Berner Sennenhund

Liebevolle Familienhunde aus der Schweiz

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Zuletzt aktualisiert am: 5.12.2023

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Berner Sennenhund

Das wichtigste in Kürze

  • Großgebauter, muskulöser und kräftiger Rassehund aus der Schwiz
  • Wachsam, arbeitswillig und arbeitseifrig
  • Als Hofhund, für Hütearbeiten und Transportieren von Lasten gezüchtet
  • Heute beliebter, gutmütiger, anhänglicher und führiger Familienhund
  • Dreifarbiges glänzendes Haarkleid in Schwarz, Braunrot und Weiß ist ein "Markenzeichen"

Der Berner Sennenhund gehört zu den vier verschiedenen Hunderassen der Schweizer Sennenhunde und ist die zweitgrößte dieser Bauernhunde, die u.a. für das Bewachen von Haus und Hof, als Zughunde und für diverse Arbeiten rund um das Treiben von Vieh und Nutztieren eingesetzt wurde.

Heute findet man die Rasse neben dem Einsatz als Arbeitshund, auf Grund seines gutmütigen, friedvollen, führigen und anhänglichen Wesen mit ausgeglichenem Temperament, häufig als klassischen Begleit- und Familienhund an der Seite etlicher Hundehalter auf der ganzen Welt.

Nicht umsonst belegt der Berner Sennenhund regelmäßig einen der vordersten Plätze in der Beliebtheitsskala. Warum?

Das erfahrt ihr in epischer Breite durch die Lektüre unseres Rasseporträts, das u.a. auf die Entstehungsgeschichte, Rassemerkmale, Verwendungsmöglichkeiten, Beschäftigungsformen, Erziehungstipps, Haltebedingungen uvm. eingeht und euch sicher wertvolle Tipps an die Hand gibt.

Vielleicht heisst es am Ende des Tages: Der Berner Sennenhund ist genau der passende Partner für euren Alltag.

Nummer: 45
Gruppe: 2. Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
Sektion: 3. Schweizer Sennenhunde
Subsektion: -
Arbeitsprüfung notwendig? Nein
Ursprung
Schweiz
Patronat -
Verwendung

Ursprünglich Wach-, Treib- und Zughund auf den Bauernhöfen im Kanton Bern, heute auch Familien- und vielseitiger Arbeitshund.

Datum der Veröffentlichung 25. März 2003
Datum der vorläufigen Bestätigung -
Datum der finalen Bestätigung 26. Juli 1954
Link zum FCI-Standard FCI - Berner Sennenhund

Wie entstand unser Rassenname?

Zunächst einmal muss man sagen, dass unser herkömmlicher Rassenamen Dürrbächler war. Auch der Namen Dürrbachhund gibt es nachweislich. Aber warum Dürrbächler? Im Kanton Bern, genauer gesagt bei Riggisberg, gab es den Weiler und Gasthaus Dürrbach, wo wir vermehrt vorgekommen sind. Ein Weiler, eine kleine Wohnsiedlung mit wenigen Gebäuden, den es zu beschützen galt.

Den Namen Berner Sennenhund verlieh man uns erst nach 1910, nachdem die ersten Hundeschauen mit uns stattfanden. In Anlehnung an die sonstigen Schweizer Sennenhunde, gab man uns auf Grund der Region Bern, von der wir stammten, den Zusatz Berner Sennenhund.

Welches Problem sollten wir lösen?

Unsere Halter waren seinerzeit überwiegend Bauern und Hirten. Diese hielten zahlreiche Tiere und Vieh. Man wohnte in ganz kleinen Siedlungen, die man Weiler nannte. Eine Ansammlung von wenigen Gebäuden. Die Gefahren, mit denen man leben musste, waren bedeutend größer wie heute. Einerseits gab es wilde Tiere, die ständig auf der Suche nach etwas zu fressen waren. Dies waren Bären, Wölfe, Wildkatzen u.a.. Des Weiteren mussten sich die Bauern auch vor Dieben und Eindringlingen schützen. Man besaß nicht viel, aber das Wenige wollte man in Sicherheit wissen und daher griff man in der Regel auf einen tierischen Partner zurück.

Wie wurden wir eingesetzt?

Da wir als Arbeitshunde gezüchtet wurden, war unsere Aufgabe das Vieh unserer Herrchen zu treiben, zu hüten und vor den Gefahren wie Mensch und Tier zu beschützen. Wenn das liebe Vieh an einen bestimmten Ort zum Weiden sollte, durften wir dieses dorthin treiben. Wir waren verantwortlich dafür, dass kein Stück Vieh verloren ging oder verletzt wurde. Wir mussten dann vor Ort unsere Umgebung aufmerksam im Auge halten und bei drohender Gefahr rasch und konsequent reagieren. Wir wurden als Hüte-, Treib- und Wachhunde gehalten. Auch vor die Karren unserer Halter, zum Transport verschiedenster Dinge zu den Märkten, wie selbstgemachte Körbe, Käse und Milch, wurden wir auf Grund unserer körperlichen Voraussetzungen gespannt. Diese Aufgaben als Zughund waren teilweise sehr beschwerlich, da die Region der Alpen viel Berg- und Talstrecke bedeutet. 

Wo stammen wir her?

Wir Berner Sennenhunde haben unsere Wurzel in der schönen Schweiz. Wir stammen aus der Region Bern. 

Der Dürrbächler, wie der heutige Berner Sennenhund ursprünglich hieß, entstammt den Bauern- und Hofhunden aus dem Kanton Bern.

Welche Rassen sind unsere Vorfahren?

Wer auch immer unsere Vorfahren waren, konnte bis heute nicht nachweislich erforscht werden. Es gibt sowohl Thesen, dass römischen Legionen beim Überqueren der Alpen ihre Mastiffs und Molosser mitbrachten, diese sich mit einheimischen Hunden kreuzten und hieraus der Berner Sennenhund entsprang. Die römischen Einheiten sollen die Hunde als Wachhunde bis zu ihrem Abzug gehalten haben. Es gibt aber keine konkreten Nachweise hierfür. Weitere Vermutungen besagen, dass Schäferhunde, Neufundländer und Bernhardiner mit eingemischt wurden. Zu guter Letzt kann man immer wieder lesen, dass unsere Vorfahren auf die Tibetanische Dogge zurückgehen sollen. Auf Grund verschiedenster Knochenfunde kam die Vermutung auf, dass hieraus der Berner entstanden ist. Aber wie gesagt, genaue belegbare Erkenntnisse gibt es bis heute nicht. Also wir kennen unsere Urahnen nicht, schade, aber es ist nun mal so, vielleicht kommt eines Tages etwas Licht ins Dunkel.

Wie haben wir uns auf der Welt verbreitet?

Die benannten Dürrbächler nahmen bereits in den Jahren 1902, 1904 und 1907 an Hundeausstellungen teil. Bei einer internationalen Schau 1904 wurden direkt vier von uns Exemplaren ausgezeichnet.  Diese wurden in das Schweizer Hundestammbuch aufgenommen, wodurch der Status des Rassehundes manifestiert war.

Als Stammmutter gilt die Hündin Belline, die Rüden Prinz, Ohyla und Ringgi sind ebenfalls vermerkt worden.

Mehrere Züchter aus der Gemeinde Burgdorf im Kanton Bern taten sich zusammen und wollten die Rasse fortan rein züchten. Hierdurch entstand der Schweizerische Dürrbach-Klub, der die ersten Rassekennzeichen als Standard aufstellte. Der Kynologe Prof. Heim stellte dabei eine wichtige Rolle dar. Bereits kurze Zeit später im Jahr 1910, waren bei der Hundeausstellung in Burgdorf, 107 Hunde mit von der Partie. Ein rasanter und deutlicher Anstieg, der unsere steigende Beliebtheit aufzeigte.

Nach der Umbenennung in Berner Sennenhund, auf Grund seiner regionalen Herkunft und auf Vorschlag von Prof. Heim, verbreitete sich die Hunderasse mit großer Geschwindigkeit zunächst in der ganzen Schweiz, um kurze Zeit später auch über die Schweizer Landesgrenze bekannt zu werden.

Daraufhin gelangte der Berner Sennehund auch nach Deutschland. Der erste Berner Sennenhund, der auf deutschen Boden kam, hieß Senn vom Schlossgut. Der erste Verein wurde 1923 gegründet, mit dem Namen Schweizerischer Sennenhund-Verein für Deutschland. Da in den 30er Jahren die Berner Sennenhunde immer häufiger auf internationalen Schauen anwesend waren, erhielt die Hunderasse viel mehr Aufmerksamkeit bei der breiten Masse.

Somit konnte es auch nicht mehr lange dauern, bis die ersten von uns Exemplaren auch in England, Niederlande, Schweden, Frankreich und weiteren europäischen Ländern und in Amerika auftauchten. Damit haben wir sukzessive die Herzen zahlreicher Hundehalter und Berner Sennenhunde-Liebhaber erobert - dies gilt bis heute.

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Aktuelles zum Berner Sennenhund

Wie beliebt ist der Berner Sennenhund und wie wird er heute eingesetzt?

Beliebtheit der Rasse heute

Es gibt vier verschiedene Sennenhunde, wir Berner sind die bekannteste Art und auch die beliebteste. Immer mehr Anhänger in der Schweiz, Deutschland und Österreich und auf der gesamten restlichen Welt, greifen auf unsere Hunderasse als Familienhund zurück. Laut der Statistik des Verband des Deutschen Hundewesen e.V. (VDH) sind im Jahr 2020, 818 Berner Sennenhund Welpen von VDH-Züchtern gemeldet worden. Somit lag unsere Hunderasse unter den ersten 20 des Ranking, was auch die Beliebtheit bei den potentiellen Käufern und Haltern widerspiegelt.

Verwendung heute

Heutzutage werden wir Berner Sennenhunde überwiegend als Begleithunde und Familienhunde gehalten.

Ferner dienen wir unseren Haltern und Bezugsmenschen hier und da als unermüdliche und kräftige Arbeitshunde.

Teilweise findet man Exemplare von uns als aktiver Rettungshund bei Rettungshundestaffeln für den Einsatz in Katastrophengebieten und Suche nache Vermissten.

Zudem trifft man immer wieder auf Berner Sennenhunde in Funktion eines Therapiehundes, beim therapeutischen und tiergestützten Behandlungseinsatz hilfsbedürftiger Menschen. 

Zu guter Letzt darf auch die vereinzelte Verwendung als speziell abgerichteter Assistenzhund nicht unerwähnt bleiben, denn auch hierfür sind Berner geeignet und bringen die Fähigkeiten für die Spezialausbildung mit. 

Kurz: Berner Sennenhunde sind äußerst talentierte und vielseitig verwendbare Hunde.

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Wie ist es um die Physis des Berner Sennenhundes bestellt?

Welche körperlichen Rassemerkmale bringt der Berner Sennenhund mit und welche Vor- und Nachteile hängen mit ihnen zusammen?
Lebenserwartung
Rüden
8 - 10 Jahre
Hündinnen
8 - 7 Jahre
Widerristhöhe
Rüden
64 - 70 cm
Hündinnen
58 - 66 cm
Gewicht
Rüden
38 - 50 kg
Hündinnen
35 - 48 kg

Allgemeines Erscheinungsbild

Wir Berner Sennenhunde gehören zu den großen Hunderassen. Wenn wir in Erscheinung treten und mit unserem raumgreifenden Gang auf euch zukommen, dann sind die meisten von euch von unserer Gesamterscheinung eingenommen. Unser glänzendes Fell hat eine eine wunderschöne Farbkombination und unser Blick wirkt direkt sehr treu und lieb. Deshalb mögt ihr und eure Kinder uns auch so gerne als Familienhund bei euch zu Hause. 

Unser Körperbau sieht kräftig aus und trotz unseres langen Haarkleids scheint die starke Muskulatur ab manchen Stellen durch und man kann erahnen, welche Kraftpotentiale in uns stecken. Das mussten wir ja bekanntlich auch in früheren Zeiten durchaus regelmäßig zeigen, indem wir die Karren unserer damaligen Halter von ihren Höfen zu den Märkten zogen. Und das in der Schweiz wo es mehr Berge gibt wie gerade Strecken. 

Unser Kopf ist stark ausgeprägt und passt wunderbar zur Gesamtproportion. Wenn wir euch mit unseren dunkelbraunen und mandelförmigen Augen anschauen, dann ist es um euch passiert und wir sehen aus, als ob wir keiner Fliege etwas antun könnten. Stimmt ja prinzipiell auch, aber in der Not sind wir stark und groß genug, um als Sieger vom Platz zu gehen. Auch dass mussten wir früher schließlich unter Beweis stellen, da wir zum Schutz und der Bewachung der Siedlung und des Eigentums unserer Herrchen eingesetzt wurden. Wir mussten Diebe und andere menschliche Eindringlinge verscheuchen und gegen wilde Tiere durchsetzen, damit diese das Vieh nicht reißen konnten.

Mutter Natur hat uns dann in die Kategorie der Hunderassen mit Hängeohren einsortiert. Ja diese sind durch die Behaarung weich und knuddelig. Ihr schmust eh gerne mit uns rum, dass genießen wir ja auch. 

Wir Berner haben einen schwarzen Nasenschwamm mit gut ausgebildeten Öffnungen, mit denen wir hervorragend allerlei Düfte und Gerüche wahrnehmen können. Der Nasenschwamm ist quasi unsere Nasenspitze.

Die Maulpartie mit unserem mittellangen Fang ist ebenfalls gut ausgeprägt, so dass wir als Gebrauchshund und zur Nahrungsaufnahme immer genug Platz im Maul haben. An unserem Maul befinden sich die schwarzen enganliegenden Lefzen.

Zum Zupacken und Fressen hat man uns mit einem optimal funktionierenden Scherengebiss ausgestattet. Wenn wir also zubeißen, greifen die oberen Zähne wie eine schließende Schere in die unteren. Damit haben wir genug Power um zuzupacken.

Da wir früher ja auch als Zughunde genutzt wurden, half unsere stark muskulöse Halspartie hierbei sehr gut weiter, um genug Kraft auf die Straße zu bringen. Der große Brustbereich gab uns genug Luft und Raum für derartige Anstrengungen. Ja auch die inneren Organe haben dadurch genug Platz um gut entwickelt zu sein.

Unser gesamter Knochenapparat ist stark gebaut, was uns als Gebrauchshund für die verschiedenen Tätigkeiten, die wir ausüben sollen, sehr entgegen kommt. 

Für die weiten und belastenden Strecken seinerzeit und auch für die notwendige Spritzigkeit wenn es galt Gefahren abzuwehren, halfen uns unsere stark muskulösen Oberschenkel an den Hinterläufen. Auch unsere Unterarme an den Vorderbeinen sind sehr kräftig. Wenn ihr uns von vorne betrachtet, sehen die gerade und parallel stehend aus, die Beine sind etwas breiter auseinander. Nein wir sind keine Proleten mit breiten Armen. Wir wirken dadurch einfach stabil und gut ausgebildet.

Um vernünftig durch das Leben zu laufen, hat man uns gutes Schuhwerk verpasst. Unsere Pfoten sind insgesamt der Größe entsprechend gut ausgeprägt, aber kurz und rund. Hiermit haben wir eine gute Standfestigkeit.

Zu guter Letzt sind wir mit einer relativ langen Rute also Schwanz ausgestattet, der bis zum Sprunggelenk und darüber reicht. Der Schwanz ist stärker behaart und buschig. Wenn wir ruhig und entspannt sind, dann hängt dieser herab.

Fellfarben & Fellarten

Felldichte dicht
Fellstärke -
Fellform wellig
Fellhärte weich
Felllänge lang
Unterwolle Ja
Fellmuster dreifarbig, Abzeichen, Brand, Blesse
Fellfarbe Schwarz, Braun, Weiß

Unser Haarkleid ist eine unserer positiv auffallenden Merkmale, da es unser äußeres Erscheinungsbild maßgeblich prägt und damit unser attraktives Äußeres stark beeinflusst. Jeder der uns in Augenschein nimmt, ist von dem Glanz und der Farbkombination begeistert - man findet uns schön... Man will uns anfassen und streicheln, was wir natürlich genießen. Das Fell ist weich und ein wenig wellig. Die Haare sind lang und schlicht. Gegen Kälte sind wir sehr gut durch die Unterwolle geschützt, sie bietet uns ausreichend Wärme an kalten Tagen.

Von den Farben her, sind wir mit drei sehr schön harmonierenden Farben beschenkt worden. Die Grundfarbe ist schwarz. Diesen Teil tragen wir wie einen angefertigten Mantel, der dann mit rotbraunen und weißen Stellen geschmückt ist. Die braunroten Stellen befinden sich an den Backen, an den Vorder- und Hinterläufen, über den Augen und im Brustbereich.

Die weißen Abzeichen sind im Hals- und Brustbereich angeordnet. An der Schwanzspitze haben wir ebenfalls unser weißes Fell. Die Pfoten sollten auch weiße Abzeichen tragen. Die Kopfpartie ist ebenfalls mit einer weißen Zeichnung wunderschön belegt.

Körpermaße

Wir Berner sind eine größere Hunderasse, die auch genug Gewicht mit sich herumträgt. Und dennoch sind wir äußerst bewegliche Hunde. 

Von den Körpermaßen her sind die Rüden die etwas größeren und schwereren Exemplare. 

Die Widerristhöhe bei den Rüden liegt zwischen 64 und 70 cm. Die Idealgröße wird mit 66 bis 68 cm bescheinigt. Beim Gewicht gibt die Rassestandardbeschreibung der fci keine Vorgaben. Ihr findet uns männlichen Exemplare, je nachdem wie gut wir im Futter stehen, zwischen 38 und 50 kg.

Die Damen sind etwas kleiner und erreichen eine Widerristhöhe 58 bis 66 cm. Das Idealmaß wird uns Berner Sennen Hündinnen mit 60 bis 63 cm attestiert. Beim Körpergewicht sind wir auch etwas leichter als die Herren - hier erreichen wir Berner Sennenhündinnen Werte von 35 bis 48 kg.

Stärken

Unser Haarkleid ist so ausgestattet, dass wir äußerst kalte Temperaturen gut wegstecken. Das war auch seinerzeit beim Einsatz in den Alpen enorm wichtig. Wie sollen kalte Muskeln gut arbeiten können? Schaut euch Sportler an, die sich nicht warm gemacht haben und folglich häufig Verletzungen davontragen und in ihren Abläufen träge wirken.

Trotz unserer Körpergröße und des Gewichts sind wir nach wie vor sehr agile und bewegliche Hunde. Unser Knochenbau ist extrem stark, was uns vor Knochenverletzungen gut schützt.

Des Weiteren haben wir an den richtigen Stellen starke Muskeln und sind daher für die Aufgaben eines Gebrauchshund extrem gut veranlagt. 

Stärken

  • Beweglichkeit
  • Geländegängigkeit
  • Eindruck von Wach- und Schutztauglichkeit
  • Hütehundtauglichkeit
  • Zughundetauglichkeit
  • Belastbarkeit
  • ausreichend Platz für innere Organe
  • stabiles Skelett
  • imposantes Bellen
  • Robustheit
  • stabiler Stand
  • Verletzungsresistenz
  • Wehrhaftigkeit
  • Widerstandsfähigkeit
  • Kälteresistenz
  • Nässeresistenz
  • Schneeresistenz
  • Windresistenz

Schwächen

  • hoher Futteraufwand
  • Fellwechsel 2 mal jährlich
  • Haarverlust ganzjährig
  • hoher Pflegeaufwand
  • großer Platzbedarf
  • viel Sabber

Schwächen

Unser Fell besteht aus langem Deckhaar und der besagten flauschigwarmen Unterwolle. Wir haaren das ganze Jahr ziemlich stark, besonders schlimm in der Zeit des Fellwechsels. Das müsst ihr leider in Kauf nehmen und öfter saugen und kehren. Da findet sich dann auch mal ein Haar oder sagen wir, eher viele Haare am Anzugbein, wenn wir uns hier anschmiegen.

Eine weitere Sache die eher zu unseren Schwächen zählt, ist das sabbern. Das kann bei der Begrüßung passieren, nach der Anstrengung, aber besonders nach dem trinken und wenn wir etwas zu essen riechen. Auch das müsst ihr akzeptieren, wenn ihr tagtäglich mit uns Bernern zusammenleben wollt.

Was wir gar nicht mögen, sind sehr heiße Tage, da wir unsere Klamotten nicht einfach ablegen können. Daher danken wir es euch, wenn ihr keine Urlaube mit uns plant, bei denen wir die Sahara durchwandern sollen oder stundenlang am Strand von Malle liegen müssen. Ausreichend Wasser, einen schönen kühlen Schattenplatz oder der angenehm temperierte Ruheplatz im Haus kommt uns mehr wie entgegen.

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Berner Sennenhund: Wesen, Charakter & Temperament

Was zeichnet das Wesen und Sozialverhalten beim Berner Sennenhund aus?

Allgemeine Merkmale

Intelligenz -
Temperament Mittel
Willenstärke -
Allein zuhause Hoch
Verfressenheit -
Jagdtrieb Gering
Wachsamkeit Hoch
Streuner-Trieb Gering
Bewegungsbedürfnis Mittel
Verspieltheit -
Mut Hoch

Allgemeine Merkmale

Temperament

Das Temperament ist bei uns Berner Sennenhunden von mittlerer Ausprägung. Wir sind keine hektischen und stressigen Zeitgenossen. Wir sind sehr ruhige, ausgeglichene und freundliche Hunde. Wenn man uns reizt, egal ob Mensch oder Tier, bleiben wir sehr lange gelassen und zurückhaltend. Unsere Reizschwelle ist extrem hoch. Man bezeichnet uns als wesensfest. Wenn es die Situation erfordert und wir dennoch reagieren müssen, können wir das mit äußerster Wucht und Lautstärke. Wir können laut und tief Bellen!

Wir sind trotz unseres bärenartigen Aussehens sehr bewegliche und agile Hunde. Das kennt man ja von Bären ebenfalls, die immer so etwas schwerlich daherkommend und träge aussehen. Aber wir sind deutlich flexibler und gelenkiger, wenn es so sein soll. Wir bewegen uns auch an sich sehr gerne, machen irgendwelche Aktivitäten und sind arbeitswillig.

Allein zuhause

Mehrere Stunden alleine zu Hause bleiben, ist kein Problem. Wir sind ja von Haus aus auch Wachhunde und müssen mit der Situation klarkommen. Wir kommen dem nach und beschützen euer Heim. Vergesst bitte nicht genug Flüssigkeit für uns im Napf zu haben und uns vor dem Alleinsein unser Geschäft gemacht lassen zu haben. 

Jagdtrieb

Unser Verhalten kennt nahezu keinen Jagdtrieb. Wir sind nie für die Jagd auf Beute gezüchtet worden, bringen daher keine Anlage nach klassischem Verständnis mit einem ausgeprägten Jagddrang mit. Hingegen ist der Hütetrieb auf Grund unserer ursprünglichen Verwendung als Hüte- und Treibhund in der Zusammenarbeit mit Nutztieren vorhanden, der auf dem Jagdtrieb basiert, allerdings nicht alle Sequenzen in der Umsetzung vorsieht, da das Töten von Beutetieren nicht angelegt ist. 

Wachsamkeit

Aber klar sind wir sehr gute Wachhunde. Diese Aufgabe mussten wir ja zeitlebens erledigen. Wir Berner haben die richtigen Charaktereigenschaften dafür von Haus aus. Wir haben Mut, sind sehr aufmerksame Hunde, die ihre Umgebung und Umwelt genau beobachten und sensibel für aufkommende Gefahren sind. Wir sind nie aggressiv, außer die Situation erfordert es von uns. Dann tun wir unseren Job als Wachhund und versuchen die Eindringlinge abzuschrecken und zu verscheuchen. Sollte das nicht gelingen dann müssen wir die Eigenschaften des Schutzhundes eben auspacken.

Streuner-Trieb

Das Herumstreunen ist überhaupt nicht unser Ding. Wenn wir gut erzogen sind, bleiben wir dort wo es uns gezeigt wird und was gerne auch unter unsere Fittische nehmen, um unser Beschützer- und Wachinstinkt ausleben zu können. 

Bewegungsbedürfnis

Wie ihr wisst, haben wir Berner Sennenhunde einen stark und kräftig gebauten Körper mit gut ausgeprägter Muskulatur. Auch wenn wir so ruhig und gelassen wirken, brauchen wir für Kopf und Körper genug Bewegung. Wir sind sehr lauffreudige und aktive Hunde. Also lastet uns bei Spaziergängen und kreativen Spielen genug aus, damit am Ende des Tages durch Einbringen unserer rassespezifischen Anlagen, wir physisch und psychisch gefordert werden und auf unsere Kosten kommen. 

Mut

Unsere imposante Körperstatur lässt uns mit Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit auftreten. Wir kommen aber garantiert nicht wie Halbstarke daher, dafür sind wir vom Wesen viel zu lieb und gutmütig. Wenn der Umstand es aber erfordert, gibt es auch die andere Seite von uns, die dann zum Vorschein kommt. Wir reagieren stets unerschrocken und furchtlos. Mit Mut und Beherztheit stellen wir Mensch und Tier, die uns, unseren Lieben oder deren Eigentum etwas wollen. Dann sind wir in der Lage durch unsere Kraft und unseren Willen die offene Konfrontation entschlossen zu suchen. Wir Berner stellen und tapfer der Gefahr gegenüber.

Sozialverhalten

Freundlichkeit zu Hunden

Normalerweise sind wir Berner sehr freundliche Hunde, die auch kein Problem zeigen, wenn wir mit anderen unserer Artgenossen zusammentreffen. Unsere Männer allerdings, dulden nicht so gerne andere Rüden in ihrem Gebiet oder noch viel schlimmer in dem Haus und Hof, dass von ihnen bewacht werden soll. Hier kann es durchaus schon mal zu aggressiven Verhalten mit Bellen und Raufereien kommen. Klassisches Revierverhalten eben. Wie die Männer auch bei euch Menschen halt mal so sind.




Freundlichkeit zu Menschen

Wir Berner Sennenhunde sind sehr freundliche Wesen. Wir reagieren auch Fremden gegenüber nicht aggressiv oder total eingeschüchtert und zurückhaltend. Nein wir begrüßen mit positiver Einstellung die Menschen, die uns begegnen.




Dominanz gegenüber Menschen

Da wir auf Grund unserer Charaktereigenschaften und unserer körperlichen Voraussetzungen es gar nicht nötig haben unsere Position in irgendeiner Art und Weise zu verbessern, werdet ihr euer gesamtes Zusammenleben mit uns nicht erleben, dass wir mit euch mit dominantem Verhalten entgegentreten. Wir haben überhaupt keine Intention mit euch Grabenkämpfe auszutragen, geschweige denn der Boss zu sein. 




Bindung zum Herrchen

Unser Charakter ist von großer Loyalität unseren Bezugspersonen gegenüber geprägt. Wir sind sehr anhänglich und wollen immer in der Näher unserer Halter sein. Unsere Hunderasse ist ein treuer Begleiter.




Erziehbarkeit

Auf Grund unserer Art kann man durchaus sagen, dass wir Berner sehr gut zu erziehen sind. Manchmal haben wir unseren eigenen Kopf und reagieren etwas stur, aber kein Problem, das kann man versuchen mit geschickten Erziehungsmaßnahmen in den Griff zu bekommen. Ist auch nur eine Kleinigkeit und überhaupt nicht stark ausgeprägt.




Kinderfreundlichkeit

Wir würden uns sehr freuen bei euch in einer kinderreichen Familie zu leben. Das ist unsere Welt. Wir wollen Spaß mit euch haben und dass ihr euch mit uns beschäftigt. Auch ihr Kleinen aus der Familie. Und wir freuen uns darauf, wenn ihr uns in den Arm nehmt und uns liebkost. Wir sind stets gute Aufpasser für euch. Wir sind der ideale Familien- und Begleithund.




Sozialverhalten

Freundlichkeit Mittel
Dominanz -
Sozialverträglichkeit -

Freundlichkeit Hoch
Dominanz Gering
Bindung Herrchen Hoch
Erziehbarkeit Hoch
Kinderverträglichkeit Hoch
Sensibilität -
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Was gibt es beim Berner Sennenhund im Hinblick auf die Erziehung zu wissen?

Welche rassespezifischen Erziehungsthemen können bei der Haltung des Berner Sennenhundes aufkommen?

Erziehungsthemen

Zu größeren Problemen sollte es bei unserer Erziehung nicht kommen. Wir sind sehr pflegeleicht was das angeht. Wir gehorchen euch, schließlich lieben wir und folgen euch. 

Da wir weder zu aggressiven Verhalten neigen, noch alles was wir entdecken fressen müssen, ist ein bestimmtes Verhaltenstraining, bei dem auftretende Probleme wegtrainiert werden, nicht angesagt.

Solltet ihr Euch aber einen Berner Sennenhund beispielsweise aus dem Tierheim zulegen, kann es natürlich sein, dass dieser Hund eine schlechte Erziehung genossen hat oder mit ihm extrem bösartig und schlecht umgegangen wurde. In einem solchen Fall ist es durchaus denkbar, dass Verhaltensweisen auftreten, die man von unserer Hunderasse so nicht gewohnt ist.

Hier können wir euch dann nur raten, einen zertifizierten Hunde- oder auch Verhaltenstrainer zu kontaktieren. Diese nehmen sich Zeit und wollen den Hund und die Hintergründe durch eine Verhaltensanalyse genau kennenlernen. Dann wird mit euch Haltern gemeinsam entschieden, was das Beste für den Hund ist und welche Trainings- und Verhaltensmaßnahmen gemacht werden sollten. Es lohnt sich, der Erfolg kommt garantiert. Schenkt uns Vertrauen und etwas Zeit.

Erziehungsthemen

  • Hund und Kind Training

Berner Sennenhund - Erziehung & Training
Wichtige Tipps aus erster Hand vom Hundetrainer!

Berner Sennenhunde sind einzigartige Begleiter, die durch ihren liebenswerten Charakter und ihren auffallenden Charme verzaubern. Sie sind robuste, kraftvolle und wunderschöne Tiere, die mit ihrer loyalen Natur, ihrem sanften Temperament und ihrer Fähigkeit, schnell zu lernen, bei Hundefreunden weltweit beliebt sind. Doch der besonderen Anziehungskraft dieses Hundes liegt eine ausführliche und engagierte Sozialisierung zugrunde, die detailliert in dieser Abhandlung behandelt wird.

Sozialisation des Berner Sennenhundes

Die Sozialisierung eines Berner Sennenhundes muss so früh wie möglich beginnen. Es ist wichtig, dass sie von Anfang an vielfältige Erfahrungen mit verschiedenen Menschen, Umgebungen und auch anderen Tieren machen. Ein gut sozialisierter Berner Sennenhund ist ausgeglichen, selbstsicher und weniger ängstlich in neuen Situationen.

Grundkommandos

Wenn es um das Training von Grundkommandos geht, sind Berner Sennenhunde von Natur aus intelligent und folgsam, aber sie sind auch sehr sensibel. Ein ruhiges, stetiges und positives Training mit viel Lob und Belohnungen ist wichtig. Zu den gängigsten und unerlässlichen Grundkommandos gehören "Sitz", "Platz", "Bleib" und "Komm". Denken Sie daran, bei diesen Kommandos immer geduldig zu sein und konsistente Anweisungen zu geben.

Gehorsamstraining – Leinentraining

Gehorsamstraining ist für diese Rasse von besonderer Bedeutung, da sie von Natur aus groß und kräftig sind. Sie benötigen eine klare, konsequente und liebevolle Führung. Ein gut erzogener Berner Sennenhund ist ein angenehmer und gehorsamer Begleiter, der bereit ist, zu gefallen.

Leinentraining ist auch unerlässlich. Berner Sennenhunde sind kräftige Tiere und können ohne angemessenes Leinentraining schwer zu handhaben sein. Ein frühzeitiges und konsequentes Leinentraining hilft, Verhaltensprobleme zu vermeiden und sicherzustellen, dass Ihr Hund unter Kontrolle ist, wenn Sie unterwegs sind.

Spiel- und Apportiertraining

Spiel- und Apportiertraining sind weitere wichtige Aspekte im Umgang mit einem Berner Sennenhund. Diese Rasse hat einen natürlichen Apportiertrieb und liebt es, mit ihrem Besitzer zu spielen und zu rennen. Diese Spiele und Übungen können verwendet werden, um sie physisch und mental zu fördern und zugleich eine starke Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund aufzubauen.

Was sollten wir sonst noch zu dieser Rasse wissen?

Der Berner Sennenhund hat seine Wurzeln, wie es der Rassename dem Leser schon verrät, in der Schweiz. Hier wurde der großgewachsene und menschenfreundliche Rassehund als Bauernhofhund gezüchtet. Heute ist der Berner Sennenhund ein äußerst beliebter Alltagsbegleiter.

Wie groß wird ein Berner Sennenhund?

Ein ausgewachsener Berner Sennenhund erreicht eine Schulterhöhe von 58-70 cm und wiegt zwischen 35 und 50 kg.

Welche Lebenserwartung hat ein Berner Sennenhund?

Der Berner Sennenhund hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 6 bis 8 Jahren. Es ist wichtig, dass diese Hunde regelmäßige tierärztliche Untersuchungen erhalten, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung bekommen, um ihre Gesundheit und Lebensdauer zu fördern.

Wie viel Bewegung braucht ein Berner Sennenhund?

Ein Berner Sennenhund ist eine große und robuste Rasse, die viel Bewegung benötigt, um gesund und glücklich zu bleiben. Idealerweise sollten sie täglich mindestens 90-120 Minuten moderate bis intensive körperliche Aktivität erhalten. Dies kann aus Spaziergängen, Spielzeit im Garten oder anderen Aktivitäten bestehen, die ihre körperlichen und geistigen Bedürfnisse erfüllen. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Bewegung dem Alter, der Gesundheit und den individuellen Bedürfnissen des Hundes entspricht.

Sind Berner Sennenhunde gute Familienhunde?

Ja, Berner Sennenhunde gelten als ausgezeichnete Familienhunde. Sie sind bekannt für ihre freundliche, geduldige und liebevolle Natur. Diese Hunde sind in der Regel sehr loyal gegenüber ihren Besitzern und haben eine starke Bindung zu ihrer Familie. Sie sind auch bekannt dafür, gut mit Kindern auszukommen und können aufgrund ihres sanften Wesens eine großartige Ergänzung für Familien sein. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Berner Sennenhunde aufgrund ihrer Größe und Energie auch ausreichend Platz und Bewegung benötigen.

Wie ist das Wesen eines Berner Sennenhundes?

Der Berner Sennenhund ist bekannt für sein freundliches, ruhiges und ausgeglichenes Wesen. Er ist loyal, anhänglich und geduldig, was ihn zu einem ausgezeichneten Familienhund macht. Zudem ist er auch wachsam und beschützend, was ihn zu einem guten Wachhund werden lässt. Diese Hunde sind in der Regel sanftmütig, liebevoll und gutmütig, was sie zu beliebten Begleitern und Haustieren macht.

Zusammenfassung

Wenn Sie Besitzer eines Berner Sennenhundes sind, ist es sehr wichtig, dass Sie Zeit, Energie und Ressourcen in sein Training und seine Sozialisierung investieren. Sie müssen hartnäckig, liebevoll und geduldig sein. Sie sollten auch bereit sein, auf die Bedürfnisse und das Wohlbefinden Ihres Hundes eingehen. Der Berner Sennenhund ist nicht nur ein Haustier, sondern ein Mitglied der Familie, und verdient Ihr größtes Engagement und Ihre uneingeschränkte Liebe.

Ralf Lügger
Hundetrainer, Hund-Mensch-Coach, Autor
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Rassetypische Krankheiten des Berner Sennenhundes

Berner Sennenhund: Welche Erbkrankheiten, genetischen Belastungsfaktoren und sonstigen rassetypischen Hundekrankheiten können auftreten?

Erbkrankheiten

Wir Berner Sennenhunde sind relativ empfänglich für die eine oder andere Erkrankung, die uns u.a. erblich mitgegeben werden. Es heißt noch lange nicht, dass bei jedem von uns die potentiellen Erbkrankheiten zwingend auftreten und ausbrechen, aber die Risikofaktoren sind gegeben. Man spricht im Fachjargon von einer Rassedisposition für eine bestimmte Krankheit.

Unter anderem ist unser Bewegungsapparat davon betroffen. Die Hüfte kann von der sogenannten Hüftdysplasie heimgesucht werden. Weiteren Ärger bereitet und die Ellenbogendysplasie, die ebenfalls das Gelenksystem befällt. Hierdurch sind einerseits die Hinterläufe und andererseits die Vorderläufe von Fehlbildungen betroffen.

Eine weitere Erkrankung tritt bei jüngeren heranwachsenden Exemplaren auf, die Osteochondrosis dissecans. Hier handelt es sich um eine Knochen- und. Knorpelerkrankung, die durch eine Störung des Knochenwachstums verursacht wird.

Eine Tumorerkrankung die auch vererblich auftreten kann und für die wir leider anfälliger sind, ist das Histiozytäre Sarkom auch Maligne Histiozystose genannt. Der Verlauf der Erkrankung ist sehr schnell und es kann nur bis zum Tod mit Medikamenten geholfen werden.

Unter einer chronischen Form von Nierenleiden, der Niereninsuffizienz, spricht man bei chronischer Nierenschwäche. Normalerweise tritt eine derartige Erkrankung bei älteren Artgenossen auf, bei uns tritt dies aber auch schon unter Umständen in einem jüngeren Lebensalter in Erscheinung. 

Eine erbliche Augenerkrankung kann uns ebenfalls treffen, es handelt sich um das Roll-Lid, das einrollen des Augenlids nach innen. Der Fachbegriff lautet Entropium.

Eine Degenerative Myelopathie wurde laut der amerikanischen Orthopedic Foundation for Animals (OFA) bei uns Berner in 10,8% der Fälle nachgewiesen. Hierbei handelt es sich um eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung.

Manche von uns leiden auch an einer Schilddrüsen-Unterfunktion. Dies führt die amerikanische Orthopedic Foundation for Animals (OFA) in ihrer Statistik auf. Es sind 2,4% von uns Berner damit erkrankt.

Mit einer Quote von 1,2% findet sich die Kniescheiben-Verrenkung, auch Patellaluxation genannt, in der seit 1974 zusammengestellten Statistik der untersuchten Hunderassen.

Natürlich wird auch bei den Untersuchungen durch die Tierärzte ein Zahnbefund erstellt, hierbei haben sich 4,1% Zahnerkrankungen herauskristallisiert.

Sonstige Krankheiten

Da wir Berner Sennenhunde mit schönen Hängeohren von Mutter Natur beschenkt wurden, kommt es durch Dreck, Nässe, Milben und andere Unreinheiten im Ohrinnern häufiger zu Ohreninfektionen. Hier könnt ihr aber Vorsorge leisten, indem ihr ab und zu die Ohren von uns anschaut und reinigt.

Des Weiteren bringen Berner Sennenhunde die Veranlagung mit, gelegentlich von der Krankheit "Meningitis-Arteriitis", eine entzündliche Erkrankung des Rückenmarks, betroffen zu sein. Auch andere mittel- und große Hunderassen, wie der Deutsche Boxer, Beagle und Nova Scotia Duck Tolling Retriever, werden die Hunde im Alter vom 6-18. Lebensmonat davon heimgesucht. Die genauen Ursachen, warum diese Hunderassen die Veranlagung zu der Meningitis-Arteriitis haben, ist unbekannt. 

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Welche Aktivitäten eignen sich für den Berner Sennenhund?

Welche Hundesportarten und Alltagsbeschäftigungen eignen sich für den Berner Sennenhund?

Passende Sportarten

Unsere Rasse wurde stets als Arbeits- und Gebrauchshund eingesetzt. Wir mussten also diverseste Aufgaben übernehmen, bei denen eine leistungsfähige Körperlichkeit gefragt war. Dass wir großen und imposanten Hunde über viel Kraft verfügen, zeigt wohl schon unser äußeres Erscheinungsbild. Aber wir sind trotz der gewaltigen Körperstatur zudem sehr beweglich und gewandt auf unseren Läufen unterwegs, arbeiten gerne und auf Grund unserer Führigkeit, gut und eingespielt mit unserer Bezugsperson zusammen.

Diese hervorragenden Eigenschaften bieten sich förmlich für den Einsatz im Hundesport an, wo wir unsere Stärken und Fähigkeiten abrufen und einbringen können. Durch die gemeisamen Sportstunden und etwaigen Erfolge bei den Wettbewerben, werden wir neben dem Spaß auch viele fördernde Punkte auf das Konto unserer Beziehung Hund-Mensch erwerben. Und letztlich sorgt es vor allen Dingen durch adäquate und sinnvolle Aktivitäten, dass wir körperlich und geistig/mental bei den Sportaufgaben gefordert und gefördert werden. Dies führt letzlich dazu, dass wir ausgelastet und zufrieden sind, da unsere individuellen Bedürfnisse, Triebe und Instinkte mit rassegerechten Beschäftigungen berücksichtigt und befriedigt werden.

Trotz aller Vorschusslorbeeren, wir sind definitiv aber keine unersättlichen Sportprofis und -narren, die sich für jede Hundesportart uneingeschränkt eignen und begeistern können, denn unser gewaltiges Gewicht zeigt uns auf natürliche Weise schon unsere Grenzen auf. Und dies gilt es unbedingt zu beachten, damit wir nicht überfordert werden und unser Körper und Geist unter den sportlichen Herausforderungen perspektivisch leiden. So sind ständige Sprünge bestenfalls zu vermeiden, da das Gewicht beim Aufkommen die Knochen, Gelenke, Bänder und Sehnen unwahrscheinlich belasten und die Verletzungsgefahr enorm begünstigen. Daher ist das Agility als beliebteste Hundesportart schlechthin, nicht so unser Ding.

Also, sowohl Hoch- als auch Weitsprung, abrupte Bewegungsänderungen, Sprints gegen Windhunde oder Hunderennen mit Ultramarathonstrecken, sind allesamt nicht unsere Paradedisziplinen und eher auf Grund unserer Körpermaße ungeeignet.

Aber keine Panik, es gibt eine Vielfalt an weiteren Sportvarianten, die viel Abwechslung sowie ausreichende physische und psychische Auslastung für uns Berner Sennenhunde bieten.

Solltet ihr uns als Berner-Welpen oder Junghund anschaffen, steht eh und je zunächst ein Besuch in der Welpenschule bzw. dem Junghundekurs an. Hier erhalten wir die notwendigen Erziehungsmaßnahmen und Sozialisierung mit anderen Artgenossen. Dies ist enorm wichtig, damit ihr mit uns viel Freude haben werdet. Kinder brauchen ja auch ihre Regeln. Da ticken wir nicht anders. 

Wenn wir die Grundschule ordentlich durchlaufen sind, gibt es weitere Erziehungskurse, die ihr mit uns zusammen belegen könntet. Ob es der Hundeführerschein oder selbst eine Begleithundeprüfung ist, steht euch je nach Zeit und Aufwand frei. Achtet nur darauf, dass es in manchen Bundesländern Vorschriften gibt, wo beispielsweise der Hundeführerschein abgelegt werden muss, um uns von der Leine lassen zu dürfen.

Diese ausbildungsseitigen Maßnahmen sind nicht nur bildend, sondern bringen vor allen Dingen auch viel kopfseitige Auslastung und sie sind in aller Regel das nötige Fundament, um auf dem Hundeplatz dann aktiv in den Hundesport einsteigen zu können, da vielfach die Grundelemente der Grundausbildung, sich in den Übungen der Sportarten wiederfinden.

Welche Hundesportarten kommen denn nun für uns Berner Sennenhunde in Frage? Wir wollen einen kurzen Überblick geben, mehr findet ihr in unserer Box "Passende Sportarten", die ihr jeweils durch Anklicken des links auch für detaillierte Infos erreichen könnt:

Bei den Hundesportarten bietet sich vor allen Dingen auch der Zughundesport an. Da wir jeher in unserer Heimat Schweiz, mit dem Ziehen von unterschiedlichsten Lasten (z.B. Fuhrwerke mit Milchkannen) betraut wurden, fühlen wir zugstarken und ausdauernden Lastentiere, uns hier pudelwohl. Vor allen Dingen können wir mit beachtlichen Leistungen glänzen.

Da unsere Nase sehr gut funktioniert, ist die Nasenarbeit mit verschiedenen Varianten wie Dummyarbeit, Flächensuche oder Zielobjektsuche ideal, um den Geruchsinn, Orientierungsvermögen und unsere Arbeitsintelligenz zu fördern. Dies lastet körperlich und in hohem Maß, geistig/mental aus, da wir unwahrscheinlich konzentriert mit all unseren Sinnen arbeiten müssen.

Beim Mantrailing wird die Personensuche mit Hilfe eines Gebrauchshundes trainiert. Hier nehmen wir die individuelle Duftnote von einem vermissten Menschen auf und versuchen diesen durch Verfolgen der Duftspur, aufzuspüren. Das Mantrailing wird hier sowohl als klassische Hundesportart angeboten, kann aber auch im Rahmen des Rettungshundesport ausgeübt werden. Im realen Leben kommen wir Berner Sennenhunde als zuverlässige Helfer im Rettungshundewesen zum Einsatz, um vermisste und verunglückte Menschen durch deren Geruch zu suchen und retten.

Zu guter Letzt, ist die Hundesportart Obedience bestimmt eine schöne Alternative, um den Gehorsam anhand verschiedener Übungen im Zusammenwirken mit unserem Hundeführer zu meistern und möglichst zügig vorzuführen.

Aktivitäten für jeden Tag

Der Hundesport ist nur ein Eckpfeiler, der zur rassespezifischen Auslastung eines Hundes beiträgt. Denn der größte Teil des Hundealltags wird nicht auf dem Hundeplatz im Hundesportverein oder der Hundeschule stattfinden, sondern in der gewohnten häuslichen Umgebung und im Freien, sei es nun im Wald, Feld, Hundewiese, Garten etc.

Seid also kreativ und stellt uns ein Beschäftigungsprogramm für den Alltag zusammen, das unsere körperlichen Eigenschaften und wesensseitigen Anlagen berücksichtigt, damit wir arbeitseifrigen, gebrauchstauglichen und vielseitig talentierten Hunde, uns rassegerecht einbringen, entfalten und ausleben können. Es bedarf folglich einem ordentlichen Mix aus körperlicher und kopfseitiger Arbeit, deren Ausübung für uns Berner Sennenhunde sinnvoll erscheint, damit wir mit Leib und Seele, großer Leidenschaft und vollem Engagement, die Aufgaben annehmen und umsetzen. Und das am liebsten mit unseren Bezugsmenschen im Team.

Bis auf das Lastenziehen, das wir tatsächlich durch unsere Rassehistorie und Körperlichkeit aus dem Effeff beherrschen, sind wir mit Geduld in der Lage, unzählige Dinge zu lernen und dann auslastungsseitig regelmäßig zu unternehmen. Denn wir werden durch uns Vielseitigkeit als Allrounder beschrieben.

Nun wollen wir euch einige Möglichkeiten aufzeigen, wie ihr im Hinblick auf Beschäftigung und Auslastung uns Bernern eine große Freude bereiten könnt, uns gleichzeitig im normalen Hundealltag bewegt, sowie Sinne und Grips zum Arbeiten bringt:

Um unserer Bewegungsfreude nachzukommen, bieten sich als tägliche Basis, ausgedehnte und abwechslungsreiche Spaziergänge in der weitläufigen Natur an, da dann neben der läuferischen Bewegung, auch diverse Umwelteinflüsse auf uns einwirken, unsere Sinne und Triebe ansprechen und folglich mental auslasten.

Aber wir sind auch der ideale Begleiter für eine schöne Wanderung durch Wald, Wiesen und Weinberge. Nur das Klima dafür sollte angenehm und nicht zu heiß sein. Lieber der Schnee und etwas kältere Temperaturen, das kommt uns sehr entgegen, dafür ist unser Pelz geschaffen und wir sind dieses von unserer schweizerischen Herkunft gewohnt.

Neben der ausgiebigeren Hunderunden, sorgen ausreichend Gassirunden für weiteren Auslauf und die nötige Zeit, um uns lösen zu können.

Unterwegs auf unseren täglichen Runden, wären wir für etwas spielerische Abwechslung sehr dankbar. Denn damit wird aus der stupiden Schnüffelrunde, ein Feuerwerk an diversen physischen und psychischen Herausforderungen. Dies sorgt dann dafür, dass wir in einem Zeitrahmen von 1-1,5 Stunden mehrere Aktivitäten miteinander kombinieren, unterschiedlichste Reizpunkte gesetzt werden, die nicht nur unser Laufvermögen alleine ansprechen, sondern uns erheblich vielfältiger fordern. Warum also nicht das Apportieren in verschiedenen Formen mit Frisbee, Ball oder sonstigem Wurfgerät oder Suchaufgaben mit Futterdummy oder versteckten Leckerchen an der Baumrinde, unter Laub etc. einbauen. Vielleicht gibt es auch in der Nähe die Möglichkeit uns Schwimmen zu lassen und hierbei das Apportieren zu trainieren. Ebenso freuen wir uns zum Spielen und Toben mit Artgenossen auf einer Hundewiese zusammenzukommen, wo wir einfach mal Hund sein dürfen und das innerartliche Verhalten in all seinen Facetten trainieren und ausleben können.

Das Üben und Einstudieren von Hundetricks beim Trickdog oder spezieller Verhaltensaufbau runden das Kopfprogramm ab, sorgen zudem für weitere Bewegung.

Zu guter Letzt wollen wir aber auch nochmals auf unsere besondere Befähigung als Zughund zurückkommen. Hier gibt es viele Varianten, wie ihr unsere enormen Zugkräfte im Alltag einbauen könnt. Angefangen vom Schlitten- und Bollerwagenziehen, wenn die Kinder durch die Felder gezogen werden sollen, oder ihr uns auf Vatertagstour mit dem Ziehen des Bierwagens betraut. Ebenso können wir die Einkäufe im Hundewagen nach Hause transportieren, euch im Wald beim Holzholen unterstützen oder bei Baumaßnahmen am Haus, den Schutt wegfahren - natürlich alles nur im Rahmen.

Wie ihr sehr, gibt es eine große Bandbreite, wie ihr uns Berner Sennenhunde im Alltag beschäftigen und auslasten könnt. Schaut einfach wie wir uns unser Hundeherz auf neue Ideen anspringen, es finden sich sicherlich noch viele weitere Alltagsaktivitäten, mit denen wir uns gerne bespaßen lassen.

Aktivitäten für jeden Tag

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Das sind die Anforderungen für die Haltung eines Berner Sennenhundes

Welche Besonderheiten sind im Hinblick auf Haltebedingungen, Zeit- und Kostenaufwand beim Berner Sennenhund zu beachten?
Pflege Hoch
tägliche Aktivitäten Mittel
Gassi gehen Mittel
Erziehung Gering

Anforderungen an den Hundehalter

Wir Berner Sennenhunde stammen aus der schönen, ruhigen und beschaulichen Schweiz. Dort gibt es unwahrscheinlich viel Natur mit hohen Bergen, satten Wiesen und großen Seen. Hier haben wir unseren Ursprung und demnach ist auch unser Charakter, als auch viele körperlichen Merkmale für diese Region optimal geschaffen worden. Warum wir euch das so erzählen? Ganz einfach. Wir genießen es in solch einer Umgebung unser zu Hause zu haben. Wir wollen also viel lieber auf dem Land wohnen als in der Stadt. Die Stadt ist deutlich stressiger, bietet weniger Platz und bedeutet viel weniger Natur. 

Ok, wenn ihr dort wohnt und dennoch mit den Gedanken spielt euch einen von uns zu Berner kaufen, dann bitte mit ausreichend Platz in der Wohnung, damit wir uns bewegen können und einen akzeptablen Schlafplatz haben. Der Auslauf wird natürlich auch häufiger mit uns zu machen sein, da wir nicht schnell mal in einen Garten oder Hof können. Bitte schaut, dass ihr zumindest in einer Erdgeschosswohnung ggf. mit einem Garten wohnt oder ein Aufzug vorhanden ist, da Treppensteigen Gift für uns ist.

Der Erziehungsaufwand hält sich in Grenzen, da wir sehr führige und gehorsame Hunde sind. Wichtig ist eine gute Grundausbildung und dann funktioniert es normalerweise sehr gut. Klar, solltet ihr mit uns verschiedene weitere Kurse belegen wollen, dann ist genug Zeit einzuplanen. Der eigentliche Erziehungsaufwand und die Kosten sind aber gering.

Wir sind bewegungsfreudige Hunde, die genug Auslauf und Auslastung täglich benötigen. Bitte sorgt dafür mit ausreichenden und abwechselnden Beschäftigungen wie Spaziergänge, Spiele und Sport. Daher muss die Zeit dafür in eurem Tagesplan berücksichtigt werden. Wir sind keine Sesselfurzer, die nur rumliegen.

Unser Haarkleid ist von der Beschaffenheit so, dass es täglich gepflegt werden muss, damit es nicht verfilzt. Die richtige und regelmäßige Pflege ist auch für unseren Gesundheitszustand wichtig. Bürstet uns bitte täglich. Das sorgt dafür, das ihr den Haarausfall, der bei uns extrem sein kann, etwas Einhalt gebietet und bereits vorab entfernt. Gleichzeitig tut uns das auch gut. Weitere Pflegemaßnahmen stellen das Zähneputzen dar, da ansonsten irgendwann der Geruch unerträglich wird. Ab und zu ist auch ein Bad angesagt, um Schmutz und Ungeziefer zu entfernen. Krallenschneiden ist ein Thema und das Kürzen der Haare zwischen den Pfotenballen. Wie ihr seht geht hier genug Zeit drauf. Die Alternative ist der regelmäßige Gang zu einem Hundesalon, der euch zumindest Unterstützung bietet, aber kalkuliert werden muss.

Wir Berner Sennhunde sind große Hunde sind. Deshalb haben wir auch großen Hunger. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist extrem wichtig, da wir Berner leider schon auf Grund von erblichen Vorbelastungen und sonstigen Erkrankungen nicht die höchste Lebenserwartung haben. Daher gilt es hier viel auf vorsorgliche Maßnahmen zu achten. Die Nahrung ist auf alle Fälle ein größerer Kostenaufwand.

Beim Kostenaufwand für unsere Gesundheit ist es so, dass wir natürlich die klassischen Untersuchungen und Impfungen benötigen wie jeder andere heranwachsende und ältere Hund auch. Leider sind wir aber von einigen Risikofaktoren was verschiedene Erkrankungen angeht, höher belastet wie andere Artgenossen. Wir drücken euch und uns selbst also die Daumen, dass wir lange fit und von Krankheiten verschont bleiben. Sollte es uns doch treffen, müsst ihr von vornherein wissen, dass dies teuer werden kann.

Anforderungen an die Umgebung

Stadttauglichkeit Gering
Platzbedarf Wohnung Hoch
Platzbedarf Garten Hoch

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