreudige Westfalenterrier für den Einsatz als leistungsfähiger und brauchbarer Jagdhund. Laut laut des aktuellen Rassestandards soll der Westfalenterrier sein jagdliches Know-How und Qualität insbesondere bei der Jagdarbeit über und unter der Erde (Baujagd), sowie bei der spurlauten Stöberarbeit auf Niederwild und Hochwild zeigen - der wild- und raubzeugscharfe, mutige, robuste und hartnäckige Jagdhund mit dem Terriergen, gilt als ausgesprochener Spezialist für die Sauenjagd. Ferner ist der feinnasige Westfalenterrier mit seinem ausgeprägten Finderwillen ein ausgezeichneter Jagdhelfer für die Schweißarbeit. Und es wird im Revier gerne auf die tatkräftige Unterstützung des wasserpassionierten und apportierbegabten Westfalenterriers bei der Wasserarbeit zum Apportieren von geschossenen leichtem Wild zurückgegriffen. Dementsprechend wird dem Westfalenterrier zugeschrieben, als Fährtenhund, Erdhund, Stöberhund, Wasserhund und Schweißhund seine hervorragenden Jagdeigenschaften nach seiner Tauglichkeitsprüfung beim Führen im Jagdrevier unter Beweis zu stellen - er gilt als wahrer Jagd-Allrounder.

Den Westfalenterrier zeichnet neben seinem Jagdverstand, auch die Leichtführigkeit bei gleichzeitiger ausgeprägter Führerbezogenheit aus, sodass ihm attestiert wird, dass er nahezug von jedem aktiven Jäger im Revier bei den Jagdeinsätzen geführt werden kann. Der Westfalenterrier gilt als hochintelligente, lernwillige und lernbegabte Hunderasse, die kooperativ mit seinem Jagdführer zusammenarbeitet. Dies kommt seinem Hundebesitzer bei der Erziehung des Westfalenterriers sehr entgegen und wenn es auf die Pirsch auf diverses Wild ins Revier geht.

Von Haus aus soll der Westfalenterrier eher ruhig und ausgeglichen sein, besonders wenn er seiner angestammten Verwendungsweise bei der Jagd nachgehen kann, seine vorzüglichen Jagdqualitäten und Fähigkeiten einbringen, sich entfalten und bei den ihm übertragenen Jagdaufgaben ausleben kann. Dort fühlt er sich voll in seinem Element und damit pudelwohl. Entsprechend ist es auch wünschenswert, dass der Westfalenterrier genau dort regelmäßig zum Einsatz kommt, wofür er geschaffen wurde - bei der Jagd.

Da der Westfalenterrier sowohl als Solojäger, aber auch in der Meute im Jagdrevier geführt wird, gilt er gegenüber Artgenossen als umgänglich und verträglich.

Wo wir gerade bei der Verträglichkeit sind: Zu seinen Bezugsmenschen pflegt der Westfalenterrier ein enges Verhältnis, gilt als familientauglich, freundlich und liebenswert.

Wie es sich für einen Jagdhund gehört, stellt der genügsame Westfalenterrier keine besonderen Ansprüche. Dies bezieht sowohl die Wohnumgebung als auch die geeigneten Haltebedingungen ein, die nicht luxuriös aber angemessen sein sollten. Und so lässt sich der kleingewachsene und anpassungsfähige Terrier mit Ursprung Westfalen, sowohl als Stadthund in einer Wohnung, als auch auf dem Land im Einfamilienhaus gut halten. Wichtig ist letztlich, dass er ausreichend sinnvolle Beschäftigungen erhält, um körperlich und kognitiv gefordert und gefördert zu werden. In Sachen Pflege ist der wetterfeste Westfalenterrier ebenfalls anspruchslos. Es braucht wenig Zeitaufwand, das Fell des Westfalenterriers sauber und gepflegt zu halten. Trotz seines rauhaarigen doppelten Haarkleids, das aus dem rauen Deckhaar und der wärmenden Unterwolle besteht, benötigt es kein Trimmen. Neben dem Pluspunkt, dass der wetterfeste Westfalenterrier gut mit Nässe und Kälte klarkommt, schützt ihn das Fell zudem vor kleineren Verletzungen. Auch die Ernährung und damit Fütterung ist komplikationslos, sie muss nur bedarfsgerecht erfolgen.

Wie sieht der Westfalenterrier aus?

Der Westfalenterrier erreicht als Rüde und Hündin eine Körpergröße zwischen 32 und 40 cm, bei einem Körpergewicht von 8 bis 10 Kg. Damit bringt der Westfalenterrier eine harmonische und wohlproportionierte Statur bei guter Konstitution und Vitalität mit. Er sieht also gut aus und ist für seine Funktion als Jagdgebrauchshund bestens gebaut.

Das typische Terrieraussehen wird durch das saufarbene Fell (Loh mit schwarzen Haarspitzen durchsetzt) geprägt. Wird der Westfalenterrier als Rauhaar-Variante geworfen, so trägt er einen charakteristischen Bart. Zudem soll der Westfalenterrier eine dunkelfarbene Maske tragen.

Apropos: Beim Westfalenterrier können innerhalb eines Wurfs rauhaarige und glatthaarige Wurfgeschwister fallen. Sprich, den Westfalenterrier gibt es von Haus aus als Rauhaar und Glatthaar.

Wird der Westfalenterrier tatsächlich abseits des Jagdreviers gehalten, so braucht es ein angemessenes Hundeprogramm, um die Bedürfnisse des Jagdterriers zu stillen. Dies kann bei diversen Hundesportarten wie der Fährtensuche oder Jagility, aber ebenso abseits des Hundeplatz mit unterschiedlichen Aufgaben rund um die Nasenarbeit erfolgen.

Rundherum kann man dem Westfalenterrier attestieren, dass er alles mitbringt, was sich ursprünglich der Hauptförderer und Schöpfer der Rasse, Manfred Rüter aus Dorsten, erhofft hat. Der Westfalenterrier geht bei der Jagd mit Verstand bei gleichzeitiger Jagdpassion vor, bringt ein umfassendes Jagdtalent mit, ist ein zuverlässiger, führiger und führerbezogener Jagdgenosse, der mit seiner hohen Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit bei den Revierarbeiten besticht. Zudem ist der Westfalenterrier auch nich ein familienfreundlicher und sozialverträgicher Hund. Und auch vom Aussehen braucht sich der  kernige und gleichzeitig schöne Hund nicht zu verstecken.

Mehr Informationen werdet ihr zu gegebener Zeit zum Westfalenterrier hier finden.

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Nummer: -
Gruppe: 100. Nicht anerkannte Rassen
Sektion: -
Subsektion: -
Arbeitsprüfung notwendig? Nein
Ursprung
Deutschland
Patronat -
Verwendung -
Datum der Veröffentlichung -
Datum der vorläufigen Bestätigung -
Datum der finalen Bestätigung -
Link zum FCI-Standard -
Lebenserwartung
Rüden
12 - 14 Jahre
Hündinnen
12 - 14 Jahre
Widerristhöhe
Rüden
32 - 40 cm
Hündinnen
32 - 40 cm
Gewicht
Rüden
8 - 10 kg
Hündinnen
8 - 10 kg

Westfalenterrier - Erziehung & Training
Wichtige Tipps aus erster Hand vom Hundetrainer!

Die Faszination des Westfalenterriers kann schon in einem ersten Satz, der kaum die Liebe, die dieser Rasse entgegengebracht wird, darlegen kann, kaum eingefangen werden. Aber ich werde es trotzdem versuchen. Der Westfalenterrier ist eine außergewöhnliche Rasse, charakterisiert durch seine Intelligenz, seine Lebhaftigkeit, seine Fähigkeit, allgegenwärtig loyal zu sein, und seine Ausdauer. Wenn wir tiefer in die Einzigartigkeit des Westfalenterriers hineingehen, finden wir eine Rasse, die sich am besten durch ihre beispiellose Liebe zum Lernen und ihre Bereitschaft, ihre Besitzer zu erfreuen, kennzeichnet.

Sozialisation des Westfalenterriers

Eine umfassende Sozialisierung ist für alle Hunderassen von entscheidender Bedeutung, und der Westfalenterrier ist da keine Ausnahme. Bei der Sozialisierung geht es darum, sicherzustellen, dass der Hund auf eine Vielzahl von Menschen, Umgebungen, Geräuschen und Situationen positiv reagiert. Der Westfalenterrier, der für seine Intelligenz und Anpassungsfähigkeit bekannt ist, reagiert besonders gut auf eine effektive Sozialisierung.

Grundkommandos

Grundkommandos sind von entscheidender Bedeutung für die geistige Stimulation und den allgemeinen Gehorsam eines Westfalenterriers. "Sitz", "Platz", "Hier" oder "Bleib" sind einige grundlegende Befehle, die jeder Westfalenterrier beherrschen sollte. Ein gut zugänglicher Westfalenterrier ist nicht nur angenehm im Umgang, sondern kann auch viele potenzielle Gefahren oder Schwierigkeiten vermeiden.

Gehorsamstraining – Leinentraining

Leinentraining ist eine weitere wichtige Komponente in der Ausbildung eines Westfalenterriers. Dieses Training gewährleistet, dass der Hund auch während des Spazierengehens oder im Freien kontrolliert und gehorsam bleibt. Spiel- und Apportiertraining können die Bindung zwischen Hund und Besitzer stärken und dem Hund eine sinnvolle Beschäftigung bieten. Wichtig ist auch, dass der Westfalenterrier zu den lebenslustigen und verspielten Rassen gehört - er liebt es, verschiedene Spiele zu spielen, zu rennen, zu springen und seine Umgebung zu untersuchen.

Was sollten wir sonst noch zum Westfalenterrier als Rasse wissen?

Wenn Sie ein Besitzer eines Westfalenterriers sein wollen, müssen Sie sich darauf vorbereiten, viel Zeit mit Ihrem treuen vierbeinigen Freund zu verbringen. Sie sollten auch bereit sein, die Lernprozesse Ihres Hundes zu begleiten und ihn mit Liebe, Geduld und Konsequenz zu erziehen.
In Bezug auf zusätzliche Punkte für die Erziehung eines Westfalenterriers sind: Konsequenz, Geduld, frühzeitige Sozialisierung, kontinuierliches Training und positive Verstärkung unglaublich wichtig.

Zusammenfassung

Zusammengefasst kann man sagen, dass der Westfalenterrier eine sehr agile, lebendige, liebevolle und intelligente Rasse ist, die sich durch ihre Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit auszeichnet. Er ist ein toller Begleiter, der viel Liebe und Aufmerksamkeit braucht, aber auch unendlich viel davon zurückgibt. Der ideale Besitzer ist geduldig, konsequent, liebevoll und bereit, Zeit und Engagement in das Training und die Pflege seines Westfalenterriers zu investieren. Der Idealfall sieht einen Westfalenterrier vor, der gut sozialisiert ist, Grundkommandos beherrscht, Leinen- und Apportiertraining genossen hat und eine konsequente und liebevolle Erziehung genießt. Nur so bringt diese wunderbare Rasse ihr volles Potenzial zur Entfaltung und bereichert das Leben ihrer Besitzer auf unvergleichliche Weise.

Ralf Lügger
Hundetrainer, Hund-Mensch-Coach, Autor

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