Basset Fauve de Bretagne

Kleiner uriger Laufhund für die Jagd aus Frankreich

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Zuletzt aktualisiert am: 18.1.2024

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Basset Fauve de Bretagne

Das wichtigste in Kürze

  • Der Basset Fauve de Bretagne stammt aus Frankreich
  • Die Hunderasse wurde für den Einsatz als Jagdhund gezüchtet
  • Gehört zu den kleinen Laufhunderassen
  • Basset Fauve de Bretagne sind klein, niederläufig, kompakt, robust, wetterfest, zäh und rustikal
  • Die Rasse gilt als bei der Jagd als jagdpassioniert, mutig, hartnäckig, geschickt, energiegeladen
  • Außerhalb des Revier wird seine zutrauliche, liebevolle und ausgeglichene Wesensart herausgehoben
  • Rauhaariges, hartes, kurzes und falbfarbenes Fell aus Deckhaar und reichlich Unterwolle

Den regionalen Ursprung des Basset Fauve de Bretagne zu erraten, fällt nicht schwer, schließlich trägt er einen eindeutigen Hinweis in seiner Rassebezeichnung. Denn der urtümliche kleine Laufhund stammt aus der wundervollen Bretagne in Frankreich, wo er als leistungsfähiger und gebrauchstauglicher Jagdhund für die Jagd auf Kaninchen, Hase, Fuchs, Rot-, Reh- und Schwarzwild gezüchtet wurde. Zudem wurden historisch in Frankreich alle kleingewachsenen Hunde als Basset bezeichnet, was auf das französische Wort "bas" für niedrig, tief und klein zurückgeht. Und auch seine falbfarbene Fellfarbe (=Fauve) präsentiert der Laufhund trefflich dem Leser seines Rassenamens.

Die Ausgangsrasse bei der Zuchtentwicklung des Basset Fauve de Bretagne ist sein artverwandter Griffon Fauve de Bretagne, von dem er eine Menge an Charaktereigenschaften, körperlichen Merkmalen und das Kämpferherz bei der Jagd geerbt hat.

Die Bandbreite an verschiedenen Wildarten, für deren Jagd er verwendet wird und die damit verbundenen diversen Bedingungen des Jagdreviers, erforderten einen scharfsinnigen, mutigen, robusten, zähen, hartnäckigen, wildscharfen, jagdpassionierten, arbeitswilligen, entschlossenen, widerstandskräftigen und wetterfesten Jagdhelfer. Selbst im schwierigsten Gelände kann man sich als Jagdführer auf seinen höchst anpassungsfähigen Basset Fauve de Bretagne verlassen, der sich zügig auf unterschiedliche Erfordernisse einstellt. Sei es in Sachen Gelände oder Wild. Der kleine Rassehund arbeitet stets mit großem Einsatzwille, extremer Energie, raffinierter Cleverness und enormer Effizienz unermüdlich und zielorientiert, um größtmöglichen Jagderfolg mit seinem menschlichen Jagdbegleiter einzuheimsen. Aufgeben ist für die furchtlose Kämpfernatur ein Fremdwort. Seine vorzügliche Feinnasigkeit macht ihn zu einem exzellenten Stöberer vor dem Schuss, aber ebenso wird seine tüchtige Hilfe bei der Schweißarbeit geschätzt.

Die hohe Beliebheit des Basset Fauve de Bretagne auf nationaler Ebene, der im Übrigen von Seiten des weltgrößten Kynologischen Dachverbandes FCI bereits 1963 auf internationale Ebene offiziell als eigenständige Rasse anerkannt und seither mit der Standard-Nr. 36 in der Rassenomenklatur in der Gruppe 6 "Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen" geführt wird, resultiert auf seinen exzellenten Leistungen bei der Kaninchenjagd. Dort hat sich die traditionsreiche Laufhunderasse bereits Ende des 20. Jahrhunderts einen Namen in Jägerkreisen durch ihre erfolgreiche Arbeit gemacht und zahlreiche Siegerehren bei offiziellen Arbeitstests und viel Anerkennung bei der Jägerschaft im Rahmen der praktischen Jagd im Revier eingeheimst.

Das äußere Erscheinungsbild wird von der kleinen, aber sehr kompakten Statur mit dem rauhen doppelten Haarkleid in der Fellfarbe Falb, von goldenem Weizen bis Ziegelrot, geprägt. Charakteristisch ist auch der Haarwuchs im Gesichtsbereich, der allerdings nicht zu üppig ausfällt, aber das rustikale Aussehen unterstreicht. Die Beschaffenheit des Fells schützt ihn vor diversem Wetter und kleineren Verletzungen beim Durchkämmen von Dornenhecken, Unterholz, den felsigen und bewachsenen Naturbedingungen an der Küste der Bretagne, sowie leichtem Wildkontakt. Das Aussehen wird durch den typischen Behang und den lebhaften Ausdruck seiner Augen untermalt.

Vom Wesen gilt der Basset Fauve de Bretagne im Umgang mit seinem Menschen als freundlich, liebevoll, zutraulich, ruhig und ausgeglichen. Für ihre Kontaktfreudigkeit und hervorragende Sozialverträglichkeit ist die Rasse ebenfalls bekannt. Der Basset legt außerhalb des Reviers, wo er stets mit Ernst und vollem Einsatz bei der Sache ist, ein munteres und fröhliches Verhalten an den Tag. 

Im Jagdrevier fühlt sich der Basset Fauve de Bretagne voll in seinem Element, zeigt seinen Arbeitswillen und Tatendrang, steckt im Jagdfieber und zeigt voller Einsatz und Akribie seine herausragende Brauchbarkeit und Tauglichkeit als Jagdhund. Zuhause hingegen ist der Basset nach getaner Arbeit ein angepasster, angenehmer und geselliger Hundepartner für die gesamte Familie. Denn der kleine, aber feine Basset gilt als kinderlieb, ist ein toller Spielkamerad für die jüngsten Mitbewohner und zeigt hierbei seine sanfte Ader. Allerdings ist hierfür ein respektvoller Umgang mit dem Hund das A und O.

In diesem Zusammenhang darf aber nicht außer Acht gelasssen werden, dass es sich beim Basset Fauve de Bretagne um einen Jagdhund und damit Arbeitshund handelt. Er ist für den aktiven Jagdeinsatz geschaffen worden und will sich idealerweise dabei auch einbringen, entfalten und ausleben - wird der Laufhund hingegen nicht von einem aktiven Jäger gehalten, so braucht er unbedingt adäquate Beschäftigungen, mit Jagdersatzcharakter. Hier bietet sich dann der Hundesport mit Disziplinen für die Nasenarbeit (z.B. Fährtenarbeit, ZOS, Spürhundesport, Jagility, Mantrailing etc.) prima an. Langweilige Spaziergänge werden den Basset Fauve de Bretagne nicht aus der Reserve locken und ihn auf Dauer unterfordern.

So genügsam und anspruchslos der kernige Basset daherkommt, so pflegeleicht ist er auch. Regelmäßiges Bürsten des Fells und Kontrolle der sonstigen Körperregionen ist aber dennoch Pflicht, da dies nicht nur zu einem gepflegten Äußeren, sondern zur Gesunderhaltung, Wohlergehen, Vitalität und vollen Leistungsfähigkeit beiträgt. Der Basset Fauve de Bretagne wird es euch danken und garantiert in allen Belangen zurückzahlen.

Wird der naturliebende und jagdbegeisterte Basset Fauve de Bretagne ausreichend mit geeigneten Aufgaben und Aktivitäten im Alltag gefordert und gefördert, kann er neben einer präferierten Haltung auf dem Land, auch in der Wohnung als Stadthund gehalten werden.

Rund um kann sich jeder Jäger über einen Jagdgefährten wie den Basset Fauve de Bretagne glücklich schätzen. Ebenso das Zusammenleben Seite an Seite mit der trotz seiner mäßigen Größe imposanten Hundepersönlichkeit im privaten Umfeld vollends genießen! Der Basset Fauve de Bretagne steht für einen erstklassigen Jagdhund bester Gesundheit und Konstitution, ausgesprochener Leistungsfähigkeit und -bereitschaft, Zuverlässigkeit in Person und ausgesprochen angenehmen Wesen. Körper, Geist und Herz passen beim Basset Fauve de Bretagne...

Was es sonst noch zu dem wetterfesten Allrounder mit Herz zu erzählen gibt, findet ihr zu gegebener Zeit durch die Lektüre der nachfolgenden Rassebeschreibung mit zahlreichen Infos rund um die Entstehungsgeschichte, Rassemerkmale, Erziehungsfragen, Aktivitäten, Gesundheit, Pflege, Ernährung, Haltebedingungen etc.. Auf dem Weg dahin freuen wir uns über eure Unterstützung und Mithilfe, solltet ihr besonderes Wissen zum Basset Fauve de Bretagne mitbringen und Lust haben, dies mit anderen zu teilen.

Nummer: 36
Gruppe: 6. Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1. Laufhunde
Subsektion: 3. Kleine Laufhunde
Arbeitsprüfung notwendig? Ja
Ursprung
Frankreich
Patronat -
Verwendung

Laufhund für die Jagd auf Kaninchen, Hase, Fuchs, Rehwild und Schwarzwild.

Datum der Veröffentlichung 25. März 2003
Datum der vorläufigen Bestätigung -
Datum der finalen Bestätigung 30. Oktober 1963
Link zum FCI-Standard FCI - Basset Fauve de Bretagne
Lebenserwartung
Rüden
12 - 15 Jahre
Hündinnen
12 - 15 Jahre
Widerristhöhe
Rüden
32 - 40 cm
Hündinnen
32 - 40 cm
Gewicht
Rüden
9 - 16 kg
Hündinnen
9 - 16 kg

Basset Fauve de Bretagne - Erziehung & Training
Wichtige Tipps aus erster Hand vom Hundetrainer!

Es ist nichts Geringeres als eine schiere Begeisterung, die sich bei der Entdeckung des bezaubernden Basset fauve de Bretagne in meinen Herzen entflammt. Überliefert seit dem Mittelalter, stammt diese Rasse ursprünglich aus der Bretagne, eine malerische Region in Frankreich, deren Wälder, Moorflächen und felsige Landschaften die Wiege dieser herzhaften Jagdhunde waren.

Die faszinierende Besonderheit des Basset fauve de Bretagnes – im Allgemeinen auch "BFB" genannt - liegt hauptsächlich in seiner Persönlichkeit und Erscheinung. Diese Rasse zeichnet sich durch einen kurzen, aber kräftigen Körperbau aus, der einen beeindruckenden Eindruck von Robustheit und Energie vermittelt. Ihre Größe hält sie nicht davon ab, unbändige Dynamik und Vitalität zu zeigen.

Sozialisation des Basset Fauve de Bretagne

Sozialisierung ist für den Basset fauve de Bretagne von hoher Wichtigkeit und sollte aus intensiven Übungen und Spielen bestehen, die sie geistig anregen. Es ist immer ratsam, die Sozialisierung so früh wie möglich zu beginnen und das Welpenalter zu nutzen, um gute Manieren und Verhaltensweisen einzuprägen. Ein schlecht sozialisierter BFB kann territorial und misstrauisch gegenüber Fremden werden, daher sind Geduld und Konsistenz die Schlüssel zur erfolgreichen Sozialisierung.

Grundkommandos, Gehorsamstraining, Leinentraining

Grundkommandos sind von großer Bedeutung in der Erziehung des Basset fauve de Bretagne. "Sitz", "Platz", "Bleib" und das Herankommen beim Rufen sind grundlegende Befehle, die jeder BFB lernen sollte. Gehorsamstraining ist ebenso entscheidend für den BFB, da es die Bindung unterstützt und zur allgemeinen Zufriedenheit und zum Wohlbefinden beiträgt. Beim Gehorsamstraining sollte des BFB immer mit positiver Verstärkung belohnt werden. Leinentraining ist unerlässlich für den BFB, da diese Rasse bekannt dafür ist, wilden Duftnoten zu folgen und leicht abgelenkt werden kann.

Spiel- und Apportiertraining

Spiel- und Apportiertraining tragen nicht nur dazu bei, dass der Energiebedarf des Basset fauve de Bretagne gedeckt wird, sondern auch deren geistige Stimulierung gefördert wird. Es ist wichtig, beim Spiel den Respekt vor dem menschlichen Familienmitglied zu fördern und klar zu machen, wer das Spiel kontrolliert.

Was sollten wir sonst noch zum Basset fauve de Bretagne wissen?

Als Besitzer eines Basset fauve de Bretagne ist es wesentlich, dass man genügend Zeit in die Erziehung, Sozialisierung und das Training investiert. Darüber hinaus sollte man offen für die Befriedigung seines natürlichen Jagdinstinkts durch geeignete Aktivitäten und Spiele sein.

Als erstes sind die Sozialisierung und das Training sehr wichtig. Der Basset fauve de Bretagne ist ein aktiver, intelligenter Hund, der eine stetige und souveräne Führung benötigt. Daher sind regelmäßiges Training und Sozialisierung unabdinglich.

Zweitens ist auch die mentale Stimulation sehr kritisch. Da der Basset fauve de Bretagne ein sehr intelligenter Hund ist, hat er ein starkes Verlangen, mental stimuliert zu werden. Daher sollten regelmäßige Trainingseinheiten mit mentalen Spielen und Rätseln eingebaut werden.

Drittens braucht der Basset fauve de Bretagne regelmäßige körperliche Aktivität. Sei es lange Spaziergänge, Jogging oder Hundesport - ohne regelmäßige körperliche Aktivität kann der BFB unruhig und unglücklich werden.

Viertens ist ein gesunder Lebensstil entscheidend. Ein ausgewogener Ernährungsplan, regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt und genügend Schlaf sind grundlegend, um sicherzustellen, dass der Basset fauve de Bretagne gesund bleibt.

Zusammenfassung

In der Zusammenfassung kann gesagt werden, dass das Zusammenleben mit dem Basset fauve de Bretagne sowohl eine Hingabe als auch eine Freude ist. Diese Rasse ist für aktive und geduldige Besitzer geeignet, die die Zeit und das Engagement haben, sie zu trainieren und zu sozialisieren. In den Händen eines verantwortungsbewussten und liebevollen Besitzers wird der Basset fauve de Bretagne sicherlich gedeihen und zu einem geliebten und treuen Begleiter des gesamten Haushalts werden. 

Im Idealfall sollte der Besitzer eine Person sein, die viel Zeit mit dem Basset fauve de Bretagne verbringen kann, sowohl um ihn körperlich zu stimulieren, als auch um ihn zu erziehen und mit ihm zu spielen. Darüber hinaus sollte der Besitzer auch bereit sein, in tierärztliche Versorgung und qualitativ hochwertiges Futter zu investieren. Der Basset fauve de Bretagne ist ein lebendiger, charmanter und treuer Begleiter, der das Leben jedes Haustierbesitzers bereichert. Mit korrekter Führung und Betreuung werden sie zu einem glücklichen und gesunden Mitglied der Familie.

Ralf Lügger
Hundetrainer, Hund-Mensch-Coach, Autor

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