Hilfe, mein Hund frisst fremden Kot

Koprophagie - das Fressen von Kot

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Zuletzt aktualisiert am: 8.6.2021

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Wenn der Hund fremden oder eigenen Kot frisst, spricht man von Koprophagie. Warum tut der Hund das? Es ist für manchen Hundehalter ekelhaft, andere akzeptieren es. Welche Ursachen hat dieses Verhalten?

Diese Verhaltensweise und Eigenart des Hundes kennen viele Hundehalter. Sie sind auf der Hunderunde mit ihrem Vierbeiner unterwegs und er schnüffelt ausgiebig in der Landschaft umher. Und ehe man sich versieht, sieht Herrchen und Frauchen wie der Hund etwas vom Boden aufnimmt und frisst.

Ein schneller Blick und schon habt ihr Gewissheit. Der Hund hat mal wieder unterwegs fremden Kot gefressen.

Aber warum neigt euer Hund zum Fressen von fremden oder gar eigenem Kot? Warum verhält er sich so? Handelt es sich dabei nur um ein unerwünschtes Verhalten oder gar bereits um ein Verhaltensproblem? Ist das Fressen von Kot gefährlich für den Hund?

Wir wollen der Tatsache, dass der Hund Kot frisst, auf die Spur gehen, wissenswerte Antworten liefern und euch hilfreiche Tipps für die Praxis und den Hundealltag an die Hand geben. Viel Freude beim Lesen.

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Ein viel bekanntes Verhalten des Hundes. Kotfressen.

Viele Hunde fühlen sich vom fremden Kot angezogen, manche schnuppern, andere fressen den Kot.

Für den einen Halter ok, für den anderen Hundführer ein Problemverhalten des Hundes

Viele Hundehalter berichten immer wieder, dass beim täglichen Spaziergang ihr Vierbeiner von rechts nach links zieht, herumschnuppert und das Ausgeschiedene anderer Hunde nicht nur beschnüffelt und begutachtet, sondern viele Hunde den Kot fressen wollen. Der fremde Kot zieht sie förmlich an, der Reiz ist so stark, dass sie ihm erliegen und die Hinterlassenschaften aufnehmen.

Es ist ein regelrechtes Phänomen, dass Hunde von dem fremden Kot angezogen werden, sie einfach nicht widerstehen können und den fremden Kot fressen. Aber auch der Kot der Katze aus der Nachbarschaft, zieht Bello magisch an.

Einigen Hundehaltern macht dies nichts aus, andere finden dieses Verhalten ihres Hundes extrem ekelhaft und störend. Sie wenden sich sogar angewidert ab.

Solltet ihr der Fraktion angehören, die diese Verhaltensweise des Vierbeiners nicht akzeptieren wollen, so gibt es Möglichkeiten mit gezieltem Training, den Hund davon abzuhalten. Ob ihr ohne den Hundetrainer oder die Hundeschule mit einem konsequenten Aus! Oder Pfui! Oder Weg da! klarkommen werdet, müsst ihr schauen. Hilfreich wird auf alle Fälle ein Antigiftködertraining sein.

Ihr wollt mehr über die Inhalte und Trainingsansätze beim Anti-Giftköder-Training erfahren? Gerne. Dann klickt unseren Leitartikel "Antigiftködertraining – eine unerlässliche Erziehungsmaßnahme für den Hund" an und findet viele hilfreiche Praxistipps. Nebenbei betrachtet ist das Anti-Giftköder-Training auch eine bedeutsame Erziehungsmaßnahme, um für das nötige Rüstzeug zu sorgen, damit der Hund nur noch nach eurer Freigabe Futter und sonstiges Fressbares, sowohl zu Hause als auch unterwegs, anrührt und frisst. Dies kann ihn vor schlimmen Vergiftungen durch die Aufnahme und das Fressen von Giftködern bewahren.

Kontaktiert also am besten einen Hundeprofi und lasst euch von dem Experten in Sachen Erziehung beraten. Er wird euch schon das richtige Trainingsprogramm zusammenstellen.

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Wenn der Hund unterwegs Pferdeäpfel frisst

Sind Pferdeäpfel für den Hund schädlich? Wie sollte man sich als Halter verhalten?

Der Hund frisst Pferdeäpfel

Für uns Menschen handelt es sich auf jeden Fall um einen sonderbaren und sehr unangenehmen Wesenszug unseres Vierbeiners.

Manche Hundehalter erzählen sogar, dass ihr Würgereiz extrem beansprucht ist, wenn sie nicht frühzeitig den Hund gestoppt bekommen und er mal wieder eine Ladung Hundekot oder Teile der Hinterlassenschaften von anderen Tieren aufnimmt und verspeist. Kann man sehr gut verstehen.

Verschiedene Hundefachleute und Experten raten sogar dazu, den Hund ab und an eine Portion Pferdeäpfel fressen zu lassen.

Es handelt sich natürlich hierbei nicht um Tiere, die jegliche Nahrung zu sich nehmen, denn Pferde sind schließlich Pflanzenfresser.

Fachleute propagieren, dass die Aufnahme von Pferdeäpfel für den Magen- und Darmtrakt gesundheitlich fördernd ist.

Auch dies ist für uns Menschen schwer vorstellbar und unter appetitlich verstehen wir etwas anderes.

Dennoch sollen die Faserstrukturen der Pferdeäpfel den Verdauungsstrakt unserer Hunde säubern. Hinzu kommt, dass die Pferdeäpfel eine ganz geringe Dosis Antibiotikum beinhalten.

Diese Kombination soll deren Meinung nach, den Verdauungsbereich reinigen und pflegen.

Aber Vorsicht: Nicht alle Pferdeäpfel sind gesund für euren Hund. Sollte ein Wurm bzw. Parasit in dem Ausgeschiedenen stecken, kann durch den Verzehr des Pferdekots, dieser mitaufgenommen werden und zu großen gesundheitlichen Problemen führen. Laut Experten kann es helfen, den Pferdeapfel zu teilen und zu riechen, ob dieser säuerlich stinkt. Sollte dies der Fall sein, Hände weg und eurem Vierbeiner auf keinen Fall das Vertilgen ermöglichen. Sollte es bereits zu spät sein und euer Hund eine Portion gefressen haben, dann ab zu eurem Tierarzt und ggf. eine Akutbehandlung mit Antiparasitika nach eingehender Besprechung durchführen.

Hier gilt: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Weiterhin gibt es Stimmen, dass auf Grund der Wurmproblematik, die Pferde inzwischen regelmäßig mit hoch dosierten Wurmkuren versorgt werden und ein hoher Rückstand der Chemie in dem ausgeschiedenen Pferdekot zurückbleibt. Auch daher kann der Verzehr gesundheitliche Schäden für den Hund herbeiführen.

Könnte der Verzehr der Pferdeäpfel für den Hund zur Gefahr werden?

Im Extremfall könnte es tatsächlich zu schlimmen und gefährlichen gesundheitlichen Folgen durch den Verzehr der verunreinigten Pferdeäpfel durch den Hund führen. Im Grunde ist eine Wirkung dann ähnlich einer Vergiftung durch einen Giftköder, also ggf. sehr bedrohlich.

Welche Gesundheitsschäden, Symptome und Hilfsmaßnahmen bei einer Vergiftung notwendig sind und was ihr im Akutfall für euren Hund tun könnt, erfahrt ihr durch die Lektüre unseres Leitartikels "Vergiftung beim Hund: Gefahrenquellen, Ratschläge & notwendige Hilfsmaßnahmen".

Kurzum: Das Fressen von Pferdeäpfeln kann für den Hund extrem gefährlich sein.

Daher sollte jeder von euch Hundehaltern sehr sorgsam mit dem Verzehr jeglicher Exkremente durch eure Vierbeiner sein, da man nichts ausschließen kann. Ist euer Vierbeiner auch noch gesundheitlich vorbelastet, dann könnten diese Arzneirückstände zu lebensbedrohlichen Auswirkungen führen.

Hindert euren Vierbeiner am besten, jeglichen Unrat zu fressen. Denn welcher Hundeliebhaber will, dass sein Tier krank wird oder gar durch etwaige Überdosen sterben könnte. Der Schutz des Hundes steht über allem.

Unser Rat: Keinerlei Pferdekot für den Hund!

Kommen wir zurück zu den Beobachtungen, die wir beim Spazieren mit unserem Vierbeiner immer wieder machen. Wie sieht es denn mit dem Fressen des Kots von seinen Artgenossen aus? Auch der Katzenkot ist für manch einen Hund ein Leckerbissen.

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Welche Ursachen & Hintergründe führen dazu, dass der Hund fremden Kot frisst?

Warum fressen Hunde den Kot von Artgenossen? Welche Bedeutung hat das unerwünschte Verhalten?

Ursachenforschung, warum der Hund Kot frisst

Zunächst einmal ist es so, dass das Kotfressen, auch Koprophagie genannt, kein vererbter und natürlicher Prozess bei unseren Vierbeinern ist. Sprich, es ist kein natürliches Verhalten und Bedürfnis, den Kot seiner Artgenossen oder anderer Tiere zu fressen.

Es gibt hingegen Tierarten (Nager), die zum Schutz ihres gesamten Nährstoffbedarfs und -haushalts ihren Kot oder den anderer Tiere, nach dem Ausscheiden wieder aufnehmen. Dies ist bei unseren Hunden nicht der Fall.

Wie ihr sicherlich bei euren Beobachtungen feststellen konntet, rührt der Hund in der Regel auch nur Kot an, der hart ist und lässt breiige Exkremente eher unbeachtet.

Will unser Vierbeiner etwas kompensieren, dass er über die Fütterung vielleicht nicht ausreichend von uns erhält? Will der Vierbeiner einen Mangel durch das Fressen des Kots anderer Hunde auffangen und ausgleichen? Versorgen wir ihn nicht gut genug oder hat er psychische Probleme und Störungen? Liegt die Schuld bei uns Hundehaltern?

Es gibt zu diesem Verhalten etliche Studien, die allesamt zu dem Ergebnis kommen, dass es sich nicht um einen natürliche Verhaltensweise handelt. Und dennoch tritt das Kotfressen sehr oft auf und ist weit verbreitet ins unserer Hundelandschaft.

Welche Umstände könnten zu dieser Verhaltensweise dennoch führen?

Ursachen und Gründe warum der Hund fremden Kot frisst:
Handelt der Hund etwa aus purer Neugierde und will das Liegengebliebene probieren?
Will unser Vierbeiner den Unrat bzw. die Exkremente seiner Artgenossen vernichten da er sein Revier sauber halten will?
Riecht der Hund etwa interessante Futterrückstände, die er nicht kennt und daher verspeisen will?
Bekommt der Vierbeiner über sein Hundefutter nicht ausreichend alle notwendigen Nährstoffe und er versucht dies über den Kot anderer aufzufangen?
Ist unserem Liebling sein Futter zu eintönig oder schmeckt es ihm vielleicht auch nicht mehr?
Liegt bei unserem Hund eine Erkrankung vor, die zu dem Verhalten des Kotfressens bzw. der Koprophagie führt?
Hat der Vierbeiner dieses Verhalten etwa bei Artgenossen beobachtet und hat die Verhaltensweise als normal übernommen?
Will er mit dem unerwünschten Verhalten einfach nur Aufmerksamkeit hervorrufen?
Ist der Hund einfach komplett verfressen und schnappt alles was er so findet?
Das Kotfressen ihrer Welpen ist bei den Hündinnen ein natürlicher Vorgang. Ist daher bei erwachsenen Hunden dies doch intuitiv im Wesen verankert?
Gehört das Kotfressen einfach zu seiner Entwicklung in einem bestimmten Lebenszyklus des Hundes dazu?
Hat unser Hund etwa ein Erlebnis gehabt, dass ihn zum Kotfressen animiert und veranlasst? Sollte euer Hund aus dem Tierheim kommen und eine Vorgeschichte beispielsweise als Zwingerhund gehabt haben, so kann es sein, dass er seinerzeit im Zwinger die angehäuften Kotmengen verzehrt hat und dies deshalb heute ebenfalls macht. Auch bei Hunden, die in fragwürdigen Verhältnissen gelebt haben, findet man dieses Verhalten sehr häufig.

Als Hundehalter wird man nicht auf den Kern stoßen und wir werden uns damit abfinden müssen, dass es ein normales Verhalten unserer Vierbeiner ist, dass er sich während seines Hundelebens angeeignet hat und zu seinem eigenen Verhalten fortan gehört. Sie interessieren sich für den Kot und riechen auch ständig an den markierten Stellen, sprich den Urin.

Wenn ihr sichergehen wollt, sprecht euren Tierarzt auf das Kotfressen an, um eventuell alle gesundheitlichen Aspekte abzuklären.

Es macht Sinn zu erfahren, dass euer Hund kein Ernährungsdefizit und eine Mangelerscheinung hat oder etwaige Krankheiten in sich trägt, die zur Koprophagie führen. Vielleicht rät er auch zu einer Futterumstellung. Er wird sicherlich weitere wichtige Informationen zum Verhalten nennen können.

Ansonsten wird euch nichts anderes bleiben, als an der Erziehung eures Vierbeiners zu arbeiten, damit ihr das Verhalten wegtrainiert bekommt. Als Rudelführer müsst ihr vorangehen und ihm zeigen, dass der Kot nichts für ihn ist. Seid äußerst diszipliniert und stärkt ein positives Verhalten mit Lob, Streicheleinheiten, gutes Einreden und ein paar seiner liebsten Leckerlis.

Weiterhin kann es hilfreich sein, mit einem erfahrenen Hundetrainer dem Grund für das Kotfressen näher auf die Spur zu gehen und das Verhalten in der Praxis in Augenschein zu nehmen. Wann benimmt sich der Hund auffällig und was will er damit bezwecken. Liegt es an der fehlenden Rückmeldung eurerseits ihm gegenüber oder sind es eher territoriale Verhaltensmuster? Er wird bestimmt situativ erkennen, warum euer Vierbeiner den Kot aufnimmt. Je nach Ergebnis wird er dann mit euch einen Plan erarbeiten um den richtigen Trainingsweg zu gehen und die Verhaltensweise mittels gezielten Trainingsübungen versuchen abzustellen.

Was aber alles auf das gemeinsame Arbeiten mit dem Hund und die Führigkeit notwendig ist und wie die einzelnen Bausteine in der Praxis zusammenhängen, haben wir in unserem Trainingsartikel "Führung - Freifolge - Hund-Mensch-Bindung, der sichere Rückruf und die Konditionierung – wie hängt das alles zusammen?" veranschaulicht. Sicher findet ihr hier einige hilfreiche Informationen und Tipps für den Umgang mit eurem Hund.

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