Epilepsie beim Hund

Epileptische Anfälle beim Hund - was muss ich wissen?

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Zuletzt aktualisiert am: 13.9.2023

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Epilepsie

Epilepsie ist eine Funktionsstörung des Gehirns, die durch Übererregbarkeit der Nervenzellen zustande kommt. Sie kann angeboren oder erworben sein und tritt in unterschiedlichen Formen auf. Eine Behandlung ist je nach Form und Schweregrad möglich, vollständige Heilung i.d.R. aber nicht. 



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Erklärung: Was ist Epilepsie beim Hund?

Um was für eine Krankheit beim Hund handelt es sich, wie wird sie diagnostiziert und wie sieht das klinische Bild aus?

Erklärung

Epilepsie ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems („ZNS“), bei der die Nervenzellen ungewöhnlich viele Nervenimpulse abgeben. Man kann es sich wie ein kleines Feuerwerk im Gehirn vorstellen. Diese Nervenimpulse stellen eine Funktionsstörung dar, die zu abnormalen Muskelbewegungen (meist Krämpfen) und teils Bewusstseinsverlust führen.

Zunächst muss man zwischen primärer und sekundärer Epilepsie unterscheiden. 

Primäre Epilepsie ist eine eigenständige Erkrankung des Großhirns, die durch die bereits erwähnte gesteigerte Nervenimpulsausschüttung gekennzeichnet ist, ohne das morphologische Veränderungen im Gehirn erkennbar sind. Bei einigen Hunderassen (z.B. Golden Retriever, Berner Sennenhund, Dobermann) wurde eine genetische Komponente festgestellt, d.h. die Erkrankung kann vererbt werden und betroffene Tiere sollten aus der Zucht ausgeschlossen werden. Die Ursache der primären Epilepsie ist unbekannt, daher wird sie auch als „idiopathische“ Epilepsie (griech. idios = selbst, pathos = Leiden) bezeichnet.

Im Gegensatz dazu liegt der sekundären (erworbenen) Epilepsie ein Primärleiden zu Grunde. Dies können morphologische Hirnveränderungen (Tumoren, Metastasen, Infarkte, Blutungen, Speicherkrankheiten, Infektionen etc.), Mangelzustände (Kalzium, Glukose), Vergiftungen (Schwermetalle, Schokolade etc.), Organerkrankungen (Niere, Leber), parasitäre Erkrankungen oder auch Medikamentenüberdosierungen/-unverträglichkeiten (Insulin, versch. Antibiotika etc.) sein. 

Die, durch die Nervenimpulse ausgelösten, Anfälle kann man in drei Gruppen einteilen:

Bei partiellen („fokalen“) Anfällen beschränken sich die Impulse nur auf einen bestimmten Teil im Gehirn und betreffen dementsprechend nur einzelne Muskelbereiche. Die Tiere fallen z.B. durch Kopfschütteln, Zucken einzelner Muskeln/Muskelgruppen oder unkontrollierte Kieferbewegungen auf. Das Bewusstsein ist dabei nicht beeinträchtigt, d.h. die Tiere sind geistig vollkommen anwesend und ansprechbar. Die Symptome sind daher schwer zu erkennen, da sie im normalen Alltag kaum auffallen oder auch unabhängig von einer epileptischen Erkrankung auftreten können. Ursache für diese Form der Epilepsie sind meist Tumoren, Infektionen oder Traumata. 

Treten die partiellen Anfälle mit Bewusstseinsstörungen auf, spricht man von komplexen partiellen Anfällen. Betroffene Tiere zeigen oben genannte Symptome einhergehend mit weitgestellten Pupillen und/oder Verhaltensstörungen (Aggression, Bellen, Lecken, Schnappen nach imaginären Fliegen, Kaubewegungen, Muskelzuckungen im Gesicht).

Ist die gesamte Hirnfläche von Nervenimpulsentladungen betroffen, so sind die Symptome weitgreifender und man spricht von generalisierten Anfällen. Die Tiere sind kaum bis gar nicht ansprechbar und zeigen verschiedene Formen von Krampfanfällen. Vermehrter Speichelfluss und unkontrollierter Urin- und Kotabsatz sind möglich. Als Ursache kommen alle oben genannten Möglichkeiten in Frage. 

Die häufigste Form des generalisierten Anfalls ist der sogenannte „Grand-mal-Anfall“, bei dem sich tonische (starke Intensität, lange Dauer) und klonische (kurz, rhythmisch) Muskelkontraktionen abwechseln und der typischerweise in 4 Stadien verläuft:

Am Anfang steht die „Prodromalphase“, ein Vorlaufstadium, in dem die Tiere Stunden vor dem eigentlichen Anfall durch beginnende Unruhe auffallen. Diese Phase wird oft übersehen und kann auch gänzlich fehlen. 

Es schließt sich eine Art „Alarmphase“ an, die als „Aura“ bezeichnet wird. Das Tier wird zunehmend unruhig, sucht die Besitzernähe oder versteckt sich. Woran die Tiere den nahenden Anfall erkennen ist unbekannt.

Die eigentliche Anfallsphase wird als „Iktus“ bezeichnet und zeigt sich als bekanntestes „Bild“ der Epilepsie: die Tiere liegen auf der Seite, krampfen, speicheln, setzen evtl. Urin und Kot ab und sind während des Anfalles nicht ansprechbar. Er dauert bei primärer Epilepsie meist nur einige Minuten, während er bei sekundärer Epilepsie länger anhaltend ist (je nach Ursache).

Nach dem Krampfgeschehen kehrt das Bewusstsein zurück und die Tiere treten in eine „postiktale Phase“. Sie sind entsprechend erschöpft, hungrig, evtl. blind, aggressiv oder noch in ihrem Bewegungsablauf gestört. Bis zur vollständigen Erholung können, je nach Schwere des Anfalles, Minuten bis Stunden vergehen. 

Fokale und generalisierte Anfälle können eigenständig auftreten oder aber in einander übergehen (fokal zu generalisiert, nicht umgekehrt). Auch ein sogenannter „Status epilepticus“ ist möglich, bei dem das Tier nicht selbstständig aus der Krampfphase herausfindet und man dringend medikamentell eingreifen muss, da dieser Zustand ansonsten lebensbedrohlich werden kann. 

Um eine Epilepsie zu diagnostizieren sind Blutuntersuchungen zur Abklärung eventueller Primärleiden und Untersuchungen des ZNS (Liquoruntersuchung, CT, MRT, EEG) notwendig.

Tritt die Epilepsie in einem Alter von unter einem Jahr auf, so ist die Ursache meist eine Infektion. Aber auch Fehlbildungen im Gehirn, Traumata, Vergiftungen oder Enzym-Speicherkrankheiten sind häufig. Tiere bis sieben Jahre leiden fast immer an einer idiopathischen Epilepsie, können aber natürlich auch an allen anderen genannten Ursachen erkrankt sein. Bei Tieren über 7 Jahre ist altersentsprechend ein Tumorgeschehen, eine Organerkrankung oder Infarkt/Blutung am wahrscheinlichsten.

Sekundäre Epilepsien behandelt man durch abstellen der Grunderkrankung. Ist dies nicht oder nur teilweise möglich, kann mit Medikamenten therapiert werden.

Bei primärer Epilepsie gibt es außer Medikamentengabe keine weitere Möglichkeit der Behandlung, da die Ursache ja leider unbekannt ist.

Generell gilt, dass gelegentlich auftretende (weniger als 1x/Monat) oder nur sehr gering ausgeprägte Anfälle nicht therapiert werden müssen. In solchen Fällen wäre die Beeinträchtigung der Lebensqualität (Stress durch Medikamentengabe und Tierarztbesuche, Nebenwirkungen) größer als der eigentliche Nutzen. 

Sind die Anfälle stark ausgeprägt oder treten häufiger auf, so sollten „Antikonvulsiva“ („Krampflöser“) und/oder weitere Medikamente gegeben werden, da das Tier ansonsten unnötig leidet und durch die Anfälle Nervenzellen zugrunde gehen können. Allerdings ist zu beachten, dass i.d.R. keine komplette Anfallsfreiheit zu erreichen ist, sondern meist nur die Häufigkeit auf ein Minimum reduziert werden kann. In sehr schweren Fällen ist eine Euthanasie der Tiere anzuraten. 

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Was führt zu Epilepsie beim Hund? Risiken & Ursachen

Welche Risikofaktoren und Ursachen sind für die Epilepsie bekannt?

Risikofaktoren

  • Genetik
  • Vor-/Grunderkrankungen (Tumoren, Metastasen, Infarkte, Blutungen, Speicherkrankheiten, Infektionen, Mangelzustände, Vergiftungen, Organerkrankungen (Niere, Leber), parasitäre Erkrankungen, Medikamentenüberdosierungen/-unverträglichkeiten
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Epilepsie: Symptome & Krankheitsanzeichen beim Hund

Welche Symptome und Krankheitsanzeichen sind für die Epilepsie beim Hund bekannt und wie äußert sie sich?

Symptome & Krankheitsanzeichen

  • Muskelzuckungen
  • Fliegenschnappen
  • Bellen, Kauen, Lecken
  • Krämpfe
  • Bewusstseinsverlust
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Behandlung & Therapie der Epilepsie beim Hund

Wie kann die Epilepsie beim Hund behandelt und therapiert werden?

Behandlung

  • Konservativ
    • Abstellen der Grunderkrankung
    • Therapie mit Antiepileptika 
  • Chirurgisch
    • Entfernung eventueller Tumore, Metastasen etc. 
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Epilepsie beim Hund - Vorbeugung & Prävention

Welche präventiven Maßnahmen helfen hinsichtlich der Epilepsie beim Hund und was kann der Halter vorbeugend tun?

Vorbeugung

  • Keine Präventivmaßnahmen möglich
  • Form und Häufigkeit der Anfälle dokumentieren, damit Diagnostik/Therapie erleichtert wird
  • Bei betroffenen Tieren unnötige Aufregung (positiv und negativ) möglichst vermeiden

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