Samojede

Der weißfarbene Arbeitshund aus Russland

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Zuletzt aktualisiert am: 9.1.2024

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Das wichtigste in Kürze

  • Ausdauernde und unermüdliche Schlittenhunderasse aus den Weiten Sibiriens
  • Arbeitstüchtiger Weggefährte der nomadisierenden Samojeden-Stämme Russlands
  • Mittelgroßer, robuster, muskulöser, wetterfester, widerstandsfähiger, belastbarer Spitz-Hund
  • Freundlich, munter, aktiv, aufgeschlossen, gesellig, genügsam, bindungsbereit, kinderlieb
  • Markenzeichen: Lachender Gesichtsausdruck und weißes doppeltes Haarkleid

Die hier beschriebene Hunderasse hat eine uralte Rassegeschichte, denn ihr Ursprung geht auf die Hunde der nomadisierenden Völkergruppen Nord-Russlands und Sibiriens zurück - wir sprechen vom "Samojede", dem Arbeits- und Gebrauchshund sowie geselligen Alltagsbegleiter der Samojeden.

Der weißfarbige Samojede mit dem "lachenden" und freundlichen Gesichtsausdruck, stammt folglich von russischem Hoheitsgebiet. Denn der Rassehund hat seine Heimat im Norden Russlands und in Sibirien, wo die heute bekannte Form des Samojeden, von dem nomadischen Volksstamm der Samojeden, gehalten wurde.

Hierher rührt folgerichtig auch dessen Rassename, der seit seiner offiziellen Anerkennung im Jahr 1959 durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI) auch den Rassestandard ziert.

Die Samojeden lebten vom Fischfang, der Jagd und züchteten Rentiere. Die Vorläufer des heutigen Samojeden, weiße, schwarze und braun gefleckte Hunde, unterstützten ihre Besitzer bei den diversen anspruchsvollen Aufgaben, die im beschwerlichen Alltag während des Nomadenlebens anfielen - dies beinhaltete das Schlittenziehen, Bewachen von Hab und Gut, dem Treiben und Behüten der Rentiere und als tatkräftiger Jagdhelfer.

Neben all den Arbeiten, die der tüchtige und belastbare Samojede für seine Besitzer erledigte, war er aber auch ein gefragter und zugleich geselliger Alltagsbegleiter, der eine enge Beziehung und starke Bindung mit seinen Menschen pflegte - dies geht sogar soweit, als dass der Samojede als lebende "Wärmflasche" an der Seite seiner Bezugsmenschen in den Zelten schlief und sie somit gegenseitig von der Körperwärme des Partners in den kalten Regionen ihrer Heimat, profitierten.

Um für die anfallenden Tätigkeiten und besonderen klimatischen Bedingungen seiner Heimat gut gerüstet zu sein, bedurfte es von Seiten des Samojeden, wesentlicher körperlicher und wesensseitiger Anlagen:

Das äußere Erscheinungsbild ist von dem üppigen doppelten Haarkleid geprägt, das aus dem dicken, harschem und glatten Deckhaar und der weichen und dichten Unterwolle besteht. Das Fell schützte den Samojeden auf perfekte Weise gegen die eisige Kälte des Polarklimas, ob eisige Temperaturen, Eisregen oder Schnee - der Samojede war für alle Wetterlagen in seiner Heimat gut gerüstet, sprich wetterfest und widerstandsfähig. Neben der Funktionalität sorgt das Haar auch für das schöne Aussehen mit einem hohen Wiedererkennungseffekt. Denn ist die Mähne, die um den Hals und die Schulterpartie durch die besondere Beschaffenheit des Haars gebildet wird, ein Markenzeichen des Samojeden. Gleiches gilt für die helle Färbung des Fells. Die Fellfarbe ist entweder reinweiß, cremefarben oder ein Weißton mit farbigen Bisquiteinschlag. Das glanzvoll schimmernde Fell verleiht dem Samojeden einen eleganten und edlen Ausdruck. Mit seinem Aussehen weiß er zu begeistern und zieht die Blicke magisch an. Ein schöner Hund, durch und durch.

Schauen wir uns den Samojede von seiner Körperlichkeit an: Der Rassehund ist mittelgroß, muskulös und leicht länger als hoch gebaut. Die anatomische Beschaffenheit und Physis steckt voller Substanz, ist weder schwerfällig noch unförmig, sondern wohlproportioniert und wirkt folglich harmonisch. Der Samojede ist bestens gelungen, eine Symbiose aus äußerer Schönheit, bei gleichzeitiger Athletik. Gesicht und Körper bringen das typische Spitzaussehen mit. Durch die hervorragenden körperlichen Anlagen überzeugt der leistungsfähige und gebrauchstaugliche Arbeitshund mit seiner enormen Ausdauer und Kraft, wodurch er in der Lage war, große Distanzen mit dem voll bepackten Schlitten, mühelos zurückzulegen. Er ist durch die widerstandsfähigen und robusten Ballen und Gliedmaßen, sehr geländegängig und steht stabil auf seinen vier Läufen. Der Samojede ist mittelgroß und von seiner gesamten Konstitution robust.

Da die regionalen Bedingungen äußerst beschwerlich und karg waren, ist die Rasse entsprechend anspruchslos. Vom Wesen ist der Samojede von Haus aus äußerst freundlich veranlagt, was bereits an seinem Markenzeichen, dem Lächeln, abzulesen ist. Der Rassehund ist aufgeschlossen und menschenbezogen, kein Hund, der sich primär einer Bezugsperson anschließt, sondern alle Familien- und Rudelmitglieder in sein Herz einschließt. Optimal ist die ausgeprägte Bindungsfähigkeit, die bei angemessenem und respektvollem Umgang, zu einer engen Beziehung und stabilen Bindung führt. Zudem zeigt der anschmiegsame Samojede große Zuneigung für seine Menschen und genießt Zuhause auch die Zuneigung seiner Family.

Im Hinblick auf die Beschäftigung im Rahmen einer klassischen Haltung als Begleithund, will der Samojede seiner Rasse entsprechend umfangreich körperlich und kopfseitig gefordert und ausgelastet werden.

In Sachen Erziehung und dem alltäglichen Führen des Samojeden, braucht der arbeitswillige und aktive Charakterhund eine führungsstarke, konsequent und empathisch agierende Führungspersönlichkeit. Eine gute Integration und Eingliederung in die bestehende Rangordnung sind die Basis für das Rudelleben.

Der Samojede braucht auch im Hinblick auf die Pflege, die Unterstützung seiner Besitzer. So muss das doppelte Haarkleid regelmäßig gebürstet werden. Besonders gilt dies für die Phase des alljährlichen Fellwechsels, damit das abgestorbene Haar entfernt und das nachwachsende besser gedeihen kann.

Da der Samojede viel Bewegung und Auslauf braucht, liegt der perfekte Lebensraum in ländlichen Regionen mit viel Wald, Feld und weitläufigen Wiesen, um ihn bei verschiedenen Outdooraktivitäten wie ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen, Fahrradtouren, Joggingrunden oder gar dem gemeinsamen Ausritt mit dem Pferd zu fordern und bespaßen. Auch im Bereich des Hundesports kann der Samojede prima gefördert werden und seine herausragenden Fähigkeiten unter Beweis stellen. So z.B. beim Zughundesport wie dem Cani-Cross, Bikejöring aber auch den geläufigeren Sportarten wie Agility, Rally Obedience oder Turnierhundesport.

Haben wir euer Interesse an dem mittelgroßen Schlittenhund geweckt? Dann stehen euch zu gegebener Zeit die weiteren Ausführungen rund um die Entstehungsgeschichte, Rassemerkmale, Erziehungsfragen, Aktivitäten, Gesundheit, Pflege, Ernährung, Haltebedingungen etc. zum Samojeden zur Verfügung. 

Bis dies soweit ist, freuen wir uns über eure Kontaktaufnahmen für den Fall, dass ihr uns beim Ausarbeiten des Rasseporträts mit eurem besonderen Wissen zum Samojede unterstützen wollt.

Nummer: 212
Gruppe: 5. Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion: 1. Nordische Schlittenhunde
Subsektion: -
Arbeitsprüfung notwendig? Nein
Ursprung
Russland
Patronat -
Verwendung

Schlitten- und Begleithund

Datum der Veröffentlichung 4. September 2019
Datum der vorläufigen Bestätigung -
Datum der finalen Bestätigung 26. Juni 1959
Link zum FCI-Standard FCI - Samojede
Lebenserwartung
Rüden
10 - 14 Jahre
Hündinnen
10 - 14 Jahre
Widerristhöhe
Rüden
54 - 60 cm
Hündinnen
50 - 56 cm
Gewicht
Rüden
20 - 25 kg
Hündinnen
16 - 20 kg

Samojede - Erziehung & Training
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Der Samojede ist eine Hunderasse, die in ihrer Heimat Russland seit Jahrhunderten gezüchtet wird. Er zeichnet sich durch sein strahlend weißes Fell, seine leuchtenden Augen und seinen markanten lächelnden Gesichtsausdruck aus. Seinen Namen verdankt er dem nomadischen Stamm der Samojeden in Sibirien, die ihn als Rennhund, Jagdhund und Wachhund nutzten. In der heutigen Zeit ist der Samojede ein beliebter Familienhund und Begleithund.

Drei unterschiedliche Hunde verweilen nebeneinander auf einer Wiese vor einem Wald

Sozialisation des Samojeden

Die Sozialisierung des Samojeden ist von entscheidender Bedeutung, da er ein soziales und menschenbezogenes Wesen aufweist. Er braucht die Gesellschaft seiner Menschen und braucht viel Aufmerksamkeit und Zuneigung. Es ist wichtig, den Samojeden von klein auf an verschiedene Menschen, Geräusche, Situationen und Umgebungen zu gewöhnen. Er muss lernen, dass fremde Menschen und Tiere keine Bedrohung darstellen, sondern Teil seiner Umgebung sind. 

Grundkommandos

Grundkommandos sind für die Ausbildung des Samojeden unverzichtbar. Sie ermöglichen die effektive Kommunikation zwischen Hund und Halter und sind die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die wichtigsten Grundkommandos sind "Sitz", "Platz", "Hier" und "Aus". Der Samojede ist ein intelligenter Hund, der gerne lernt und neue Aufgaben meistert. Es ist wichtig, das Training positiv zu gestalten und den Hund regelmäßig für seine Leistungen zu belohnen.

Gehorsamstraining – Leinentraining

Das Gehorsamstraining ist ein wichtiger Bestandteil der Erziehung des Samojeden. Er muss lernen, auf die Befehle seines Halters zu hören und sie zu befolgen. Das Training sollte möglichst früh beginnen und regelmäßig durchgeführt werden. Es ist wichtig, konsequent zu sein und das gewünschte Verhalten immer zu belohnen.

Das Leinentraining ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Ausbildung. Der Samojede hat einen starken Jagdtrieb und kann schnell abgelenkt werden. Er muss lernen, an der Leine zu gehen und seine Umgebung zu ignorieren. Es ist wichtig, das Leinentraining schrittweise aufzubauen und den Hund nicht zu überfordern.

Spiel- und Apportiertraining

Das Spiel- und Apportiertraining ist besonders wichtig, da der Samojede ein aktiver und spielfreudiger Hund ist. Er braucht viel Bewegung und Beschäftigung, um glücklich und ausgeglichen zu sein. Spiel und Apportieren sind gute Möglichkeiten, den Samojeden körperlich und geistig zu fordern.

Ein weißer Hund liegt am Beckenrand am Swimmingpool und schaut freudig zum Betrachter

Was sollten wir sonst noch zum Samojeden wissen?

Als Besitzer eines Samojeden sollten Sie immer bedenken, dass er ein aktiver und sozialer Hund ist, der viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung benötigt. Sie sollten ihm genügend Zeit und Raum für Bewegung und Spiel bieten. Darüber hinaus ist es wichtig, auf die Pflege seines Fells zu achten und ihn regelmäßig zu bürsten.

Weitere vier wichtige Punkte bei der Erziehung und Haltung des Samojeden sind:

  • Sozialisierung: Der Samojede ist ein sozialer Hund, der gerne mit Menschen und anderen Hunden interagiert. Sie sollten ihn daher von klein auf an verschiedene Menschen, Tiere und Umgebungen gewöhnen.
  • Positive Verstärkung: Der Samojede reagiert gut auf positive Verstärkung. Belohnen Sie ihn immer für gutes Verhalten und bleiben Sie geduldig und konsequent.
  • Ausreichende Bewegung: Der Samojede ist ein aktiver Hund, der viel Bewegung und geistige Beschäftigung benötigt. Längere Spaziergänge, Spiele und Trainingseinheiten sind unverzichtbar für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden.
  • Guter Umgang mit Kindern: Der Samojede ist kinderlieb und eignet sich gut als Familienhund. Sie sollten ihn jedoch an Kinder gewöhnen und ihm beibringen, sanft und respektvoll mit ihnen umzugehen.

Der ideale Besitzer für den Samojeden ist jemand, der aktiv ist und gerne viel Zeit im Freien verbringt. Sie sollten genug Zeit und Energie für die Pflege und Erziehung Ihres Hundes haben und bereit sein, sich auf eine lange und enge Beziehung einzulassen. Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, dann könnten Sie und ein Samojede das perfekte Team sein. 

Zusammenfassung

In der Zusammenfassung kann man sagen, dass der Samojede ein aktiver, freundlicher und menschenbezogener Hund ist, der viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung benötigt. Er braucht viel Bewegung und sollte gut sozialisiert und erzogen sein. Als Besitzer eines Samojeden sollten Sie bereit sein, ihm genug Zeit und Energie zu widmen. Wenn Sie dies tun, werden Sie mit einem treuen und liebenswerten Begleiter belohnt, der Ihr Leben bereichert und Ihnen jeden Tag ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Ralf Lügger
Hundetrainer, Hund-Mensch-Coach, Autor

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