Alpenländische Dachsbracke

Schweißhund mit vorzüglicher Nase aus Österreich

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Zuletzt aktualisiert am: 13.2.2024

Brauner Jagdhund sitzt im waldigen Gebirge vor einem Baum und schaut in Kamera.jpg
Alpenländische Dachsbracke

Das wichtigste in Kürze

  • Jagdpassionierte und feinnasige Superspürnase mit starkem Finderwillen
  • Wird im Jagdrevier als Schweißhund für die Nachsuche und Bracktierjagd geführt
  • Klein, robust, widerstandskräftig, wetterfest, pflegeleicht, handlich, geländegängig
  • Klug, freundlich, unerschrocken, mutig, arbeitseifrig, spurwillig, spurtreu, wachsam
  • Wird in Hirschrot mit/ohne schwarze Stichelung und Schwarz mit rotbraunem Brand gezüchtet

Die Alpenländische Dachsbracke ist ein Jagdgebrauchshund mit einer sehr langen Rassehistorie und gehört zu den wenigen wirklichen Spezialisten auf dem Gebiet der Nachsuche auf der Wundfährte, sprich der Schweißarbeit. 

Der Ursprung des herausragenden Rassehundes mit dem exzellenten und feinen Geruchssinn, außerordentlichen Finder- und Spurwillen, Spurtreue, Wildschärfe und ausgeprägter Jagdpassion, liegt in Österreich. Er gehört mit dem Hannoverschen Schweißhund und Bayerischen Gebirgsschweißhund zu den wenigen anerkannten Schweißhunderassen.

Besonders an der Seite der Bergjäger wird die niederläufige Alpenländische Dachsbracke als leistungsfähiger und brauchbarer Schweißhund geschätzt. Neben seiner außerordentlichen Feinnasigkeit beweist er in dem bergigen und schwierigen Gelände, seine hervorragende Geländegängigkeit. Die Österreichische Dachsbracke, wie die Rasse ebenfalls auf Grund ihrer heimatlichen Herkunft genannt wird, ist ein gewandter Läufer und eine wahrhaftige Superspürnase.

Bereits im Jahr 1932 wurde die Rasse unter dem Namen "Alpenländische-Erzgebirgler Dachsbracke" von den kynologischen Dachverbänden als dritte Schweißhunderasse anerkannt und schließlich 1975 in Alpenländische Dachsbracke umbenannt. Erst 1991 erfolgte dann die offizielle Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI).

Neben den herausragenden Fähigkeiten und Talenten bei der Schweißarbeit, bringt die Alpenländische Dachsbracke hervorragende Eigenschaften für weitere Jagdaufgaben wie die Bracktierjagd auf Hase und Fuchs mit. Zudem trifft man immer wieder auf Rassevertreter bei der Jagd auf Rehwild, wo sie durch ihre zuverlässige Nasenarbeit das Wild auf Befehl ihres Jagdführers suchen und hochmachen sollen, um dieses dann spurlaut zu hetzen und bestmöglich vor die Flinte des Jägers zu treiben, damit dieser mit einem gezielten Schuss das Rehwild niederstrecken kann.

Beim Jagdeinsatz sagt man der Alpenländischen Dachsbracke nach, mutig und unerschrocken mit der nötigen Wildschärfe zu Werke zu gehen, auch wenn es mal bei der Nachsuche zu Wildkontakt kommen sollte. Im Übrigen greifen diverse Jäger auch auf die schneidige Dachsbracke für die Schwarzwildjagd zurück.

Bei der Nasenarbeit zeichnet sich die Rasse durch ihren vorzüglichen Geruchssinn, den starken Finder- und ausgeprägten Spurwillen, sowie die Spurtreue und konzentrierte, ruhige Arbeitsweise auf der Spur/Fährte aus. Die Alpenländische Dachsbracke hat einen ausgeprägten natürlich verankerten Jagdtrieb mit verbundener Jagdpassion. Sie fühlt sich im Revier voll in ihrem Element und blüht bei den Jagdaufgaben auf, kann sich rassegerecht einbringen, entfalten und ausleben. Für die Jagd wurde sie gezüchtet, will idealerweise dort ihre Fähigkeiten und Talente unter Beweis stellen.

Folglich wird in aller Regel die Rasse ausschließlich an aktive Jäger vermittelt und im Revier aktiv geführt. Und hierfür ist er auch schließlich geschaffen und will seine rassespezifischen Stärken und Fähigkeiten als brauchbarer Jagdhund regelmäßig unter Beweis stellen. Daher werden die Schweißhunde von den entsprechenden Züchtern, die oftmals ebenfalls jagdlich aktiv sind, auch nur an Jäger und Jagdausübungsberechtigte abgegeben.

Außerhalb des Jagdeinsatzes ist die Dachsbracke ein freundlicher und anhänglicher Partner, schließlich bringt die Rasse auch eine starke Führerbindung fürs Revier mit. Auch zu den Kindern des Hauses baut die Alpenländische Dachsbracke bei respektvollem und angemessenem Umgang eine freundschaftliche Beziehung auf. Die Rasse bringt eine handliche und platzsparende Größe mit, sabbert nicht, ist pflegeleicht und anspruchslos. Insgesamt ist die Hunderasse robust, widerstandsfähig und kernig, benötigt eine konsequente und disziplinierte Erziehung und Führung durch Herrchen/Frauchen, sowie Bewegung und kognitive Aufgaben, die ihre rassespezifischen Bedürfnisse, Triebe und Interessen gezielt ansprechen und befriedigen. Vor allen Dingen gilt dies für alle Rassevertreter, die nicht regelmäßig im Jagdrevier unterwegs sind. Hier braucht es dann adäquate Jagdersatzbeschäftigungen, um die Alpenländische Dachsbracke bei Laune zu halten.

Die Alpenländische Dachsbracke trägt ein widerstandsfähiges und resistentes Kurzhaarkleid, das von seiner Beschaffenheit dicht gewachsen ist und damit der Rasse ihre Wetterfestigkeit verleiht. Das Fell ist doppelschichtig, besteht aus dem stockhaarigen Deckhaar und der dichten Unterwolle. Farblich wird die Dachsbracke aus Österreich in 2 Farbschlägen gezüchtet. So gibt es Rassevertreter in dunklem Hirschrot mit/ohne schwarze Stichelung. Oder aber die Hunde sind Schwarz mit rotbraunem Brand.

Um noch mehr über die Alpenländische Dachsbracke zu erfahren, könnt ihr zu gegebener Zeit unsere Rassebeschreibung inklusive Entstehungsgeschichte, Rassemerkmale, Erziehungsfragen, Haltebedingungen, Beschäftigung, Pflege, Ernährung und Gesundheit lesen. Viel Freude dabei.

Hast Du besonderes Wissen zur Alpenländischen Dachsbracke und Interesse uns beim weiteren Aufbau des Rasseporträts unter die Arme zu packen? Dann nehm doch einfach mit uns Kontakt auf!

Nummer: 254
Gruppe: 6. Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 2. Schweißhunde
Subsektion: -
Arbeitsprüfung notwendig? Ja
Ursprung
Österreich
Patronat -
Verwendung

Als robuster, wetterharter Gebrauchshund des Bergjägers wird die Alpenländische Dachsbracke als Schweißhund zur Nachsuche auf Schalenwild und zur Bracktierjagd auf Hase und Fuchs verwendet.

Datum der Veröffentlichung 10. Oktober 1995
Datum der vorläufigen Bestätigung -
Datum der finalen Bestätigung 1. Juni 1975
Link zum FCI-Standard FCI - Alpenländische Dachsbracke
Lebenserwartung
Rüden
11 - 14 Jahre
Hündinnen
11 - 14 Jahre
Widerristhöhe
Rüden
34 - 42 cm
Hündinnen
34 - 42 cm
Gewicht
Rüden
15 - 18 kg
Hündinnen
15 - 18 kg

Alpenländische Dachsbracke - Erziehung & Training
Wichtige Tipps aus erster Hand vom Hundetrainer!

Die Alpenländische Dachsbracke, eine Hunderasse, die ihresgleichen sucht. Geboren im Herzen Europas, genau gesagt in den majestätischen Alpen, wo die Natur noch wild und unberührt ist, stolziert diese Rasse durch die Landschaft, als würde sie jeden Felsen, jeden Grashalm und jede Schneeflocke selbst hervorgebracht haben. Mit einer entschiedenen Ruhe und gleichzeitig einer überwältigenden Kraft ausgestattet, strahlt sie eine Faszination aus, die ihresgleichen sucht.

Die Alpenländische Dachsbracke ist nicht nur ein Hund, sie ist ein Stück Kultur, ein Stück Geschichte und ein lebendiger Beweis für die unglaubliche Anpassungsfähigkeit der Natur an die unterschiedlichen Lebensbedingungen auf unserem Planeten. Sie ist ein Symbol für die Schönheit und Vielfalt der Alpen und verleiht dieser Region ein unverwechselbares Gesicht.

Sozialisation der Alpenländischen Dachsbracke

Die Sozialisierung dieser Rasse ist ein besonders wichtiger Aspekt, der sehr sorgfältig und gewissenhaft von den Besitzern behandelt werden muss. Als hochintelligente und sensible Tiere sind Alpenländische Dachsbracken besonders empfänglich für die Einflüsse ihrer Umgebung.

Grundkommandos

In Bezug auf die Grundkommandos sind Alpenländische Dachsbracken aufgrund ihrer Intelligenz und ihres starken Willens dazu in der Lage, komplexe Befehle zu lernen und umzusetzen. Es ist jedoch sehr wichtig, konsequent und geduldig in der Ausbildung dieser Tiere zu sein.

Gehorsamstraining – Leinentraining

Das Gehorsamstraining ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Ausbildung. Hierbei sollte der Besitzer immer ruhig und bestimmt auftreten. Eine harte Hand oder Ungeduld können bei dieser Rasse zu Problemen führen, da sie sehr sensibel auf solche Verhaltensweisen reagieren.

Das Leinentraining ist ebenfalls von großer Bedeutung. Hierbei gilt es, die Tiere daran zu gewöhnen, an der Leine zu laufen, ohne dass sie diese als Einschränkung ihrer Freiheit empfinden. Dies kann durch regelmäßiges Training und viel positive Bestätigung erreicht werden.

Spiel- und Apportiertraining

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Spiel- und Apportiertraining. Hierdurch werden die natürlichen Instinkte der Alpenländischen Dachsbracke gefördert und gestärkt. Dies trägt dazu bei, dass die Tiere sowohl körperlich als auch geistig fit bleiben.

Was sollten wir sonst noch zu dieser Rasse wissen?

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Besitzer einer Alpenländischen Dachsbracke vor allem eines sein müssen: geduldig, einfühlsam und konsequent.

Weitere wichtige Punkte bei der Erziehung der Alpenländischen Dachsbracke
  • Eine Beschäftigung, die ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Sie sind von Natur aus Arbeitshunde und benötigen eine sinnvolle Aufgabe, um sich wohlzufühlen.
  • Eine konsequente Erziehung ist das A und O. Sie reagieren sehr gut auf klare Strukturen und Richtlinien und benötigen diese, um sich sicher und geborgen zu fühlen.
  • Eine soziale Umgebung ist für diese Hunde unerlässlich. Sie lieben den Kontakt zu ihrer Familie und benötigen viel Zeit und Aufmerksamkeit.
  • Zuletzt ist es wichtig zu wissen, dass diese Hunderasse viel Bewegung und Auslauf braucht. Sie sind echte Energiebündel und benötigen ausreichend Gelegenheiten, um sich auszutoben.
Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Alpenländische Dachsbracke eine Hunderasse ist, die viel Aufmerksamkeit und Pflege benötigt. Sie sind wundervolle Tiere, die mit der richtigen Erziehung und Haltung zu wahren Begleitern und Freunden werden können. Sie sind ein Symbol für die Schönheit der Alpen und der Natur. Wer sich für eine Alpenländische Dachsbracke entscheidet, erhält nicht nur einen Hund, sondern auch ein Stück Kultur und Geschichte.

Ralf Lügger
Hundetrainer, Hund-Mensch-Coach, Autor

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