Österreichischer Pinscher

Wachsamer Pinscher mit starkem Charakter aus Österreich

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Zuletzt aktualisiert am: 18.1.2024

Kein Titel

Wie es der Rassenamen des Österriechischen Pinschers schon vermuten lässt, stammt dieser aus unserem direkten Nachbarland Österreich. Und sie gilt als die einheimische Rasse schlechthin, denn sie soll definitiv als einzige Hunderasse aus heutigem Staatsgebiet entstammen.

Die Rasse ist ein "Nachkomme" des in Österreich vormals ansässigen Landpinschers, der auf den Höfen als Arbeitshund mit Hüte- und Wachaufgaben betraut wurde. Diese Bauern- und Hofhunde hatten einen hohen Stellenwert auf Grund ihrer Leistungsfähigkeit, waren unverwüstlich, anspruchslos, zuverlässig und reviertreu.

Auch heute wird der Pinscher noch als Hofhund auf den Höfen für diverse Arbeiten gehalten, darf das Vieh Hüten und Treiben, Federvieh vor Mardern, Füchsen oder anderem Raubzeug beschützen, das Eigentum seiner Besitzer bewachen und als Familie- und Begleithund seinen Menschen glücklich machen.

Nachdem der Österreichische Pinscher 1928 vom Österreichischen Kynologen Verband (ÖKV) anerkannt wurde, ist ihm auch folglich im Jahr 1954 von Seiten der Fédération Cynologique Internationale (FCI) der Status der Eigenständigkeit zugesprochen worden. Seither wird die Rasse unter der Standard-Nr. 64 in der Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer - Molossoide - Schweizer Sennenhunde, Sektion 1.1 Pinscher geführt.

Der Österreichische Pinscher kann den mittelgroßen Hunderassen zugerechnet werden, ist kompakt und stämmig gebaut, entsprechend robust, widerstandsfähig und belastbar. Der Rassestandard schreibt dem Pinscher einen munteren und aufgeweckten Gesichtsausdruck zu. Dazu passt sein lebhaftes, aufmerksames und aktives Wesen. Die Rasse soll auch ausgesprochen spielfreudig sein, was allen Familienmitgliedern, die mit ihrem Hundepartner herumtollen und sich intensiv auf spielerische Weise beschäftigen wollen, sehr entgegenkommt. Zu seinen Bezugsmenschen pflegt der bindungsfähige, treue und anhängliche Österreichische Pinscher ein vertrautes und enges Verhältnis. Er ist ihnen sehr positiv zugetan und freundlich im Umgang. Bei fremden Menschen hingegen überwiegt seine misstrauische, reservierte und zurückhaltende Art, die ein wachsamer und zugleich unbestechlicher Wächter für Haus und Hof, wie es der Pinscher jeher war, auch veranlagt haben sollte. So vermeldet er sicher Ungewöhnliches aller Art und Besuch unbekannter Personen. Der Jagdtrieb und entsprechendes Beutefangverhalten sind nur in sehr minimiert verankert, so dass auch Spaziergänge ohne Leine bei entsprechender Erziehung, kein Problem darstellen sollten. Ausgenommen sind hier wie Ratten und Mäuse, die er im Rahmen seiner Gebrauchshundetätigkeit auf den Bauernhöfen schon bejagt hat. Ferner gilt der Pinscher als wesensfest. Im Hinblick auf Artgenossen sollten Pinscher-Halter für eine intensive Sozialisierung sorgen und dennoch mit Vorsicht etwaigen Hundebegegnungen entgegensehen, da die Rasse hier durchaus Potential mitbringt, gegen fremde Hunde zu intervenieren, sprich sich mitunter weniger sozialverträglich und umgänglich zeigt. Der lernfähige und intelligente Pinscher lässt sich mit einem konsequenten, disziplinierten und souveränen Führungsstil gut erziehen und im Alltag steuern. Da von der Rasse besonders zu Zeiten als Hüte- und Hofhund erwartet wurde, selbstständig Entscheidungen im Sinne seiner Menschen, Nutztiere und Hab und Gut zu treffen, bringt der Pinscher durchaus einen eigenen Kopf mit, dem man mit charismatischem Handling in der Rolle des Rudelführers geschickt entgegnen sollte. Sprich, der Halter/Hundeführer muss als Autoritätsperson das Heft des Handelns nachhaltig in seinem Verantwortungsbereich halten. Pflege, Alleinsein, Haltebedingungen, Gesundheit etc. sprechen allesamt bei dem resistenten, wetterfesten und mit bester Vitalität ausgestatteten Rassehundes, ebenfalls für den Österreichischen Pinscher. Wie auch der Deutsche Pinscher, ist der Österreicher eine unterschätzte Rasse, mit der jeder Hundeliebhaber viel Freude haben und bei richtiger Handhabung einen unkomplizierten Hundepartner an seiner Seite schätzen lernen wird.

Mehr Informationen werdet ihr zu gegebener Zeit hier finden.

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Nummer: 64
Gruppe: 2. Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
Sektion: 1. Pinscher und Schnauzer
Subsektion: 1. Pinscher
Arbeitsprüfung notwendig? Nein
Ursprung
Österreich
Patronat -
Verwendung

Wach- und Begleithund

Datum der Veröffentlichung 25. März 2003
Datum der vorläufigen Bestätigung -
Datum der finalen Bestätigung 4. September 1954
Link zum FCI-Standard FCI - Österreichischer Pinscher
Lebenserwartung
Rüden
12 - 14 Jahre
Hündinnen
12 - 14 Jahre
Widerristhöhe
Rüden
44 - 50 cm
Hündinnen
42 - 48 cm
Gewicht
Rüden
13.5 - 18 kg
Hündinnen
11.5 - 16 kg

Österreichischer Pinscher - Erziehung & Training
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Der Österreichische Pinscher ist ein außergewöhnlicher Hund mit lebhaftem Charakter und unverwechselbarem Aussehen. Seine Ursprünge reichen in die ländlichen Gebiete Österreichs zurück, wo er als wachsamer Hof- und Familienhund geschätzt wurde. Die Rasse ist bekannt für ihre Intelligenz, Verspieltheit und unermüdlichen Loyalität gegenüber ihrer Familie. Jedoch sprechen diese Beschreibungen nur einen kleinen Teil der Faszination aus, die man beim Anblick eines solchen Hundes empfindet.

Der Österreichische Pinscher ist mittelgroß, stark und muskulös, mit einem einzigartig markanten Kopf und ansprechenden Gesichtszügen. Sein Fell kann in verschiedenen Schattierungen von Rot, Braun, Schwarz oder sogar in Kombinationen dieser Farben auftreten, was ihn zu einem echten Hingucker macht. Aber es ist mehr als nur sein Aussehen, das ihn auszeichnet. Es ist seine Persönlichkeit, die ihn wirklich einzigartig macht. 

Er ist ein geborener Wachhund, aufmerksam und immer bereit, sein Territorium und seine Familie zu verteidigen. Aber er ist auch unglaublich liebevoll und sanft, ein wahrer Familienliebling. Er liebt es zu spielen und ist immer bereit für Abenteuer, was ihn zu einem idealen Begleiter für aktive Familien macht.

Sozialisation des Österreichischen Pinschers

Die Sozialisierung eines Österreichischen Pinschers ist entscheidend für seine Entwicklung und sein Verhalten im Erwachsenenalter. Während er von Natur aus freundlich und aufgeschlossen ist, kann er ohne ordnungsgemäße Sozialisierung zu aggressivem oder ängstlichem Verhalten neigen. Daher ist es wichtig, ihn von klein auf mit verschiedenen Menschen, Tieren und Umgebungen vertraut zu machen.

Grundkommandos

Es gibt zahlreiche Kommandos, die für die Ausbildung eines Österreichischen Pinschers wichtig sind, darunter "Sitz", "Platz", "Komm", "Bleib", "Fuß" und "Aus". Diese Kommandos bieten nicht nur die Grundlage für ein gutes Benehmen, sondern stärken auch die Bindung zwischen Hund und Besitzer und sorgen für eine effektive Kommunikation. 

Gehorsamstraining – Leinentraining

Beim Gehorsamstraining ist Konsequenz der Schlüssel. Der Österreichische Pinscher ist intelligent und schnell lernend, aber er braucht klare Anweisungen und Regeln, um zu verstehen, was von ihm erwartet wird. Belohnungen in Form von Leckerlis oder Lob bieten eine positive Verstärkung und motivieren ihn, sein Bestes zu geben.

Das Leinentraining ist besonders wichtig, um sicherzustellen, dass der Hund kontrolliert und sicher gehalten werden kann. Die Rasse kann manchmal einen starken Jagdinstinkt haben, daher ist es wichtig, dass sie gut an der Leine geführt werden kann.

Spiel- und Apportiertraining

Das Spielen und Apportieren sind nicht nur eine großartige Möglichkeit für Bewegung und geistige Anregung, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit, die Bindung zu vertiefen. Es lehrt Gehorsam und Geduld und hilft, eventuelle Aggressionen abzubauen. Unabhängig vom gewählten Spiel ist es wichtig, dass es sicher und unter Kontrolle ist.

Was sollten wir sonst noch zum Österreichischen Pinscher als Rasse wissen?

Ein Besitzer eines Österreichischen Pinschers muss Geduld, Liebe und Verständnis mitbringen. Obwohl diese Rasse von Natur aus freundlich und aufgeschlossen ist, braucht sie Zeit, um sich an neue Menschen und Umgebungen zu gewöhnen. Es ist auch wichtig, früh genug mit dem Training zu beginnen und eine konsistente Routine beizubehalten.

Vier weitere wichtige Punkte bei der Erziehung des Österreichischen Pinschers sind: 

  • Frühzeitige und regelmäßige Sozialisierung: Der Österreichische Pinscher braucht viel Kontakt zu Menschen und anderen Tieren, um Vertrauen und soziale Fähigkeiten zu entwickeln.
  • Konsequentes Trainings- und Belohnungssystem: Um den Hund gut erziehen zu können, braucht es klare Regeln und eine konsequente Belohnung für gutes Verhalten.
  • Aktive Beschäftigung: Diese Rasse braucht sowohl körperliche als auch geistige Herausforderungen, um glücklich und ausgeglichen zu sein. Das kann durch regelmäßige Spaziergänge oder Trainingseinheiten erreicht werden.
  • Liebevoller und respektvoller Umgang: Der Österreichische Pinscher ist ein sensibler Hund, der mit Freundlichkeit und Respekt behandelt werden möchte. Es ist wichtig, dass er sich als Teil der Familie fühlt.
Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Österreichische Pinscher ein intelligenter, verspielter und loyaler Hund ist, der sich perfekt als Familienhund eignet. Er braucht viel Liebe, Geduld und eine konsequente Erziehung, um sein volles Potenzial ausschöpfen zu können. Der ideale Besitzer für die Rasse ist jemand, der aktiv und liebevoll ist und bereit ist, die nötige Zeit in das Training und die Sozialisierung zu investieren. Der Idealfall wäre ein Zuhause, in dem er genug Bewegung und mentale Stimulation bekommt, aber auch genug Zeit zum Ausruhen und Relaxen hat. Mit der richtigen Führung und Liebe kann der Österreichische Pinscher ein wunderbarer und treuer Lebensgefährte sein.

Ralf Lügger
Hundetrainer, Hund-Mensch-Coach, Autor

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