Wasserbedarf - Wie viel Wasser sollte ein Hund trinken?

Der Wasserbedarf des Hundes hängt von verschiedenen Faktoren ab

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Zuletzt aktualisiert am: 8.5.2023

Ein Australian Shepherd trinkt Wasser aus der Flasche.jpg

Bei der Frage, wie hoch der Wasser- und Flüssigkeitsbedarf eines Hundes ist und wie viel Wasser der Hund folglich täglich für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt zu sich nehmen sollte, kommt auf diverse Faktoren an.

Denn ein winziger Chihuahua hat von Haus aus auf Grund des reduzierten Körpergewichts und seiner kleinen Größe, einen anderen Wasserbedarf, als eine Riesenrasse wie der Bernhardiner, Rhodesian Ridgeback oder die Deutsche Dogge. Zudem beeinflussen weitere Faktoren wie die Außentemperaturen, der Grad der Bewegung und Kopfarbeit, etwaige gesundheitliche Beeinträchtigungen etc. wieviel der Hund trinken muss, um keinen Flüssigkeitsmangel und entsprechende Folgen zu erleiden.

Damit der Hund also genug Wasser trinkt, liegt es auch an Herrchen/Frauchen darauf zu achten, dem Hund stets frisches Wasser im Wohnraum und im Außenbereich anzubieten. Ebenso raten wir stets bei den Aktivitäten außer Haus eine Flasche mit frischem Leitungswasser mitzunehmen, um unterwegs dem Vierbeiner ab und an mit einem kräftigen Schluck Wasser das zwischenzeitliche Trinken zu ermöglichen. Auch aus dem Tierschutzgesichtspunkt, ist dies unerlässlich, damit der Wasserhaushalt stets reguliert bleibt. Denn Durst kann quälen und zu wenig Wasser führt zu gesundheitlichen Schäden. Und hier stehen wir allesamt als Halter in der Verantwortung.

Dass der Hund ausreichend Wasser trinken sollte und muss, steht außer Frage. Ob aus Sicht der Ernährung, Gesundheit und des Tierschutzes. Wasser ist auch für Hunde lebenswichtig.

Viel Spaß bei der weiteren Lektüren!

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Warum sollte der Hund genug trinken?

Weil das trinken den Durst des Hundes stillt und seinen Wasserhaushalt im Gleichgewicht hält.

Trink, trink, Brüdelein trink - das gilt auch für den Hund. Aber bitte nur Wasser!

Die Walserkomposition von Wilhelm Lindemann, einem deutschen Komponisten, Textdichter, Musiker und Sänger aus dem Jahr 1927 lautete: Trink, trink Brüderlein trink. Hier wurde allerdings das Trinken von Alkohol besungen und wird bis heute bei diversen Festivitäten angestimmt.

Der Titel kann aber auch auf das notwendige Trinkverhalten des Hundes im übertragenen Sinn angewendet werden - aber bitte ausschließlich durch die Gabe von Wasser.

Denn ausreichend Wasser trinken sollte auch der Hund. Durch das Trinken von Wasser wird der Wasserhaushalt und -bedarf reguliert. Und dies ist am Ende des Tages für alle Lebewesen und demnach auch den Hund, überlebenswichtig.

Die Wasserzufuhr sorgt dafür, dass der Hund seinen Durst löschen kann, der Hundeorganismus mit notwendigen Mineralien und Spurenelementen (Natrium, Kalium, Eisen etc.) versorgt wird, seine Temperaturregulation gewährleistet ist, giftige Stoffe über den Harn und Wasserabgabe mit dem Urin ausgeschieden sowie die Verdauung mit dem Absetzen des Kots leichter funktioniert und bereits beim Verdauungsprozess die einzelnen Komponenten des Hundefutters getrennt und verarbeitet werden können.

Apropos: Über den Harn und Kot wird viel Wasser verloren. Zudem über die Atemwege und Haut. Ferner bei Hündinnen während der Laktation über die Gabe der Muttermilch. Da Hunde nur ganz wenig Schweißdrüsen haben (an den Pfoten) verlieren sie hierüber auch weniger Wasser.

Ein ausgeglichener Wasserhaushalt durch das Trinken von Wasser und je nach Fütterung Nahrungsaufnahme, gewährleistet die vollständige Leistungsfähigkeit des Hundes - physisch und psychisch.

Ausreichend Wasser ist für den Hund demnach ein wichtiges Lebenselixier - im Übrigen besteht auch der Hundekörper zum Großteil, wie bei uns Menschen, aus Wasser.

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Wie viel Wasser sollte der Hund täglich zu sich nehmen, damit der Wasserbedarf gedeckt ist?

Dies ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Wie viel Wasser braucht der Hunde?

Wie hoch letzten Endes der Wasserbedarf des einzelnen Hundes ist, hängt von mehreren beeinflussenden Faktoren ab. Demnach kann der täglich Wasserbedarf und wie viel Wasser der Hund zum Ausgleich des Flüssigkeitsbedarfs trinken muss, von Tag zu Tag schwanken. Warum?

Es kommt auf nachfolgende Einflussgröße an, wie viel euer Hund trinken sollte, um seinen Wasserbedarf zu decken:

  • Umfang der Bewegung und Kopfarbeit

    Es kommt darauf an, wie intensiv die täglichen körperlichen Aktivitäten und kognitiven Beschäftigungen dem jeweiligen Hund, unter Berücksichtigung der weiteren Faktoren, zusetzen und seinen Energiehaushalt im gesamten belasten. Hierzu zählt natürlich aus der Wasserhaushalt.

  • Körpergewicht und Größe

    Je nach dem ob ihr einen kleinen, mittelgroßen, großgewachsenen oder riesigen Hundepartner an eurer Seite habt, wird dessen individueller Wasserbedarf für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt aussehen. 

    Ein Rehpinscher hat einen anderen Flüssigkeitsbedarf, als ein Berner Sennenhund oder Irish Wolfhound

    Große Hunde mit mehr körpereigenem Gewicht haben einen höheren Trinkbedarf, als ihre kleinen Artgenossen - demnach müssen große Hunde im Verhältnis mehr Wasser über Tag trinken, um ihren Durst zu löschen und den Flüssigkeitsbedarf zu stillen.

  • Außen- und Umgebungstemperatur

    Es kommt ferner auf die Außen- und Umgebungstemperatur beim Aufenthalt im Wohnraum an, wie viel Wasser der Hund verliert und durch das Trinken zu sich nehmen sollte, um den Wasserverlust auszugleichen.

    Je höher die Temperatur, desto größer der Trink- und Wasserbedarf des Hundes.

    Im Sommer bei 35 Grad Celsius im Schatten, wird der Hund mehr Durst haben und ab und an Wasser trinken, als im Herbst bei 15 Grad Celsius. Gleiches gilt beim Verweilen im Wohnraum. Solltet ihr mit eurem Hund direkt unter dem Dach wohnen und die Sonne das Haus aufheizen, so hat der Hund einen ebenso höheren Trinkbedarf, wie auch wir Menschen. Sollte der Wohnraum im Winter durch den Kamin, Kachelofen oder die Heizung stark temperiert sein, so kann der Trinkbedarf ebenfalls zunehmen.

  • Art der Fütterung

    Besteht die Fütterung des Hundes aus Nassfutter, so führt der Hund bereits über das Fressen einen Großteil Wasser seinem Körper wieder zu. Hier werden bis zu 80% des Tagesbedarfs bereits durch den Wasseranteil des Nassfutters gedeckt.

    Ähnlich sieht es bei der Rohfütterung (Barfen) aus. Hier kommt es aber auf die verarbeiteten Zutaten an und wieviel wasserhaltige Produkte gereicht werden (z.B. Gemüse, Obst, Fleisch).

    Wird dem Hund aber ausschließlich Trockenfutter gereicht, wird er sogar noch mehr Durst entwickeln und erhält über das Hundefutter keinerlei Wasser - in diesem Fall muss für stetigen Wasserzugang gesorgt sein, damit der Hund bei Verlangen stets Wasser trinken kann, um das situative Durstempfinden zu befriedigen und seinem Körper notwendiges Wasser zuzuführen. Damit wird ein Teil des Wasserbedarfs gedeckt.

  • Gesundheitliche Beeinträchtigungen und Stress

    Hin und wieder trinkt der Hund ungewöhnlich viel. Der Hund hat ständig Durst und süffelt auffällig viel Wasser. Dies kann symptomatisch auf Wassermangel, aber auch diverse Krankheiten beim Hund hindeuten. So z.B. bei Diabetes Mellitus, Cushing Syndrom, Morbus Addison oder Blasenentzündung etc. 

    Ebenso kann starker vermehrter Durst aber auch ein Indikator für eine mögliche Vergiftung sein.

    Trinkt der Hund unnormal viel Wasser, dann sucht sicherheitshalber einen Tierarzt auf! In diesen Fällen muss der Hund untersucht und der Ursache auf den Grund gegangen werden.

    Hat der Hund auf Grund eines bestimmten krankheits- oder verletzungsbedingten Auslösers Fieber, Durchfall oder erbricht sich, so muss man als fürsorglicher und sorgsamer Halter schauen, dass der leidende Vierbeiner genug Wasser zu sich nimmt, da in diesen Fällen der Wasserverlust in die Höhe steigt. Dies ist beim Hund nicht anders, als bei uns Menschen.

    Diverse Arzneimittel verursachen Durst und demnach das Bedürfnis mehr Wasser als sonst zu trinken. Dies gilt beispielsweise für Diuretika, die für eine gezielte Entwässerung eingesetzt werden, oder Cortisonpräparate.

    Auch in Stresssituationen kann das Trinkverhalten sich merklich ändern und der Hund mehr Wasser zu sich nehmen.

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Wasserbedarf: Gibt es eine Faustformel, wie viel Wasser der Hund täglich trinken sollte?

Man geht von 40-50 ml Wasser pro Kilogramm Gewicht aus.

Variabler Anhaltswert je nach Fütterung, Aktivitätsgrad, Außentemperatur etc.

Bei der Recherche stößt man im Internet und diversen Publikationen auf recht unterschiedliche Meinungen, wie viel Wasser das jeweilige Hundeindividuum täglich als Richtwert zu sich nehmen sollte, um seinen Wasser- und Flüssigkeitsbedarf durch die Wasserzufuhr zu regulieren.

Breite Anerkennung haben die publizierten Anhaltswerte von Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Meyer und Prof. Dr. Jürgen Zentek (Leiter des Instituts für Tierernährung der FU Berlin). So besagen die Richtwerte aus dem Buch "Ernährung des Hundes. Begründet von Helmut Meyer. Grundlagen - Fütterung - Diätetik", dass ein gesunder Hund, 40 bis 50 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht benötigt. Dieser Richtwert gilt für eine Umgebungstemperatur von 20 Grad Celsius und steigt entsprechend bei höheren Temperaturen überproportional an. Ebenfalls spielen die Fütterungsart, Verwendung (Belastungsintensität) etc. wie bereits erwähnt, eine wesentliche Rolle und können die nötige Menge an zuzuführendem Wasserbedarf, deutlich verändern.

Wird beispielsweise ein Hund im Hochsommer jagdlich geführt oder beim Hundesport bewegungsseitig stark gefordert, so wird der Flüssigkeitsbedarf erheblich zu den vorgenannten Normalwerten steigen - sprich, der Hund muss mehr Wasser trinken oder über seine Nahrung aufnehmen.

Der Wasserbedarf beim Hund ist individuell und situativ sehr unterschiedlich!

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Worauf muss ich beim Reichen von Wasser beim Hund achten?

Quantität, Qualität, Temperatur etc. müssen stimmen

Wasserbedarf: To-do´s in Sachen Wasser für den Hund

  • Das Trinkgefäß sollte regelmäßig gereinigt werden
  • Der Wassernapf muss immer gut gefüllt sein
  • Das Wasser stets frisch halten und regelmäßig austauschen
  • Die Wassertemperatur sollte nicht zu kalt sein - Raumtemperatur ist ideal
  • Der Wasserzugang muss rund um die Uhr gewährleistet sein
  • Unterwegs stets eine Flasche mit frischem Leitungswasser dabei haben
  • Regelmäßige Trinkpausen während der Aktivitäten einlegen
  • Bei Leitungswasser auf die örtliche Qualität achten

Wasserbedarf: No-Go´s in Sachen Wasser für den Hund

  • Alternativ an Pfütze oder stehendem Gewässer trinken lassen (Vergiftungsgefahr!)
  • Nachts dem Hund das Trinken von Wasser zu verwehren
  • Keine alkoholischen, gesüßten oder sonstigen Getränke (Tee, Kaffee etc.) reichen
  • Auf Sprudelwasser verzichten, da manche Hunde dies verweigern oder nicht vertragen
  • Nicht aus Toiletten trinken lassen (Vorsicht vor Bakterien, Chemikalien usw.)
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Wasserbedarf - Wann trinken Hunde für gewöhnlich?

Nach dem Fressen, nach Aktivitäten und wenn sie Durst haben.

Prinzipiell muss der Hund immer trinken können

Nach dem Fressen wird der Hund ca. 1-2 Stunden später das Bedürfnis haben Wasser zu trinken. Der Hintergrund liegt womöglich laut den Ausführungen von Prof. Dr. Jürgen Zentek darin begründet, dass das für den Verdauungsprozess in den Darmbereich eingeströmte Wasser aus dem Körper, durch das Trinken wieder aufgefüllt wird.

Ferner haben Hunde während und unmittelbar nach den Aktivitäten das Verlangen, Wasser zu trinken.

Aber auch nachts steigt häufig das Bedürfnis, ab und an den Weg zum Wassernapf zu suchen.

Apropos Bedürfnis: Trinken gehört zu den existentiellen Grundbedürfnissen wie das Fressen zum satt werden und die Suche nach Sicherheit. Ohne Wasserzufuhr kann ein Hund nur wenige Tage überleben - auf Futter kann er hingegen ein erheblich längere Zeit verzichten.

Fazit: Der Frischwasserzugang muss für den Hund Tag und Nacht, sowie unterwegs immer gewährleistet sein.

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