Der Seniorhund – die späte Lebensphase im Hundeleben

Wenn der Hundesenior in die Jahre gekommen ist.

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Zuletzt aktualisiert am: 9.1.2023

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Hunde durchlaufen verschiedene Lebensphasen. Zunächst erblicken sie das Licht der Welt als neugeborene Welpen, erkunden in den unterschiedlichen Welpenphasen ihre Umwelt. Ihre junge Hundepersönlichkeit wird durch ihre Erfahrungen, Eindrücke und vermittelten Lerninhalte geprägt. Sie werden aufgezogen und erzogen. Dann erlangen sie den Status des Junghundes/Junghündin mit Pubertät und Geschlechtsreife. In dieser Zeit reifen sie zu erwachsenen und idealerweise, gestandenen Hundepersönlichkeiten. Sie strotzen vor Kraft, Energie und Lebenslust. Von Jahr zu Jahr werden sie älter und erreichen ihren Seniorenalter – so wie das Hundeleben in den ersten Lebensphasen an den Bedürfnissen und individuellen Vorgaben des einzelnen Hundes angepasst werden müssen, so wollen auch Seniorhund und Seniorhündin ein angemessenes und altersgerechtes Hundeleben führen. Denn mit dem Älterwerden verändern sich auf unterschiedliche Weise Organismus, Konstitution, Bewegungsdrang, Ernährungs-, Pflege- und Gesundheitsbedürfnis etc.

Wenn ihr euch einen Hund zulegen wollt, muss euch klar sein, dass auch euer Hundepartner, irgendwann älter und ein Seniorhund sein wird. Mit allen dazugehörigen Begleiterscheinungen und Konsequenzen. Und so wie die frühen Lebensphasen auf ihre Weise spannend und aufregend sind, so haben auch die späteren Lebensphasen ihre besonderen Qualitäten. Aber in allen Lebensphasen ist eines gleich: Euer Hundepartner hat sich verändernde Bedürfnisse. Diese wollen befriedigt werden. Hierfür braucht er euch und den Lebensphasen angepasste Unterstützung.

Wir wollen euch nun in den weiteren Ausführungen wertvolle Infos und hilfreiche Tipps für ein bedarfsgerechtes und folglich glückliches Seniorenhundeleben an die Hand geben. Viel Freude beim Weiterlesen!

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Ab wann gilt ein Hund als Seniorhund?

Das kann man nicht pauschal sagen. Es kommt auf die Hundepersönlichkeit an.

Früher oder später wird der Hund zum Senior

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Denn es kommt letztlich auf die Rasse und das jeweilige Hundeindividuum an. Größere Hunderassen und Hundepersönlichkeiten reifen und altern schneller, als ihre kleingewachsenen Artgenossen

So stolpert man in der kynologischen Fachwelt häufig auf Angaben zwischen dem 7. und 8. Lebensjahr für die Altersgrenze der Definition eines Seniorhundes. Da es aber durchaus auch Hunde gibt, deren durchschnittliche Lebenserwartung bereits an der unteren Grenze die vorgenannten Werte miteinschließen, sind wohl eher 5. bis 8. Lebensjahr als Maßstab für eine ungefähre Eingrenzung des Begriffs Seniorhund realistisch.

Wann ein Hund als Senior gilt, hängt also im Regelfall vom Hundeindividuum, Rasse, Größe und Gewicht ab. 

Solltet ihr im Hinblick auf die Lebenserwartung von Hunden weitere interessante Infos lesen wollen, so steht für euch unser ergänzender Magazinbeitrag „Wie alt werden Hunde überhaupt?“ zur Lektüre bereit.

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Was kann ich tun, um festzustellen, dass mein Hund ein Seniorhund ist?

Dem Hund die nötige Aufmerksamkeit schenken. 

Veränderungen mit den geschärften Sinnen wahrnehmen

Durch das tägliche Zusammenwirken mit eurem Hund werdet ihr durch aufmerksames Beobachten rasch mitbekommen, dass sich das äußere Erscheinungsbild und Verhalten mit dem Älterwerden verändert.

Also Augen auf. Wie in jeder anderen Lebensphase auch, braucht euer Hund eure Aufmerksamkeit. Denn er ist zu Teilen auf euch angewiesen, damit ihr früh bemerkt, dass sich etwas verändert und ihr den Alltag und das gesamte Lebensumfeld an den veränderten Bedingungen und Bedürfnissen orientiert, ausrichtet. Dies gilt für Welpen, Junghunde, Adoleszenten und Seniorhunde.

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Welche Anzeichen deuten auf das Erreichen des Seniorenalters beim Hund hin?

Diverse Alterserscheinungen weisen auf das Älterwerden hin.

Aussehen, Verhalten und Sinnesleistungen verändern sich beim Seniorhund

Irgendwann werdet ihr registrieren, dass die ersten grauen Haare an Fang, Gesicht oder anderen Stellen im Fell wachsen. Der Hund wird eben wie wir Menschen mit zunehmendem Alter, grauer.

Bewegungsfreude und Bewegungsdrang nehmen ab. Euer Vierbeiner ist eben nicht mehr so agil, aktiv und dynamisch. Konnte der Hund in Hochphasen nicht genug bespaßt und mit anderen Hunden ausgelassen umhertoben, so ist heute nach einigen Minuten schon Schluss oder er lässt sich gar nicht für Sport, Spiel und Spaß motivieren. Die Energie und der eigene Antrieb für Unternehmungen lassen nach. Und er wird schneller bei etwaigen Aktivitäten müde und abbauen. 

Das Treppensteigen macht keinen flüssigen Eindruck. Auch das Springen in den Kofferraum wirkt schwerer. Bei Hunderunde war es lange so, dass der Vierbeiner stets vorweg lief, immer wieder zurückgelaufen kam, um dann nach links oder rechts zum Schnuppern auszubrechen. Nun läuft er träge hinter euch her. Hier muss der Seniorhund den Veränderungen seiner Konstitution Tribut zollen.

Der gesamte Bewegungsablauf, Mobilität und die Interaktionen des Hundes machen einen steifen, mühsamen, kräfteraubenden Eindruck. Selbst einfache Dinge wie Aufstehen und Ablegen fallen schwerer. Vielleicht lässt sich sogar der Hund auf Grund einer Arthrose oder sonstiger Schmerzen nicht mehr streicheln und zieht sich zurück.

Die Ruhephasen nehmen zu. Der Seniorhund bewegt sich im Gesamten weniger, braucht dafür mehr und längere Auszeiten.

Lange war das Auftreten des Hundes von Selbstbewusstsein und einer hervorragenden Körperlichkeit geprägt. Er wirkte robust, muskulös und belastbar. Er trat mit stolzer Brust und erhobenen Hauptes auf. Nun hat die imposante Erscheinung etwas verloren, er wirkt instabiler, läuft schwerfälliger und behäbiger. Er strotzt nicht mehr in gewohnter Weise vor Kraft. Auch das Gangwerk macht einen unrunden Eindruck.

Das Haarkleid schaut anders aus. Der Fellzustand ist trotz bester und regelmäßiger Pflege verändert. Es wirkt mitunter stumpf. Die Fellfarben verlieren an Intensität, der Glanz nimmt deutlich ab.

Bei Hunden, die zweimal jährlich einen Fellwechsel durchlaufen, wird der Zeitraum des Wechsels ausgedehnter. Kurz, er verliert gefühlt plötzlich länger ausgiebig von seiner Haarpracht.

Auch die Haut ist als Seniorhund Veränderungen unterworfen. Sie ist merklich trockener.

Der Hund riecht anders. Dies gilt für den Mund- und üblichen Hundegeruch.

Die Sinne des Hundes funktionieren bei Weitem nicht mehr so effektiv. Sprich, Seh-, Hör-, Geruchs-, Tast- und Geschmacksvermögen lassen nach. Dies hat natürlich Auswirkungen auf alle bisherigen Einsatzbereiche. Kann der jagdlich geführte Weimaraner nicht mehr so gut riechen, wird die Effektivität bei seinen bisherigen Jagdaufgaben abnehmen und die Erfolgsquote nachlassen. Gleiches gilt für Rettungs- und Spürhunde. Aber auch im normalen Hundealltag ist es für den betroffenen Seniorhund ein anderes Hundeleben, wenn seine Spürnase schlechter funktioniert. Sei es bei den gewohnte Suchspielen im Garten, wenn er das versteckte Leckerchen finden soll oder bei der Gassirunde, wo bisher unzählige olfaktorische Reize seine kognitiven Fähigkeiten auf Hochtouren brachten. Auf der Hunderunde nahm euer Hund stets jedweden akustischen Umweltreiz wahr. Jetzt erschreckt er sich vielleicht, da er den von hinten herbeinahenden Artgenossen nicht mehr frühzeitig bemerkt. Vielleicht hört er auch nicht mehr wie gewohnt, wenn ihr euren Vierbeiner situativ abrufen wollt. Manchmal habt ihr das Gefühl, dass die Augen eures Hundes wohl nachlassen, denn situativ fragt ihr euch, ob er Tomaten auf den Augen hat. Auch dies ist nicht anders als bei uns Menschen. Seine Sehkraft lässt eben nach. 

Auch das Orientierungsvermögen eures Seniors lässt euch hier und da verwundert aufblicken? Verläuft sich euer Seniorhund in bekannter Umgebung plötzlich? Kurz, er wirkt manchmal desorientiert.

Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen, Lernfähigkeit, Denkvermögen etc. lassen nach – die kognitiven Fähigkeiten sind beim Seniorhund ebenfalls von den Alterserscheinungen betroffen. Intensität und Qualität ihrer Funktionstüchtigkeit wandeln sich.

Das Fressverhalten lässt euch zuweilen stutzen – auch hier führen diverse Gründe zu Veränderungen. Denn durch weniger Bewegungsbedürfnis braucht der Körper weniger Energie. Aber auch Zahnprobleme können Auslöser des veränderten Fressverhaltens beim Seniorhund sein. Er frisst mitunter also mal weniger, mal normal, mal rührt er gar nichts an. Normalerweise konnte die Zubereitung bis zum Freigabesignal nicht schnell genug gehen. Und kaum durfte er zulangen, war auch schon der gesamte Napf leer.

Ferner kann der Hund auch an Gewicht zulegen. Eine Gewichtszunahme bei unveränderter Fütterung, kann auch ein Hinweis auf das Älterwerden und Seniorenhundalter sein. Denn gleich viel Futter, bei weniger Auslastung, bedeutet i.d.R. mehr Pfunde und Übergewicht. Der sich verändernde Stoffwechsel trägt sein Übriges hierzu bei. Und dies alles ist wiederum eine Belastung für die Gesundheit, sei es das Herz-Kreislauf-System oder den gesamten Bewegungsapparat. Auch Diabetes ist eine häufige Folge von Adipositas/Übergewicht.

Das Schlafverhalten ist beim Seniorhund auch ein anderes. Er schläft prinzipiell mehr, bekommt während des Schlafens weniger mit. Denn er schläft häufiger tief und fest. Ebenso gibt es aber auch Phasen in der Nacht, wo er bisher ruhig abgelegen hat, nunmehr aber im Wohnraum umherläuft, unruhig und gestresst wirkt. Der Bedarf an Ruhezeiten nimmt nochmals im Alter zu.

Erkennt euer Seniorhund alte Bekannte nicht mehr, oder wirkt in manchen Situationen vergesslich? Auch Hunde können eine Demenz oder kognitive Dysfunktionen (Hunde-Alzheimer) entwickeln.

Das Verhalten im Hinblick auf sein Bedürfnis sich zu lösen hat nachgelassen. Musste er mal zwischen den regelmäßigen Gassigängen, machte er sich von selbst aufmerksam. Entweder stupste er Herrchen/Frauchen offensiv an. Oder verharrte, begleitet von Lautäußerungsverhalten, vor der Haus- oder Terrassentür. Sprich, er kommunizierte schon auf seine Weise, wenn er mal auf die Toilette musste. Nun sieht dies aber anders aus. Der ältergewordene Hund macht nicht mehr auf sich aufmerksam. Der Seniorhund lässt zuweilen sogar einfach laufen oder setzt seinen Haufen im Wohnraum ab. Dies kann so weit gehen, dass ihm während des Schlafens unbemerkt ein Unglück passiert. Die eigene Kontrollfähigkeit über seinen Schließmuskel verliert merklich.

Ihr bemerkt, dass euer Hund bei kalten Temperaturen während dem Verweilen im Freien schneller friert. Hier zeigen sich die „Wehwehchen“ wie bei älteren Menschen. Auch sie frieren rascher, ziehen sich daher selbst bei warmen Wetterbedingungen verhältnismäßig warm an.

Gleiches gilt für körperliche Problem im Kontext mit einem Witterungsumschwung. So können den Hund an diesen Tagen, vorhandene Problemchen noch mehr belasten. Kurz, man muss den Hundealltag stets an der Tagesform des Seniorhundes immer mal wieder anpassen. Sprich, Alterserscheinungen können mal mehr, mal weniger einwirken.

Hohe Außentemperaturen wird der Seniorhund heute schlechter wegstecken, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Konnte er ohne Problem bei 28 Grad Spazieren gehen, so raten wir die Hunderunde im Sommer früh morgens oder in den Abendstunden zu unternehmen. Vermeidet es den Seniorhund unnötig warmen Temperaturen auszusetzen, denn dies belastet seinen Organismus erheblich mehr.

Das Bedürfnis des Seniorhundes nach körperlicher Zuwendung hat zugenommen. Er sucht gezielt Körperkontakt und die Nähe seiner Bezugsmenschen. Er will nicht alleine sein. Ein schöner Nebeneffekt, wenn der Hund aktiv Streicheleinheiten und körperliche Wärme einfordert. Problematisch, wenn bisher das stundenweise Alleinbleiben kein Thema war und nun beim Seniorhund zu Stress führt.

Ebenso kann das Zuwendungsbedürfnis aber auch völlig gegenteilig sein. Der bis dato verschmuste Zeitgenosse hat sich total gewandelt. Als Seniorhund will er auch in diesem Zusammenhang in Frieden gelassen werden. Das gesamte soziale Zusammenwirken inklusive der körperlichen Aufmerksamkeit haben nachgelassen.

Weiters kann das Verhalten des Seniorhundes stark verändert sein. Er kann schreckhafter und ängstlicher auf Außenreize reagieren. Er kann aber ebenso im Hinblick auf Menschen- und Tierkontakt plötzlich deutlich forscher, unkontrollierter und aggressiver interagieren.

Gemütsschwankungen treten immer häufiger auf. Der Seniorhund ist mal gut gelaunt und kontaktfreudig. Mal ist er schlecht drauf, will seine Ruhe und lässt die Bezugsmenschen links liegen. Selbst die üblichen Begrüßungen fallen dürftig aus, er bleibt liegen und blickt nur noch kurz auf.

Letztlich treten bei Seniorhunde naturgemäß auch mehr Hundekrankheiten auf. So belasten Gelenk- und Knochenbeschwerden den Vierbeiner in seiner Mobilität. Dies können einfach üblich Verschleißerscheinungen sein, aber auch etwaige Krankheiten. Die inneren Organe arbeiten nun schon ein ganzes Hundeleben auf Hochtouren. Auch hier können diverse Faktoren zu Minderleistungen oder gar krankheitsbedingten Problemen führen. Typische Augenerkrankungen wie Grauer und Grüner Star treten auf. Etwaige Hautveränderungen oder gar Gewebeschwellungen fallen bei der Hundepflege auf. Auch im Hinblick auf Veränderungen des Gesundheitszustands, muss man als verantwortlicher Halter wachsam sein. 

Altersveränderungen machen sich nicht von einem Tag auf den anderen bemerkbar. Sie treten auch nicht allesamt zwingend auf. Dennoch wird sich das Älterwerden beim Seniorhund früher oder später auf seine individuelle Weise zeigen. Man muss nur aufmerksam Hinschauen. Je nach Altersanzeichen und Begleiterscheinungen wird der Seniorhund sich und sein gesamtes Tun, zeitweilig gut auf die Veränderungen anpassen können. Hier und da braucht er aber frühzeitiger die Mithilfe von seinen Menschen. Und auch präventiv können wir Halter mit unseren Unterstützungsmaßnahmen positiv beeinflussen. Manche Alterserscheinungen können damit vielleicht vermieden oder zumindest hinausgeschoben werden.

Mit den „normalen“ Alterserscheinungen beim Seniorhund haben wir uns in einem gesonderten Artikel noch intensiver auseinandergesetzt. Ihr seid interessiert? Dann klickt einfach hier.

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Was kann ich zur Unterstützung des Seniorhundes im Hundealltag tun?

Notwendige bedarfs- und altergerechte Anpassungen vornehmen.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Dem Hund und seinen individuellen Bedürfnissen beachten schenken und mit den richtigen Maßnahmen gerecht werden. Das sollte das Ziel des verantwortlichen Halters sein, um auf die Alters- und Begleiterscheinungen des Seniorenalters angemessen zu reagieren.

Das bedeutet nicht, körperliche und geistige Aktivitäten einzustellen. Im Gegenteil. Der Hund will nach wie vor gefordert und gefördert werden. Aber eben altersgerecht. Intensität und Umfang müssen angepasst werden. Auch die Art der Beschäftigung wird sich verändern, damit der Hund weder physisch noch kognitiv einrostet, aber keine vermeidbaren Belastungen Körper und Geist beeinträchtigen. Mehr dazu könnt ihr gerne hier nachlesen.

Auch die Ernährung und Futterzusammensetzung braucht erneut Veränderungen. So wie im Welpenalter die Fütterung eine besondere Art und Weise benötigte, so braucht nun der Seniorhund bestimmte Inhaltsstoffe und Futterbestandteile mehr, andere weniger. Auch auf etwaige gesundheitsspezifische Aspekte muss bei der Wahl und Zusammensetzung des Hundefutters eingegangen werden. Der Seniorhund braucht altersgerechtes und an seine individuellen Bedürfnisse orientiertes Futter.

Die Hundepflege wird zeitlich mehr Aufwand benötigen. Denn die „Selbstpflege“ hat nachgelassen. Leidet der Hund ggf. an Inkontinenz, so müssen Schlaf und Ruheplätze regelmäßig gecheckt und bei Bedarf gereinigt werden. Ebenso können Rückstände von Kot das Fell rund um Rute und die hinteren Gliedmaßen verunreinigen. Habt auch hier regelmäßig ein Auge drauf. Die Zahn- und Mundhygiene nehmen nun bei Hundesenioren eine nochmals bedeutendere Rolle ein. Der Belastungen und Unreinheit in diesen Bereichen, können viele andere Krankheiten und gesundheitliche Belastungen der inneren Organe auslösen. Ferner ist die Neigung zu Zahnstein größer. Wird hier nicht früh entgegengewirkt, droht Zahnverlust. Ferner wird der Maulgeruch an Intensität zunehmen. Ansonsten will der Seniorhund genauso die fürsorgliche Pflege genießen, wie in seinen früheren Lebensphasen. Der Hygienebedarf nimmt nicht ab.

Die gesamten Haltebedingungen, Alltagsbeschäftigungen und bisherigen Lebensgewohnheiten wollen überdacht werden und an die Bedürfnisse des Hundeseniors adaptiert sein. Der Liegeplatz soll weich, komfortabel und warm sein. Je nach Seh- und Orientierungsvermögen muss ggf. das Mobiliar im Haus umgestellt werden. Das Einsteigen im Auto kann mit einer Einstiegshilfe erleichtert werden. Greift statt Treppensteigen, wenn vorhanden, auf einen Aufzug zurück. Ist der Hund klein und leicht, so könnt ihr ihn andernfalls die Treppe alternativ hochtragen. Denkt in diesem Zusammenhang schon vor dem Welpenkauf oder der Adoption eines Tierheimhundes darüber nach, wie sich aktuelle Lebensbedingungen mit der Hundehaltung vereinbaren lassen – über alle Lebensphasen hinweg.

Neben den eingangs genannten Faktoren, Rasse/Hundeindividuum, Größe und Gewicht, tragen eine gute Genetik, weitsichtige Lebensbedingungen und regelmäßige veterinärmedizinische Versorgung und Check-ups, positiv zu den möglichen körperlichen und geistigen Konditionen beim Seniorhund bei. 

Kurzgesprochen, achtet bei der Welpensuche u.a. auf die Gesundheit der Vorgängergenerationen. Idealerweise wurden nur Zuchthunde für die Verpaarung eingesetzt, die aus einer kontrollierten Zucht mit Zuchttauglichkeitsprüfungen stammen. Sie werden vor der Zucht auf Eignung geprüft, um sicherzustellen, dass sie weder gesundheitlich, wesens- und verhaltensseitig vorbelastet sind und damit die Nachzucht mit ihren Genen ggf. belasten. Denn auch diese Einflussfaktoren werden sich nachhaltig im Seniorenalter bemerkbar machen.

 Gleiches muss bei der Adoption eines Tierheimhundes beachtet werden. Hier werdet ihr einen Hund mit „Vorgeschichte“ in die Haltung übernehmen. Erkundigt euch umfassend, wie das bisherige Leben des Vierbeiners aussah. Mehr in diesem Zusammenhang könnt ihr hier nachlesen.

Geht mit eurem Vierbeiner regelmäßig zum Tierarzt, um ihn turnusmäßig durchchecken zu lassen. Denn so können frühzeitig etwaige Krankheiten, Verletzungen und sonstige Belastungsfaktoren entdeckt und angemessen behandelt werden.

Über- und unterordert euren Hund mit all euren Aktivitäten und Beschäftigungen nicht – oft ist perspektivisch betrachtet, weniger mehr. Auch dies zahlt sich letztlich im Seniorenalter des Hundes aus. Wird er stets umsorgt, pfleglich und respektvoll behandelt, mit guter Kost ernährt, so kann er davon bis ins hohe Seniorhundealter profitieren.

In Ergänzung zu unseren Ausführungen, wollen wir euch nun noch unseren Kurzüberblick mit hilfreichen Tipps für das Zusammenleben mit einem Seniorhund ans Herz legen. Seid ihr interessiert noch mehr zu erfahren? Dann klickt nun hier.

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