Hund anschaffen - Was ist zu beachten?

Tipps & Ratschläge vom Hundetrainer in Sachen Anschaffung eines Hundes

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Zuletzt aktualisiert am: 13.4.2023

Knut im Wasser.JPG

Einen Hund anzuschaffen, ist eine große Verantwortung und bedarf folglich einer umfassenden und sorgfältigen Vorbereitung.

Denn macht ihr euch vor dem Anschaffen des Hundes konkrete Gedanken zu diversen Aspekten und Punkten, die im Rahmen der Anschaffung eine bedeutende Rolle spielen, so kann der eigentliche Prozess des Anschaffens eines Hundes mit voller Überzeugung über die Bühne gehen, damit ihr einerseits den passenden Hund zu euch und eurer Lebenssituation findet, dieser andererseits die erforderlichen art- und rassespezifischen Haltebedingungen vorfindet - denn dann kann das Anschaffen des Hundes zu einem vollen Erfolg werden und Hund und Mensch viel Freude bereiten.

In diesem Artikel beleuchtet unser Hundetrainer, Ralf Lügger, die Anschaffung eines Hunde aus seiner Sicht und gibt wertvolle Tipps und Ratschläge. Auf geht´s. Viel Freude beim Lesen!

Wilma im April 2022, da war sie gerade knapp 10 Wochen alt.

Eingangsgedanken zum Anschaffen eines Hundes

Die Frage, "Was ist beim Anschaffen eines Hundes zu beachten?", haben sich sicherlich schon viele Menschen gestellt, Erwachsene und natürlich auch Kinder. Die Kinder können diese Frage mit Sicherheit sehr schnell beantworten. Kinder und Hunde haben zusammen viel Spaß. Als soziales Tier integriert sich der Hund so stark wie kein anderes Haustier in das Familienleben und wird schnell zum Spielkameraden. Vor der Anschaffung ist es schon wichtig daran zu denken, ob die eigenen Kinder schon so weit sind, verantwortungsvoll mit dem neuen Familienmitglied umzugehen. 
 
Hunde vermitteln uns Menschen immer ein Gefühl der Sicherheit, sind treuer Freund, geduldiger „Zuhörer“, Helfer im Alltag und vieles mehr. Leider ist dieses gute Verhältnis nicht immer ungetrübt, denn wir Menschen sprechen nicht die Sprache des Hundes. Wird einer der Parteien zum Beispiel im Spiel zu wild und ungestüm, dann kann es leicht einmal zu Missverständnissen kommen, so dass dann aus Spiel auch mal Ernst werden könnte.

Damit Kinder und Hunde zu einem tollen Team heranwachsen, müssen unbedingt gewisse Voraussetzungen gegeben sein. Es ist ans uns Menschen, dem Individuum Hund Platz für die Entwicklung zu geben, für ihn da zu sein, für seine Sicherheit zu sorgen und ein gutes Vorbild zu sein. Das bedeutet, dass man sich unbedingt vorab gut informieren muss. Wohin gehört der Korb, was benötigt er für ein Futter, was tue ich, wenn wir den Hund nicht verstehen? Es gibt tausend Dinge, die zu berücksichtigen sind.

Generelle Fragen rund um die Anschaffung

Bevor wir uns einen Hund ins Haus holen, sollten wir uns in Ruhe damit auseinandersetzen, wie viel Zeit, Mühe und „Arbeit“ ein Vierbeiner in Anspruch nimmt. Ganz gleich, ob Sie sich für einen Welpen oder einen erwachsenen Hund entscheiden.

Dabei ist es für mich als Hundeexperte gleichgültig, ob ich einen Welpen oder ein Hund aus dem Tierschutz zu mir hole. Beim Welpen fange ich bei null Erziehung an, beim Tierschutzhund häufig auch. Hier sollten wir uns schon die Frage stellen, traue ich mir einen Welpen oder auch einen Hund aus dem Tierschutz zu. Ich kann diese Frage für mich auf jeden Fall mit JA beantworten. Zurzeit (Stand 11.04.2023) bereichern das Leben von meiner Frau und mir, vier Hunde aus dem Tierschutz.

Am Anfang wird das neue Familienmitglied unseren Alltag definitiv durcheinanderbringen und es dauert eine Weile, bis sich alles eingespielt und sich eine gewisse Routine eingestellt hat.

Viele Menschen wollen dann genau wissen, wie lange denn diese Weile dauern mag. Darauf antworte ich immer, es dauert so lange wie es dauert. Die zwei Säulen der Erziehung sind immer Geduld und Konsequenz. Schön ist es auch, dass wir unseren Hund nicht mit Erwartungshaltungen überfrachten.

Lieber eine Liste erstellen, was der Hund beim Einzug nicht konnte und sie dann langsam damit zu füllen, was wir gemeinsam gelernt haben, als andersherum. 

Erste Übungen mit Wilma im Mai 2022 beim Einkauf

Hund anschaffen: Erwachsener Hund oder Welpe?

Nehmen wir ein erwachsenes Tier zu uns, kann das durchaus gewisse Vorteile haben.

Häufig sind erwachsene Hunde stubenrein und auch erzieherisch aus dem „Gröbsten“ heraus. Auch hier kommt es natürlich immer darauf an, woher der Hund kommt.  In der Regel können wir aber davon ausgehen, dass sie uns nicht mehr die Wohnung zerlegen und uns auch keine Schuhe klauen. Die Betonung sollte auf in der Regel liegen, denn erwachsen bedeutet nicht gleichzeitig erzogen.

Kommt ein erwachsener Hund, meist aus dem Tierschutz, in die Familie, kann man sich mit einem seriösen Tierschutzverein in Verbindung setzen. Viele von ihnen arbeiten mit Pflegestellen, sodass man viele Dinge über den Hund vorab in Erfahrung bringen kann. 

Es sollte vorher natürlich geklärt werden, ob der Hund generell Kinder kennt und mit ihnen umgehen kann. Ein Hund, der als Welpe nicht mit Kindern in Berührung kam, hat eventuell später Schwierigkeiten, ihre Bewegungen und ihr Verhalten richtig zu deuten. Gibt es in der Pflegefamilie Kinder und der Tierschutzhund hat damit keine Probleme, ist das doch schon ein Pluspunkt für den Tierschutzkandidaten. Ich persönlich plädiere, gerade für Anfänger, immer für einen Hund aus dem Tierschutz. Ist dieser in einer Pflegefamilie und zeigt sich dort unauffällig, kann man häufig schon viele Dinge voraussetzen, die ich einem Welpen, häufig eher mühsam, beibringen muss. Denken Sie an dieser Stelle zum Beispiel an das Alleinebleiben, das Autofahren, die entspannten Begegnungen mit Artgenossen und viele Dinge mehr. 

Menschen, auch wenn sie es gut meinen, machen jede Menge Fehler. Keiner kann sich davon freisprechen. Sind Kinder im Spiel plädieren viele Eltern dafür sich einen Welpen ins Haus zu holen, diesen könne man besser „formen“. ACHTUNG!!!

Hat man noch keine Ahnung von der Erziehung von Hunden, kann der Tierschutzhund einem häufig Fehler verzeihen, weil er sich gelassen und auch in sich ruhend gibt.

Hund und Kinder

Beim Umgang mit Kindern kann es leicht zu Missverständnissen kommen, so dass der Hund leider in die Lage kommen kann, ein typisches Abwehrverhalten an den Tag zu legen, das ist in der Regel zunächst ein Versteifen, sich versuchen aus der Situation zu entfernen, oder aber Knurren oder Abwehrschnappen, wenn sich der Hund nicht anders zu helfen weiß. Kinder sind nun mal grobmotorisch veranlagt. Sie bewegen sich anders als die Erwachsenen. Gerade in solchen Situationen sind natürlich wir Erwachsene gefragt. Ein Hund ist ein Lebewesen und kein Spielzeug. Der Hund muss sich unbedingt zurückziehen können, um sich zum Beispiel in seinem Körbchen zu regenerieren. Leider Gottes passiert es noch immer zu häufig, dass die Erwachsenen nicht aufpassen. Häufig gibt man dann den Hunden die Schuld und sehr oft landen dann solche Hunde, abgestempelt als verhaltensauffällig, im Tierheim. Auch dies muss eine Voraussetzung vor der Anschaffung eines Hundes sein. Kann der Mensch aus Fehlern lernen, ist er selbstkritisch und kritikfähig? Aus dies sind gute Voraussetzungen zur Haltung eines fühlenden Wesens wie die des Hundes.

Werde ich zur Anschaffung eines Hundes für einen Haushalt gefragt, gebe ich stets viele Antworten, so zum Beispiel sollte niemals der Hund ein Spielzeug für die Kinder sein. Leider Gottes habe ich dies schon häufig genug erlebt. Umso kleiner die Kinder sind, desto weniger ist die Wahl eines Welpen empfehlenswert. Natürlich würde er sich dann von Anbeginn an Kinder gewöhnen können, aber auf der anderen Seite haben Sie sozusagen ein „Kleinkind“ mehr: Ein Welpe sollte ständig beaufsichtigt werden.

Hund anschaffen - man braucht Zeit für Erziehung und Auslauf uvm.

Ein Hund benötigt viel Auslauf, das heißt man muß bei Wind und Wetter mit seinem vierbeinigen Freund vor die Tür. In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass einige Hundebesitzer seinem Hund absolute Wasserscheue attestieren, zum Beispiel in Form von Regen. Wir wissen natürlich alle, dass nur Herrchen und Frauchen nicht vor die Tür wollen und ihren Hund dann vorschieben. Fest steht, ob bei Wind oder Regen, bei Sturm oder Schnee, ein Hund muss viele Male am Tag raus, denn er muss, gerade als Welpe, Stubenreinheit ja erst lernen. Alles andere muss ihm noch beigebracht werden, zum Beispiel die Abrufbarkeit. Die die Erziehung nimmt also Zeit in Anspruch, es kann durchaus sein, dass ein Welpe gerne Dinge zerlegen möchte, die uns heilig sind. Diese Phase endet aber meistens (so hoffen zumindest die betroffenen Besitzer) mit dem Ende des Zahnwechsels (Ende des Zahnwechsels, natürlich auch ein wenig abhängig von der Rasse des Tieres ist meistens mit 6 Monaten erreicht).

Exkurs:

Der Verlust der insgesamt 28 Milchzähne (Ober- und Unterkiefer je 6 Schneidezähne, 2 Fangzähne, 6 Backenzähne) und der Durchbruch der bleibenden Zähne erfolgt im Alter von 5-7 Monaten. Die meisten Hunde haben dann 42 Zähne (Oberkiefer: 6 Schneidezähne, 2 Fangzähne, 12 Backenzähne. Unterkiefer: 6 Schneidezähne, 2 Fangzähne, 14 Backenzähne), das sind 10 Zähne mehr als der Mensch. Der Austausch der Milchzähne durch die bleibenden Zähne ist ein komplizierter Vorgang, dessen Funktionsweise noch nicht ganz aufgeklärt werden konnte.

Wollt ihr mehr in Sachen Zahnpflege erfahren, dann habt ihr die Möglichkeit unseren ergänzenden Artikel zum Thema zu lesen!

Haben Sie die Zeit und Geduld, gleichzeitig für Menschenkind(er) und einem Hundekind da zu sein? Das Herumtoben von Kind und Hund miteinander sollte gut beaufsichtigt sein, denn beide sind stürmisch, manchmal auch grob. Welpen müssen erst lernen, im Spiel nicht in Arme und Hände zu zwicken und nicht an der Kleidung zu zerren. 

Genauso passiert es aber auch Kindern, dass sie zu wild werden und den Kleinen zu fest anpacken. Spiel ist zwar schön, aber auf der anderen Seite braucht ein Welpe noch sehr viel Schlaf. Es ist nicht immer leicht, einem Kleinkind begreiflich zu machen, dass dann Ruhe angesagt ist. Als ergänzende Lektüre möchte ich auf einen Magazinbeitrag mit Goldenen Regeln im Umgang von Kindern mit Hunden hinweisen - es lohnt sich diesen zu Lesen.

Hund anschaffen - Welpe vom Züchter oder Tierheimhund

Entscheiden Sie sich dennoch für einen Welpen, dann nehmen Sie bitte die „Kinderstube“ gut unter die Lupe. Werden die Welpen im Haus aufgezogen? Was für einen Eindruck macht die Hündin. Stellen die Züchter Fragen zu den Haltungsbedingungen, die den Welpen erwarten, ist es Ihnen also wichtig, dass er ein gutes Zuhause bekommt?

Natürlich warten leider auch in den Tierheimen Deutschlands eine Menge Hunde auf ein neues Zuhause. Dort gibt es selbstverständlich auch den ein oder anderen schwierigen Kandidaten. Der eine traut sich so einen Fall zu, der andere sollte davon lieber die Finger lassen, auch dies wäre dann aktiver Tierschutz. Besser den Hund da lassen, wo er ist als aus den falschen Motivationen etwas Gutes zu tun, sehenden Auges in das „Verderben“ zu laufen, wenn man erkennt, dass man sich zu viel zugemutet hat. Oft landet ein Hund oder auch eine Katze nur wegen familiärer Veränderungen, angeblicher Allergien oder „verzweifelter“, aber vergeblicher Suche nach einer Mietwohnung mit Hundehalteerlaubnis abgegeben. Häufig können die Mitarbeiter der Tierheime Sie beraten und Ihnen die Eigenschaften der einzelnen Vierbeiner erläutern, so dass Sie das passende Tier für sich und die Familie finden können.

Interessieren Sie sich für einen Tierheimhund, so können Sie ihn meist in Ruhe kennenlernen, mit ihm erst einmal spazieren gehen und so feststellen, wie Sie und auch eventuell Ihr Kinder, sofern sie Kinder im Haus haben, miteinander auskommen.

Als Familienhund eignet sich ein Tier, das weder besonders scheu noch ängstlich ist. Schließlich muss es Lärm aushalten und mit fremden Kindern umgehen können, die zu Besuch kommen. In einem Haushalt mit Kindern geht es manchmal turbulent zu, so dass er einen gewissen Stress vertragen können sollte. Ein Vierbeiner mit übermäßiger Aktivität und Energie ist in einem Kinderhaushalt sicher ebenfalls fehl am Platz, da er schwer auszulasten und zu bändigen ist. Meist steigert sich die Unruhe eines Hundes, umso mehr um ihn herum los ist. 

Zwischen Kindern und Hunden gibt es mehr Parallelen als viele Menschen glauben: 

  • Hunde sind Egoisten, kleine Kinder auch. Beide benutzen vielfältige Strategien, um ihren Willen durchzusetzen. Beide können den Erwachsenen herzzerreißend anschauen. Ich kann hierbei nur raten: „Bleiben Sie hart“!
  • Hunde leben im Hier und Jetzt und genießen ohne Sorge jede Sekunde des Tages, kleine Kinder auch.
  • Kinder und Hunde spielen in der Regel gerne viel und begeistert und vergessen auch mal im Eifer des Gefechts ihre Grenzen und sich selbst auch.
  • Beide können sich nur zu zuverlässigen Individuen entwickeln, wenn sie eine klare Orientierung haben. Grenzen schränken zwar auch ein, bieten aber auch Sicherheit und Geborgenheit. Gerade ein Hund muß diese Grenzen stetig aufs Neue erfahren, nur so ist er sicher und kann sich so in jeder Situation auf sein Herrchen oder Frauchen verlassen.

Regeln und Grenzen

Für ein harmonisches Miteinander ist es unbedingt erforderlich, dass sowohl der Hund als auch die Kinder gewisse „Spielregeln“ beachten.

Der Hund benötigt vom Tag des Einzuges an eine klare Linie. Die hat ein Hund in einem Hunderudel schließlich auch und er braucht diese, um sich wohl und sicher zu fühlen. Zu den Regeln sollte auch die Wahl eines passenden Liegeplatzes gehören, der nicht zentral gelegen sein sollte - also nicht im Eingangsbereich, nicht in der Küche, nicht in einem Durchgang. Diese Maßnahme dient dazu, dass Ihr Hund nicht die Aufgabe des Kontrollierens übernimmt, Sie müssen sich in Ihrem Haus, in Ihrer Wohnung frei bewegen können, ohne dass Ihr Hund Sie hütet und Ihnen ständig hinterherläuft.

Natürlich muss auch dieses trainiert werden, nur weil Sie Ihrem Hund einen kuscheligen Platz anbieten, wird er sich nicht von alleine in diesen begeben. Nicht dass wir uns an dieser Stelle missverstehen. In der Regel kann der Hund liegen, wo er will, allerdings wird es immer wieder Situationen im gemeinsamen Leben von Mensch und Hund geben, wo es erforderlich ist, dass unser Hund sich dorthin legt, wo ich ihn für eine überschaubare Zeit sehen möchte. Gutes Training ist dabei die halbe Miete, der andere Teil ist ein respektvoller Umgang mit dem Hund. 

Es gibt verschiedene Dinge in der Erziehung unserer Hunde, die für Welpen und natürlich auch für erwachsene Hunde gelten müssen.

Von Ihrem Essen sollte er Abstand halten und vor allem nichts vom Tisch bekommen. Futter ist für Hunde eine sehr wichtige Ressource und wird unter Hunden nicht einfach so beliebig weiter gereicht und verteilt. Das, was der Mensch auf dem Teller hat, ist in den Augen des Hundes auch nur „Beute“. 

Am besten richtet man in einer ruhigen Zimmerecke ein gemütliches Lager ein, vielleicht ein Körbchen mit Decke oder Matratze, wo er liegen sollte, während wir essen oder wenn wir einfach mal Ruhe vor ihm haben wollen. Das ist zum Beispiel auch sehr praktisch, wenn man die Wohnung saugt oder wischt. Dort sollte unser Hund aber auch Ruhe vor uns Menschen haben, erklären Sie das unbedingt Ihren Kindern.

Achten Sie von Beginn darauf, dass Sie Ihren Vierbeiner zum Spielen und Streicheln auffordern, nicht umgekehrt, er sollte sie nie zu sozialen Kontakten auffordern, zumindest nicht bis wirklich geklärt ist, wer der „Chef“ ist. Lernt der Hund nämlich, dass er im Hause die Spielregeln bestimmen kann, dann wird er bald nicht mehr begreifen, warum er aufhören soll, an Kindern hochzuspringen, wenn denen das Spiel zu wild wird, oder warum er beim Toben nicht schnappen darf. 
 
Bitte unterbinden Sie auch das Kauen und Zerren an Körperteilen, bevorzugt an Händen und Armen - dies tun vor allem Welpen gerne. Ebenfalls unterbinden Sie bitte das Hochspringen, denn ein Kind fällt viel schneller um als ein Erwachsener. Seien Sie dabei immer konsequent - ein Hund versteht nicht, wenn er mal hochspringen darf, mal dafür bestraft wird.

Beim Spaziergang können Sie direkt mit kleinen Erziehungsübungen beginnen: Ihr Vierbeiner sollte zuverlässig zurückkommen, wenn Sie ihn rufen und sollte ohne Ziehen an der Leine laufen. Denn bestimmt wollen auch mal die Kinder die Leine halten - natürlich nur unter Aufsicht Erwachsener -, möchten dabei aber nicht durch die Gegend gezerrt werden.

Besonders eignet sich hierzu das Mitführen einer sogenannten Schleppleine, ein wirklich gelungenes Erziehungsmittel. Zu all diesen Dingen ist natürlich auch ein guter Hundetrainer empfehlenswert, wenn der Mensch an seine erzieherischen Grenzen stößt.

Die Hörzeichen oder auch wahlweise Sichtzeichen "Sitz" und "Platz" sollten Hunde befolgen und dabei eine Weile still halten können.

Auch wenn der Mensch sich von seinem Hund entfernt, auch wenn Spaziergänger und Radfahrer vorbeikommen oder Kinder und andere Hunde vorbeirennen. Natürlich beherrscht kein Hund der Welt dies von heute auf morgen, aber bei regelmäßigem Üben und langsam steigender Ablenkung wird er bald verstehen, was Sie von ihm wollen. 

Entspannte Vierbeiner nach einem Lauf mit uns Menschen. Jeder dieser Läufe sollte immer ein gesunder Mix aus Spaß und Training sein!!!! Links, mein Rottweiler Knut, 8 Jahre kam aus Ungarn mit 7 Monaten zu mir und rechts, Wilma 13 Monate. Sie, ihre acht Geschwister und die Mama waren eine Sicherstellung in NRW. Im April 2022 kam sie zu uns, jetzt ist sie 14 Monate jung. (Stand 11.04.2023)

Seien Sie sich bitte unbedingt im Klaren darüber, wenn Sie sich die Frage „Warum will ich einen Hund“ mit dem Ergebnis beantwortet haben, dass ein neuer vierbeiniger Freund mit Ihnen Ihr Leben teilen soll, dass Sie immer auf die zwei Säulen der Hundeerziehung bauen, die eine ist, dass Sie immer konsequent (nicht laut, Lautstärke ersetzt keine Autorität!!!) und geduldig sind, dann haben Sie es schon fast geschafft.

Weitere grundlegende Faktoren rund um die Anschaffung

Neben den Fragen zur Erziehung, der Frage danach, ob Sie die nötige Konsequenz aufbringen können, ob Sie geduldig genug sind, spielen bei der Anschaffung von Hunden und natürlich im Allgemeinen von Tieren noch viele andere Faktoren eine große Rolle.

Wir müssen uns die Frage stellen, ob ich mir ein Haustier überhaupt leisten kann? Hunde sind Lebewesen und sollten natürlich nicht nur nüchtern unter dem Gesichtspunkt von Kosten und Nutzen betrachtet werden. Die Freude, welche sie uns bringen, lässt sich nicht mit Gold aufwiegen, das wird Ihnen jeder Hundebesitzer bestätigen, einmal einen Hund, immer einen Hund.

Schon Heinz Rühmann, so wird es überliefert, sagte:“ Natürlich kann man ohne Hund leben es – lohnt sich nur nicht.” 

Bei aller „Gefühlsduselei“ sollte man den Aspekt der entstehenden finanziellen Belastungen nicht aus den Augen verlieren und das natürlich vor der Anschaffung des Tieres. Es werden natürlich immer wieder Folgekosten wie Tierarztbehandlungen, Futter und Steuern entstehen. Natürlich müssen Sie Ihren Hund auch versichern, für den ein oder anderen macht vielleicht auch eine OP Versicherung für den Hund Sinn.  Liebhaber der sogenannten „Kampfhunde“, liebevoll auch Knutschkugeln genannt, müssen sich zudem leider damit „anfreunden“, dass es in manchen Bundesländern Deutschlands horrende Hundesteuern zu zahlen gilt.

Ebenso sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass sich Ihr Urlaubsverhalten ändern wird. Manche Hundefreunde fahren ab sofort nicht mehr ohne ihren Hund in den Urlaub. Sollten Sie in den Urlaub fliegen wollen, muss natürlich vorab die Unterbringung des Hundes gewährleistet sein. Bedenken Sie unbedingt dies, bevor Sie sich einen Hund ins Haus holen. Das Internet hilft Adressen zu finden, die auf die Möglichkeit verweisen, mit Hunden Urlaub zu machen.

Natürlich müssen wir Hundefreunde abklären, sofern wir zur Miete wohnen, ob die Haltung eines Hundes überhaupt gestattet ist. Auch muss in der eigenen Wohnung die Genehmigung der Miteigentümer vorliegen.  

Bitte überprüfen Sie vor der Anschaffung eines Hundes genau Ihren Mietvertrag.  Gestattet der Vermieter die Tierhaltung? Befinden sich bereits Hunde im Haus? Sind die Nachbarn wirklich geduldig? Bei jedem anstehenden Umzug muss erneut darauf geachtet werden! Sind Parks in der Nähe? Bekommt der Hund freien Auslauf? Wird er auch im stolzen Alter von 15 noch in den vierten Stock tapsen können - und wenn nicht, wer trägt dann die 40 Kilo Hund die Treppe hinauf, sofern kein Aufzug vorhanden ist? 

Anschaffen eines Hundes - Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir uns natürlich darüber im Klaren sein müssen, dass ein Hund kein Möbelstück, keine Sache ist, welches sich ohne weiteres anschaffen und bei Nichtgefallen wieder verkaufen lässt. Es ist ein Lebewesen, an welches sich im besten Falle alle Familienmitglieder emotional binden. Sind zu viele Zweifel bezüglich der optimalen Unterbringung, Pflege und Erziehung des Hundes vorhanden, sollten Sie Ihrem Wunsch nach einem vierbeinigen, sabbernden, knuddeligen Hund nicht nachgeben oder sich natürlich auch bei der Pflege und Erziehung Hilfe suchen. Das kann aber auch nicht wirklich preiswert sein, bedenken Sie auch dieses.

"Vor der Anschaffung eines Hundes soll man gründlich erwägen, wie viel man seinen Nerven zutrauen will," schrieb Konrad Lorenz (1903-1989) in seinem 1965 erstmals publiziertem Buch "So kam der Mensch auf den Hund", das, so verheißt es dessen besprechende Rückseite, "von der Lebens- und Interessengemeinschaft von Mensch und Tier" erzählt und schlicht jedem zu empfehlen ist, der sich mit der Entwicklungsgeschichte und den Verhaltensformen seines wedelnden Wunschtieres intensiver und auf unterhaltsame Weise auseinandersetzen möchte. 

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