Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)

Hier findest Du alle anerkannten Hunderassen, die vom weltgrößten kynologischen Dachverband, der Fédération Cynologique Internationale (FCI), in die Gruppe 1 der Rassenomenklatur bei den Hütehunden und Treibhunden (ausgenommenen den Schweizer Sennenhunden) einsortiert sind. Hierzu zählen u.a. der Australische Schäferhund, Deutsche Schäferhund, Belgische Schäferhund, Bobtail, Langhaar-Collie, Australische Treibhund, Bouvier des Flandres etc.

FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)

Hier finden sich zahlreiche Hunderassen vom Deutschen Schäferhund über den Australian Shepherd bis zum Border Collie wieder, die für die unterschiedlichsten Aufgaben und Arbeiten als Herdengebrauchshunde zum Hüten und Beschützen von Vieh und Nutztieren auf den Weideplätzen und beim Treiben von einem Ort zum anderen eingesetzt werden.

Was ist die FCI-Gruppe 1?

Der weltgrößte Hundeverband, Fédération Cynologique Internationale (FCI), teilt alle endgültig und vorläufig anerkannten Hunderassen in ihre Rassenomenklatur ein. Diese besteht aktuell aus zehn verschiedenen FCI-Gruppen, denen die Rassen nach ihrer ursprünglichen Funktion (Verwendung) und individuellen Rasseeigenschaften zugeordnet werden.

Die FCI-Gruppe 1 umfasst die Hütehunde und Treibhunde, die wiederum in zwei Sektionen unterteilt sind:

  • Sektion 1: Schäferhunde
  • Sektion 2: Treibhunde

Keine Regel ohne Ausnahme: Denn die vier Schweizer Sennenhunde sind trotz ihrer Nutzung als Hüte- und Treibhunde auf den Schweizer Bauernhöfen, keine Mitglieder der FCI-Gruppe 1, sondern finden sich in der FCI-Gruppe 2 wieder.

Wie viele Rassen gehören zur FCI-Gruppe 1?

Die FCI listet in der FCI-Gruppe 1 aktuell 47 FCI-Hunderassen der Hüte- und Treibhunde.

Die Rassemitglieder werden in 2 Kategorien aufgeteilt:

  • Sektion 1 Schäferhunde: 43 Rassen
  • Sektion 2 Treibhunde: 4 Rassen

Was sind Hütehunde und Treibhunde?

Hütehunde und Treibhunde wurden ursprünglich als Arbeitshelfer (Arbeitshunde) für Hirten gezüchtet, um ihnen tatkräftig beim Zusammenhalten, Lenken, Bewachen und Beschützen von Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden, Gänsen und anderen Nutztieren zu helfen, damit kein Herdentier beim Verweilen auf den Weideplätzen, den Wanderungen oder durch Angriffe von Raubtieren verloren ging.

FCI-Gruppe 1: Charakter, Wesen, Temperament und Eigenschaften der Hütehunde und Treibhunde

Die Hütehunde und Treibhunde der FCI-Gruppe 1 bringen typische Rassemerkmale mit:

  • Intelligent: Sie weisen eine hohe Auffassungsgabe mit, sind lernbegabt und lernwillig. Und so lassen sich Hüte- und Herdenhunde bei richtiger Herangehensweise leicht erziehen und ausbilden.
  • Selbständig: Hütehunde und Treibhunde sind in der Lage, eigenverantwortlich situativ Entscheidungen zu Wohle ihrer Herde zu treffen. Sei es zum Einfangen einzelner Tiere oder beim Verteidigen nahender Gefahren.
  • Ausdauernd: Unermüdlich arbeiten und laufen Hüte- und Treibhunde, um ihren Aufgaben zuverlässig zu erledigen – sie sind extrem leistungsfähige Hunde. Ob bei der Herdenarbeit, beim Hundesport und jeder sonstigen Aktivität.
  • Wachsam: Hütehunde und Treibhunde sind hervorragende Wächter, halten ihre Herde und die Umgebung stets aufmerksam im Auge, um reaktionsschnell bei Bedarf ihre anvertrauten Tiere, Menschen und das Hab und Gut zu schützen.
  • Territorial: Das anvertraute Revier mitsamt der Herde, seinen Bezugsmenschen ist Hüte- und Treibhunden heilig. Nichts darf verlorengehen oder zu Schaden kommen. Dafür setzen sich Hüte- und Treibhunde und vor allen Dingen Herdenschutzhunde mit Nachdruck ein – sie sind wehrhaft und stets schutzbereit.
  • Energiegeladen: Hütehunde und Treibhunde sind lauffreudig, arbeitswillig, eifrig. Sie brauchen viel Bewegung und Beschäftigung, um einen ausgefüllten und zufriedenen Hundealltag zu leben.
  • Zuverlässig: Auf Hütehunde und Treibhunde ist stets Verlass. Bei Arbeit, Sport, Spass und Spiel. Sie erledigen stets zur vollen Zufriedenheit ihre Aufgaben.

Ferner sind die Hüte- und Treibhunderassen auf Grund ihrer Nutzung als Arbeitshunde und Gebrauchshunde äußerst kooperativ und führig, da sie eng mit Menschen in verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten – und so werden heute Hütehunde und Treibhunde nach wie vor als Herdenhunde gehalten, aber auch als treue Familienhunde und Begleithunde angeschafft, als talentierte Sporthunde im Hundesport geführt und von Polizei, Zoll und Militär auf Grund ihrer besonderen Fähigkeiten zu leistungsfähigen und brauchbaren Diensthunden ausgebildet.

Eines haben die Hütehunde und Treibhunde gemeinsam: Die „Workaholics“ wollen in ihrem Hundealltag mit artgerechten und sinnvollen Aktivtäten gefordert und gefördert werden.

Was ist die Aufgabe von Hütehunden und Treibhunden?

Die verschiedenen Hunderassen, die zu den Hütehunden und Treibhunden der FCI-Gruppe 1 gehören, wurden für folgenden Aufgaben als Herdengebrauchshunde (Arbeitshund) gezüchtet:

  • Hüten von Vieh und Nutztieren
  • Treiben von Vieh und Nutztieren von einem Ort zum anderen (z.B. von Weideplatz zu Weideplatz oder vom Hof zur Koppel etc.)
  • Bewachen und Beschützen von Vieh und Nutztieren (Herdenschutz)

Welche Rassen gibt es bei den Hütehunden der FCI-Gruppe 1?

Zu den Hütehunden gehören viele bekannte und sehr beliebte Hunderassen wie:

Welche Treibhunde gibt es in der FCI-Gruppe 1? 

Die Treibhunde der FCI-Gruppe 1 sind extreme Laufwunder. Die wohl bekanntesten Rassemitglieder der bewegungsfreudigen, laufstarken und unermüdlichen Arbeitshunde sind der Australian Cattle Dog und Bouvier des Flandres.

Was ist ein Herdenschutzhund und wo liegt der Unterschied zum Hütehund?

Ein Herdenschutzhund, auch Hirtenhund genannt, wird speziell bei der Herdenarbeit als Beschützer der Herdentiere eingesetzt. Er ist der verteidigungsbereite und wehrhafte Bodyguard der Schafe, Ziegen oder Rindern. Herdenschutzhunde sind groß und kräftig gebaut, äußerst territorial und mutig und beschützen die Herde entschlossen gegen alle Gefahren. Heute vor allen Dingen vor Raubtieren wie Wölfen, früher auch vor menschlichen Viehdieben. 

Hütehunde sollen dagegen die Herde zusammenhalten und durch ihre strategischen Läufe beim Bewegen lenken.

Folgende Rassen der FCI-Gruppe 1 sind typische Hirtenhunde für den Herdenschutz:

  • Kuvasz
  • Pyrenäenberghund
  • Rumänischer Karpaten Schäferhund
  • Tatra Schäferhund

Wie werden Hütehunde und Treibhunde heute eingesetzt?

  • Herdengebrauchshunde
  • Haushund (Familienhund, Begleithund)
  • Hundesport
  • Diensthund
  • Therapiehund
  • Assistenzhund
  • Wachhund und Schutzhund

Haltung: Wie viel Bewegung brauchen Hütehunde und Treibhunde?

Viele Hunderassen der FCI-Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde mussten jeher im Rahmen ihrer Herdenarbeit viel laufen. Entsprechend groß ist der Bewegungsdrang der meisten Hütehunde und Treibhunde. Sie wollen mit geeigneten Beschäftigungen und Aktivitäten im Alltag gefordert werden, um sich mit all ihren Stärken und Talenten einbringen, entfalten und artgerecht ausleben zu können.

Aber nicht nur körperliche Auslastung ist bei den Hütehunden und Treibhunden ein MUSS. Sie wollen auch geistig mit kognitiven Aufgaben gefördert werden. Ein guter Mix Bewegung und Kopfarbeit gehören unbedingt zur Haltung eines Hütehundes oder Treibhundes.

Langeweile und Unterforderung können ansonsten bei Australian Shepherd, Border Collie, Schäferhund & Co. zu unerwünschtem Verhalten führen. Bekommen Hütehunde und Treibhunde keine passenden, anspruchsvollen und auslastenden Aufgaben, so werden sich diese charakterstarken Arbeitstiere selber spaßbringende Ersatzbeschäftigung suchen. Dies muss man als Hundebesitzer wissen.

Erziehung und Zusammenleben mit einem Hütehund und Treibhund der FCI-Gruppe 1

Hütehunde und Treibhunde brauchen eine starke Führungspersönlichkeit als Hundehalter. Eine konsequente Erziehung und disziplinierte, souveräne und charismatische Führung durch den verantwortlichen Hundebesitzer sind unerlässlich.

Sind Hütehunde und Treibhunde als Anfängerhund für unerfahrene Hundeneulinge geeignet?

Einige der sportlichen und familientauglichen Rassen der Hütehunde und Treibhunde der FCI-Gruppe 1, gehören mittlerweile zu den beliebtesten Familienhunden. Sie lassen sich mit dem richtigen Handling und versierter Führung gut integrieren. Dies erfordert allerdings das nötige Wissen rund um die jeweilige Rasse und die praktischen Fähigkeiten und Erfahrungen der Hundehaltung. 

Folglich eignen sich alle Hütehunde und Treibhunde für hundeerfahrene Mehrfachhalter.

Willst Du Dir dennoch als Hundeanfänger einen Hüte- oder Treibhund zulegen, empfehlen wir vorab unbedingt mit erfahrenen Hundeprofis wie seriösen Züchtern, Hundetrainern und Mehrfachhaltern auszutauschen und im Falle einer Anschaffung von Anfang an, einen Experten in Sachen Erziehung und Training, Pflege und Ernährung einzubeziehen.

Hütehunde und Treibhunde für die Wohnungshaltung in der Stadt oder besser für die Haltung auf dem Land?

Schaut man auf die ursprüngliche Zuchtgeschichte der Hütehunde und Treibhunde, so wurden die Rassevertreter für das Arbeiten in der Natur gezüchtet. Dementsprechend passt zum Naturell, Wesen, Temperament und allen sonstigen Rassemerkmalen das Landleben ideal zur Haltung eines Hüte- und Treibhundes. Hier wird er sich garantiert bei entsprechenden Haltebedingungen und adäquater Beschäftigung mit viel Auslauf pudelwohl fühlen.

Sprich, eine Wohnungshaltung in der Stadt ist weniger der passende Platz, wo sich ein naturverbundener Hütehund und Treibhund der FCI-Gruppe 1 wohlfühlt.

Hund kaufen: Welcher Hütehund, Herdenschutzhund oder Treibhund passt zu mir?

Du liebäugelst mit dem Welpenkauf eines Hütehundes oder Treibhundes vom Züchter oder der Adoption eines Rassevertreters der FCI-Gruppe 1 aus dem Tierheim?

Um Dich nun umfassend zu den einzelnen Hunderassen zu informieren und herauszufinden, welche Rasse am besten zu Dir und Deinen Lebensbedingungen passt, kannst Du nun alle erforderlichen Informationen inklusive praktischer Tipps und Ratschläge in unseren Rasseporträts nachlesen. 

Viel Freude beim Entdecken von Malinois, Tervueren, Langhaar-Collie, Kelpie, Bearded Collie, Weißer Schweizer Schäferhund, Mini-Aussie, Berger de Picardie und alle anderen Rassen der Hüte- und Treibhundes der FCI-Gruppe 1.

Tipp:

Du suchst andere Rassen aus der Gruppe der Vorstehhunde, Stöberhunde, Apportierhunde, Laufhunde, Windhunde oder Dachshunde? Kein Problem. Auch diese findest Du in unserem Rasselexikon in der Kategorie „FCI-Gruppen“.