Mondioring

Der anspruchsvollste Schutzhundesport der Welt

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Zuletzt aktualisiert am: 31.5.2024

Mondioring Schutzanzug Mann Schaeferhund Ausschnitt.jpg

Das wichtigste in Kürze

  • Mondioring ist ein weltweit verbreiteter Schutzhundesport
  • Wird als Hund-Mensch-Team ausgeführt (Teamarbeit)
  • Gehorsam, Disziplin, Kontrolle, Flexibilität und ein breites Spektrum an Talenten sind gefragt
  • Abwechslungsreiche und vielfältige Aufgaben müssen gemeinsam gelöst werden
  • Fordert und fördert den Hund physisch und kognitiv (Körper und Geist)
  • Für sozialverträgliche, wesensfeste, belastbare und nervenstarke Hundepersönlichkeiten

Wie aus Belgischring und Französischring mit Mondioring die neueste und für Hund und Halter anspruchsvollste, internationalste Ringsportart der Welt geschmiedet wurde, was diese Schutzhundesportart auszeichnet, wer sie ausüben kann oder darf könnt Ihr hier genauso nachlesen, wie eine Kritik an der ungewöhnlichen Prüfungsordnung.

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Was ist Mondioring?

Mondioring ist ein Hundesport. Genaugenommen Schutzhundesport, der aus den nationalen Prüfungsordnungen diverser Ringsportarten entwickelt wurde, um international einheitliche und anerkannte Ringsport-Wettkämpfe abhalten zu können. Daher auch die Bezeichnung Ringsport für Hunde.

Der Name Mondioring setzt sich aus dem Wort „Mondio“ vom Lateinischen "Mundus" für Welt und dem Wort "Ring" zusammen. Ausgedrückt werden soll damit, dass es sich um eine weltweit einheitliche Ringsportart handelt, die geschichtlich auf dem belgischen Ring basiert.

Ähnlich wie der französische Ringsport besteht Mondioring aus den drei Disziplinen:

  • Agility oder Sprünge
  • Obedience oder Unterordnung/Gehorsam
  • Protection oder Schutzdienst

Mondioring steht als Schutzhundesport in einem Aufmerksamkeitswettbewerb zum in Deutschland entwickelten Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde, dessen internationale Prüfungsordnung die Internationalisierungsbestrebungen dieses Hundesports erkennen lassen. Allerdings scheint der deutsche Schutzhundesport über weniger internationale Verbreitung zu verfügen, wie Mondioring als Ringsportart.

Die Geschichte um Mondioring im Kurzüberblick

Wie enstand Mondioring?

Wie die Wurzeln aller Schutzhundesportarten, so liegen auch die des Mondioring in der Verwendung von Hunden für polizeiliche Zwecke. Diese Verwendung wurde Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Polizeien der Welt systematisch ausgebaut. Die Schutzhundesportarten dienten dabei zwei Zielen. Neben der Verbesserung der Ausbildung und der Zusammenarbeit von Hund und Mensch stand schon bald eine einheitliche Zuchttauglichkeitsprüfung im Fokus. Diese Prüfungen sollten die Tiere mit den polizeidiensttauglichsten Anlagen auswählbar werden lassen, damit die gewünschten und in der Prüfung abgefragten Anlagen durch entsprechende Zuchtauswahl gefördert und in den Folgegenerationen konzentriert werden und die Diensthunderassen entstehen konnten.

Die Polizeiarbeit in allen Ländern verfolgt zwar ähnliche Ziele, weist aber im Detail doch Unterschiede auf. Beispielsweise werden unterschiedliche Taktiken und Techniken verwendet. Gleiches galt auch für die Verwendung von Schutzhunden und Diensthunden, sodass jede Nation eigene Vorstellungen bezüglich der genauen Anforderungen an die Hunde und somit an den Schutzhundesport entwickelte. Dies und weitere gesetzliche Rahmenbedingungen führten trotz gegenläufiger Bemühungen der Verbände der Hundezüchter, die schon 1911 den internationalen Hundezüchterdachverband FCI gründeten, zu einer Vielzahl national unterschiedlicher Prüfungsordnungen für den Schutzhundesport, der in der Folge in jedem Land unter anderen Namen in unterschiedlichen Varianten praktiziert wurde. So entstand beispielsweise in Deutschland der Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde, von dem sich auch die mit K. N. P. V. abgekürzte Königlich Niederländische Polizeihundevereinigung hat inspirieren lassen. Gleichzeitig entwickelte sich in Belgien der belgische Ringsport, von dem sich im Nachbarland der Französisch-Ring ableitete. Ähnliche Entwicklungen fanden auch jenseits des Atlantiks statt.

Die nach dem Ende des zweiten Weltkriegs einsetzende Abkehr vom Nationalismus hin zu einer auf internationaler Zusammenarbeit zielenden Politik belebte auch die Zusammenarbeit der nationalen Hundeverbände in der FCI. Spätestens seit den 1980er Jahren führten die Bestrebungen der FCI, die vielen nationalen Prüfungsordnungen und Schutzhundesportarten ebenfalls internationaler auszurichten und vergleichbar zu machen zur Entwicklung des Mondiorings. Dieser Hundesport soll lt. dem Deutschen Hundesportverband DHV  und dessen Mitgliedverband SWHV auf Elementen des belgischen und französischen Ringsports, des niederländischen KNVP und des deutschen Gebrauchshundesports nach IPO bzw. IGP basieren.

Die Entwicklung des Mondiorings erfolgte, wie es im Vorwort der Prüfungsordnung steht, durch eine Gruppe amerikanischer und europäischer Delegierter. Offensichtlich bestand die Arbeit dieser Gruppe darin, eine Prüfungsordnung zu verfassen, die heute in verschiedenen Sprachen übersetzt vorliegt, wobei die französische Fassung die rechtlich bindende ist. Im weiteren Verlauf dieses Textes stützen wir uns auf dieses Regelwerk, das in seiner Klarheit an vielen Stellen zu wünschen übriglässt und somit mehrdeutig bis unverständlich, teilweise sogar widersprüchlich ist. Mangels der Fähigkeit, französische Texte zu analysieren, wurde für diesen Text auf die deutsche und englische Fassung der Prüfungsordnung (PO) zurückgegriffen, die teilweise Gegensätzliches aussagen.

Vor diesem Hintergrund ist die Aussage des Deutschen Verbandes der Gebrauchshundesportvereine (DVG), bis vor kurzem sei im VDH über die Einführung der neuen Sportart im VDH diskutiert worden, verständlich. Als ein Beitrag zu dieser Diskussion ist wohl auch der Beitrag des DHV (Deutscher Hundesportverband) zu verstehen, in dem festgestellt wird, dass die Mitte 2015 erfolgte feste Eingliederung des Mondiorings durch und in das Angebot des FCI weitreichende Folgen im Bereich Zucht und Zuchtzuluassung hatte. Dies wird vor allem klar, wenn man bedenkt, dass erfolgreiche Prüfungen in Mondioring beispielsweise für belgische Schäferhunde in Form der notwendigen Arbeitsprüfung eine Voraussetzung für die Zuchtzulassung sein können.

Insofern wünscht man dem MRG – Verein für Mondioringsport Deutschland e. V. viele französischsprachige Mitglieder, damit der Verein Prüfungen rechtssicher ausrichten kann.

Die oben genannten Verbände DVG, DHV und SWHV sind Mitgliedsverbände des Deutschen Verbandes für Hundewesen VDH.

Wie weit verbreitet ist Mondioring?

Auch die deutschen Hundesportverbände verschlossen sich den Internationalisierungsbestrebungen nicht. So wurde aus dem deutschen „Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde“, geprüft in der „Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde“ VPG erst die „Internationale Prüfungsordnung für Gebrauchshunde“ IPO und nun die IGP abgekürzte Internationale Gebrauchshundeprüfungsordnung.

In der IGP finden sich einige Formulierungen, die es ermöglichen, den Ablauf der Übungen an die Gesetze anderer Länder anzupassen. Wichtig ist das beispielsweise für den nicht in Deutschland lebenden Züchter Deutscher Schäferhunde, da diese eine Arbeitsprüfung benötigen: Eine Zuchtzulassungsprüfung nach IGP zu bestehen ist für die Zucht auch im Ausland wichtig.

Im Kern entstand aber auf diese Weise kein Kompromiss, der die unterschiedlichen nationalen Gesetze über die Hundeausbildung im privaten Rahmen einbezog und die sich unterscheidenden Ansätze und Übungen der übrigen nationalen Schutzhundesportarten berücksichtigte. So kann die IGP Hundesportbegeisterten nur in manchen Ländern ermöglichen, Schutzhundesport aus Interesse an rein sportlichem Wettbewerb mit internationaler Vergleichbarkeit zu betreiben.

Das Mondioring sollte eine weitere Möglichkeit bieten, eine allgemein und international anerkannten Schutzhundesport zu bieten, der Prüfungen auf Anfängerniveau bis hin zu einer Weltmeisterschaft ermöglicht. Dazu sollten die Regeln, Übungen und Ansätze aus den bestehenden nationalen Prüfungsordnungen in ausgeglichener Weise miteinander verbunden werden.

Wahrscheinlich wegen seiner möglichen Rückwirkungen auf die Arbeitsprüfungen der Zuchtlinien wurde die Einführung des Mondiorings wenigstens in den deutschen Verbänden kontrovers diskutiert, bevor Mondioring schließlich doch als offizielle Hundsportart zugelassen wurde.

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Was sind die Ziele & Voraussetzungen von Mondioring

Was sind die Ziele der Ausbildung und die Unterschiede zu ähnlichen Hundesportarten?

In Deutschland lohnt vor allen Dingen der Versuch einer inhaltlichen, über historisch-regionale Unterschiede hinausgehende Abgrenzung zwischen Mondioring und dem aus Deutschland stammenden Gebrauchshundesport, dessen Prüfungen früher nach der IPO (internationale Prüfungsordnung) und heute nach IGP (Internationale Gebrauchshundeprüfungsordnung) durchgeführt werden.

Während die Ringsportarten auch darauf abstellen, dem interessierten Publikum eine unterhaltsame, spannende und abwechslungsreiche Show in Form von Prüfungen der zum Polizeidienst tauglichen Hunde zu bieten, fokussiert sich der deutsche Gebrauchshundesport traditionell auf die Stärkung der Polizeihundearbeit und bleibt dabei vergleichsweise dienstlich-trocken. Dieser Sport hat kein Publikum im Visier, sondern konzentriert sich nur auf die Ausbildung und einheitliche Prüfungen als Ansatz für die Zuchtauswahl körperlich und mental geeigneter Hunde.

So weisen schon die Namen der jeweils drei ähnlichen Disziplinen der beiden Schutzhundesportarten auch Unterschiede auf:

Mondioring Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde nach IGP
Unterordnung Unterordnung
Sprünge Fährtenarbeit
Mutprobe (Schutzdienst) Schutzdienst

 

Während beim Mondioring Sprünge über Schrägwände und andere Hürden eine eigene Disziplin mit mehreren Übungen und unterschiedlichen Hindernissen ist, erwartet die IGP, dass Hunde im Rahmen der Unterordnungsprüfungen auch über eine Schrägwand hinweg apportieren. Statt auf die Sprünge-Disziplin, legt die IGP Wert auf die weniger spektakuläre, aber im Polizeidienst gefragte, weil zum Auffinden Flüchtiger hilfreiche Fährtenarbeit.

Heute soll unter dem Dach der FCI internationaler gedacht werden als vor einigen Jahrzehnten. Aus diesem Grund wird sowohl der deutsche als auch der im Ursprung belgische Ansatz international ausgerollt. Bei der Aufstellung international anerkannter Prüfungsregeln ist der belgische Ansatz, der bereits in diversen Ländern als Basis eigener Ringsportarten diente, dem deutschen gegenüber im Vorteil, der nur im deutschsprachigen Raum weit verbreitet ist.

Anforderungen an Hund und Mensch

Da es sich sowohl bei Mondioring als auch beim deutschen Gebrauchshundesport nach IGP um Gebrauchshundesportarten handelt, sind die Anforderungen ähnliche, da die Aufgaben ähnliche sind.

So muss der Hund ausreichend groß, kräftig und gesund sein, um über die Hindernisse springen oder Menschen stellen zu können. Auch muss er ausgewachsen und über entsprechend ausgehärtete Gelenke und Knochen verfügen. Neben diesen körperlichen Eigenschaften muss der Hund noch einige charakterliche mitbringen. So muss er lernwillig und -fähig sein, aber auch ein hohes Maß an Kontrollierbarkeit, Flexibilität und Vielseitigkeit sowie ein gutes Sozialverhalten zeigen. Viele Vertreter verschiedener Schäferhunderassen bringen diese Voraussetzungen mit.

Da die historischen Wurzeln des Mondioring auf die Art der heutigen Ausübung nachwirken, unterscheiden sich die Anforderungen des Mondioring und des Deutschen Schutzhundesports an Hund und Halter voneinander.

So sind die drei Disziplinen (Fährtenarbeit, Unterordnung, Schutzdienst) des Deutschen Gebrauchshundesports klar darauf ausgelegt, die polizeilich wünschenswerten Fähigkeiten des Hundes durch entsprechende Ausbildung, gepaart mit Prüfungen, die auch eine Zuchtauswahl ermöglichen, zu stärken. Für ein Publikum mussten die Prüfungen aber nicht spannend sein, vielmehr sollten sie für die Zuchtauswahl eine hohe Vergleichbarkeit aufweisen, was zu einem fast ritualhaften und immer ähnlichen Ablauf der Prüfungen sowie Fährtenprüfungen in freiem Feld führte.

Dem stehen die theatralischen Wurzeln der Ringsportarten gegenüber. Zwar handelt es sich auch hierbei um Polizei- und Diensthundesport, allerdings liegt der historische Kern aller Ring-Sportarten und damit auch des Mondiorings in der publikumswirksamen Vorführung der Fähigkeiten der Hunde in den drei Disziplinen Unterordnung, Sprünge und Mutprobe. Da diese Vorführungen auch kassenwirksam und damit kostenpflichtige Geschäfte waren, durften sie das Publikum auch bei wiederholtem Besuch einer Show nicht langweilen. Das wiederum zeigt sich noch heute im Mondioring, dessen Prüfungen aus drei Disziplinen ähnlichen Inhalts bestehen, wie die der IPO. Allerdings wird dem Entertainment Rechnung getragen, indem die Prüfungen in Ablauf und vor allem bezüglich der Reihenfolge der einzelnen Übungen von Prüfungstag zu Prüfungstag unterschiedlich aufgebaut sind: Die Reihenfolge der Übungen wird ausgelost. Auch wird auf die ruhige, wenig publikumswirksame Fährtenarbeit verzichtet. Dafür steht jeder Prüfungstag unter einem anderen Motto, das sich im Erscheinungsbild des Rings und seiner Dekoration sowie einigen in den Prüfungen verwendeten Gegenständen niederschlägt. So kann man sich vorstellen, dass in der Übung „Bewachen eines Gegenstandes“ ein Ritterhelm zu bewachen ist, wenn die Prüfung unter dem Motto oder Thema Mittelalter und Ritterzeit steht, während vielleicht ein Siegerpokal zu bewachen ist, wenn das Thema „Olympia“ heißt.

Diese variablen Abläufe und Reihenfolgen und das sich häufig ändernde Äußere der Trainings- und Prüfungsumgebung verlangen dem Hund viel ab: Er muss nicht nur lernen, die einzelnen Übungen sauber auszuführen, sondern auch, dass diese in unterschiedlicher Reihenfolge und von unterschiedlichsten Reizen definiertenSituationen auszuführen ist. Das kann auf Seiten des Trainers bzw. des ausbildenden Hundeführers eine zusätzliche Herausforderung darstellen, denn diese Fähigkeiten müssen über ein ausgefeiltest, individuell auf den Hund angepasstes Trainingsprogramm gefördert werden.

So kann man sagen, dass Mondioring an Hundemenschen den Anspruch stellt, sowohl den Willen als auch die Zeit und Geduld aufzubringen, den Hund entsprechend vielseitig auszubilden.


Geeignete Rassen für Mondioring

( Um die Rassebeschreibung der ausgewählten Rasse lesen zu können, bitte auf das Bild klicken! )

Benötigte Ausrüstung

Wie im ersten Block bereits dargelegt, leiten wir den Inhalt dieses Textes aus der an Unklarheiten und Widersprüchlichkeiten nicht armen Prüfungsordnung ab. Schon die Liste der benötigten Ausrüstung führt zu einigen offenen Fragen: Auch wenn für die ersten Trainingseinheiten zu Beginn des Trainingsprogramms bestimmt nicht alle prüfungsrelevanten Dinge benötigt werden, setzt die saubere und komplette Vorbereitung auf eine solche voraus, dass unter Prüfungsbedingungen mit allen zu verwendenden Dingen trainiert wird.

Da einerseits die Prüfungen unter verschiedenen Mottos abgehalten werden, die sich auf die zu verwendenden Gegenstände auswirken und andererseits ohnehin schon recht viele verschiedene Gegenstände vorgehalten werden müssen, ist es fast unmöglich, Mondioring auf rein privater Ebene zu trainieren. Daher ist fast keine Ausrüstung „privat“ anzuschaffen, während der Verein oder die Trainingsgruppe sehr viele Dinge anschaffen muss.

Der Hundeplatz bestehend aus Ring inkl. Ausstattung und ihn umgebenden Dingen

Hundeplätze, auf denen sowohl das Training als auch Prüfungen im Mondioring stattfinden können, sind in zwei Bereiche geteilt: Der Ring und der Bereich außerhalb des Rings.

Außerhalb des Rings sollte ein Rückzugs- oder Aufenthaltsraum für den oder die Helfer vorgehalten werden. Dieser muss mindestens fünf Meter vom Ring entfernt stehen und so ausgeführt sein, dass die Hunde die sich dort aufhaltenden Helfer weder geruchlich oder optisch noch akustisch wahrnehmen können. Ein Clubhaus kann hierfür sicherlich genutzt werden. Außerdem soll es im Außenbereich ein Versteck mit einem gefüllten Wassernapf für das Hund-Mensch-Team geben. Hier soll das Team sich aufhalten, während sich der Helfer im Ring für die zur Übungsgruppe "Schutzdienst" gehörende Übung „Revieren nach dem Helfer“ versteckt.

Der Ring selbst muss mindestens 60 Meter lang und 40 Meter breit sein, darf aber nicht größer als 5.000 m² sein. Er ist bodentief einzuzäunen und mit zwei Eingängen zu versehen. Im Inneren des Rings sind sieben Verstecke vorzuhalten, von denen eines mobil zur Verfügung des Richters stehen soll. Die Verstecke finden in der zur Übungsgruppe Schutzdienst gehörenden Übung „Revieren nach dem Helfer“ Verwendung, in welcher der Hund nach einem Helfer sucht. Die Verstecke können im Mondioring lt. SMHV aus unterschiedlichsten Materialien variabel gestaltet werden und müssen sich nicht auf der ebenen Erde befinden. Auf diese Weise wird die Gestaltung der Verstecke an das Motto einer Prüfung angepasst. Denkbar sind die aus dem IGP-Sport bekannten Standardverstecke oder Verstecke in Form von Zelten genauso wie gänzlich andere Dinge, von großen Weinfässern oder Autos bis hin zu Verstecken aus Brettern, Strohballen oder Paletten.

Für die Übungsgruppe „Sprünge“ sind drei Sprunghindernisse Palisade oder Steilwand, die Hürde für den Hochsprung und das Weitsprunghindernis aufzubauen.

Die zwischen 1,5 und 1,9 Meter bereite Palisade wird auch als Steilwand bezeichnet. Sie ist mindestens 1,8 Meter hoch, kann aber in Schritten von 10 Zentimetern bis auf 2,3 Metern erhöht werden. Während die Steilwand ganz unten aus einer 1 Meter hohen Platte besteht, sind die übrigen 1,3 Meter aus ungeschliffenen Holzdielen zusammengesetzt, die einerseits 10 cm hoch und andererseits zwischen 2,7 und 3 cm stark sind. Zur Schonung des Bewegungsapparates der entsprechend hochspringenden Hunde verfügt sie über einen auf der Rückseite der Steilwand in einer Höhe von 1,7 Metern angesetzten schrägen Ablauf aus ungeschliffenem Holz. Dieser Ablauf ist auf Bodenhöhe 1,2 Meter von der Palisade entfernt und verfügt über hölzerne Querstreben, die vom Boden aus gemessen alle 30 Zentimeter angebracht werden.

Die folgende Skizze vermittelt eine grobe Vorstellung, wie die Palisade aussehen soll. Bedenkt man, dass die Prüfungsordnung (PO) alle oben angegebenen Maße und Materialien vorgibt und damit sehr detailversessen wirkt, fragt man sich, warum sie keine Aussage dazu macht, wie die 13 einzelnen Latten stabil aufeinandergeschichtet werden sollen und dabei eine Stabilität erreichen sollen, die Fixierung des schrägen Ablaufs ermöglicht. Denkbar wäre hier vielleicht ein Metallrahmen aus U-Profilen.

Plan der Palisade. Quelle: Prüfungsordnung Mondioring der FCI

Der Hochsprung wird im Kern über ein in 1,00 oder 1,10 oder 1,20 Meter Höhe pendelnd befestigtes Brett von 1,50 Meter Breite und 0,30 Meter Höhe ausgeführt. Damit das Hindernis für den Hund keine Verletzungsgefahr darstellt, muss das Brett aber bei der geringsten Berührung durch den Hund und die dadurch ausgelöste Pendelbewegung zu Boden fallen. Um diese Pendelbewegung zu ermögliche, wird in das Brett auf beiden 30-cm-Seiten ein Zapfen, beispielsweise ein Holzdübel, getrieben, sodass eine Achse von 1,50 Metern Länge entsteht. Damit das Brett immer senkrecht hängt, sollten die Dübel nicht exakt in der Mitte angebracht werden, sodass ein leichtes Übergewicht auf einer Seite entsteht.

Befestigt wird dieses frei pendelnde Brett, das der Pendelhürde den Namen gibt, in einem Rahmen. Dieser sieht in Laufrichtung des Hundes wie ein fest auf dem Boden stehendes U aus und kann auf eine Bodenplatte z. B. aus Holz montiert sein, um stabil zu stehen. Der Rahmen muss eine Höhe haben, die es erlaubt, dass das oben beschriebene Brett auf seiner Maximalhöhe von 1,20 Meter pendeln kann. Für die Breite des Rahmens gilt analog, dass er das 1,50 breite Pendelbrett inklusive der beiden Zapfen locker aufnehmen können muss.

Als Widerlager für die Zapfen des Pendelbretts müssen in den drei entsprechenden Höhen Auflageflächen geschaffen werden, sodass die Oberseite des Pendelbretts die Höhen von 1,00; 1,10 und 1,20 Meter erreicht. Diese Auflagen können z. B. aus handelsüblichen Winkeleisen oder Holzstücken bestehen.

Neben dem bereits beschriebenen und oben anzubringenden Pendelbrett wird ein weiteres unten im Rahmen nach demselben Befestigungsprinzip (Zapfen und Widerlager) angebracht. Dieses Brett ist ebenfalls 1,50 Meter breit und 80 Zentimeter hoch.

Vorderansicht der Pendelhürde. Quelle: PO Mondioring der FCI
Seitenansicht der Pendelhürde. Quelle: PO Mondioring der FCI

Im Gegensatz zu seiner leichtathletischen Variante, findet der Weitsprung für Mondioring-Hunde nicht im Sand, sondern in einer besonderen Konstruktion statt. Dieses Weitsprunghindernis besteht aus einem U-förmigen Rahmen, der flach auf dem Boden liegt, wobei sich die offene Seite des Us in Laufrichtung des Hundes hinten befindet und sich der geschlossene „Boden“ des Us entsprechend am Anfang befindet. Das U wird aus insgesamt drei Holzlatten gebaut, von denen eine eine Breite von 10 cm und eine Länge von 2 Metern aufweist. Sie bildet den Boden des Us. An ihr wird rechts und links je eine Latte von 3 Metern Länge befestigt. Diese Latten weisen eine Breite auf, die über die Länge von drei Metern stetig ansteigt. Am Anfang, also dort, wo sie mit dem Boden des U verbunden sind, sind sie 10 cm breit, am anderen Ende 20. Liegt dieser Rahmen auf dem Boden, verfügt er also über einen 10 cm Anfang und steigt stetig auf eine Höhe von 20 cm. An seinem hohen Ende wird der Rahmen am Boden fixiert. Dazu könntne Metallwinkel und Zeltheringe verwendet werden.

Zwischen die beiden langen Latten werden in einem Abstand von 30 Zentimetern Querstreben angebracht. Diese können lt. PO aus PVC-Rohren und „leichtem Metall“ gefertigt werden. Empfehlenswert sind aber unter Sicherheitsaspekten flexible Leinen oder das in jedem Baumarkt erhältliche rot-weiße Absperrband/Flatterband.

Am hohen Ende des Rahmens wird zur variablen Verlängerung des Weitsprunghindernisses eine Wippe zwischen die Latten gestellt. Diese Wippe besteht aus einer Holzplatte von 1,95 Metern Breite und einer Tiefe von 1,00 Metern. Natürlich kann die Platte auch aus einzelnen, miteinander verbundenen Dielen bestehen. Mittig in der Tiefe, also auf exakt 50 Zentimetern befindet sich die Wipp-Achse. Diese muss lt. PO so hoch sein, dass das jeweils in der Luft befindliche Ende der Wippe 30 Zentimeter über dem Boden ist. Daraus ergibt sich, dass eine nach beiden Seiten abgestützte Latte von 15 Zentimetern Breite und einer Länge von 1,95 Metern im rechten Winkel auf der Platte befestigt werden muss. In der unten stehenden Seitenansicht des Hindernisses sind nur die beiden abstützenden Latten eingezeichnet.

Diese Wippe wird nun in den Rahmen geschoben, mit dem Ziel, die entsprechend zu springenden Weiten darzustellen: Das hohe Ende der Wippe ist die "Landezone" und befindet sich zwischen 3 und 4 Metern vom Anfang des Weitsprunghindernisses entfernt.

Seitenansicht des Weitsprunghindernisses. Quelle: Mondioring-PO der FCI
Draufsicht des Weitsprunghindernisses. Quelle: Mondioring-PO der FCI

Die tragbare Ausrüstung und Ablenkungsgegenstände

Neben den bisher beschriebenen, sperrigeren Gegenständen, sind auch eine Vielzahl kleinerer Dinge vorzuhalten. Diese reichen von Ablenkungen aller Art bis hin Dingen, die vom Hund zu finden, zu beschützen oder zu apportieren sind.

Während die IGP klar beschreibt, wie das Bringholz genannte Apportel aussieht und das Bringholz somit selbst schon zum Hinweisreiz wird, sollen pro Prüfungstag im Mondioring 6 unterschiedliche Apportiergegenstände durch den Veranstalter vorgehalten werden, die in ihrer Erscheinung auch das Motto des Prüfungstages widerspiegeln können. Für das Training bedeutet das, dass der Hund lernen muss, alle denkbaren Dinge zu apportieren, selbst solche, die er bisher noch nie bringen sollte. Dazu müssen die Apportiergegenstände in undenkbar vielen Varianten daherkommen und ihre diskriminative Wirkung auf das Hundeverhalten gänzlich zu Gunsten des menschlichen Kommandos verlieren.

Die einzigen in der Mondioring-Prüfungsordnung festgeschriebenen Eigenschaften der Apportel sind, dass sie maximal 1.000 Gramm wiegen und weder aus Glas noch aus Metall sein dürfen, während darüber hinaus einige Vorschläge wie Hantel, Kegel, Beißwurst, Plastikflasche, Säckchen, Reifen von Kinderwagen, zusammengebundene Schuhe o. ä. gemacht werden.

Ähnliches gilt für Gegenstände, die der Hund bewachen soll. Hier sollen Veranstalter 3-4 verschiedene Gegenstände vorhalten, die lt. Prüfungsordnung explizit an das Prüfungsmotto angelehnt sein sollen und von denen einer durch den Hund zu bewachen ist. Auch hier muss im Training eine große Anzahl unterschiedlichster Dinge bewacht werden, damit dem Hund in Prüfung egal ist, auf was genau sein Mensch gezeigt hat, als er den Bewachungsbefehl gab.

Für die Suche nach einem bestimmten Gegenstand sind pro Trainingseinheit und Hund vier bis fünf Hölzchen von 15x2x2 cm oder 15 cm langes mit 2 cm Durchmesser vorzuhalten. Aus diesen Hölzchen sucht sich der Hundemensch eines aus und nimmt es für 5 Sekunden in die Hand. Der Hund soll dann aus diesen Hölzchen das von seinem Menschen angefasste suchen. Sollten mehr Hunde trainiert werden, sind die durch diese zu findenden Hölzchen zu nummerieren und neben den drei bis vier Ablenkungshölzchen noch ein paar Ersatzhölzer vorzuhalten, falls einer der Hunde einen oder mehrere Ablenkungshölzer aufnimmt.

Für die Übung „Futterverweigerung“ sind diverse Futterhappen als „Versuchung“ vorzuhalten. Die Futterhappen dürfen hier nicht größer als eine Faust sein und es darf wegen der Aujeszkyschen Krankheit kein rohes Schweinefleisch verwendet werden. Abgesehen davon ist in den Prüfungen alles erlaubt. Entsprechend muss der Hund trainiert werden, dass er alles Fressbare verweigert. Dazu muss die Futterverweigerung an allem Fressbaren trainiert werden. Sinnigerweise trainiert man das nicht nur auf dem Hundeplatz, sondern überall und immer, um das Mondioring-Training als Basis für ein auf der Impulskontrolle aufbauendes Antigiftköder-Training zu nutzen.

Ein Mondioring-Training lässt sich auch nicht ohne einen oder zwei Helfer bestreiten. Diese werden im Mondioring u. a. Decoy genannt und nehmen die Rolle des „Bösewicht“ ein, der in den Übungen der Mutproben- oder Schutzdienstgruppe als Opponent des Hundes auftritt. Dieser Helfer muss einen Schutzanzug tragen, der es dem Hund ermöglicht, auch am Bein zuzufassen, ohne den Helfer zu verletzen. Dazu muss der Anzug mindestens 7 cm dick sein, wobei das Material unter dem Druck des Hundebisses nicht auf weniger als 3-5 cm zusammengedrückt werden darf. Der Prüfungsordnung ist es an dieser Stelle wichtig, dass der Anzug den Decoy nicht lächerlich aussehen lässt. Vielleicht ist das wichtig, weil auch der Anzug dem Motto der Prüfung angepasst werden kann, auch wenn das wiederum so klar nicht in der Ordnung steht.

Außerdem ist der Helfer für den Angriff mit Stock mit einem Bambusstock von 60-80 cm Länge und 20 mm (lt. der deutschen Übersetzung der Prüfungsordnung) oder 20-30 mm (lt. der US-Übersetzung der PO) Durchmesser bewaffnet. Der Stock ist auf dem letzten ¾ der Länge über Kreuz eingeschnitten, darf aber nicht in der Lage sein, während der „Sperre“ aufzufächern.

Wird für den Angriff mit Stock für die oberen beiden Leistungsklassen trainiert, müssen zusätzlich Hindernisse zwischen dem Helfer und dem Hund platziert werden. Als solche können Strohballen, Netze, an einem Gerüst oder Rahmen angebrachte Bänder, gestapelte oder senkrecht fixierte Reifen sowie ein Wassergraben aus Plastik mit einer maximalen Wasserhöhe von 20 cm verwendet werden. Der Wassergraben („und andere flache Hindernisse“) darf eine Maximalhöhe von 25 Zentimetern haben. Alle übrigen Hindernisse (Ballen, Reifen etc.) dürfen nicht höher als 80 Zentimeter sein. Kein Hindernis darf breiter als 80 Zentimeter sein.  „In der Länge sind 8-10 Meter erlaubt“ sagt die PO.

Neben dem Angriff mit Stock muss für die beiden oberen Leistungsklassen auch der Angriff mit Gegenständen trainiert werden. Hierzu sind verschiedene Gegenstände vorzuhalten. Die PO nennt hier einige konkrete Vorschläge wie Zweige, Rasseln, Tücher, Zeitungen, Plastikfolien, -taschen oder -säcke, volle oder leere Plastikeimer. Ob es auch ein Metalleimer sein darf, bleibt in der PO unklar, da der Geist der PO eigentlich gestalterische Freiheit proklamiert. Darüber hinaus werden generelle Beschreibungen dieser Gegenstände aufgeführt. Erlaubt sind alle lärmenden, aber ansonsten harmlosen und unschädlichen Utensilien. Allerdings dürfen die Gegenstände nicht zu groß sein und den Hund während der Übung verdecken. Vielmehr müssen sie durch den Helfer so handhabbar sein, dass er sie zwar auf eine für Hunde eindrucksvolle und aggressive Art bewegen kann, ohne diese mit dem Gegenstand zu verletzen. Sollte ein solcher Gegenstand über einen Griff verfügen, darf dieser nicht größer als eine Hand sein.

Darüber hinaus schreibt die Prüfungsordnung vor, dass Veranstalter zwei Revolver, damit sind wahrscheinlich Schreckschusspistolen gemeint, für die Helfer vorhalten sollen. Das Kaliber muss entweder 9 mm oder 6 mm betragen, in letzterem Fall müssen dann aber Platzpatronen mit dreifacher Pulvermenge verwendet werden. Entsprechend sind solche Waffen auch im Training zu verwenden, damit der Hund während der Prüfung nicht schussscheu auf die Knallerei reagiert und sich nicht von seiner Arbeit abhalten lässt.

Administrative Ausrüstung

Weiteres Material, das die Prüfungsordnung erwähnt und das bei Prüfungen zum Einsatz kommt, dient größtenteils administrativen Zwecken. Im Besten Fall wirken solche Gegenstände vom Richtger aus über den Hundemenschen auf den Hund. Da aber auch der Hundemensch trainiert werden will, zählen wir die letzten vier Dinge auch noch auf.

Im Turnier wird ein grüner Wimpel verwendet, um dem Hundemenschen anzuzeigen, dass er den flüchtigen Helfer durch den Hund stellen und beißen lassen soll. Wird der rote Wimpel gezeigt, ist der Hund auf seinem Weg zum flüchtigen Helfer abzurufen. Den Beginn einiger Übungen zeigt der Richter durch eine Hupe an. An dieses Geräusch und seine Bedeutung können sich Mensch und Hund im Training gewöhnen.

Für das Training gänzlich bedeutungslos ist das Vorhalten offizieller Notenblätter und die in einer Prüfung unerlässlichen Probehunde: Die Prüfung jeder Leistungsklasse muss vor der eigentlichen Prüfung von einem Probehund durchlaufen werden.

Training im Alltag

Auf Grund der vielen Ausrüstungsgegenstände kann Mondioring eigentlich nur auf einem Hundeplatz, möglichst in einem Ring, trainiert werden. Natürlich können und sollten die Gehorsamsübungen auch außerhalb des Platzes trainiert werden: Ein Hund soll schließlich immer und überall, also in allen Situationen einen guten Appell an den Tag legen, nicht nur auf dem Hundeplatz.
Zu diesen Übungen zählen

  • die Freifolge bei Fuß
  • die Abwesenheit des Hundemenschen
  • das Voraussenden des Hundes
  • das Verharren in bestimmten Positionen wie Sitz oder Platz
  • die Futterverweigerung
  • der Apport und
  • das Revieren/geruchliche Suchen nach einem Gegenstand.

Um allerdings das hohe Niveau, das für das erfolgreiche Bestehen von Prüfungen im Mondioring vorausgesetzt wird zu erreichen, sollten die Trainingsprogramme immer in enger Abstimmung mit einem erfahrenen Trainer erstellt und umgesetzt werden.

Training im Hundesportverein / Hundeschule

Der Großteil des Trainings für und die Vorbereitung auf eine Mondioring-Prüfung erfolgt in gemeinschaftlichen Trainingseinheiten auf dem Hundeplatz. Die vielfältigen Gründe hierfür liegen auf der Hand:

  • von Sprunghindernissen über
  • diverse Verstecken und
  • andere benötigte Ausrüstung im
  • Ring,
  • die Helfer im
  • Schutzanzug,
  • die Anwesenheit eines erfahrenen Trainers,
  • der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten

Vor allen Dingen bezüglich des „Mutprobe“ genannten Schutzdienstes kommt natürlich ein Sicherheitsaspekt zum Tragen: Der eingezäunte Ring verhindert, dass arbeitende Hunde statt des Helfers „Zivilisten“ beißen.

Mondioring-Prüfungen finden weltweit nach denselben Regeln statt. Das Reglement ein globales Werk ist, das in seiner Originalfassung offenbar auf Französisch formuliert wurde. Bei der Übersetzung in die drei übrigen Amtsprachen der FCI sind wohl einige Übersetzungsfehler gemacht worden. In Summe bleibt ein gewisser Interpretationsspielraum, was diese Regeln für die bundesdeutsche Anwendung und Umsetzung bedeuten. Zumindest, solange man nicht der französischen Sprache auch in ihrer kynologischen Fachausprägung mächtig ist. Denn bei Unklarheiten und Widersprüchen ist die französische Fassung der PO die ausschlaggebende.

Anbieter

VDH: Ja
FCI: Ja
Mit VDH/FCI verbunden: American Kennel Club
Sonstige: The Kennel Club

Welche Voraussetzungen sind für die Zulassung zu erfüllen?

Voraussetzung
Mindestalter
VDH
12 Monate
Voraussetzung
Mitglied in Verbandsverein (Halter)
VDH
Voraussetzung
Mitglied in Verbandsverein (Führer)
VDH
Voraussetzung
Reinrassigkeit
VDH
Voraussetzung
Gesundheit: keine Verletzungen oder Krankheiten
VDH

An Mondioring-Prüfungen können Hunde aller von der FCI anerkannten Rassen teilnehmen. Die Hunde müssen über einen von der FCI anerkannten Stammbaum und über ein „von seinem Landesverband ausgestelltes Leistungsheft“ verfügen.

Für Deutschland sollte das bedeuten, dass der Hund Mitglied in einem dem VDH (Landesverband) angeschlossenen Hundezucht- oder -sportverein ist, der ihm ein solches Leistungsheft ausstellt. Sicherlich setzt das voraus, dass entweder der Halter oder der den Hund bei einer Prüfung vorführende Mensch oder vielleicht auch beide Mitglieder eines solchen Vereins sein müssen.

Darüber hinaus müssen die Hunde mindestens 12 Monate alt sein und, wie es im offiziellen Text der PO steht, „ein anerkannter sozialer Test… besitzen“. Welcher Test oder welche Prüfung diesem in Deutschland gerecht wird, ist unklar. Denkbar wäre, dass z. B. die bereits im Alter zwischen 9 und 13 Monaten ablegbare Wesensbeurteilung im Rahmen der Zuchtanlagenprüfung des „Vereins für Deutsche Schäferhunde e. V.“ ausreicht. Würde allerdings nur die entsprechende Teilprüfung (Unbefangenheitsprobe oder Wesenstest) der Begleithundeprüfung gelten, hätte das einen Einfluss auf das Mindestalter für Mondioring-Prüfungen, da Hunde die Begleithundeprüfung erst im Mindestalter von 15 Monaten ablegen können.

Damit liegt das Mindestalter ggf. bei 12 Monaten und damit 3 Monate niedriger als beim Internationalen Gebrauchshundesport (also IPO oder VPG aus Deutschland). Bedenkt man, dass in beiden Sportarten Hunde über eine 1,8 Meter hohe Wand springen müssen, freuen sich Hundefreunde sicherlich über jeden Monat, der dem Bewegungsapparat des Tieres zum Reifen bleibt.

Die Mondioring-Regeln sehen zuletzt noch vor, dass der Hund ein „Gesundheitsbuch“ besitzen muss. In der US-Variante ist an der Stelle von einem „health record“, also einer „Gesundheitsakte“ die Rede.  Beide Begriffe existieren im Zusammenhang mit Hundesport in Deutschland nicht. Zwar verlangen viele deutsche Prüfungsordnungen einen Impfnachweis z. B. für Staupe und Zwingerhusten. Auch setzen sie die Gesundheit des Hundes voraus, regeln, dass ein Veterinär das letzte Wort hierüber hat und welche Konsequenzen Krankheit oder Läufig- und Trächtigkeit von Hündinnen bezüglich der Prüfung oder des Wettkampftages haben.

Solche Details lässt das Mondioring-Reglement leider offen. Zum Glück haben die internationalen Experten, die das Regelwerk entwarfen, aber offensichtlich länger darüber verhandelt, welche Bezeichnungen auf der Welt für den Helfer existieren und welche davon im Regelwerk verwendet werden.


Welche Turniertypen gibt es?

Obwohl es im Mondioring, genau wie im internationalen Gebrauchshundesport nach IPG, drei Disziplinen gibt, werden diese nicht wie beim Gebrauchshundesport nach IPG/VPG/IPO auch einzeln geprüft. Vielmehr werden pro Prüfung alle drei Disziplinen geprüft. Daher gibt es keine unterschiedlichen Turnier- oder Prüfungstypen.

Welche Leistungsklassen gibt es?

Im Mondioring existieren als Kategorien bezeichnete Leistungsklassen, deren Schwierigkeitsgrad von der 1. bis zur 3. Kategorie zunimmt. Dazu werden manche Übungen in einer höheren Kategorie schwerer, indem z. B. ein Angreifer sich hinter einem Hindernis verbirgt oder indem z. B. für dieselbe Sprunghöhe weniger Punkte vergeben werden. Außerdem existieren Übungen, die erst in einer der höheren Klassen verlangt werden, wie z. B. die „Revieren“ genannte Suche nach einem Gegenstand.

Einen Überblick über die in der jeweiligen Leistungsklasse vorzuführenden, unten beschriebenen Übungen und damit maximal erzielbaren Punkte sowie die Summe der Punkte pro Disziplin bzw. Übungsgruppe und für die gesamte Prüfung gibt die Punktetabelle nach Kategorien:

Name der Übungsgruppen und Übungen: Kategorie/Leistungsklasse I Kategorie/Leistungsklasse II Kategorie/Leistungsklasse III
Folgen frei / Freifolge 6 6 6
Abwesenheit des Hundeführers 10 10 10
Futterverweigerung 5 10 10
Voraussenden 12 12 12
Apportieren 12 12 12
Positionen 10 20 20
Revieren (Suchen) nach einem Gegenstand (Hölchen) - 15 15
Summe Unterordnung 55 85 85
       
Steilwand 15* 15* 15
Hürde 15* 20 20
Weitsprung 15* 15* 20
Summe Sprünge 15 35 55
       
Angriff von vorne mit Stock (für Kat. II & III über ein Hindernis hinweg) 50 40 50
Gebissene Flucht 50 30 30
Führerverteidigung 30 30 30
Revieren (Suchen) und Transport - 40 40
Angriff von vorne mit  Gegenständen - 40 50
Abgebrochene Flucht - - 30
Bewachen eines Gegenstandes - - 30
Summe Mutprobe/Schutzdienst 130 180 260
       
Summe der gesamten Prüfung 200 300 400

* Von den mit * gekennzeichneten Sprüngen muss in der jeweiligen Kategorie nur einer ausgewählt und vorgeführt werden.

Von den erreichten Punkten können für Fehler im Allgemeinverhalten noch Punkte abgezogen werden, z. B., wenn der Hundeführer sich während der Prüfung an den Richter und seine Helfer wendet.

Für einen Aufstieg in die Kategorie II qualifiziert sich ein Hund, wenn er 2 Prüfungen nach den Anforderungen der Kategorie I mit mindestens 160 von 200 möglichen Punkten (also 80 % der Punkte) abschließt.

Für einen Aufstieg in die Kategorie III qualifiziert sich ein Hund, wenn er 2 Prüfungen nach den Anforderungen der Kategorie II mit mindestens 240 von 300 Punkten (also 80 % der Punkte) abschließt.

Trotz erreichter Qualifikation ist der Aufstieg in die jeweils höhere Leistungsklasse nicht zwingend: Der Hundeführer kann den Hund in der niedrigeren Klasse starten lassen, solange er möchte. Ist ein Hund für die 3. Klasse qualifiziert und in ihr gestartet, darf er auch weiterhin in der 2. Kategorie starten, wenn er in der 3. weniger als 300 Punkte erreicht hat.

Die Mondioring-Prüfungsordnung regelt zwar den Quereinstieg von Hunden, die Ringsport nach nationalen Regeln, z. B. Belgisch- oder Französisch-Ring betrieben haben. Diese können im Mondioring in derselben Leistungsstufe einsteigen, die sie in der nationalen Ringsportart bereits erreicht haben und müssen in der dritten Mondioring-Kategorie starten, wenn sie nach der nationalen Ringsportart bereits die höchstmögliche Leistungsstufe erreicht haben. Ob dies analog auch für Hunde gilt, die vom ebenfalls in 3 Leistungsklassen geprüften Gebrauchshundesport nach IGP zum Mondioring wechseln, ist nicht klar erkennbar.

Genereller Ablauf der Prüfung und der Übungen

Der Prüfungstag beginnt für alle Prüflinge damit, dass sie den Prüfungslauf des Probehundes beobachten, auch zu dem Zweck, sich die Anlaufstrecken für die Sprünge mit Schritten auszumessen und sich die jeweiligen optimalen Startplätze des eigenen Hundes zu merken.

Für jedes Hund-Mensch-Team beginnt die Prüfung mit der Anmeldung zur Prüfung. Hierzu werden sie vom Ringhelfer, also dem Assistenten des Ringrichters, aufgefordert, den Ring zu betreten. Der Hund ist innerhalb des Rings weder angeleint noch trägt er ein Halsband oder einen Maulkorb. Der Hundeführer begibt sich mit seinem Hund bei Fuß zum Ringrichter. Dort werden alle zu besprechenden (z. B. Höhe und Weite von Sprüngen) sowie auszulosenden Prüfungsthemen (z. B. Reihenfolge von Übungen) geklärt. Auch notwendige Vorbereitungen werden nun erledigt, z. B. nimmt der Hundeführer das Hölzchen, das der Hund später identifizieren soll, jetzt für maximal 5 Sekunden in die Hand um es dann in eine leere Tasche (wahrscheinlich eine entsprechend große Plastiktüte) zu stecken. Hierbei darf der Hundeführer seine Hand keinesfalls in die Tüte stecken. Damit der Hund diesen Vorgang nicht sieht, dreht ihm der Hundeführer währenddessen den Rücken zu und hält Holz und Tüte vor der Brust. Wenn im Text zu einer Übung auf vorbereitete, ausgeloste oder ausgewählte Dinge verwiesen wird, kann davon ausgegangen werden, dass diese Aktivitäten im Rahmen der Anmeldung erfolgten, auch wenn die PO hier immer wieder Interpretationsspielraum lässt. Denn im Text zu manchen Übungen (z. B. Apportieren) wird gesagt, dass der Richter aus einer Liste einen Apportiergegenstand auswählt oder auslost. Es wird dort aber nicht gesagt, ob das auch während der Anmeldung passiert und im Text über die Anmeldung findet sich hierzu ebenfalls nichts.

Der Teil der ins Deutsche übersetzten Prüfungsordnung, der sich mit der Aufstellung zum Übungsbeginn beschäftigt, ist besonders unverständlich und wird durch die Lektüre der englischsprachigen Fassung etwas verständlicher.

Der Hundeführer hält sich samt seinem Tier zur Verfügung des Ringhelfers, der als Unterstützung des Ringrichters fungiert. Der Ringhelfer begleitet beide bis ca. 3 Meter vor den Startpunkt einer Übung. Dort befindet sich die „preparation line“, also die Vorbereitungslinie. Solange diese Linie nicht in Richtung Startpunkt überschritten wurde, kann der Hund noch auf die Übung vorbereitet werden. In der deutschen Fassung ist von „Konditionierung“ die Rede, die schnell und diskret erfolgen soll. Was genau darunter zu verstehen ist, bleibt das Geheimnis der Autoren der PO. Gemeint sein könnte ein Lob, denn jegliche Verwendung von Belohnungen ist verboten und wird mit Ausschluss von der Prüfung bestraft. Sobald der Ringrichter seine Hupe ertönen lässt, darf der Hund nicht mehr „konditioniert“ werden, denn mit der Hupe wird signalisiert, dass die Startposition eingenommen werden muss. Geschieht dies nicht auf das erste Hupen hin, sind die ersten zwei Strafpunkte für das Allgemeinverhalten fällig, die später von der erzielten Punktesumme über alle Übungen abgezogen wird. Leider wird nicht gesagt, ob und nach wie viel Zeit die Hupe ein zweites Mal ertönt. Aber es wird durchaus klargestellt, dass die gesamte Übung annulliert, also mit 0 Punkten gewertet wird, wenn der Hund nicht innerhalb von 30 Sekunden (ob nach dem ersten oder womöglich nach einem zweiten Hupen ist unklar) seine Startposition einnimmt. Die Zeit (30 Sekunden) wird vom Ringrichter gestoppt.

Hierfür hat der Hundeführer 1 Kommando zur Verfügung (Sitz, Platz, Steh, jeweils in Abhängigkeit der Anforderung der Übung). Diesem kann noch eine Aufforderung zum Halten der Position (z. B. Bleib) folgen. Jede weitere Lautäußerung des Hundeführers wird als weiteres Kommando oder Wiederholung eines solchen gewertet und mit dem Abzug von jeweils einem Punkt bestraft. Mehr als fünf Punkte werden so nicht von der Übung abgezogen, da diese beim 6. Straffall zu annullieren ist.

Befindet sich der Hund in Startposition, betätigt der Ringrichter erneut sein Horn, diesmal als Startzeichen für die Übung. Hierauf gibt der Hundeführer seinem Hund das entsprechende Startkommando. Dem Kommando kann straffrei der Hundename vorangestellt werden.

Zum Ende jeder Übung ist der Hund durch ein entsprechendes Kommando zurück- oder abzurufen. Hier unterscheidet die Prüfungsordnung das Abrufen aus der Distanz (weiter als 1 Meter), das entsprechend der bei der Anmeldung zu treffenden Wahl des Hundeführers entweder mit einem mündlichen Kommando oder einer Pfeife erfolgen kann vom Abruf aus der Nähe (weniger als 1 Meter), der nur als mündliches Kommando erlaubt ist. Die deutsche Übersetzung der PO spricht beim Abruf aus der Nähe von „Fuss Wiederherstellung“, die US-amerikanische von „recall to heel“, wobei „recall“ mit Rückruf übersetzt werden kann. Gemeint könnte also sein, dass ein Abruf aus weniger als einem Meter damit enden muss, dass der Hund bei Fuß geht oder steht.

Im Absatz über das Aufstellen zur Übung, also den Beginn einer Übung, hat die internationale PO des Mondioring bereits beschrieben, wie mündliche Kommandos zu geben sind: Nämlich einmalig und nicht wiederholt. An der Stelle, die sich mit dem Übungsende befasst, wird nun detaillierter beschrieben, wie ein Kommando zu geben ist, damit es nicht als zwei oder wiederholtes Kommando zu werten ist und dadurch zu Punktabzug in der speziellen Übung und ggf. auch im Allgemeinen Verhalten führt. In der deutschsprachigen PO steht, dass Kommandos zu diesem Zweck „kurz und zusammenhängend“ zu geben sind und nicht „aufgeteilt, also ungebunden“ sein dürfen. Die US-amerikanische PO spricht von „short and be given without hesitation“, also von „kurz und ohne Zögern“ sowie von „non-continuous“, also davon, dass das Kommando kontinuierlich oder stetig sein muss.

Wahrscheinlich soll „kurz und stetig/nicht aufgeteilt/gebunden“ bedeuten, dass ein Kommando wie „Hier“ nicht „Hiiiieeeeer“ oder „Hiiiieeer----heeer“ sondern eben ohne eine solch gedehnte Betonung zu geben ist. Fraglich ist, weshalb in der amerikanischen Fassung von „ohne Zögern“ gesprochen wird, was in der deutschen Fassung nicht erscheint.

Offen ist allerdings eine andere Frage. Da das Thema der Betonung eines Kommandos nur im Abschnitt über das Ende eine Übung besprochen wird und nicht an einer generellen Stelle, die die Kommandos für die gesamte Prüfung regelt, ist offen, ob die gedehnte Betonung von Kommandos generell, oder nur am Ende einer Übung zu einer schlechteren Bewertung führt.

Für die Übungen, das Ablassen des Hundes vom Helfer und die Rückkehr des Hundes zu seinem Halter (in die Fuß-Position?) steht, gelten besondere, zeitbasierte Regeln. Zur Erinnerung: Das Ende einer Übung zeigt der Ringrichter dadurch an, dass er erneut seine Hupe ertönen lässt. Sobald die Hupe ertönt, beginnen also die Zeiten oder Fristen, die für Strafen ausschlaggebend sind.

Innerhalb von fünf Sekunden nach Übungsende muss der Hund ablassen, da ihm andernfalls die 10 Punkte für den „Rückweg“ (Begriff lt. PO) abgezogen werden. Hierbei ist unerheblich, ob der Hundeführer ein Kommando gegeben hat oder nicht: Fünf Sekunden nach dem Ertönen der Hupe muss der Hund abgelassen haben. Des Weiteren werden 10 Punkte (für das Ablassen lt. PO) abgezogen, wenn der Hund nicht innerhalb der vorgeschriebenen Zeit bei Fuß ist. Zu den Begriffen „Rückweg“ und „Ablassen“ ist anzumerken, dass im weiteren Verlauf der Prüfungsordnung mal von „Ablassen und Zurückkommen“ oder von „Bewachen und Zurückkommen“ die Rede ist, wobei aber die Punkte jeweils als Summe und nicht separat vergeben werden. Insofern ist die hier dargestellte und dazu scheinbar noch vertauschte Erwähnung der Begriffe „Rückweg“ und „Ablassen“ überflüssig.

Wichtiger allerdings ist, dass die gewährte Frist zur Rückkehr in die Fußposition nicht klar benannt, sondern als „vorgeschriebene Zeit“ beschrieben wird. Also wird der Zeitrahmen, nach dessen Überschreiten 10 Punkte als Strafe abgezogen werden, bei den Regeln der einzelnen Übungen zu finden sein. Im Fall der Übungen „Angriff von vorne mit Stock“, „Angriff von vorne mit Gegenständen“ und „Gebissene Flucht“ sind 30 Sekunden als dieser Zeitraum festgelegt. Für die „Abgebrochene Flucht“ wird weder eine Endposition für den Hund noch ein Zeitrahmen definiert, sodass er scheinbar machen kann, was er will. Noch spannender sind aber die Regeln der Übungen „Revieren nach dem Helfer und Transport“ und „Führerverteidigung“. Denn für beide Übungen wird zwar eine Zeitspanne von 10 Sekunden angesetzt. Allerdings führt diese nicht zu dem im allgemeinen Teil festgelegten Abzug von 10, sondern nur zu einem Abzug von 5 Punkten. Da keine weitere Frist genannt ist, die dann zum Abzug von 10 Punkten führt, bleibt die Frage offen, ob nun 5, 10 oder gar 15 Punkte bei Überschreiten der Frist abzuziehen sind.

Übungen der Disziplin Unterordnung und deren Ablauf

Die Disziplin Unterordnung besteht aus sieben verschiedenen Übungen, wobei in der niedrigsten Leistungsklasse nur sechs davon geprüft werden, da das Revieren/Suchen nach einem Gegenstand in der niedrigsten Kategorie entfällt.

1. Freifolge bei Fuß

In der Übung Freifolge bei Fuß muss der Hundeführer einen Parcours ablaufen, der nicht markiert ist, ihm aber durch den Probelauf des Probehundes gezeigt wurde. Da sich alle Hundeführer den Parcours einprägen und aus der Erinnerung ablaufen müssen, darf dieser nicht zu kompliziert sein. Die PO sagt weiter, er „…enthält 3 Richtungswechsel in Form eines rechten oder spitzen Winkels, eine Kehrtwendung…“. Leider bleibt bei dieser Formulierung schon wieder einiges offen: Es wird eine Kehrtwendung und ein Winkel in einer wählbaren Form verlangt. Somit sind zwei Richtungswechsel definiert. Wie der dritte Richtungswechsel aussieht, ist offensichtlich frei wählbar.

Außerdem muss das Hund-Mensch-Team zweimal auf Zeichen des Ringrichters hin stoppen. Während des Stopps muss der Hund keine festgelegt Grundposition einnehmen, sondern kann im Steh, Sitz oder Platz abwarten, bis der Ringrichter das Zeichen zum Weitergehen gibt.

Bewertung:

Bei optimaler und fehlerfreier Ausführung wird diese Übung in allen Kategorien mit 6,00 Punkten bewertet.

Punktabzüge für Fehler:

Pro Fehler (Hund läuft vor oder hängt nach oder läuft mit leichtem seitlichem Abstand auf einer Geraden oder in einem Richtungswechsel) -0,5
Hund verlässt seinen Hundeführer oder folgt nicht -6,0
Hundeführer begeht einen (leichten) Parcoursfehler Abzug in Allgemeinem Verhalten (AV) in unbekannter Höhe
Hundeführer beeht einen Parcoursfehler und umgeht eine Schwierigkeit (z. B. Richtungswechsel) -6

 

2. Abwesenheit des Hundeführers

Für diese Übung bringt der Hundeführer in der Kategorie 1 und 2 seinen Hund mit einem Kommando in eine liegende Position und begibt sich dann auf den Weg in ein Versteck. Auf diesem Weg und beim Betreten des Verstecks darf der Hundeführer sich nicht zu seinem Hund umdrehen. In diesem Versteck muss der Hundeführer eine Minute abwarten, bevor er zu seinem Hund zurückkehren darf.

Der Hund muss während der Abwesenheit seines Hundeführers die Position weiter halten, auch während eines Ablenkungsversuchs, von dem er sich unbeeindruckt zeigen soll. Hierbei ist die Intensität und auch der Abstand zwischen Hund und der Ablenkung, die niemals aus Aggressionen oder Provokationen bestehen darf, an die Leistungsklasse anzupassen: Für die Kategorien 1 und 2 sollte der Abstand niemals unter 10 Metern, in der 3. Kategorie niemals unter 5 Metern liegen. Scheinbar soll die Ablenkung nicht von einem Helfer verabreicht werden, wobei unklar bleibt, wer die Ablenkung verabreichen soll (z. B. andere Hundeführer, der Ringrichter, ein Zuschauer?).

In der dritten Kategorie besteht zur Erhöhung der Schwierigkeit außerdem die Möglichkeit, dass der Hund während dieser Übung entweder liegen oder sitzen muss. Über die einzunehmende Position wird (wahrscheinlich bei der Anmeldung) per Los entschieden.

Der Hund darf die Position erst ändern, wenn sein zurückgekehrter Hundeführer ein entsprechendes Kommando gibt.

Die PO legt fest, dass das Versteck mit einem Guckloch ausgerüstet ist, sodass der Hundeführer seinen Hund beobachten kann. Eine Aussage, ob ein solches Versteck im oder außerhalb des Rings liegen kann oder darf, noch darüber, ob hierzu das mobile oder eines der sechs Verstecke für das Revieren nach dem Helfer benutzt werden kann, tätigt die PO nicht.

Bewertung:

Bei optimaler und fehlerfreier Ausführung wird diese Übung in allen Kategorien mit 10,00 Punkten bewertet.

Punktabzüge für Fehler:

Der Hund verändert die Position (aufstehen aus der liedenden oder sitzenden Pos. etc.) während der einminütigen Abwesenheit -10,0
Der Hund verändert die Position (aufstehen aus der liedenden oder sitzenden Pos. etc.) während der Hundeführer sich in sein Versteck begibt -10,0
Der Hund verändert die Position nach der Rückkehr des Hundeführers, aber ohne entsprechendes Kommando -2,0
Der Hund bewegt sich von der Stelle weg, aber in der zu haltenden Position. Pro zurückgelegtem Meter -1,00
Der Hundeführer dreht sich auf dem Weg zu seinem Versteck zum Hund um -10,0
Der Hundeführer verlässt das Versteck oder zeigt sich dem Hund vor Ablauf der Minute -10,0
Jedes unzulässige Kommando des Hundeführers -10,0

 

Die Prüfungsordnung beschreibt die Beschaffenheit von Kommandos (wie sind sie zu geben, wann gelten sie als Wiederholung, darf der Hundename oder „Bleib“ verwendet werden) nur dort, wo das Verhalten von Hund und Hundeführer VOR und am ENDE einer Übung beschrieben wird. Nirgends findet sich eine Liste mit den in dieser Übung zulässigen Kommandos. Damit scheint der Abzug von 10,00 für ein unzulässiges Kommando vor keinem Sportgericht der Welt standzuhalten.

3. Voraussenden des Hundes

Aufbau des Übungsplatzes

Die benötigte Fläche für eine Prüfung der Übung „Voraussenden des Hundes“ in allen Leistungsklassen muss eine Breite von 20 Metern und eine Länge von 40 Metern aufweisen, damit Hunde in der Mitte der 20 Meter breiten Laufbahn über 20 Meter (Kat. 1), 30 Meter (Kat. 2) und 40 Meter (Kat. 3) vorausgesendet werden können. Diese Fläche ist wie in der untenstehenden Skizze und nun beschrieben durch den Turnierveranstalter einzuteilen und zu markieren:

Die Startlinie ist am Start der Laufbahn so zu platzieren, dass sie sich in der Mitte der Laufbahnbreite befindet und muss eine Markierung in der ihrer Mitte aufweisen, die den Ausgangspunkt der Idealbahn darstellt. Im Abstand von 20 Metern zur Startlinie (für Hunde der Kategorie 1) wird die zu dieser parallellaufende, über die ganze Breite von 20 Metern verlaufende erste Ziellinie wie folgt angelegt:

  • Die Linie ist 20 Meter lang,
  • sie ihre Enden werden z. B. mit Wimpeln gut sichtbar markiert.
  • Nun werden von beiden Enden der Ziellinie aus fünf Meter nach innen gemessen. An diesen beiden Stellen wird die Ziellinie mit je einem einen Meter langen Strich oder entsprechenden Dekoelemente im rechten Winkel geschnitten, sodass sich zwischen diesen beiden Markierungen ein 10 Meter langer Bereich in der Mitte der Ziellinie ergibt.
  • An keiner Stelle dieser Übung sind Dinge wie Bälle oder Hundespielzeug, die die Hunde ablenken könnten, als Markierung zu verwenden.

Entsprechend dieser ersten Linie sind im Abstand von je 10 Metern zwei weitere Ziellinien markiert werden.

Markierungen  und Maße für Übung "Voraussenden"

Ablauf der Übung

Hund und Hundeführer beziehen hinter der Startlinie Position, sodass der Hund sich hinter deren Mitte befindet. Auf Richteranweisung hin gibt der Hundeführer das Kommando für „voran“ (entweder als Hör- oder Sichtzeichen, beides wird scheinbar als doppeltes Kommando gewertet), damit der Hund in gerader Linie zur für seine Leistungsklasse relevanten Ziellinie läuft und diese möglichst in ihrer Mitte quert. Sofort nach der Überquerung der Ziellinie gibt der Hundeführer das Kommando für die Rückruf, entweder verbal oder per Pfeife. Dem Hund stehen 20 Sekunden für die Rückkehr zur Verfügung, wobei die PO offenlässt, ob diese 20 Sekunden ab der Überquerung der Ziellinie oder ab dem Rückruf durch den HF gemessen werden und wann exakt die Rückkehr abgeschlossen ist: mit Überschreiten der Startlinie oder mit der Einnahme einer bestimmten Position vor, neben oder hinter dem Hundeführer. Und wie immer: Alles, was eine PO offenlässt, bietet möglicherweise Anlass für Streit.

Bewertung:

Bei optimaler und fehlerfreier Ausführung wird diese Übung in allen Kategorien mit 12,00 Punkten bewertet.

Punktabzüge für Fehler:

Hundeführer gibt Kommando als Sicht- und Hörzeichen
(Anmerkung Dogondo: gilt das nur beim Voraussenden, oder auch beim Rückruf von der Ziellinie oder gar in auch in anderen Übungen?
-2,0
Für jedes weiter vom Hundeführer gegebene Kommando für Voraus -4,0
Der Hund läuft nicht geradeaus: pro Richtungswechsel.
(Anmerkung Dogondo: Schwer abzugrenzen ist der nächste:)
-1,0
Der Hund dreht vor Kommando um oder dreht eine Schleife. Pro Fehler: -2,0

Frühstart des Hundes

a) vor der Richteraufforderung

b) nach der Richteraufforderung

 

-4,0

-2,0

Hund überquert die Ziellinie nicht in der optimalen Zone, sondern zwischen innerer und äußerer Begrenzung (5-Meter vor Ende der Ziellinie) -4,0
Hund überquert die Ziellinie nicht zwischen den beiden äußeren Begrenzungen, sondern auf der gedachten Verlängerung der Ziellinie -8,0
Hund überquert die Ziellinie nicht -12,0
Hundeführer gibt Rückrufkommando verzögert (Abzug in AV) -1,0
Hundeführer gibt zusätzliches Rückrufkommando (nur eins)
(Anmerkung Dogondo: Was passiert denn, wenn ein weiteres/drittes Mal ein Kommando gegeben wird?)
-2,0
Hund streunt auf dem Rückweg (Abzug in AV) -1,0
Hund kehrt nicht binnen 20 Sekunden zum Hundeführer zurück -12,0

 

4. Positionen (Sitz, Platz, Steh)

Aufbau des Übungsplatzes

Die Übung findet über eine an die Leistungsklasse angepasste Strecke von maximal 15 Metern statt, an deren Anfang sich die Startlinie befindet. Diese Strecke muss so eben sein, dass Hund und Hundeführer über die gesamte Strecke Blickkontakt halten können.

Auch, wenn es sich anbieten würde, sagt die PO nicht, dass in fünf, zehn und 15 Meter Entfernung Markierungen und idealerweise auch noch kleinere Markierungen alle 50 und 100 Zentimeter anzubringen sind.

Ablauf der Übung

Der Ablauf der Übung lässt sich bestenfalls grob aus der PO ableiten, da sie auch in dieser Übung ungenau ist und viel Raum für Interpretationen lässt. Meine sieht so aus, wissend, dass es in der Prüfungspraxis anders laufen kann. So oder so stellt sich aber auch hier wieder die Frage, wie eine Prüfung „rechtsicher“ ablaufen kann, wenn die PO Interpretationsspielraum bietet.

Der Hundeführer beachtet zunächst alle Regeln für die Aufstellung zum Übungsbeginn, die wir oben beschrieben haben. An der Startlinie der Hundemensch seinen Hund absitzen. Der Helfer des Ringrichters befindet sich ab nun in der Nähe des Hundeführers, um ihm die nächste Position in Ohr zu flüstern. An anderer Stelle der PO wird allerdings geraten, dass eine dreieckige Tafel verwendet wird, deren drei Seiten je eine Position repräsentieren (z. B. durch ein Piktogramm/Bild der Position) und dass dann die Offiziellen auf die entsprechende Position deuten. Auf Zeichen des Ringrichters hin hat der Hundeführer das entsprechende Kommando zu geben, damit der Hund die „angeflüsterte“ Position einnimmt und bis zum nächsten Kommando seines Hundeführers hält.

Nachdem der Hund in die erste Position gebracht wurde, entfernt sich der Hundeführer in Begleitung des Hilfsrichters 5, 10 oder 15 Meter von seinem Hund: Je niedriger die Leistungsklasse, desto niedriger die Entfernung. Von dieser neuen Position aus bringt er seinen Hund per Kommando in die vom Hilfsrichter angesagten Positionen, wenn der Richter ihm das Zeichen zum Positionswechsel gibt. In der ersten Leistungsklasse wird jede der drei Positionen einmal, in den beiden oberen zweimal verlangt.

Nachdem alle Positionen in der jeweils geforderten Menge und Reihenfolge gezeigt wurden, gibt der Ringrichter ein letztes Zeichen, auf das hin der Hundeführer den Hund zurück bei Fuß kommandiert.

Die PO erlaubt explizit für diese Übung die Nennung des Hundenamens vor dem eigentlichen Kommando ohne Punktabzug.

Offen bleibt an der Stelle, wie lange die Hunde die jeweiligen Positionen halten müssen. Natürlich besagt die PO, dass das Kommando zum Positionswechsel auf Zeichen des Ringrichters gegeben wird. Aber von einer PO würde man sich wünschen, dass ein Zeitraum festgelegt wird, und dieser nicht in der willkürlichen Entscheidung des Ringrichters liegt.

Es ist wohl davon auszugehen, dass der Hundeführer die einmal eingenommene Position (5-15 Meter entfernt von seinem Hund) beibehält und die Übung auch auf Distanzkontrolle abzielt. Im Ablauf klar gesagt scheint mir das aber nicht zu sein.

Obwohl in jeder Übung des Mondioring die Kommandos des Hundeführers eine zentrale Rolle spielen, ist auch in dieser hier wieder nicht klar, wie die Kommandos zu geben sind. Denn in „Aufstellung zum Übungsbeginn“, auf das auch diese Übung sich zu Beginn bezieht, darf explizit das Kommando um „Bleib“ an der Startlinie ohne Punktabzug erweitert werden. Dieser Abschnitt der PO erlaubt allerdings die Nennung des Hundenamens nicht, während dies ja im Übungstext explizit erlaubt ist. So stellt sich die Frage, ob die erste Position an der Startlinie mit Namensnennung, Kommando und Bleib ohne Punktabzug erlaubt ist. Und wenn ja, ob das so für die gesamte Übung gilt? Oder ob in der gesamten Übung nur Name + Kommando ohne Punktabzug erlaubt ist.

Bewertung:

Im Idealfall werden pro Position 3 Punkte vergeben.

Da in Kategorie 1 jede der drei Positionen einmal verlangt wird, können hier (3x3) = 9 Punkte erzielt werden. Darüber hinaus wird für Abruf „bei Fuß“ ein weiterer Punkt vergeben. So können in der Kat. 1 maximal 10 Punkte erreicht werden.

In den beiden oberen Kategorien wird jede der drei Positionen zweimal verlangt, sodass hier (3x6) = 18 Punkte für die Positionen erreicht werden können. Hinzu kommen maximal 2 Punkte für den Abruf „bei Fuß“, also insgesamt 20 Punkte vergeben.

Punktabzüge für Fehler:

Auch was die Abzüge von Punkten für Strafen angeht, ist die PO etwas wirr. So stellt die PO im Fließtext fest, dass zwei Wiederholungen von Kommandos pro Position erlaubt sind, allerdings unter „Abzug der entsprechenden Punkte“. Leider regelt die PO die konkrete Anzahl der Punkte nicht und das Thema findet auch nicht unter „Abzüge“ statt, sodass hier schon wieder ein Ratespiel beginnt: Die PO sagt in „2. Aufstellung zum Übungsbeginn“, dass jede Kommandowiederholung mit einem Punkt Abzug bestraft wird. Nun kann man annehmen (oder, falls man schlecht bewertet wird, bestreiten), dass dasselbe hier nicht nur am Übungsanfang, sondern auch während der Übung gilt.

Was das Verändern der Positionen ohne Kommando angeht, ist die PO auch verwirrend und scheint sich gar selbst zu widersprechen. Im Fließtext zu den Übungseigenschaften sagt sie: „Nimmt der Hund eine Position vor dem Kommando ein, verliert er eine Position (diejenige, die er verändert hat)…“. Damit meint die PO doch sicherlich, dass die Punkte für die Übung verloren gehen, die der Hund ohne Kommando beendete. Im Abschnitt „Abzüge“ wird aber für alle Kategorien geregelt: „Hund verändert die Ausgangsposition: -2 Punkte“, sodass wohl 1 Punkt übrigbliebe und nicht alle Punkte für die Position verloren wären.

Darüber hinaus sagt der Fließtext, dass alle Punkte einer Position abgezogen werden, wenn diese zwar als nächstes dran wäre, der Hund sie aber ohne entsprechendes Kommando einnimmt. Auch dieser Abzug taucht in „Abzüge“ nicht auf.

  Kategorie/Leistungsklasse 1 Kategorie/Leistungsklasse 2 & 3
Hundeführer wiederholt ein Kommando für eine Position (pro Wiederholung) (die Position bringt max. 3 Punkte, sodass nach der dritten Wiederholung keine Punkte mehr vergeben und zur nächsten Position gewechselt wird) -1,0 -1,0
Hundeführer lässt seinen Hund am Start nicht ins Sitz gehen oder reagiert nicht auf das Zeichen des Ringrichters -1,0 AV -1,0 AV
Hund verändert Position (ohne Kommando) -2,0 -2,0
Hund nimmt die nächste gewünschte Position ohne Kommando ein -3,0 -3,0
Hund nimmt die nächste gewünschte Position trotz dreier Kommandos nicht ein -3,0 -3,0
Hund bewegt sich (gemeint ist wahrscheinlich in der Position, also rutschend, kriechend)...    
...0,5 Meter vorwärts -0,5 AV -0,5 AV
...0,5 Meter vorwärts und wieder zurück an die ursprüngliche Stelle (Anmerkung: wahrscheinlich ist gemeint, dass er sich freiwillig und ohne Ermahnung oder Kommando zurückbegibt.) Abzug in AV, Höhe unbekannt Abzug in AV, Höhe unbekannt
...und dreht sich im Laufe der Positionen um sich selbst Abzug in AV, Höhe unbekannt Abzug in AV, Höhe unbekannt
...in Richtung seines Hundeführers pro Meter -1,0 -1,0
...die komplette Strecke zurück zu seinem Hundeführer, aber bevor er alle Positionen gezeigt hat

Übung endet, es werden nur die Punkte der bisherigen Positionen gegeben. Außerdem:

-1,0

Punkt für den nicht  erfolgten Rückruf

Übung endet, es werden nur die Punkte der bisherigen Positionen gegeben. Außerdem:

-2,0

Puntke für den nicht erfolgten Rückruf

 

5. Futterverweigerung

Aufbau des Übungsplatzes

Der Aufbau des Übungsbereichs ist sehr unklar. Denn auch in dem kurzen Text zu dieser Übung widerspricht sie die PO.

Im ersten Absatz sagt die PO, dass in der Kategorie 1 keine Futterstücke ausgelegt, in den Kategorien 2 und 3 hingegen 6 Futterstücke „auf dem Platz verteilt“ werden. Die Tatsache, dass in der 1. Leistungsklasse aber Punkte in der Übung zu erhalten sind, lässt einen vermuten, dass doch in allen Kategorien Futterstücke ausgelegt werden. Weiter unten findet sich dann auch eine Bestätigung: Da steht dann, dass 1 Futterstück in Kategorie 1 und 2 Futterstücke (hier ist nicht mehr von 6 Futterstücken die Rede, aber auch nicht von einer Auswahl) in beiden oberen verteilt werden.

Die nächste Unklarheit ergibt sich, weil einerseits detailliert beschrieben wird, wo überall keine Futterstücke liegen dürfen (nicht innerhalb von 5 Metern um die zu suchenden Holzstücke oder zu apportierenden Gegenstände, nicht innerhalb von 2 Metern zu bewachenden Gegenstände, nicht in den Landezonen der Sprünge oder am Ende der Voraussenden-Strecke) und gesagt wird, dass die Futterhappen „während der Unterordnungsübungen an einem vom Richter bestimmten Ort zugeworfen oder präsentiert“ werden. Scheinbar wird also die „Futterverweigerung“ in andere Übungen integriert. Andererseits ist zu lesen: „Die Futterverweigerung ist eine Übung für sich und darf nicht in eine andere integriert werden“.

Da nun aber der Richter den Ort bestimmt, ist es dem Veranstalter nicht möglich, im Vorfeld bereits eine Vorbereitungs- und Startlinie zu markieren und so den Bereich für Futterverweigerung gemäß der Abstandsbestimmungen zu den anderen Übungen anzulegen.

Ablauf der Übung

Die Tatsache, dass der Turnierveranstalter keine Vorbereitungs- und Startlinie markieren darf, hindert die PO natürlich nicht daran, durch einen Verweis auf die Vorschriften zum Übungsbeginn eine Aufstellung von Hund und Hundeführer an diesen Linien zu verlangen. Diese Vorschriften werden noch konkretisiert, indem die PO verlangt, dass der Hund in eine Liege-Position zu bringen ist und dass es keinen Punktabzug gibt, wenn der Hund in Folge der ersten Futterverlockung in eine Sitz-Position übergeht.

Vielleicht ist der Ablauf so, dass der Richter zwischen zwei von ihm gewählten anderen Übungen die Futterverweigerung eingeschoben wird, eben an dem Platz, an dem sich der Trupp aus Richter und seinem Helfer sowie dem Hund und seinem Führer grade befinden.

Auf die Ansage des Richters hin, dass jetzt an diesem Platz die Futterverweigerung durchgeführt wird, bringt der Hundeführer seinen Hund in die liegende Position, wahrscheinlich per Kommando, wie für die Aufstellung zur Übung beschrieben. Aus der Liste mit den Punktabzügen ergibt sich, dass der Hundeführer sich vom Hund entfernen muss, allerdings ist unklar, wie weit. Unklar ist auch, ob der Hundeführer sich zuerst entfernt und dann die Futterhappen verteilt werden oder umgekehrt. Jedenfalls wirft oder „präsentiert“ der Richter ein (für Kategorie 1) oder zwei (für Kategorie 2 und 3) Futterhappen auf eine Art, die für alle Hunde gleich ist.

Nicht geregelt ist die angepeilte Entfernung zwischen Hund und Futter sowie die Dauer der Übung: Wie lange muss der Hund der Futterverlockung widerstehen?

Bewertung:

In der Leistungsklasse 1 sind maximal 5, in den beiden oberen Kategorien 10 Punkte erzielbar.

Punktabzüge für Fehler:

Wie in allen Übungen, werden auch hier für Fehler Punkte von der maximal möglichen Punktzahl abgezogen.

Für den sicher sehr wahrscheinlichen Fall, dass der Richter den Futterhappen in das offene Maul des Hundes wirft, bleibt das straffrei, wenn der Hund das Futter sofort ausspuckt. Sollte er es aber lecken! oder gar runterschlucken, wird die Übung mit 0 Punkten bewertet. Eine Abgrenzung zum gänzlich ungeregelten aktiven Schnappen nach dem fliegenden Futterstück und zum mit dem Abzug aller Punkte einhergehenden „Futter ins Maul nehmen“ unterlässt die PO.

  Kategorie/Leistungsklasse 1 Kategorie/Leistungsklasse 2 & 3
Hund schleckt, frisst oder nimmt das Futter ins Maul (geworfen oder am Boden liegend) -5,0 -10,0
Hundeführer greift oder setzt sich ein -5,0 -10,0
Hund entfernt sich vom Futter...    
...während der ersten drei Meter pro Meter -1,0 -1,0
...darüber hinaus -5,0 -10,0
Hund entfernt sich bei Rückkehr des Hundeführers -2,0 -2,0

 

6. Apportieren eines Gegenstandes

Aufbau des Übungsplatzes

Benötigt werden hier lediglich die Vorbereitungs- und die Startlinie. Dogondo.de schlägt außerdem eine Markierung in 5 Metern Abstand zur Startlinie vor, denn der Apportgegenstand soll mindestens über eine Distanz von 5 Metern geworfen und apportiert werden. Im Umkreis von 5 Metern (vom geworfenen Apportiergegenstand?) darf sich weder ein anderer Gegenstand befinden, da es sich sonst um eine Identifikationssuche (Revieren nach einem Gegenstand) handeln würde. Auch Futter darf sich hier nicht befinden.

Ablauf der Übung

Die PO besagt als erstes, dass die Übung innerhalb von 15 Sekunden ausgeführt sein muss. Fraglich ist, ab wann die 15 Sekunden laufen, schließlich ist das die erste Information zu dieser Übung überhaupt und könnte sich auf komplett alles beziehen, statt nur auf den Zeitraum zwischen Kommando zum Apport und Beendigung des Apports.

Vor der Prüfung wählt oder lost der Richter aus einer Liste von Gegenständen den zu apportierenden aus. Ob diese Auswahl im Rahmen der Anmeldung erfolgt, ist nicht explizit erwähnt, erscheint zwar organisatorisch sinnvoll, ist aber praktisch undenkbar, weil niemals nur 15 Sekunden zwischen Anmeldung und Ende dieser Übung liegen können 😉.

Nach der Aufstellung zum Übungsbeginn gemäß den oben schon beschriebenen Regeln wirft der Hundeführer auf das Signal des Richters hin den Apportiergegenstand mindestens 5 Meter weit weg. Auf ein weiteres Signal des Richters hin gibt der Hundeführer das Kommando zum Apport. Es ist nur ein Kommando erlaubt (Was gilt als ein Kommando in dieser Übung? Namensnennung + Wort für Apport oder nur das Wort für Apport?), woraufhin der Hund zum Apportgegenstand läuft, diesen aufnimmt und zum Hundeführer zurückbringt und in Reichweite des Hundeführers „Sitz“ macht. Währenddessen darf der Hund den Gegenstand dreimal straffrei nachfassen. Bewegt sich der Hundeführer, während der Hund sich auf dem Rückweg zu ihm begibt, gilt diese Bewegung als unzulässiges Kommando. Allerdings darf der Hundeführer nach der Rückkehr des Hundes ein Kommando geben, damit der sitzende Hund den Gegenstand übergibt.

Der Ringrichter gibt mit seinem Horn das Signal zur Beendigung der Übung. Vorher darf der Hundeführer mit seinem Hund den Ort der Übergabe nicht verlassen.

Um nochmal auf die Frist von 15 Sekunden für die Übung zurückzukommen: Sinnvoll wäre, wenn diese mit dem Kommando für den Apport starten und mit der Übergabe bzw. dann enden würde, wenn der Hundeführer den Apportgegenstand in der Hand hält. Im Text der PO steht es aber anders drin. Laut ihr muss die gesamte Übung (inkl. diverser administrativer Aktivitäten des Richters) in den 15 Sekunden absolviert werden. Hinzu kommt, dass der Ringrichter lt. der deutschen Variante der PO mit dem Horn das Ende der Übung markiert und auf diese Weise einen größeren Einfluss auf die Frist hat, deren Überschreitung zu einer völligen Entwertung der Übung führt.

Bewertung:

Wird die Apport-Übung perfekt ausgeführt, erhalten die Prüflinge aller Leistungsklassen maximal 12 Punkte.

Punktabzüge für Fehler:

Frühstart des Hundes...  
...noch vor dem Signal des Richters -4,0
...nach dem Richtersignal, aber vor dem Kommando des Hundeführers -2,0
Hundeführer gibt Kommando durch Hör- und Sichtzeichen (erlaubt wohl nur das eine oder das andere für ein bestimmtes Kommando) -2,0
Hundeführer gibt zusätzliches oder unzulässiges Kommando (z. B. wenn er sich bewegt, während der Hund auf dem Rückweg ist) -12,0
Der Hund knautscht den Apportiergegenstand oder spielt mit ihm -1,0
Der Hund lässt den Apportiergegenstand fallen, jedes Mal -1,0
Der Hund ist nicht in der Sitz-Position während der Übergabe des Gegenstands -1,0
Der Hund übergibt den Gegenstand nicht, sondern lässt ihn „auf“ (oder vielleicht auch: vor) die Füße des Hundeführers fallen, der ihn dann aufheben muss* -2,0 & -1,0 AV (Total also -3,0)
Der Hundeführer muss seine Füße bewegen, um das Objekt aufzuheben* -12,0
Der Hund benötigt für den Apport mehr als 15 Sekunden -12,0

* Das Fallenlassen des Apportiergegenstandes durch den Hund im Rahmen der Übergabe scheint im wesentlichen zwei Fälle zu unterscheiden: Einerseits, dass der Gegenstand so nahe am Hundeführer liegt, dass dieser die Position seiner Füße nicht ändern muss, um den Gegenstand aufzuheben. Dann werden nur 3 Punkte abgezogen. Warum dort diese merkwürdige Rechnung aufgeführt wird und warum der Abzug im Allgemeinverhalten erfolgt, bleibt ein Geheimnis. Liegt hingegen der Gegenstand in einer Entfernung, die z. B. ein Abheben der Ferse vom Boden zum Erreichen des Gegenstandes erfordert, sind alle Punkte für den Apport abzuerkennen und die Übung mit 0 Punkten zu bewerten.

7. Revieren/Suchen nach einem Gegenstand

Aufbau des Übungsplatzes

Für diese Übung sind scheinbar nur die Vorbereitungs- und Startlinie zu markieren, denn die PO bezieht sich auf die Bestimmungen für die Aufstellung zur Übung, die beide Linien verlangt.

Im Folgenden müssen Hund und Mensch eine vom Ringrichter zugewiesene Position einnehmen, hinter der sich eine 30 Meter lange Distanz erstrecken muss an deren Ende Platz für ein gedachtes Quadrat mit einer Kantenlänge von 1 Meter vorhanden sein muss. Um dieses Quadrat herum darf in einem Radius von 5 Metern keine Ablenkung platziert werden. Hier dürfen nur Gegenstände, die zur Dekoration gehören, aufgestellt werden.

Ablauf der Übung

Bei der Anmeldung zur Prüfung hat der Hundeführer auf die im Text über die Anmeldung beschriebene Art und Weise ein nummeriertes Holzstückchen von 15 Zentimeter Länge und 2 Zentimeter Durchmesser aus vielen identischen Holzstückchen ausgewählt, mit seinem Körpergeruch versehen und in eine Tüte gepackt.

Nach der Aufstellung zur Übung bezieht das Hund-Mensch-Team Stellung an einem vom Hilfsrichter bezeichneten Platz. Während nun der Hundeführer zu einem fiktiven Quadrat in 30 Metern Entfernung läuft, um dort das mit seinem Geruch versehene Holzstück so zu platzieren, dass der Hund es nicht sieht (er dreht ihm den Rücken zu und legt das Holz vor sich), bleibt der Hund zurück und wartet auf die Rückkehr seines Hundeführers. Ob der Hund im Sitz, Platz oder Steh warten soll, ist genauso ungeregelt wie die Frage, ob der Hundeführer hierfür ein Kommando verwenden darf und wenn ja, aus welchen Worten dieses gebildet werden darf („Sitz“/“Steh“/“Platz“ mit oder ohne vorherige Namensnennung, mit oder ohne „Bleib“).

Während der Hundeführer vom Quadrat zu seinem Hund zurückläuft, werden (von wem ist unklar) weitere, nicht nummerierte Hölzchen, die vorher kein Hund im Fang gehalten haben darf, in dem Quadrat ausgelegt, scheinbar mit einem Mindestabstand von 25 Zentimetern zum nummerierten Hölzchen. Die PO spricht davon, dass die Anzahl der Gegenstände für Prüflinge der Kategorie 2 bei 3 und für die der Kategorie 3 bei 4 liegt. Unklar ist leider, ob es sich dabei um die Gesamtzahl der Hölzchen (nummerierte und nicht nummerierte) oder nur um die nummernlosen handelt und dann eben insgesamt 4 bzw. 5 Hölzchen in dem Quadrat liegen.

Nun wartet der Hundeführer bei seinem Hund auf das Signal des Richters, auf das hin er seinen Hund an seiner Hand riechen lassen darf und ihm das Kommando „such und bring“ geben muss. Auf das Kommando hin muss der Hund zu den Hölzchen laufen, wo er das richtige, mit einer Nummer versehene Hölzchen identifiziert, es aufnimmt und zum Hundeführer zurückbringt. In der PO ist von einem Zeitlimit von 1 Minute die Rede, das wahrscheinlich mit dem Kommando beginnt. Der Hundeführer darf nun seine Füße nicht mehr bewegen, bis er den Gegenstand von seinem Hund übernommen und in der Hand hält, was wohl spätestens nach einer Minute der Fall sein muss, um Punkte für die Übung zu bekommen. Wie in der Apportübung, muss der Hund in Reichweite des Hundeführers für die Übergabe „Sitz“ machen, das geht aus der Auflistung der Punktabzüge hervor. Bewegt sich der Hundeführer, während der Hund sich auf dem Rückweg zu ihm ist, gilt diese Bewegung als unzulässiges Kommando. Ob der Hundeführer nach der Rückkehr des Hundes ein Kommando geben darf, damit der sitzende Hund den Gegenstand übergibt, ist unklar.

Der Hundeführer übergibt den ihm vom Hund gebrachten Gegenstand nun an den Hilfsrichter, damit der Richter überprüft, ob es sich um das nummerierte Hölzchen und damit den richtigen Gegenstand handelt. Wie genau die Übergabe abläuft, ist unklar: Begibt sich der Hilfsrichter zum Hundehalter, der bei seinem Hund steht und läuft von dort zum Richter?

Bewertung:

Die Übung, die nur in den Leistungsklassen 2 und 3 abgelegt wird, bringt bei perfekter Ausführung 15 Punkte.

Punktabzüge für Fehler:

Der Hundeführer zeigt dem Hund das Hölzchen -15,0
Der Hundeführer manipuliert das Objetk auf unautorisierte Weise oder überträgt zusätzliche Gerüche auf es -15,0
Der Hundeführer platziert das Hölzchen auf dem Quadrat nicht mit dem Rücken zum Hund -15,0
Der Hund verlässt seinen Platz vor der Rückkehr des Hundeführers...  
...bis zu 2 Meter -1,0
...mehr als 2 Meter -15,0
Frühstart des Hundes...  
...vor dem Signal des Richters -4,0
...nach dem Richtersignal aber vor dem Koammando des Hundeführers -2,0
Hundeführer gibt Kommando durch Hör- und Sichtzeichen (erlaubt wohl nur das eine oder das andere für ein bestimmtes Kommando) -2,0
Hundeführer gibt zusätzliches oder unzulässiges Kommando (z. B. beim Losschicken des Hundes oder wenn er sich bewegt, während der Hund auf dem Rückweg ist) -15,0
Der Hund knautscht den Apportiergegenstand (Anmerkung: unklar, ob er hier wie bei der Apportübung dreimal straffrei nachfassen darf) -1,0
Der Hund lässt den Apportiergegenstand fallen, jedes Mal -1,0
Der Hund ist nicht in der Sitz-Position während der Übergabe des Gegenstands -1,0
Der Hund übergibt den Gegenstand nicht, sondern lässt ihn „auf“ (oder vielleicht auch: vor) die Füße des Hundeführers fallen, der ihn dann aufheben muss* -2,0 & -1,0 AV (=Total -3,0)
Der Hundeführer muss seine Füße bewegen, um das Objekt aufzuheben* -15,0
Der Hund apportiert nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit (60 Sekunden) -15,0
Der Hund bringt das richtige und ein falsches Holz -2,0 AV
Der Hund bringt nur falsches Holz -15

* Das Fallenlassen des Apportiergegenstandes durch den Hund im Rahmen der Übergabe scheint im Wesentlichen zwei Fälle zu unterscheiden: Einerseits, dass der Gegenstand so nahe am Hundeführer liegt, dass dieser die Position seiner Füße nicht ändern muss, um den Gegenstand aufzuheben. Dann werden nur 3 Punkte abgezogen. Warum dort diese merkwürdige Rechnung aufgeführt wird und warum der Abzug im Allgemeinverhalten erfolgt, bleibt ein Geheimnis. Liegt hingegen der Gegenstand in einer Entfernung, die z. B. ein Abheben der Ferse vom Boden zum Erreichen des Gegenstandes erfordert, sind alle Punkte für den diese Übung abzuerkennen und die Übung mit 0 Punkten zu bewerten.

Übungen der Disziplin Sprünge und deren Ablauf

Schwierigkeitssteigerung für die Leistungsklassen

Die Übungen der Disziplin Sprünge bieten einige Ansätze, die Schwierigkeitsgrade zwischen den Leistungsklassen abzustufen. Dies geschieht einerseits, indem die Höhen und Weiten der einzelnen Sprünge nach oben angepasst werden. Andererseits sind nicht in allen Leistungskategorien alle Sprünge zu absolvieren:

In der LK 1 muss nur eine Übung absolviert werden und die geringste Höhe oder Weite reicht bereits für die Maximalpunktzahl. Welche das sein soll, entscheidet der Hundeführer. Über seine Entscheidung muss er den Ringrichter bei der Anmeldung informieren.

In der LK2 muss der Hochsprung (1,10 Meter) und eine der beiden übrigen Übungen absolviert werden, wobei die Höhe (2,10 Meter) und Weite (3,50 Meter) für die Maximalpunktzahl bei allen Sprüngen auf die genannten Maße herabgesetzt ist. Welcher der Wahlsprung sein soll, entscheidet der Hundeführer. Hierüber muss er den Ringrichter bei der Anmeldung informieren.

Dass Prüflinge der LK 3 alle drei Sprünge absolvieren müssen, sagt die PO nicht explizit, ist aber wohl zu erwarten. In dieser Kategorie müssen dann für die Maximalpunktzahl auch die maximal wählbaren Höhen und Weiten gesprungen werden.

Alle Sprünge können durch die Auswahl verschiedener Höhen oder Weiten im Schwierigkeitsgrad variiert werden, wobei es für dieselbe Höhe oder Weite in einer niedrigeren Leistungsklasse mit mehr Punkte als in einer höheren bewertet wird. Siehe zu den Bewertungsdetails die Punktetabelle bei den einzelnen Sprüngen. Es ist davon auszugehen, dass bei der Anmeldung auch die angepeilte Höhe oder Weite dem Richter anzugeben ist. Dies entfällt in der niedrigsten Leistungsklasse, da dort bereits die geringsten Sprunghöhen und -weiten die maximale Punktzahl ergeben, was eine Wahl dieser Werte überflüssig macht.

Allgemeine Regeln zum Ablauf der Sprung-Übungen

Schon während des Durchlaufs des Probehundes sollte der Hundeführer die optimale Anlaufstrecke durch Schritte abgemessen und sich die optimalen Startpunkte seines Hundes merken, denn während der Übung wird das Abschreiten der Strecken mit Punktabzug in von der PO nicht definierter Höhe geahndet. Hier ist also mal wieder fraglich, ob ein Punktabzug für solches Fehlverhalten vor einem Sportgericht standhielte.

Alle Sprünge beginnen mit der Aufstellung zur Übung gemäß den oben dargestellten Regeln.

Im Anschluss daran positioniert der Hundeführer seinen Hund am seiner Meinung nach optimalen Startpunkt für den jeweiligen Sprung, wo der Hund auf das Startkommando wartet. Der Hundeführer selbst stellt sich auf einen markierten Platz rechts oder links des Sprungs bzw. Sprunghindernisses, den bzw. das er in keiner Weise berühren darf. Von dort aus gibt er das Startkommando. Ob er hierfür auf eine richterliche Anweisung warten muss, regelt die PO, die auch in diesem Bereich in schwer verständliches Deutsch übersetzt ist, nicht. Allerdings legt die US-amerikanische Übersetzung der PO fest, dass der Hundeführer auf das Signal des Richters warten und dann ein mündliches Kommando geben muss, das aus maximal zwei Worten (z. B. Hundename + Spring) bestehen darf, wobei zwischen den beiden Worten keine Pause gemacht werden darf.

Was auf das Startkommando hin passiert, ist beim Hochsprung über die Hürde etwas anderes als beim Weitsprung und dem Sprung über die Steilwand. Für die beiden letztgenannten gelten dieselben Regeln. Hier der Versuch, sie zunächst für einen gelungenen Versuch darzustellen:

Im Falle dieser Sprungübungen, die nur einen „Hin-Sprung“ verlangen, springt der Hund einmal über die Steilwand oder das Weitsprunghindernis. Ist der Hund auf der anderen Seite des Hindernisses angekommen, darf der Hundeführer ein Kommando geben, das den Hund wahlweise hinter dem Sprunghindernis verharren lässt, damit der Hundeführer ihn an der Stelle abholen kann. Aus den PO kann folgendes interpretiert werden: Bleibt der Hund an Ort und Stelle, ohne die durch das Kommando (z. B. Sitz oder Platz) verlangte Position einzunehmen, bleibt dies straflos. Als Alternative hierzu sieht die PO vor, dass der Hundeführer seinen Hund gemäß den Regeln des Rückrufs über weitere Distanzen mittels Pfeife oder mündlichem Kommando abrufen darf. Dann muss der Hund innerhalb 10 Sekunden zurück „bei Fuß“ kommen, wobei offenbleibt, welche Position (Steh oder Sitz bei Fuß) er einnehmen muss.

Nun warten Hund und Hundeführer gemeinsam auf das Horn des Richters, mit dem das Ende der Übung angezeigt und das Verlassen des Sprunghindernisses erlaubt wird.

Beim Hochsprung über die Pendelhürde wird aber nicht nur der Hin-, sondern auch der Rücksprung verlangt, was weitere Regeln für den Fortgang der Übung nötig macht. Leider findet sich in der deutschen Version keine eindeutigen, sondern verwirrende Formulierungen, denen die amerikanische Übersetzung mit anderen, aber scheinbar korrekteren Aussagen entgegensteht: Sie sagt, dass der Hundeführer den Hund nach dem Hinsprung mit einem Wortsignal stoppen darf, eine Kombination mit einer Kommando-Geste aber als zusätzliches Kommando bestraft wird. Für den Rücksprung müssen Hund und Hundeführer wieder auf die Freigabe des Richters (wird wahrscheinlich mit dessen Horn erteilt) warten. Nach der Freigabe darf der Hundeführer seinem Hund einen Befehl geben, der entweder aus einem Wort- oder einem Gestensignal bestehen darf. Jedes zusätzliche Kommando führt zum Abzug von 2 Punkten. Ob das mündliche Kommando wie beim Hinsprung aus zwei Worten (z. B. Hundename + Spring) bestehen darf, bleibt ungeklärt: Der Hinsprung muss ja mit einem mündlichen Kommando gegeben werden und darf nicht über eine Geste abgerufen werden.

Nach dem Rücksprung muss der Hund innerhalb von 10 Sekunden zurück zu seinem Hundeführer kommen und dort die Fuß-Position einnehmen. Ein Kommando für den Rückruf ist dem Hundeführer hier erlaubt und muss anzunehmender Weise entsprechend den Regeln über den Abruf am Ende einer Übung erfolgen.

Nach erfolgtem Rücksprung sieht die PO vor, dass der Hundeführer seinen Hund gemäß den Regeln des Rückrufs über weitere Distanzen mittels Pfeife oder mündlichem Kommando abrufen darf. Der Hund muss innerhalb 10 Sekunden nach dem Sprung zurück „bei Fuß“ sein, auch wenn kein Kommando gegeben wird. Auch hier bleibt offen, welche Position (Steh oder Sitz bei Fuß) er einnehmen muss.

Nun warten Hund und Hundeführer gemeinsam auf das Horn des Richters, mit dem das Ende der Übung angezeigt und das Verlassen des Sprunghindernisses erlaubt wird.

Drei Versuche pro Sprung

Soweit der gewünschte Verlauf der Sprungübungen. Daneben nennen beide Prüfungsordnungen Fehler, die mit Punktabzug geahndet werden und die wir weiter unten ausführen. Ein Teil der Fehler kostet auch einen der Versuche, die dem Hund für jeden Sprung zur Verfügung stehen.

Dem Hund stehen drei Versuche für jeden Sprung zur Verfügung, sodass beim Hochsprung, der aus Hin- und Rücksprung besteht, maximal 6 Sprünge absolviert werden können. Zu den Versuchen ist wenig klar geregelt. Es wird gesagt, dass es sie gibt. Außerdem werden, je nach Version der PO ein oder zwei Fehler genannt, die nicht nur mit Punktabzug, sondern auch mit dem Verfall eines Versuchs geahndet werden. Mit welchen Folgen so ein Versuch, bei dem die angemeldete Sprunghöhe oder -weite nicht verändert werden darf, einhergeht und warum ein Hundeführer einen neuen Versuch machen soll, bleibt darüber hinaus weitgehend offen:

  • Kostet ein erneuter Versuch Punkte oder
  • kann ein erneuter Versuch die Wertung verbessern, z. B. weil der erste Versuch einen Fehler mit Punktabzug aufwies (z. B. wird die Hürde gerissen und fällt runter, das bringt -2 Punkte), der neue Versuch aber ohne diesen Fehler verlief und daher mit 2 Punkte mehr gewertet wird?
  • Oder kommt eine Wiederholung nur in Frage, wenn ansonsten die Übung gar nicht gewertet werden kann, weil sie nicht ausgeführt wurde: Bei dem Fehler „Verweigerung (oder in der US-Fassung: Umgehung) des Hindernisses“? Werden in dem Fall dann von den Punkten, die im zweiten (erfolgreichen) Versuch erzielt werden, 4 bzw. weitere 4 Punkte von den Punkten, die im dritten (erfolgreichen) Versuch erzielt werden für Verweigerung oder Umgehen des Hindernisses abgezogen?

So ist es für einen Hundeführer recht schwer, ausschließlich anhand der offiziellen Prüfungsordnung(en) zu entscheiden, wann er einen weiteren Versuch machen muss oder ihn wagen kann oder besser unterlassen sollte. Die POs sagen hierzu etwas im für alle Sprungübungen geltenden Teil. Dort wird beschrieben, was der Hundeführer zu tun hat, wenn der Hund beim Rücksprung (den es ja nur beim Hürdensprung gibt) verweigert oder ihn fehlerhaft ausführt. Nun kann gemeint sein, dass Verweigern und fehlerhafte Ausführung nicht nur beim Rücksprung über die Hürde, sondern bei jedem Sprung eine Wiederholung begründen (können). Dann stellt sich aber die Frage, was unter „fehlerhaft“ zu verstehen ist: Eine konkrete Aufzählung der eine Wiederholung begründenden Fehler fehlt. Im Zusammenhang mit den Wiederholungen könnte mit „fehlerhaft“ aber das in der Fehlertabelle der US-Version als „going around“ bezeichnete Umlaufen des Hindernisses gemeint sein, das in einem Satz mit „Verweigern“ genannt und gleichgesetzt wird. Das aber bleibt für die deutsche Ausführung eine Vermutung. Gegen diese Vermutung spricht, dass die US-Fehlertabelle bei zwei Fehlern das mit „Versuch“ zu übersetzende Wort „attempt“ nennt, dies aber beim mit „Verweigern oder umlaufen…“ zu übersetzenden „Refusal or going around…“ nicht tut.

Die Verwirrung wird komplettiert, indem die US-Variante den Fehler „Missing (attempt failes) forward oder back“ nennt. Diesen Fehler gibt es in der deutschen Variante nicht, was für eine Prüfungsordnung, die explizit den Anspruch hat, in allen Ländern gleich zu sein, schon merkwürdig ist. „Missing“ kann auf vielerlei Art übersetzt werden, z. B. mit fehlend. Wie das von „Verweigern und Umlaufen“ abzugrenzen ist, ist unklar. Eine solche Abgrenzung wäre allerdings wichtig: Denn beide Fehler verursachen zwar einen weiteren Versuch, allerdings wird „Missing“ nur mit 2 Punkten, „Verweigern und Umlaufen“ aber mit 4 Punkten Abzug bestraft.

1. Palisade oder Steilwand

Aufbau des Übungsplatzes:

Die Steilwand muss so beschaffen sein, dass sie verschiedene Höhen ermöglicht: Die niedrigste liegt bei 1,80 Meter und muss in 10-Zentimeter-Schritten bis auf 2,30 Meter zu erhöhen sein, um unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zu ermöglichen. Den exakten Aufbau und die Beschaffenheit der auch Steilwand genannten Palisade haben wir oben unter "Benötigtes Material“ beschrieben.

Ablauf der Übung

Der Übungsablauf inklusive der drei Versuche haben wir im allgemeinen Teil zu den Sprüngen beschrieben.

Bewertung:

Für das Überspringen der Steilwand können maximal 15 Punkte verdient werden, wobei eine bestimmte Höhe in den unterschiedlichen Leistungsklassen/Kategorien unterschiedlich viele Punkte ergibt: Je niedriger die Leistungsklasse, desto mehr Punkte ergibt der perfekte Sprung über eine gegebene Höhe. Daher muss ein Hund der niedrigsten Leistungsklasse für die Maximalpunktzahl nur eine Höhe von 1,80 Metern überwinden, während ein Hund der höchsten Leistungsklasse über eine Höhe von 2,30 Meter springen muss, um dieselbe Anzahl an Punkten zu erreichen. Die folgende Tabelle stellt den Zusammenhang zwischen Höhe, Leistungsklasse und Punkten dar.

Von den jeweils möglichen Maximalpunkten werden für Fehler Strafpunkte abgezogen, die wir im nächsten Abschnitt beschreiben.

1,80 15 12 5
Höhe (in Metern) Leistungsklasse I Leistungsklasse II Leistungsklasse III
1,90   13 7
2,00   14 9
2,10   15 11
2,20     13
2,30     15

 

Punktabzüge für Fehler:

Die im vorangehenden Absatz dargestellten maximal möglichen Punkte verringern sich entsprechend der in der folgenden Tabelle dargestellten Strafpunkte für gemachte Fehler.

Wenn der Hundehalter die Startposition des Hundes noch nach dem Durchlauf des Probehundes (mit Schritten) vermisst. Anmerkung: Steht so nicht in der Fehlertabelle, sondern geht so aus den ganz am Anfang des Kapitels „Sprünge“ stehenden „allgemeinen Regeln“ hervor: „Der HF ist berechtigt, sich während des Durchgangs des Probehundes seine Anhaltspunkte für den Abgang der Sprünge zu merken. Danach kann er dies nicht mehr, unter Strafe Vergebene Punkte zu verlieren.“, was in der US-Variante „Der Hundeführer darf Schritte während des Durchgangs des Probehundes zählen, danach aber nicht mehr ohne Punkte zu verlieren.“ Unbekannter Punktabzug
Der Hundeführer positioniert sich nicht sofort in einem der markierten Winkel rechts oder links vom jeweiligen Sprung. Unbekannter Punktabzug
Der HF berührt den Sprung oder lehnt sich an der Steilwand an. Unbekannter Punktabzug
Frühstart des Hundes noch vor dem Startsignal des Richters (mit Verlust eines „Aufsatzes“, was wohl „Versuch“ heißen soll) (Was das bedeuten soll, bleibt unklar: muss im Anschluss ein weiterer Versuch gezeigt werden, oder fällt nur einer weg, sodass nach einem Frühstart höchstens noch ein weiterer Versuch zur Verfügung steht?) -4,0
Frühstart des Hundes nach dem Startsignal des Richters -2,0
Doppelkommando aus Wort und Gestik (bezieht sich wohl auf das Startkommando, denn das soll nur mit einem Wort gegeben werden) -2,0
Doppelkommando zum Ausführen des Sprungs. Übersetzung der US-Variante: Jedes weitere Kommando zum Senden (des Hundes). -2,0

Vom Doppelkommando abzugrenzen: Das „zusätzliche“ Kommando oder „Extrakommando“, das dann als gegeben gilt, wenn entweder eine

- Pause zwischen den beiden Worten eines Doppelkommandos gemacht


- oder die Geste eines Doppelkommandos länger anhaltend gezeigt wird

-5,0
„Bevor er auf dem Platz im Quadrat ist, wenn der Führer die Geste macht, einen Ball zu senden, wird dies als Training betrachtet = Verlust aller Punkte der Übung der Übung.“ Anmerkung: Soll wohl heißen: Wenn der HF noch nicht auf seinem Platz neben dem Sprunghindernis ist und eine Geste macht, als werfe er einen Ball, wird das als Training betrachtet und mit der Entwertung der Übung bestraft. Anmerkung 2: Diese „Ball-Wurf-Geste“ umschreibt wohl die Senden-Geste, die innerhalb des HF-Platzes zu einem Doppelkommando oder Extrakommando führen kann. Alle Punkte der Übung
Verweigern (lt. US-PO „Verweigern oder Umlaufen des Hindernisses), Hin- oder Rücksprung (In der Tabelle wird das Thema „weitere Versuche“ nicht angeschnitten) -4,0
Reißen beim Hin oder Rücksprung (Ob sich das nur auf die Hürde bezieht, ist auch unklar. Wie aber bei der Steilwand eine der Bohlen gerissen werden kann oder was „Reißen“ beim Weitsprung bedeuten soll, ist nicht ganz klar.) -2,0
Nur in der US-Variante steht hier: „Missing (attempt failed) forward oder back.“ In Deutsch: „Fehlend (Versuch fehlgeschlagen) vorwärts oder zurück“ -2,0
„Trotz Kommando kein Blockieren des Hundes.“ Übersetzung der US-Variante: Versagen beim Einnehmen einer Position hinter dem Hindernis (wenn ein Kommando gegeben ist). Anmerkung: Dieser Fehler bezieht sich wahrscheinlich auf Palisade/Steilwand und Weitsprung. Denn nur bei diesen Übungen darf der HF auswählen, ob er den Hund hinter dem Hindernis mit einem Kommando stoppt und in eine Position (Sitz/Platz/Steh) bringt und abholt oder zu sich ruft. -2,0
Doppelkommando für Blockieren, Platzieren, bei Fuß nehmen. Übersetzung der US-Variante: Jedes weitere Kommando für Position, Platzierung und Rückruf. Anmerkung: Leider ist nur für den Rückruf exakt geregelt, wie das Kommando regelgerecht zu geben ist. Für „Position“ und „Platzierung“ ist das nicht klar: Ist jeweils ein Kommando für Platzierung (z. B. Stopp) und ein weiteres für die Position (Sitz, Steh, Platz) erlaubt? Darf jeweils der Name des Hundes vorangestellt werden „Hasso Stopp – Hasso Sitz“ oder sind dann für die beiden Namensnennungen und das Kommando für Sitz bereits 6 Punkte abzuziehen?

-2,0

Der Hund ist nicht innerhalb 10 Sekunden bei Fuß. -2,0
„Jeder unregelmäßige Befehls Verlust relevante Punkte.“ Bedeutet, aus der US-Variante übersetzt: Jeder irreguläre Befehl resultiert in einer Strafe/Abzug der entsprechenden Punkte. Anmerkung: Der erste Satz steht so wörtlich in der PO. Wichtiger: Wie definieren sich denn die irregulären Befehle und wie viele Punkte werden abgezogen? Auch mehr als 2 Punkte? Unbekannter Punktabzug

 

Hier mal ein Gedankenexperiment oder eine Anregung, die zwar nicht sportlich, aber scheinbar regelkonform wäre und meines Erachtens eine der vielen Schwächen der vorliegenden PO aufzeigt:

Wie die Übung weiterläuft, wenn der Hund beim Hinsprung verweigert oder das Hindernis umläuft, ist nicht geregelt. Für den Rücksprung über die Hürde wird für den Fall der Verweigerung das Prozedere klar dargelegt. Deshalb und weil die PO immer bei Strafe erwartet, dass Kommandos exakt nach PO gegeben werden (also mal mit, mal ohne Namen; mal nur wörtlich ohne Geste, mal mit beidem etc.) oder Strafpunkte vergibt, wenn Kommandos zu früh (also vor der Richterfreigabe, die aber nicht immer erforderlich ist) gegeben werden, scheint klar zu sein, dass dieser Fall nicht geregelt ist.

Daher könnte man jeden Hund immer für die höchste Höhe anmelden und ihn darauf trainieren, das Hindernis zu umlaufen. Denn dann werden von den maximal 15 Punkten halt 4 abgezogen. Nirgends steht, dass ein weiterer Versuch bei der Palisade erfolgen MUSS oder die Übung mit 0 gewertet wird, wenn der Hund das Hindernis umläuft. Auf einen weiteren Versuch, der zwar erlaubt, aber nicht zwingend vorgeschrieben ist, würde man vor allem im Falle des Umlaufens verzichten. Stattdessen schlage ich vor, den Hund auf der anderen Seite des Hindernisses regelkonform abzurufen oder an der Stelle, an der er sich befindet, abzuholen. Also genauso, wie es die Regeln für das Ende der Übung vorsehen. Dafür könnte man verlangen, dass 15-4=12 Punkte für die Übung notiert werden, sollten nicht weitere Fehler vor oder nach dem Sprung gemacht worden sein, die das Punkteergebnis entsprechend mindern.

2. Weitsprung

Aufbau des Übungsplatzes:

Das Weitsprunghindernis muss so beschaffen sein, dass es verschiedene Weiten ermöglicht: Die geringste liegt bei 3,00 Meter und muss in 50-Zentimeter-Schritten bis auf 4,00 Meter zu erweitern sein, um unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zu ermöglichen. Den exakten Aufbau und die Beschaffenheit der auch Steilwand genannten Palisade haben wir oben unter "Benötigtes Material“ beschrieben.

Ablauf der Übung

Der Übungsablauf inklusive der drei Versuche haben wir im allgemeinen Teil zu den Sprüngen beschrieben.

Bewertung:

Für das Überspringen de Weitsprunghindernisses können maximal 15 Punkte in den beiden unteren und 20 in der obersten Leistungsklasse verdient werden, wobei eine bestimmte Weite in den unterschiedlichen Leistungsklassen/Kategorien unterschiedlich viele Punkte ergeben sollte: Je niedriger die Leistungsklasse, desto mehr Punkte sollte der perfekte Sprung über eine gegebene Weite ergeben. Daher muss ein Hund der niedrigsten Leistungsklasse für die Maximalpunktzahl nur eine Weite von 3,00 Metern überwinden, während ein Hund der höchsten Leistungsklasse über eine Distanz von 4,00 Meter springen muss, um die maximal möglichen Punkte zu verdienen. Die folgende Tabelle stellt den Zusammenhang zwischen Höhe, Leistungsklasse und Punkten dar.

Von den jeweils möglichen Maximalpunkten werden für Fehler Strafpunkte abgezogen, die wir im nächsten Abschnitt beschreiben.

Höhe in Metern 3,00 3,50 4,00
Leistungsklasse I 15    
Leistungsklasse II 10* 15  
Leistungsklasse III 12* 16 20

* Das steht tatsächlich so in den POs, sowohl in der deutschen als auch in der US-Version und ist bestimmt ein Fehler, denn sicherlich sollen für 3,00 an Hunde der LK2 12 Punkte und nur 10 an Hunde der LK3 vergeben werden.

Punktabzüge für Fehler

Die im vorangehenden Absatz dargestellten maximal möglichen Punkte verringern sich entsprechend der oben schon für die „Übung Palisade oder Steilwand“ vorgestellten Tabelle mit Fehlern und Puntkabzügen. Auf eine erneute Darstellung der obenstehenden Tabelle, die für den Weitsprung exakt gleich gilt, wird verzichtet.

Den Hinweis auf ein zwar unsportliches, aber scheinbar regelkonformes Vorgehen möchte ich allerdings wiederholen, eben wegen der vielen Schwächen der vorliegenden PO:

Wie die Übung weiterläuft, wenn der Hund beim Hinsprung verweigert oder das Hindernis umläuft, ist nicht geregelt. Für den Rücksprung der über die Hürde wird für den Fall der Verweigerung das Prozedere klar dargelegt. Deshalb und weil die PO immer bei Strafe erwartet, dass Kommandos exakt nach PO gegeben werden (also mal mit, mal ohne Namen; mal nur wörtlich ohne Geste, mal mit beidem etc.) oder Strafpunkte vergibt, wenn Kommandos zu früh (also vor der Richterfreigabe, die aber nicht immer erforderlich ist) gegeben werden, scheint klar zu sein, dass dieser Fall nicht geregelt ist.

Daher würde jeden Hund immer für die höchste Höhe anmelden und ihn darauf trainieren, das Hindernis zu umlaufen. Denn dann werden von den maximal 15 Punkten halt 4 abgezogen. Nirgends steht, dass ein weiterer Versuch bei der Palisade erfolgen MUSS oder die Übung mit 0 gewertet wird, wenn der Hund das Hindernis umläuft. Auf einen weiteren Versuch, der zwar erlaubt, aber nicht zwingend vorgeschrieben ist, würde ich vor allem im Falle des Umlaufens verzichten. Stattdessen schlage ich vor, den auf der anderen Seite des Hindernisses regelkonform abzurufen oder an der Stelle, an der er sich befindet, abzuholen. Also genauso, wie es die Regeln für das Ende der Übung vorsehen. Dafür hätte ich gerne 15-4=12 Punkte für die Übung notiert bekommen, sollten nicht weitere Fehler vor oder nach dem Sprung gemacht worden sein, die das Punkteergebnis entsprechend mindern.

3. Hochsprung über die Pendelhürde

Aufbau des Übungsplatzes

Die Pendelhürde muss so beschaffen sein, dass sie drei verschiedene Höhen ermöglicht: Die niedrigste liegt bei 1,00 Meter und muss in 10-Zentimeter-Schritten bis auf 1,20 Meter zu erhöhen sein, um unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zu ermöglichen. Den exakten Aufbau und die Beschaffenheit der als Hochsprunghindernis dienenden Pendelhürde haben wir oben unter "Benötigtes Material“ beschrieben.

Ablauf der Übung

Der Übungsablauf inklusive der drei Versuche pro Sprungrichtung haben wir im allgemeinen Teil zu den Sprüngen beschrieben. Vielleicht ist hier der Platz, an dem darauf hingewiesen werden muss, dass einige Regelt der PO sich nur auf den Sprung über die Palisaden beziehen: Denn nur hier gibt es einen Rücksprung, der ggf. weitere Kommandos erforderlich macht.

Bewertung

Für das Überspringen der Steilwand können Hunde der niedrigsten Leistungsklasse maximal 15 bei einer Höhe von 1,00 Metern, Hunde der beiden oberen Leistungsklassen maximal 20 Punkte verdienen, wobei eine bestimmte Höhe in den unterschiedlichen Leistungsklassen/Kategorien unterschiedlich viele Punkte ergibt: Je niedriger die Leistungsklasse, desto mehr Punkte ergibt der perfekte Sprung über eine gegebene Höhe. Daher muss ein Hund der mittleren Leistungsklasse für die Maximalpunktzahl nur eine Höhe von 1,10 Metern überwinden, während ein Hund der höchsten Leistungsklasse über eine Höhe von 1,20 Meter springen muss, um dieselbe Anzahl an Punkten zu erreichen. Die folgende Tabelle stellt den Zusammenhang zwischen Höhe, Leistungsklasse und Punkten dar.

Also bekommt ein Hund der niedrigsten Leistungsklasse für die geringste Höhe mehr Punkte als ein Hund einer höheren Leistungsklasse.

Von den jeweils möglichen Maximalpunkten werden für Fehler Strafpunkte abgezogen, die wir im nächsten Abschnitt beschreiben.

Höhe in Metern 1,0 1,1 1,2
Leistungsklasse I 15    
Leistungsklasse II 16 20  
Leistungsklasse III 12 16 20

 

Punktabzüge für Fehler

Die im vorangehenden Absatz dargestellten maximal möglichen Punkte verringern sich entsprechend der in der folgenden Tabelle dargestellten Strafpunkte für gemachte Fehler. Da die Tabelle an aus meiner Sicht passenden Stellen um die drei Punktabzugsmöglichkeiten, die es nur im Zusammenhang mit der Pendelhürde gibt, ergänzt wurde, stelle ich sie nochmals komplett dar.

Wenn der Hundehalter die Startposition des Hundes noch nach dem Durchlauf des Probehundes (mit Schritten) vermisst. Anmerkung: Steht so nicht in der Fehlertabelle, sondern geht so aus den ganz am Anfang des Kapitels „Sprünge“ stehenden „allgemeinen Regeln“ hervor: „Der HF ist berechtigt, sich während des Durchgangs des Probehundes seine Anhaltspunkte für den Abgang der Sprünge zu merken. Danach kann er dies nicht mehr, unter Strafe Vergebene Punkte zu verlieren.“, was in der US-Variante „Der Hundeführer darf Schritte während des Durchgangs des Probehundes zählen, danach aber nicht mehr ohne Punkte zu verlieren.“ Unbekannter Punktabzug
Der Hundeführer positioniert sich nicht sofort in einem der markierten Winkel rechts oder links vom jeweiligen Sprung. Unbekannter Punktabzug
Der HF berührt den Sprung oder lehnt sich an der Steilwand an. Unbekannter Punktabzug
Frühstart des Hundes...  
... noch vor dem Startsignal des Richters

Anmerkung: Zitat PO:"...mit Verlust eines „Aufsatzes“, was wohl „Versuch“ heißen soll. Was das bedeuten soll, bleibt unklar: muss im Anschluss ein weiterer Versuch gezeigt werden, oder fällt nur einer weg, sodass nach einem Frühstart höchstens noch ein weiterer Versuch zur Verfügung steht?
-4,0
...nach dem Startsignal des Richters -2,0
Doppelkommando aus Wort und Gestik. Anmerkung: Das bezieht sich wohl auf das Startkommando, denn das soll nur mit einem Wort gegeben werden. -2,0
Doppelkommando zum Ausführen des Sprungs. Anmerkung: Übersetzung der US-Variante: Jedes weitere Kommando zum Senden (des Hundes). -2,0

Vom Doppelkommando abzugrenzen: Das „zusätzliche“ Kommando oder „Extrakommando“, das dann als gegeben gilt, wenn entweder eine...

...Pause zwischen den beiden Worten eines Doppelkommandos gemacht oder
...die Geste eines Doppelkommandos länger anhaltend gezeigt wird

-5,0
„Bevor er auf dem Platz im Quadrat ist, wenn der Führer die Geste macht, einen Ball zu senden, wird dies als Training betrachtet = Verlust aller Punkte der Übung der Übung.“ Anmerkung: Soll wohl heißen: Wenn der HF noch nicht auf seinem Platz neben dem Sprunghindernis ist und eine Geste macht, als werfe er einen Ball, wird das als Training betrachtet und mit der Entwertung der Übung bestraft. Anmerkung 2: Diese „Ball-Wurf-Geste“ umschreibt wohl die Senden-Geste, die innerhalb des HF-Platzes zu einem Doppelkommando oder Extrakommando führen kann. Alle Punkte der Übung
Verweigern Anmerkung: Lt. Fließtext der US-PO: „Verweigern oder Umlaufen des Hindernisses), Hin- oder Rücksprung" -4,0
Reißen beim Hin oder Rücksprung Anmerkung: Ob sich das nur auf die Hürde bezieht, ist auch unklar. Wie aber bei der Steilwand eine der Bohlen gerissen werden kann oder was „Reißen“ beim Weitsprung bedeuten soll, ist nicht ganz klar. -2,0
Nur Pendelhürde: „Hund berührt beim Hin- oder Rücksprung.“ Anmerkung: Soll wohl heißen: Der Hund berührt die Hürde, die bleibt aber oben liegen. -1,0
Nur Pendelhürde: „Hund stützt sich auf der Hürde ab, auch wenn sie nicht fällt.“ -2,0
Nur in der US-Variante steht hier: „Missing (attempt failed) forward oder back.“ In Deutsch: „Fehlend (Versuch fehlgeschlagen) vorwärts oder zurück“ -2,0
„Trotz Kommando kein Blockieren des Hundes.“ Übersetzung der US-Variante: "Versagen beim Einnehmen einer Position hinter dem Hindernis (wenn ein Kommando gegeben ist)." Anmerkung: Dieser Fehler bezieht sich wahrscheinlich auf Palisade/Steilwand und Weitsprung. Denn nur bei diesen Übungen darf der HF auswählen, ob er den Hund hinter dem Hindernis mit einem Kommando stoppt und in eine Position (Sitz/Platz/Steh) bringt und abholt oder zu sich ruft. -2,0
Doppelkommando für Blockieren, Platzieren, bei Fuß nehmen. Übersetzung der US-Variante: "Jedes weitere Kommando für Position, Platzierung und Rückruf." Anmerkung: Leider ist nur für den Rückruf exakt geregelt, wie das Kommando regelgerecht zu geben ist. Für „Position“ und „Platzierung“ ist das nicht klar: Ist jeweils ein Kommando für Platzierung (z. B. Stopp) und ein weiteres für die Position (Sitz, Steh, Platz) erlaubt? Darf jeweils der Name des Hundes vorangestellt werden „Hasso Stopp – Hasso Sitz“ oder sind dann für die beiden Namensnennungen und das Kommando für Sitz bereits 6 Punkte abzuziehen? -2,0
Nur Pendelhürde: „Hör- und Sichtzeichen für das Blockieren des Hundes nach dem Hinsprung.“ Anmerkung: Diese Regel scheint mir überflüssig, denn wo liegt der Unterschied zu der, die direkt hierüber steht? -2,0
Der Hund ist nicht innerhalb 10 Sekunden bei Fuß. -2,0
„Jeder unregelmäßige Befehls Verlust relevante Punkte.“ Bedeutet, aus der US-Variante übersetzt: "Jeder irreguläre Befehl resultiert in einer Strafe/Abzug der entsprechenden Punkte." Anmerkung: Der erste Satz steht so wörtlich in der PO. Wichtiger: Wie definieren sich denn die irregulären Befehle und wie viele Punkte werden abgezogen? Auch mehr als 2 Punkte? Unbekannter Punteabzug

 

Da für den Sprung über die Pendelhürde mehr geregelt ist als für die beiden anderen Sprunghindernisse, entfällt mein kleiner Hinweis zu regelkonformen Schummeleien an dieser Stelle größtenteils: Zwar gilt meine Anmerkung nach wie vor für den Hinsprung, nicht ab für den Rücksprung. Für den Rücksprung ist schließlich geregelt, was geschehen muss, wenn der Hund verweigert oder das Hindernis umläuft. Daher muss er auf jeden Fall trainiert werden, um über die Hürde zu springen. Allerdings wäre es sicherlich witzig, ihn so zu trainieren, dass er den Hinsprung umläuft und nur den Rücksprung sauber ablegt: Auch dann könnte man sich auf den Standpunkt stellen, dass zwar 4 Punkte abzuziehen, aber die Übung abgesehen davon zu werten ist.

Übungen der Disziplin Mutprobe/Schutzdienst und deren Ablauf

Schwierigkeitssteigerung für die Leistungsklassen

Um auch in den Übungen des Schutzdienstes, der im Mondioring „Mutprobe“ genannt wird, unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zu erreichen, nutzte die internationale Expertengruppe, die das Reglement erstellte, verschiedene Ansätze.

Einerseits werden nur in der höchsten Leistungsklasse alle Übungen vom Prüfling verlangt und in der untersten weniger als in der mittleren. Hinzu kommt, dass mit der Menge an Übungen auch die Menge an unvorhergesehen „Losentscheidungen“ zunimmt, wie die folgenden Beispiele verdeutlichen: Wird jetzt eine abgebrochene oder gebissene Flucht verlangt? Erfolgt der Angriff des Helfers mit dem Stock oder mit Gegenständen und wenn mit Gegenständen: Um welchen Gegenstand handelt es sich genau?

Aber auch die Übungen selbst können in ihrem Schwierigkeitsgrad variieren. So wird beispielsweise der Angriff von vorne, egal, ob mit Stock oder Gegenstand, in den beiden höheren Leistungsklassen über ein Hindernis hinweg vorgetragen. Dieses dient dazu, den Hund auszubremsen und ihn so länger der Bedrohung durch den Helfer auszusetzen.

Last but not least unterscheidet sich die Höhe der Fehlerpunkte für ein bestimmtes Fehlverhalten von Leistungsklasse zu Leistungsklasse bei den Übungen „Angriff von vorne mit Stock“ und „…Gegenstand“.

Allgemeine Regeln zum Ablauf der Mutproben-Übungen

Die PO stellt bei jeder Übung klar, dass die allgemeinen Vorschriften für die Aufstellung, die wir oben ebenfalls beschrieben haben, für alle Übungen gelten, was leider nicht für das Ende der Übungen gilt: Hier findet sich mit dem „Revieren nach dem Helfer und Transport“ mindestens eine Übung, für die die Abläufe zum Ende der Übung definiert sind, während für andere Übungen, beispielsweise das Bewachen eines Gegenstandes, in dem diese nicht definiert sind.

Anstatt das Verhalten des Helfers in einem eigenen „Leitfaden für Helfer“ zu regeln, widmet die PO viel Aufmerksamkeit dessen Verhalten, auch wenn das nicht immer klar gesagt ist, dass es jetzt um den Helfer geht: Sagt die PO z. B., „Erlaubt: Sperren, Bedrängen etc.“ oder

„Nicht erlaubt:

  • Das Ausweichen kurz bevor der Hund zufassen kann,
  • Stockschläge auf den Hund,
  • jegliche schmerzverursachende Handlungen des Helfers…“,

handelt es sich bei beidem offensichtlich um Verhaltensregeln für den Helfer. Auch diese Regeln sind, wohl auf Grund einiger Schwierigkeiten bei der Übersetzung, nicht leicht zu verstehen. Das Verhalten des Decoys kann sich auf die Bewertung des Hundes auswirken: Zeigt der Hund auf Grund eines nicht korrekten Verhaltens des Helfers seinerseits ein Verhalten, das mit Strafpunkten belegt ist, werden diese wegen des Fehlverhaltens des Helfers nicht gezählt: Z. B., wenn der Helfer kurz vor dem Zufassen des Hundes ausweicht, können keine Strafpunkte für verzögertes Zugreifen des Hundes gegeben werden.

Auch wenn dieser Text auf der PO basiert, wird er das Verhalten des Helfers nicht detailliert beschreiben: Es geht hier primär um den Hund und was ihm abverlangt wird.

1. Stockattacke – Angriff von vorne mit Stock

Aufbau des Übungsplatzes und Helferverhalten

Auch bei der konkreten Darstellung des Angriffes von vorne, egal, ob mit Stock oder Gegenständen, versagt die PO der Expertengruppe bei der exakten Beschreibung der Übung. Über den gesamten Text sind, bunten Eiern an Ostern ähnlich, Passagen verteilt, die Hinweise geben, wie groß der Übungsplatz ist, wo sich Hund und Helfer wann befinden und was sie tun sollen und dürfen. Obwohl sich daher ein Gesamtbild sehr schwer erschließen lässt, finden sich gleich zu Beginn Informationen zur Länge des für die Übung benötigten Platzes:

Leistungsklassen Distanz in Metern Hindernis
Leistungsklasse I 30 Nein
Leistungsklasse II 40 Ja
Leistungsklasse III 50 Ja

 

Festgelegt ist, dass die Distanz der Übung je nach Leistungsstufe, gemessen wohl zwischen dem Startpunkt des Hundes und der Position, an der der Hund den Helfer fassen soll, 30, 40 oder 50 Meter beträgt und dass irgendwo auf der Strecke für Prüflinge der beiden oberen Leistungsklasse ein Hindernis positioniert werden muss.

Unklar bleibt jedoch auf den ersten Blick, in welcher Distanz zum Startpunkt sich dieses Hindernis befinden soll, das zwischen Hund und Helfer zur Ausbremsung von Hunden der oberen beiden Leistungsklassen positioniert wird. An unerwarteter Stelle findet sich allerdings ein Hinweis darauf, dass sich der Helfer in einer Entfernung von mindestens fünf Metern „hinter dem“ Hindernis positionieren muss. So kann man z. B. für die mittlere Leistungsklasse rechnen: Distanz von 40 Metern abzüglich 5 Metern = 35 Meter – Es muss also das Hindernis maximal 35 Meter vom Startpunkt des Hundes entfernt liegen. Offen bleibt nun aber, was passiert, wenn der Helfer sich in dem Fall mehr als 5 Meter hinter dem Hindernis platziert: Stände er 15 Meter hinter dem Hindernis, betrüge die Gesamtdistanz zwischen Startpunkt des Hundes und dem Helfer 15+35=50 Meter. Diese Distanz entspricht aber schon der Distanz der höchsten Leistungsklasse.

Wie ein solches Hindernis beschaffen sein soll oder sein darf, ist allerdings gut dokumentiert und wird oben, unter „Ausrüstung“ dargestellt.

Ablauf der Übung

Auf eine exakte Darstellung des Übungsablaufs verzichtet die PO trotz der Überschrift „Übungsablauf“.

So ist scheinbar schon der Name der Übung verwirrend, denn „Angriff…mit Stock“ lässt vermuten, dass der Angreifer den Angriff mit einem Stock als Waffe ausführt. Tatsächlich aber soll der Hund den Helfer angreifen, dabei aber keine „Waffen“ wie Stöcke, sondern nur seinen Fang verwenden, während sich der Helfer mit einem Stock verteidigen darf.

Der Beginn der Übung findet entsprechend der allgemeinen Regeln zur Aufstellung zum Übungsbeginn statt, wobei unklar bleibt, ob der Hund an der Startposition stehen, sitzen oder liegen soll. Auf das Zeichen des Richters hin schickt der Hundeführer seinen Hund in Richtung des Helfers, den es anzugreifen gilt. Dieser muss den Hund auf sich aufmerksam machen, vor allem, während der Hund sich auf den ersten 10 Metern der Strecke befindet und dann unter Verwendung des Stocks oder Gegenstands, mit dem er sich verteidigen soll. Die PO sagt außerdem: „Bei Bedarf lässt der Richter den Helfer zwischen 10 und 20 M herantreten und bewilligt den Start von den Hunden sobald der Helfer hinter dem Hindernis ist.“ Fraglich ist nun, wie dieser Satz und der Satz „Der Helfer muss sich zuerst vor dem Hindernis zeigen…“ zueinanderstehen.

Meine Interpretation dessen ist, dass der Helfer von irgendeinem Punkt aus, der zwischen der Startposition des Hundes und dem Hindernis liegt, losläuft, um seine Position zu erreichen, die sich mindestens 5 Meter hinter dem Hindernis befindet. Der Startpunkt des Helfers könnte 10-20 Meter weg vom Startpunkt des Hundes in Richtung Hindernis liegen, da in der US-Variante von „send the Decoy out“, also dem „Aussenden“ die Rede ist. Offen ist aber, ob der Helfer diese „Flucht“ nur zeigen darf, wenn der Richter es für nötig hält, oder ob das der regelmäßige Ablauf ist: Der Helfer flüchtet vor dem Hund zu seiner Position (je nach Leistungsklasse 5 Meter hinter dem Hindernis. In der ersten Leistungsklasse, in der kein Hindernis verwendet wird, ist die Position des Helfers maximal 30 Meter von der Startposition des Hundes entfernt) und erst, wenn der Helfer diese Position erreicht hat, darf der Hund starten.

In jedem Fall gibt der Richter die Startfreigabe für den Hund erst, wenn der Helfer das Hindernis überschritten hat (und seine Position erreicht hat). Aus den Tabellen mit Strafpunkten und an anderen Stellen kann man sich ableiten, dass es dann im Idealfall so weitergeht: Erst auf das nun folgende einmalige Hörzeichen des Hundeführers hin darf der Hund dem Decoy folgen und muss dabei ggf. das Hindernis überwinden, während der Hundeführer an der Startposition stehen bleiben muss und sich hier nur seitwärts bewegen darf, um Sichtkontakt zu seinem Hund aufzubauen oder zu halten. Sobald er ihn erreicht hat, soll er den Helfer trotz dessen Abwehrverhalten packen und halten. Wie lange der Hund den Griff halten muss, ist nicht klar geregelt. Als Dauer für die Übung sind zwar 10 Sekunden angegeben, aber es ist nicht ganz klar, ob damit die gesamte Übung oder nur die Griffdauer gemeint ist. Auf jeden Fall hupt der Richter irgendwann, um dadurch dem Hundeführer zu signalisieren, dass er den Hund zurückrufen darf. Der Hundeführer muss stillstehen, wenn er das Rückrufkommando gibt. Der Hund darf erst auf dieses Rückrufsignal hin den Griff lösen, muss ihn dann aber umgehend lösen und sich auf den Rückweg zu seinem Hundeführer machen, wo er innerhalb von 30 Sekunden ankommen soll. Auf dem Rückweg muss der Hund nicht mehr über das Hindernis springen, sondern darf es umlaufen.

Bewertung

Die folgende Tabelle gibt an, welcher Teil der Gesamtübung in welcher Leistungsklasse wie viele Punkte ergeben kann:

  Hinweg Beißphase Rückweg Summe
Kat./LK I 10 30 10 50
Kat./LK II 10 20 10 40
Kat./LK III 10 30 10 50

 

Punktabzüge für Fehler

  Kat./LK I Kat./LK II Kat./LK III
Frühstart des Hundes...      
...noch vor dem Signal des Richters -10,0 & -5,0 AV -10,0 & -5,0 AV -10,0 & -5,0 AV
...zweites Mal vor dem Signal des Richters -50,0 -40,0 -50,0
...nach Richtersignal, vor dem Kommando -5,0 -5,0 -5,0
Doppelkommando (z. B. zusätzliche Geste) zum Schicken des Hundes. Außerdem steht dort dieser ominöse Satz: „Wenn der Hund auf den ersten Befehl startet, ist kein zusätzlicher Befehl erlaubt“ Anmerkung 2: Was er aussagen soll, ist völlig unklar, denn zusätzliche Befehle sind eh bei Strafe von 10 Punkten Abzug verboten. Offen bleibt nun, was die Konsequenz oder Strafe (Menge des Punktabzugs) ist, wenn der zusätzliche Befehl nach dem Start des Hundes gegeben wird? -10,0 -10,0 -10,0
„jedes unkorrekte Verhalten vor oder während der Übung“ Anmerkung: Dieser Satz lässt mich staunen, denn er steht in einem Gegensatz zu allen anderen in dieser Tabelle genannten Fehler und Punktabzüge. Denn sie beziehen sich alle auf unkorrektes Verhalten (oder Irreguläres, wie in der US-Version steht) und es stellt sich somit die Frage, ob nun alle Punkte abgezogen werden oder nur die Punkte, die ansonsten festgelegt sind. -50,0 -40,0 -50,0

Krabbeln am Startpunkt, pro Meter:

Anmerkung: Oder vielleicht auch sich sonst Fortbewegt? Krabbeln setzt als Startposition „Platz“ voraus, was aber nirgends definiert ist.

-1,0 -1,0 -1,0
Der Hund zögert vor dem Hindernis (Abzug erfolgt in „Hinweg“) n/a (kein Hindernis) -5,0 -5,0
Hund umgeht das Hindernis auf dem „Hinweg“ zum Helfer (Abzug erfolgt in „Beißphase“) n/a (kein Hindernis) -10,0 -15,0

der Hund beißt nicht zu, pro Sekunde:

Anmerkung: Hier kommt es auch auf das Verhalten des Decoy an, denn dieser darf dem Hund nicht kurz vor dem Biss ausweichen. Tut er das, dürfen offenbar keine Punkte abgezogen werden.

-3,0 -2,0 -3,0
Schneller Griffwechsel/Beißen, loslassen, Beißen. Pro Mal: -1,0 -1,0 -1,0

„Dieser Hund kann den angehaltenen Angriff nicht ausführen oder verliert die Punkte dieses Angriffs, wenn er bereits ausgeführt wurde“

Anmerkung: Ein für mich hier keinen Sinn ergebender Fehler/Satz. Vielleicht bedeutet die Formulierung „angehaltenen Angriff“ „abgebrochener Angriff“, was bedeuten würde, dass dieser Fehler zu der 4. Übung mit dem entsprechenden Namen gehört. Diese wird aber nur in der obersten Leistungsklasse verlangt. Es ist daher wahrscheinlicher, dass alle Punkte abgezogen werden, wenn der Hund nicht angreift oder zubeißt, das legt auch die US-Variante nahe.

-50,0 -40,0 -50,0
Der Hundeführer verlässt die Startposition (seitlich darf er sich bewegen) -50,0 -40,0 -50,0
Der Hundeführer bewegt sich, während er das Rückrufkommando gibt. -50,0 -40,0 -50,0

„Der Hundeführer benutzt den Angriff während der Prüfung als Training“

Anmerkung: Hier bleibt völlig offen, wie und woran festzustellen ist, ob der Hundeführer die Prüfung als Training nutzt. Was ist denn, wenn ein HF probehalber an einer Prüfung teilnimmt, um Erfahrung zu sammeln. Das entspricht m. E. einem Training. US-Variante liest sich hier klarer: Wenn der HF auf das Prüfungsgelände für ein Training (vielleicht vor der Prüfung) nutzt, werden alle Punkte abgezogen.

-50,0 -40,0 -50,0
„Frühstart“ des Hundes für die Rückkehr: Der Hund lässt schon beim Hupen des Richters ab und kehrt zurück zu seinem Hundeführer -5,0 -5,0 -5,0
Doppelter Abruf (zum Ablassen und zur Rückkehr zum Hundeführer) -10,0 -10,0 -10,0

Abruf des Hundes, während der Hund den Helfer nicht festhält/zugebissen hat. „… (abzüglich Sekunden nicht im Griff)“

Anmerkung: Auch unklar, denn ein Abruf ohne Biss kann auch während eines Griffwechsels erfolgen.

-5,0 -5,0 -5,0
Nachbeißen durch den Hund nach Abruf -2,0 -2,0 -2,0

„Kein Zurückkommen innerhalb von 30 Sekunden“.

Anmerkung: Wird nicht bestraft, wenn der Hund nach 30 Sekunden mit dem Rückweg angefangen hat? Oder gilt meine Interpretation: Ist der Hund nicht binnen 30 Sekunden nach dem Abruf beim Hundeführer:

-10,0 -10,0 -10,0

„jedes unkorrekte Verhalten nach dem Ablassen“

Anmerkung: Dieser Satz lässt mich staunen, denn er steht in einem Gegensatz zu allen anderen in dieser Tabelle genannten Fehler und Punktabzüge, die nach dem Ablassen gemacht werden können. Denn sie beziehen sich alle auf unkorrektes Verhalten (oder Irreguläres, wie in der US-Version steht), legen aber andere Folgen fest. Daher stellt sich die Frage, ob nun 10 Punkte abgezogen werden oder nur die Punkte, die ansonsten festgelegt sind.

-10,0 -10,0 -10,0

 

2. Angriff mit Gegenständen– Angriff von vorne mit Gegenständen

Aufbau des Übungsplatzes

Einige Sätze in der PO lassen vermuten, dass die Übungen „Angriff mit Stock“ und „Angriff mit Gegenständen“ dieselbe Übung ist und der einzige Unterschied darin liegt, dass ein solcher Angriff in der niedrigsten Leistungsklasse niemals mit Gegenständen, sondern immer mit Stock vorgetragen werden muss, während in den beiden oberen Klassen beide Übungen verlangt werden und kurzfristig durch Los entschieden wird, ob erst mit den oben (Siehe benötigte Ausrüstung) schon in Art und Beschaffenheit beschriebenen Gegenständen und anschließend mit Stock oder umgekehrt angegriffen wird.

So einfach ist es aber auf den zweiten Blick nicht, denn die Distanz zwischen Startpunkt und Helfer beträgt hier in beiden Leistungsklassen 30 Meter und liegt damit niedriger als die Entfernung, die ein Hund der beiden Leistungsklassen bei der Übung „Angriff mit Stock“ zurücklegen muss.

Abgesehen davon verweist die PO aber zur Beschreibung der Übung tatsächlich auf den Angriff mit Stock.

Ablauf der Übung

Auch der Ablauf der Übung entspricht des Angriffs mit Stock.

Bewertung

Zur Bewertung der Übung stellt die PO nur die Gesamtpunkte dar, die in der Höhe der des Angriffs mit Stock entsprechen. Allerdings wird im entsprechenden Absatz nicht auf diese Übung verwiesen, sodass die Aufteilung der Punkte gemäß der folgenden Tabelle nicht klar erkennbar ist. Es muss aber von derselben Aufteilung ausgegangen werden, das sonst auch das System der Punktabzüge für Fehler nicht mehr passt.

  Hinweg Beißphase Rückweg Summe
Kat./LK II 10 20 10 40
Kat./LK III 10 30 10 50

 

Punktabzüge für Fehler

Die Verteilung der Punkte gemäß der vorstehenden Tabelle muss deswegen gelten, weil die Abzüge für Fehler wiederum entsprechend dem Angriff mit Stock erfolgt. Die entsprechende Tabelle bezieht sich mehrfach auf die Aufteilung der Punkte in die drei Teilbereiche.

Besonderes Interesse weckte bei mir die Tatsache, dass im Absatz zu dieser Übung die PO regelt, dass der Richter die Übung sofort unterbrechen muss, wenn ein Hund während dieser Übung einen „Zivilisten“ angreift und beißt. In dem Fall wird mindestens diese Übung mit 0 Punkten gewertet. Wird der Hund darüber hinaus als „gefährlich“ eingestuft, muss er das Gelände verlassen.

Das wirft eine Menge Fragen auf:

  • Wer sollen die Zivilpersonen sein? Wer sich im Ring aufhalten darf, ist von der PO geregelt, da sollten doch gar keine Unbeteiligten „Zivilisten“ sein und der Hund sollte andererseits den Ring nicht verlassen dürfen oder können.
  • Wenn der Hund aber über die Umgrenzung springt und irgendeinen Zuschauer angreift, sollte die PO keinen Spielraum lassen: Der Hund ist gefährlich.
  • Die Konsequenz ist in dem Fall meiner Meinung nach zu lasch: Nur das Gelände verlassen? Damit er dann außerhalb des Sports weiter gefährlich sein kann?
  • Das ganze Thema ist nur für diese Übung geregelt. Verhält sich der Hund exakt gleich z. B. beim Angriff mit Stock, greift sie nicht. Warum?

  

3. Gebissene Flucht

Aufbau des Übungsplatzes

Für diese Übung wird eine Strecke von 30-40 Metern benötigt.

Ablauf der Übung

Auch diese Übung beginnt mit der Aufstellung zum Start, die im für alle Übungen gleich ist.

Der erste Satz der PO zum speziellen Ablauf dieser Übung ist schon etwas unklar, was aber vor allem daran liegt, dass die Begriffe „vor“ und „hinter“ im Deutschen völlig unterschiedliche Bedeutungen haben können. Vor dem Start befinden sich Läufer vor der Startlinie, wobei der Trainer hinter derselben Linie bleiben soll, damit die Läufer nicht mit den Trainern kollidieren: Allerdings ist mit vor und hinter dieselbe Seite der Linie gemeint.

In der Mondioring-PO heißt es: „Der Helfer beginnt seine Arbeit 10 Meter vor dem Start…“. Die US-Variante sagt: „Der Helfer startet 10 Meter von der Start Linie…“. In beiden Fällen ist nicht völlig klar, ob der Helfer tatsächlich vor der Linie aber im Rücken und somit HINTER Hund und Hundeführer steht oder 10 Meter HINTER der Linie und somit VOR Hund und Hundeführer.

Beide Positionen sind denkbar, denn Hunde könnten auch darauf getestet werden, dass die Helfer an ihnen vorbei flüchten, während die Hunde in Ruhe abwarten und das Kommando ihrer Hundeführers abwarten.

Tatsächlich startet aber der Helfer vor dem Hund, sodass der ihn beim Start sehen kann. Der Richter wird von der PO angehalten, sofort nach dem Start mit seiner Hupe den Hundeführer zu autorisieren, dem Hund das Startkommando zu geben. Der Hund soll hierauf hinter dem flüchtenden, sich aber nicht nach hinten umschauenden oder dem Hund ausweichenden Helfer herrennen und ihn innerhalb einer Distanz von 30-40 Metern stellen. Sollte es sich bei dem zu prüfenden Hund um einen der Leistungsklasse drei handeln, muss dem Start des Hundes mit einem grünen Wimpel signalisiert werden, dass es sich um eine gebissen und nicht um eine abgebrochene Flucht handelt. Wenn der Hund den Helfer gefasst hat, gibt dieser mit der Kurzwaffe (siehe Ausrüstung) zwei Schüsse ab und wehrt sich außerdem „vehement, aber ohne brutal zu sein“. Diese Verhaltensweisen des Helfers sollen den Biss des Hundes nicht unterbrechen. Irgendwann soll der Hund auf das durch die Hupe des Richters autorisierte Hörzeichen seines Hundeführers hin sofort ablassen und innerhalb von 30 Sekunden zu ihm zurückkehren, während der Helfer ab dem Rückrufsignal regungslos zu verharren hat. Für die Übung sieht die PO eine Dauer von 10 Sekunden vor. Es ist aber völlig unklar, worauf sich diese Zeit bezieht. Denn die gesamte Übung besteht aus drei Teilen: Hinweg, Beißphase und das Ablassen und der Rückweg. Für den Rückweg allein stellt die PO dem Hund 30 Sekunden zur Verfügung, sodass die Gesamte Übung nicht nur 10 Sekunden dauern kann.  Ob die 10 Sekunden sowohl den Hinweg als auch die Beißphase oder nur die Beißphase umfassen bleibt offen. Da in der Übung „abgebrochene Flucht“, bei der der Hund keine Beißphase zeigen muss, keine Zeitangabe gemacht wird, mutmaße ich, dass die 10 Sekunden die Dauer der Beißphase bezeichnen.

Bewertung

Die folgende Tabelle gibt an, welcher Teil der Gesamtübung in welcher Leistungsklasse wie viele Punkte ergeben kann:

  Hinweg Beißphase Rückweg Summe
Kat./LK I 10 30 10 50
Kat./LK II 10 10 10 30
Kat./LK III 10 10 10 30

 

Punktabzüge für Fehler

Die Fehler und Punktabzüge entsprechen größtenteils denen, die beim Angriff mit Stock genannt sind, da die PO hierauf verweist. Allerdings werden in den beiden oberen Leistungsklassen nur ein Punkt pro Sekunde abgezogen, in der der Hund nicht zubeißt. Dieser Umstand wird darauf zurückgehen, dass die Beißphase in den beiden oberen Leistungsklassen auch nur 10 und keine 30 Punkte ergibt.

  Kat./LK I Kat./LK II Kat./LK III

Der Hund beißt nicht zu, pro Sekunde:

Anmerkung: Hier kommt es auch auf das Verhalten des Decoy an, denn dieser darf dem Hund nicht kurz vor dem Biss ausweichen. Tut er das, dürfen wohl keine Punkte abgezogen werden.

-3,0 -1,0 -1,0

 

4. Abgebrochene Flucht

Aufbau des Übungsplatzes

Für diese Übung wird, wie für die gebissene Flucht, eine Strecke von 30-40 Metern benötigt. Ob auch hier ein Hindernis vorhanden sein muss, darf oder soll, ist unklar.

Ablauf der Übung

Diese Übung wird nur von Hunden verlangt, die in der höchsten Leistungsklasse antreten. Diese Hunde müssen zweimal eine „Fluchtübung“ absolvieren, nämlich sowohl die gebissene als auch die abgebrochene Flucht. In welcher Reihenfolge diese beiden Übungen gezeigt werden müssen, wird per Los entschieden, wobei dem Hundeführer das Losergebnis unbekannt bleibt.

Auch diese Übung beginnt mit der Aufstellung zum Start, die im für alle Übungen gleich ist.

Was den Ablauf der Übung angeht, ist er der der gebissenen Flucht sehr ähnlich. Entsprechend bleibt auch hier unklar, wo der Helfer starten soll.

In der Praxis startet der Helfer vor dem Hund, sodass der ihn beim Start sehen kann. Der Richter wird von der PO angehalten, sofort nach dem Start mit seiner Hupe den Hundeführer zu autorisieren, dem Hund das Startkommando zu geben.

Da der Hundeführer bei der abgebrochenen Flucht nur in Ausnahmefällen (wenn die gebissene Flucht schon geprüft wurde) wissen kann, dass jetzt eine abgebrochene Flucht verlangt wird und er das Abbruchsignal geben muss, bevor der Hund den Helfer fasst, kommt der Übermittlung dieser Information einige Bedeutung zu. Die PO sieht hierzu vor, dass der Richter nach dem Start des Hundes eine Anweisung an eine bestimmte Person gibt, damit diese einen roten Wimpel in die Höhe hält, der signalisiert, dass der Angriff des Hundes abgebrochen werden muss. Damit der Hundeführer diese Information nicht übersieht, sieht die PO vor, dass ein Ringhelfer den Wimpelhochhaltenden beobachtet und sofort seine Hand auf die Schulter des Hundeführers legt, sobald er die rote Fahne sieht. Aus der Auflistung der Punktabzüge für Fehler ist erkennbar, dass der Hundeführer den Hund im Idealfall erst durch ein einmaliges Signal abruft, wenn dieser bis auf drei Meter an den flüchtenden Decoy herangekommen ist. Der Decoy soll nun einfach weiterlaufen, aber weder schießen noch sonstige Bewegungen machen, die nicht dem Weiterlaufen dienen, während der Hund die Verfolgung abbrechen und zu seinem Hundeführer zurückkehren soll. Die PO sagt hier nichts darüber aus, ob der Hund für die Rückkehr, genau wie bei der gebissenen Flucht, 30 Sekunden Zeit hat oder den ganzen Tag hierfür benötigen kann. Dafür regelt die PO auf mal wieder sehr unklare Weise etwas zum Thema Entfernung des Hundes zum Hundeführer bei oder nach der Rückkehr, wie in den Teilen über Bewertung und Punktabzügen nachgelesen werden kann.

Bewertung

Die Bewertung der Übung ist komplex, denn der Hund soll zwar nicht beißen, aber dennoch werden für die Übung Punkte für die Beißphase vergeben, wie die folgende Tabelle zeigt:

  Hinweg Beißphase Summe
Kat./LK III 10 20 30

 

Nun stellt sich die Frage, wie Punkte für eine nicht gezeigte Beißphase vergeben werden können. Die Antwort ist, dass hierfür die vorher in den Beißphasen der Übungen Angriff mit Stock und Angriff mit Gegenständen vergebenen Punkte die Basis darstellen: Ein Drittel der Summe dieser Punkte ergibt die für den jeweiligen Hund maximal erreichbare Punktesumme. Theoretisch sind das 20 Punkte für die Beißphase: 30 Punkte aus der Beißphase mit Stock zuzüglich 30 Punkte aus der Beißphase mit Gegenständen macht in Summe 60 Punkte. 60 geteilt durch drei sind die maximal erreichbaren 20 Punkte.

Hat aber der betreffende Hund weniger als 60 Punkte in Summe aus den beiden Angriffen (mit Stock und Gegenständen) errungen, verringert sich seine maximales Punktepotential in der abgebrochenen Flucht entsprechend: Hat er beispielsweise in beiden Übungen 15 Punkte für die Beißphasen erhalten, sähe die Rechnung so aus:

15 + 15 = 30 / 3 = 10 maximal mögliche Punkte

Zu diesen maximal möglichen Punkten der Beißphase kommen noch die 10 Punkte für den Hinweg hinzu. Bezogen auf unsere beiden Beispiele können also maximal 20 für die Beißphase + 10 für den Hinweg = 30 Punkte oder 10 Punkte für die Beißphase + 10 für den Hinweg = 20 Punkte erreicht werden. Um diese maximal möglichen Punkte zu erreichen, muss aber eine perfekte Übung gezeigt werden, bei der keine Fehler begangen werden, die zum Abzug von Strafpunkten führen.

Mir als nicht-Experten für Mondioring stellt sich an dieser Stelle die Frage, warum die Expertenkommision solch komplizierten Wege geht und Punkte für etwas vergibt, was in dieser Übung gar nicht gefragt ist, nämlich die Beißphase, während das, was hier wirklich von Bedeutung zu sein scheint, nämlich das Ablassen und Rückkehren unter dem Einfluss eines starken Reizes, gar nicht bewertet wird.

Es könnte sein, dass Mondioring-Experten mir als Begründ, dass diese Art der Bewertung deshalb erfolgt, damit nur solche Hunde Punkte für die abgebrochene Flucht erhalten, die tatsächlich zubeißen können und wollen. Hunde, die niemals beißen, sollen hingegen keine Punkte erhalten.

Dies wäre allerdings ein schwaches Argument, denn ein Hund, der nicht die verschiedenen Angriffe ausführen und beißen kann, wird doch wohl kaum bis in die höchste Leistungsklasse aufsteigen können. Und für den Fall, dass dies doch möglich ist, sagt die PO klar, dass die abgebrochene Flucht nur dann geprüft und mit mehr als 0 Punkten bewertet werden darf, wenn der Prüfling in beiden Angriffen gebissen hat.

Warum ich das hier so anbringe? Zum einen, weil bei der gleich dargestellten Fehler- und Strafpunktetabelle sehr wenige Fehler genannt sind, die tatsächlich mit dem Ablassen und der Rückkehr zu tun haben. Wie ich oben schon erwähnt habe, wird dem Hund für die Rückkehr kein Zeitlimit gesetzt, dessen Überschreitung Fehlerpunkte ergibt. Auch ist unklar, was genau passiert, wenn der Hund den Helfer zwar trotz Rückruf weiter verfolgt, aber nicht beißt.

Zum anderen, weil sich die Experten hier noch mehr Probleme eingehandelt haben: Der allgemeine Teil der PO regelt einiges für den Teil „Ablassen und Rückkehr“, z. B. Punktabzüge für Fehler. Das kann bei der abgebrochenen Flucht nicht zur Anwendung kommen, weil es bei der abgebrochenen Flucht diese Phase gar nicht gibt und für sie keine Punkte erzielt oder abgezogen werden können.

Das war der Expertengruppe wohl klar, denn sie hat nun eine besondere Regel für die Rückkehr zum Hundeführer geschaffen, die die sich scheinbar mit der Entfernung zwischen Hund und Hundeführer nach der Rückkehr beschäftigt und die wir unten näher darlegen: Denn einerseits wünscht man sich, dass sie klarer formuliert und andererseits nicht nur für die abgebrochene Flucht, sondern alle Übungen gilt.

Punktabzüge für Fehler

Für den „Start“ verweist die PO bei den Punktabzügen auf die anderen Angriffe, was natürlich ebenfalls eine unsaubere Formulierung ist: Denn die PO verwendet die Begriffe „Hinweg“, „Beißphase“ und „Ablassen und Zurückkommen“. Darüber hinaus regelt sie im allgemeinen Teil die letztgenannte Phase und die „Aufstellung“, die die Phase bis zur Startfreigabe durch des Richters Hupe bezeichnet. Da in der Tabelle mit den Punktabzügen selbst der Begriff „Start“ nochmals verwendet und mit den für den Hinweg erreichbaren 10 Punkten verbunden ist, kann mit gutem Willen, der aber in einer sportrechtlichen Auseinandersetzung nicht zwingend vorhanden sein muss, aber davon ausgegangen werden, dass die Experten hier die Begriffe nicht konsequent verwendet haben und mit "Start“ „Hinweg“ meinen. Darüber hinaus haben sie wahrscheinlich folgendes beabsichtigt: Alle Abzüge sind dieselben, wie bei der gebissenen Flucht, außer, die PO zählt bei der abgebrochenen Flucht andere Abzüge auf, die denen der gebissenen Flucht widersprechen.

  Kat./LK III

„Start“: (Abzüge gleich wie für die anderen Angriffe)

Anmerkung: siehe Text oben zur Frage, was der Start sein soll.

 

Der Hund beißt den flüchtenden Helfer.

Anmerkung: Interessant ist, dass hier eine totale Punktzahl genannt ist: Was ist denn, wenn das persönliche Maximum des Hundes bei nur 20 Punkten liegt? Verliert er dann 10 Punkte aus den anderen Übungen? Oder ist gemeint, dass die abgebrochene Flucht dann mit 0 Punkten bewertet werden soll? Das steht leider so nicht da.

-30,0

"Abrufen bei 3 Metern (kein Abzug), für jeden zusätzlichen Meter.“

Anmerkung: Hier scheint es um die Entfernung zum Flüchtenden zu gehen: Der Abruf darf nicht zu früh erfolgen, es soll schließlich der Gehorsam bei starkem Reiz getestet werden, wobei die Intensität des Hinweisreizes mit sinkender Entfernung zunimmt. Fraglich ist aber: Geht es um jeden angebrochenen oder jeder volle zusätzliche Meter?

-2,0
"Doppelkommando für das Abrufen (nur einen bewilligt) wenn der Hund...  
...innerhalb von 5 M vom Führer zurückkommt -5,0
...außerhalb des Umkreises von 5 Metern zurückkehrt (zusätzliche Erinnerung verboten), behält er seine 10 Startpunkte“

Anmerkung: Auch hier stellt sich wieder die Frage, ob auf jeden Fall 20 Punkte abgezogen werden sollen und ggf. schon in anderen Prüfungsteilen erreichte Punkte wieder verloren gehen oder nur die „Beißphase“ mit 0 Punkten bewertet werden soll.
-20,0

 

Der letzte Punkt in der Tabelle ist, wie oben schon angekündigt, besonders besprechungswürdig, weil die PO hier mal wieder doppeldeutig ist. Laut der Tabelle in der PO geht es um Doppelkommandos, die unterschiedlich hart bestraft werden, je nachdem, ob der Hund bei Abgabe des zweiten Kommandos fünf oder mehr Meter von seinem Hundeführer entfernt ist. Unter der Tabelle finden sich in der PO drei Beispielrechnungen. Die dritte zeigt den Fall, was passiert, wenn der Hund „Bei der Rückkehr nicht in einem Umkreis von 5 m (ist?)“. Dann werden 20 Punkte abgezogen. Von Doppelkommando steht dort aber nichts.

Es ist also fraglich, ob ein Doppelkommando bestraft wird, oder die Tatsache, dass der Hund nach dem Rückruf nicht nah genug an den Hundeführer herankommt. Letzteres macht meiner Meinung nach mehr Sinn. Außerdem denke ich, dass diese Regel scheinbar nur für diese Übung gilt, obwohl sie doch für alle Übungen wichtig wäre.

5. Revieren nach dem Helfer/Helfersuche und Transport

Aufbau des Übungsplatzes

Diese Übung ist aus meiner Sicht die bisher am unübersichtlichsten und wahrscheinlich lückenhaftesten regulierte Übung der Prüfungsordnung des Mondioring. So lassen sich die notwendigen Eigenschaften des Übungsplatzes teilweise nur aus anderen Textstellen ableiten.

Beispielsweise sollte der „Prüfungsplatz“ (evtl. ist damit der Ring gemeint?) durch eine „zweckmäßige Einzäunung“ für die Hunde begrenzt sein. Die „Zweckmäßigkeit“ hat nämlich eine Auswirkung, falls der Hund beim Revieren den Zaun überwindet und den „Übungsplatz“ verlässt: Ist die Einzäunung zweckmäßig, sind die Konsequenzen für den Hund ernster, als wenn sie nicht zweckmäßig ist. Leider gibt die PO keine klare Definition, wann eine Umzäunung zweckmäßig ist und wann nicht. Meiner Meinung nach können sich Hundeführer von Hunden, die den Zaun überwinden, immer auf den Standpunkt stellen, dass diese nicht zweckmäßig ist: Andernfalls hätte der jeweilige Hund sie nicht überwinden können.

Außerdem müssen sechs feste Verstecke im Ring verteilt sein, von denen nur eines durch den Richter als Versteck für den Helfer ausgewählt wird. Da der ebenfalls vom Richter festgelegte Weg, der beim „Transport“ gegangen werden soll, einerseits am Versteck startet und andererseits für alle Hunde gleich sein soll, muss auch das Versteck für alle Hunde das Gleiche sein.

In drei Metern Entfernung zu diesem Versteck soll, wie sich an einer Stelle der PO im Absatz über den Ablauf der Übung erlesen lässt, eine Stelle markiert werden, an der sich im Verlauf der Übung der Hundeführer aufhalten soll. Der Wert der Regel zeigt sich auf der FCI-Weltmeisterschaft 2018: Wie in Min. 42 dieses YouTube-Videos zu sehen ist, wird der Hundeführer von einem Jurymitglied vor dem Versteck positioniert, eine Markierung ist nicht zu erkennen.

Die PO erwartet ein weiteres mobiles, das zur Verfügung des Richters gehalten werden soll. Allerdings steht nirgends, was oder wer sich darin zu welchem Zweck verstecken soll.

Viel klarer ist da der Zweck eines geschlossenen, blickdichten und für Hunde unzugänglichen Raums in mindestens fünf Meter Entfernung vom „Feld“ (was wohl wieder den Ring meinen dürfte), in dem sich der zweite Helfer während der gesamten Übung aufhalten soll. Ziel ist, dass Hunde, die über die Umzäunung beim Revieren überwinden, nicht den falschen Helfer finden und verbellen.

Ablauf der Übung

Den Ablauf der Übung behandelt die Prüfungsordnung noch komplizierter: Einige Punkte sind doppelt, andere dafür gar nicht behandelt.

Nach meinem groben und undetaillierten Verständnis soll der Hund erst „revieren“, also nach dem irgendwo auf dem Platz versteckten Helfer suchen und ihn finden. Hierfür hat er die 2-3 Minuten Zeit, die der Richter vorher in Abhängigkeit der Größe des Rings festgelegt hat. Hat der Hund den Decoy gefunden, soll er ihn verbellen: Das Bellen zeigt an, dass er den Helfer gefunden hat. Nun soll er ihn „bewachen“, was von einem extra mit Blick auf den versteckten Helfer Hilfsrichter beobachtet und bewertet werden soll. Bewacht der Hund den Helfer gut, darf Hundeführer (da dort nichts von Richteranweisung steht, macht der Hundeführer sich offenbar auf Eigeninitiative hin auf den Weg) in Begleitung eines Hilfsrichters zum Versteck (oder besser zur Markierung am Versteck) gehen. Dies muss in normaler Gangart, also auf keinen Fall im Laufschritt, erfolgen.

Auf Anweisung des Richters „kommandiert“ oder bittet der Hundeführer den Helfer aus dem Versteck.

Es ist denkbar, dass mit dieser Bitte der „Transport“ als zweiter Teil der Übung ohne weitere Richteraufforderungen beginnt. Dieser Übungsteil zeichnet sich dadurch aus, dass der Helfer den vom Richter festgelegten Weg abläuft und insgesamt drei Fluchtversuche unternimmt unter anderem, indem er die streng und, leider, schwerverständlich regulierten Hindernisse geschickt ausnutzt. Der Hund soll dabei den Helfer bewachen und eng bei ihm bleiben. Gemessen wird hier die Fluchtdistanz in Metern vom ersten Meter an bis an die Stelle, an der der Hund den Flüchtenden beißt bzw. fasst. Pro Meter wird ein Strafpunkt von der Wertung abgezogen. Offen ist, ob nur volle oder schon angebrochene Meter aufgeschrieben werden. Den Biss in den weiterflüchtenden Helfer darf der Hund erst auf ein Kommando seines Hundeführers hin lösen, muss es dann aber umgehend tun. Dieses Kommando darf erst gegeben werden, wenn der Richter hupt, was er macht, wenn der Hund den Helfer ca. drei Sekunden lang gefasst hat. Der Hundeführer soll sich während des gesamten Transports einen Abstand von drei Metern hinter oder neben dem Hund-Helfer-Gespann beibehalten.

Das Ende der Übung wird nach den drei Fluchten durch mehrfaches Hupen des Richters eingeläutet. Auf dieses Zeichen hin kommandiert der Hundeführer „Halt“, woraufhin der Helfer stehen bleibt. Der Hund soll den Helfer nun weiterhin bewachen, bis der Hundeführer auf Richteranweisung hin seinen Hund bei Fuß nimmt, womit die Übung endet.

Die PO und die ersten vier Fragen zum Ablauf

Leider ist der fehlerfreie Ablauf und damit das optimale Verhalten von Hund und Hundeführer während der Übung kaum aus der PO herauszulesen, denn natürlich kann jedes zu prüfende Hund-Mensch-Team einiges während der Prüfung falsch machen. Ein Teil der Fehler wirkt sich auf den Ablauf der Übung aus. Die PO versucht all diese Eventualitäten in einem Text einzubauen. Die damit verbundene Komplexität führt dazu, dass einige Themen doppelt behandelt und andere Punkte übersehen und nicht klar geregelt wurden.

Die PO bezieht sich im ersten Satz der Ablaufbeschreibung auf die „Allgemeinen Vorschriften zur Aufstellung“, um dann vom Hundeführer zu verlangen, dass er mit seinem Hund und einem Hilfsrichter den „Platz“ verlässt, damit sich der Decoy vom Hund unbeobachtet verstecken kann. Alle dürfen erst wieder reinkommen, wenn der Richter per Hupe das Signal dazu erteilt.

Schon an dieser Stelle wirft die PO die Frage auf, ob dem Zweck dieser Regel nur durch das Verlassen des Rings gedient werden kann. Konkret: Hilft es weiter, wenn der Hund den mit einem Maschendraht umzäunten Ring verlässt und den Helfer von außen beobachtet? Oder kommt es nicht vielmehr darauf an, dass der Blick des Hundes auf den Rest des Rings verdeckt wird und das vielleicht auch, ohne den Ring zu verlassen. Im Grunde sollte das egal sein, denn: An feststehende Regeln muss man sich halten, da ansonsten die Frage zu stellen ist, ob man in dem Regelwerk „Rosinen picken“ betreiben und nur diejenigen Regeln anwenden darf, die einem passend erscheinen. Auf diese Weise wird leicht das gesamte Regelwerk ad absurdum geführt. Offenbar ist die FCI da anderer Meinung und geht mit dem Thema pragmatisch um: Denn wie in Minute 38 dieses YouTube-Videos zu sehen ist, beziehen auf der FCI World Championship 2018 und in Minute 14 dieses YouTube-Videos alle drei ein Versteck innerhalb des Rings. Dennoch stellt sich jetzt die Frage, wie es kommen kann, dass auf hochoffiziellen Turnieren anders gehandelt wird, als es die aktuell veröffentlichten und wohl geltenden Regeln (so unvollkommen sie auch sein mögen) vorgeben.

Noch hat die PO nichts geregelt, was mit der Suche nach dem Helfer im engeren Sinn zu tun hat, da stellt sich auch schon die zweite Frage: Gelten auf dem Weg zurück zum Ausgangspunkt für die Suche nach dem Helfer erneut die „Allgemeinen Vorschriften zur Aufstellung“? Dem Text nach sollte das nicht der Fall sein, denn diese Vorschriften heißen lt. Überschrift „Aufstellung zum Übungsbeginn“ und befassen sich eben mit dem Übungsbeginn. Um an der Stelle dennoch zu gelten, müsste aus meiner Sicht erneut darauf hingewiesen werden.

Nun beginnt der Teil der Übung, der „Revieren“ genannt wird, mit dem die Fragen drei und vier einhergehen. Hierfür legt der Richter in Abhängigkeit der Ringgröße eine Maximaldauer von 2-3 Minuten fest. Die PO stellt aber nicht klar, wann diese Frist beginnt: Denkbar ist, dass sie mit dem Such-Kommando des Hundeführers startet. Dann stellt sich die Frage, ob er das Kommando auf Eigeninitiative oder Richteranweisung hin erteilen soll. In letzterem Fall könnte die Frist auch mit der Richteranweisung beginnen.

In vielen anderen Übungen gibt es Fehlerpunkte für den Frühstart des Hundes, beispielsweise beim „Revieren nach einem Gegenstand“. Beim Revieren nach dem Decoy gibt es diesen Abzug nicht. Ein solcher Fehlerabzug ließe sich auch mangels Definition des exakten Startzeitpunktes nicht durchsetzen.

Die PO und die fehlerbedingten abweichenden Abläufe der Übung

Schon im ersten Übungsteil, dem Revieren, kann viel schiefgehen. Diese Fehler sollten eigentlich alles bei den Abzügen für Fehler stehen. Die aus der Expertengruppe bestehenden Autoren der PO aber haben einen Teil der denkbaren Fehler in den Ablauf hineingeschrieben, vor allem dann, wenn diese Fehler nicht primär zu Punktabzügen, sondern zu einem geänderten Ablauf der Übung führen.

Das erste Beispiel für so einen Fehler liegt vor, wenn der Hund den „Prüfungsplatz“ (gemeint könnte der Ring sein) verlässt und der Zaun „zweckmäßig“ ist. Über die genaue Bedeutung des Wortes „zweckmäßig“ lässt sich hervorragend streiten, denn eine entsprechende Definition liefert die PO offenbar nicht. Liegt dieser Fall vor, führt das zu folgendem Ablauf:

  • Der Richter unterbricht die Zeitmessung und
  • signalisiert dem Hundeführer, der
  • daraufhin an seinem Platz bleibt und seinen Hund zurückruft.
  • Kommt der Hund auf 3 oder weniger Meter an den Hundeführer heran, kann dieser straffrei erneut das „Suchkommando“ geben.

Wird der Zaun hingegen als „zweckmäßig“ qualifiziert, führt das zum selben Ablauf, allerdings zwei Unterschieden:

  • Die Zeitmessung wird nicht unterbrochen und
  • ein weiteres „Suchkommando“ des Hundeführers führt zum Abzug von Punkten, wie in der untenstehenden Tabelle dargestellt.

Da das Revieren nach dem Helfer damit enden soll, dass der Hund den Helfer innerhalb der vorgegebenen Frist findet und das durch Verbellen anzeigt, stellt die PO auch klar, wie die Übung weiterläuft, wenn der Hund

  • den Helfer nicht innerhalb der Frist findet
  • ihn zwar fristgerecht findet, aber nicht verbellt

Im ersten Fall wird die Übung abgebrochen. Im zweiten Fall wird sie unter Abzug der unten aufgeführten Strafpunkte fortgesetzt, indem der Richter dem Hundeführer signalisiert (ob mit Hupe oder in klaren Worten, bleibt unklar), zum Versteck zu gehen. Wahrscheinlich soll er sich dort an den im Abstand von 3 Metern zum Versteck markierten Punkt begeben, auch wenn das so nicht in der PO steht.
Die nächste Ablaufvariante ergibt sich aus dem Verhalten des Hundes dem Helfer gegenüber. Ist der Hund nicht wachsam genug, kann der Richter vom Decoy einen Fluchtversuch verlangen. Die Wachsamkeit des Hundes kann, natürlich, erst festgestellt werden, wenn er den Helfer eindeutig gefunden und dies durch Verbellen angezeigt hat. Vorher kann also auch der Richter keinen Fluchtversuch verlangen. Die Wachsamkeit des Hundes wird daran festgemacht, ob der Hund

  • sich innerhalb der nicht näher definierten „Bewachungszone“ aufhält,
  • den Decoy beobachtet und
  • überwacht oder
  • dem Decoy folgt (Wird nur in der US-Variante erwähnt und bezieht sich wohl auf den späteren Transport.)

Eine ähnliche Ablaufvariante kann der Richter noch in der Transportphase verlangen. Voraussetzung ist wieder die mangelhafte Wachsamkeit des Hundes. In dem Fall kann der Richter vom Helfer auch hier einen weiteren Fluchtversuch verlangen. Auf diese Weise muss ein aufmerksam bewachender Hund lediglich drei Fluchtversuche während des Transports verhindern. Für einen unaufmerksamen Hund kann der Richter einen weiteren aus dem Versteck heraus und einen weiteren während des Transports verlangen. Was ein Fluchtmeter ist, regelt die PO sauber und wird von mir unter „ganz oben in „Ablauf der Übung“ dargelegt. In die Bewertung des Hundes fließen die Fluchtversuche ebenfalls ein. Dazu wird die Distanz in Metern gemessen, die der Helfer flüchten kann, bevor der Hund ihn beißt/fasst. Pro Meter werden dann entsprechend der unten zu findenden Tabelle Punkte abgezogen.

Die PO über den Helfer, seine Fluchtversuche und die Hindernisse

Um ihrem allgemeinen Stil treu zu bleiben, sind auch die Anweisungen an den Helfer über alle denkbaren Stellen hinweg verstreut und schon deswegen unklar genug. Präzise Sätze wie: „Der Helfer soll Hindernisse nicht in übertriebenem Maße nutzen, um bei der Flucht Meter zu machen“ runden die Verwirrung ab. Ich glaube, es soll folgendermaßen ablaufen.

Während der Probehund die Übung durchläuft, legt der Richter den Weg des Helfers beim Transport fest. Durch den festgelegten Weg ergibt sich auch, welche Hindernisse sinnvoll nutzbar sind, und welche zu weit vom Weg entfernt sind, um genutzt zu werden. Klar ist die PO darin, dass die für die Sprungübungen im Ring stehenden Gerätschaften nicht vom Decoy als Fluchthindernisse verwendet werden dürfen.

Schwer verständlich ist vor allem, wie oft der Helfer Hindernisse verwenden darf. Ich meine verstanden zu haben, dass der Helfer lediglich bei 2 Fluchtversuchen ein Hindernis als Ablenkung verwenden darf. Allerdings muss für jeden der Fluchtversuche ein anderes Hindernis werden, sodass keines doppelt verwendet wird. Während der Verwendung eines Hindernisses als Ablenkung für einen Fluchtversuch, darf er das Hindernis von sich aus nur zweimal, aber auf Freigabe durch den Richter ein drittes Mal überseigen.

Auf diese Weise kann geschlossen werden, dass sowohl für die vom Richter anzuordnende Flucht aus dem Versteck als auch für die zusätzliche Flucht während des Transports wahrscheinlich kein Hindernis zur Anwendung kommt: Denn der Transport soll für alle Hunde gleich möglichst gleich sein. Daher werden wohl die beiden Hindernisse während zweien der drei standardmäßig während des Transports auszuführenden Fluchtversuche zur Anwendung kommen.

Bewertung

Wie die folgende Tabelle zeigt, absolvieren nur Prüflinge der beiden oberen Leistungsklassen diese Übung und erhalten dieselbe Anzahl an Punkten für einen perfekte und fehlerfreien Ablauf, nämlich 40.

  Auffinden & Verbellen Transport/Eskort Summe
Kat./LK II 10 30 40
Kat./LK III 10 30 40

 

Punktabzüge für Fehler

Auch die Abzüge für Fehler sind, wie auch die Aufteilung der maximal 40 Punkte, in beiden Leistungsklassen dieselben.

Zwar hat die Expertengruppe als Autor der Prüfungsordnung auch für diese Übung eine Auflistung mit Fehlern und Abzügen erstellt, aber darauf verzichtet, dort den Anspruch der Vollständigkeit zu erheben. Vielmehr sind einige Fehler nur aus dem Fließtext für den Übungsaufbau und -ablauf herauslesbar.

In der folgenden Tabelle stelle ich sowohl die Fehler aus dem Fließtext als auch die aus der Aufzählung der PO dar. Meine Anmerkungen zeigen mögliche Fragen und Unklarheiten auf.

  Kat./LK II & III

„zusätzliches Kommando für das Schicken (max. 1 mal)“

Anmerkung 1: gemeint ist wahrscheinlich für den Start zum Revieren, da sind nämlich nur 10 Punkte möglich, wenn also ein Doppelkommando gegeben wird, wird der Übungsteil entwertet.

Anmerkung 2: Kommt auch zur Anwendung, wenn der Hund beim Revieren den „korrekt“ eingezäunten „Platz“ verlässt. Der vom Richter verlangte Rückruf an den Platz, den der Hundeführer seit dem Losschicken nicht verlassen hat, ist nicht mit der Strafe bewährt. Vielmehr das erneute Losschicken, wenn der Hund die Suche nach der Rückkehr in den Platz nicht von selbst fortführt.

Anmerkung 3: Für den Anwendungsfalls von Anmerkung 2 müsste allerdings sauber definiert sein, welche exakten Kriterien die Umzäunung erfüllen muss, um „korrekt“ oder „zweckmäßig“ zu sein. Ohne eine solche würde ich als Hundeführer den Fall 2 niemals akzeptieren, da er willkürlich festgelegt werden kann.

-10,0

Aus Fließtext der PO: „Wenn der Hund vor Ablauf der Zeit in 3 Meter Nähe zum Hundeführer kommt, kann dieser dem Hund unter Punktabzug ein zweites Kommando zum Auffinden erteilen.“

Anmerkung 1: Außer den 10 Punkten Abzug oberhalb und den 40 unterhalb dieser Regel ist kein Abzug für weiteres Kommando geregelt. Die Höhe des Punktabzugs ist also völlig unklar.

Anmerkung 2: Was gilt denn, wenn der Hund außerhalb der 3 Meter ist?

Anmerkung 3: Der ganze Satz macht also keinen Sinn, das von der Expertengruppe Gewollte kann nicht einmal erahnt werden.

 

„Hund geht trotz zweites (sic!) Kommando nicht“

Anmerkung: wohl immer noch Revieren. In dem Fall wird die gesamte Übung entwertet. Frage: Was passiert denn, wenn der Hundeführer kein zweites Kommando gibt und der Hund nicht geht?

-40,0

„Hund findet nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit“

Anmerkung: Abbruch der Übung und Bewertung mit 0 Punkten

-40,0

„Hund verbellt nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit.“

Anmerkung: Übung wird weitergeführt, aber der Teil „Revieren“ wird mit 0 Punkten gewertet

-10,0
„Hund verbellt, ohne aufgefunden zu haben“ -5,0

„Hund beißt im Versteck“

Anmerkung: Wie oft werden die Punkte abgezogen, wenn der Hund ständig nachfasst, also mehrfach zubeißt und wieder lockerlässt? Scheinbar nur einmal, denn es steht nirgends, dass pro Biss Punkte abgezogen werden.

-5,0

Hund beißt 15 Sekunden.

Aus Fließtext der PO: „Bei der Entdeckung des Helfers verliert der Hund, der 15 Sekunden ohne Bellen im Biss bleibt, 10 Punkte (-5 GV (sic!) (gemeint mit GV ist wohl AV für Allgemeinverhalten)“

Anmerkung: Offenbar werden die Punkte nicht abgezogen, wenn der Hund vor dem 15-Sekunden-Biss gebellt hat.

-10,0 & -5,0 AV

Wenn der Hund 15 Sekunden lang beißt, aus Fließtext der PO: „Der Richter bittet den Führer (sic!), schnell zum Versteck auf der (sic!) Stelle drei Meter vor dem Versteck zu gehen.“

Anmerkung: Auf wessen Handlung bezieht sich „schnell“? Soll der Hundeführer in dem Fall schnell gehen, ggf. rennen und wird nicht bestraft? Oder soll der Richter seine Bitte schnell äußern?

 

Wenn der Hund 15 Sekunden beißt und der HF am Versteck ist, aus Fließtext der PO: „Jeder zusätzliche Befehl zum Loslassen wird bestraft.“

Anmerkung: Was soll das heißen? Darf der HF einmal straffrei das Ablassen befehlen, aber ein zusätzlicher (zweiter) Befehl wird mit den weiter unten genannten 2 Strafpunkten belegt, oder wird jeder Befehl zum Ablassen als „zusätzlich“ und somit strafbewährt gewertete?

 

Hund beißt 30 Sekunden. Aus Fließtext der PO: „Wenn der Hund nach 30 Sekunden nicht loslässt, verlassen der Führer (sic!) und sein Hund das Feld, Disqualifizierung.

Anmerkung: Disqualifizierung von der ganzen Prüfung? Was wird dann im Leistungsheft eingetragen? Ggf. Gehorsamsgrundausbildung erneut?

Disqualifizierung

„Hund bewacht nicht im Versteck, pro Meter Flucht“

Anmerkung: Offen bleibt, ob es sich um angefangene oder volle Meter handelt. Bsp.: Flucht erfolgte über 0,9 Meter. Ist dann ein Punkt abzuziehen oder kein Punkt abzuziehen? Was ist, wenn der Fluchtversuch nach 1 oder 10 Zentimetern endet? Muss der Flüchtende einen Schritt machen, oder sind hier schon gewichtsverlagernde Bewegungen strafbar?

-1,0

„Hund bewacht nicht während 5 Sekunden“

Anmerkung:  In welchem Verhältnis steht denn diese Strafe zu den vom Richter bei mangelhafter Wachsamkeit abrufbaren zusätzlichen Fluchtversuchen? Fallen beide an, oder wird das hier erst fällig, wenn die zusätzlichen Fluchtversuche bereits „verbraucht“ sind?

-5,0
„Hundeführer begibt sich im Laufschritt zum Versteck (Abzug in AV)“ -2,0 AV
„Nachbeißen während dem Transport oder nach dem Ablassen, pro Mal“ -2,0
„zusätzliches Kommando für das Ablassen, pro Kommando“ -2,0

„Hund lässt den Helfer fliehen, pro Meter“. Aus Fließtext der PO: Ab 30 Metern sind dann die 30 Punkte für den Transport aufgebraucht und der Übungsteil bringt 0 Punkte. Ungeachtet dessen bestehen die eventuell beim Revieren erzielten Punkte für die Übung weiter.

Anmerkung: Offen bleibt, ob es sich um angefangene oder volle Meter handelt. Bsp.: Flucht erfolgte über 0,9 Meter. Ist dann ein Punkt abzuziehen oder kein Punkt abzuziehen? Was ist, wenn der Fluchtversuch nach 1 oder 10 Zentimetern endet? Muss der Flüchtende einen Schritt machen, oder sind hier schon gewichtsverlagernde Bewegungen strafbar? Denn aus der Formulierung, dass bei mehr als 30 Metern (also auch 30 Metern und 1 Zentimeter) alle Punkte aufgebraucht sind, lässt erahnen, dass es sich um angebrochene Meter handelt.

-1,0
„Hundeführer hält Distanz von 3 Metern zum Hund nicht ein“ -10,0

„Hundeführer behindert Helfer bei Fluchtversuchen“

Anmerkung: Die Verwendung des Plural bedeutet strenggenommen, dass die Behinderung bei einem Fluchtversuch straffrei bleibt, denn erst die Behinderung bei (mehreren oder mind. 2) „Fluchtversuchen“ ist hier geregelt.

-30,0

Aus Fließtext der PO: „Bei mangelnder Wachsamkeit nach der dritten Flucht…kann der Richter…sanktionieren, indem er eine zusätzliche Flucht erfordert“.

Anmerkung: Es steht nirgendwo, dass auch in diesem Fall pro Meter Flucht ein Punkt abgezogen wird. Aus diesem Grund ist dieser Punktabzug für Fehler streitbar.

Vielleicht -1,0

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Übungen scheint ein Frühstart des Hundes in dieser Übung kein Fehler zu sein. Wie ich weiter oben schon ausgeführt habe, fällt eine Bestrafung eines Frühstarts aber schon deswegen schwer, weil die PO weder die Voraussetzungen noch den Startzeitpunkt sauber regelt: Es ist unklar, ob der Hundeführer den Hund losschickt und ob er das Kommando dazu auf eine Anweisung des Richters oder auf seine eigene Initiative hin geben soll oder darf.

6. Führerverteidigung

Aufbau des Übungsplatzes

Die PO stellt im ersten Satz fest, dass die Führerverteidigung lediglich 10 Sekunden dauert. Unklar bleibt mal wieder, von welchem Zeitpunkt an die Zeit gemessen und ob sie überhaupt eine entscheidende Rolle spielt.

Denn Ziel der Führerverteidigung ist es einerseits zu prüfen, ob der Hund seinen Führer wirksam mit aggressivem Verhalten inklusive Biss verteidigt, andererseits die Gesamtsituation aus Angreifer und Angriff zuverlässig erkennt und andererseits niemandem, der nicht den Hundeführer angreift, aggressiv begegnet.

Um dies zu erreichen, wird der Ablauf der Übung von Veranstaltung zu Veranstaltung sehr unterschiedlich und somit sehr flexibel gestaltet. Die PO benennt die „Leitplanken“, innerhalb derer diese Flexibilität entfaltet werden kann, Prinzipien und listet diese an einer Stelle auf. Allerdings gibt es Prinzipien, die eher mit dem Aufbau des Übungsplatzes und andere, die eher mit dem Ablauf der Übung zu tun haben. Um unserem Schema treu zu bleiben, teile ich diese Prinzipien auf die beiden genannten Abschnitte auf.

Die Übung findet auf einem vom Richter festgelegten „Parcours“ statt, in dessen Umgebung Ablenkungen platziert oder inszeniert werden, solange diese keine Bedrohung für Hund und Hundeführer darstellen oder imitieren.

Durch die inszenierten Ablenkungen kann auch der Ablauf, den wir unten näher erläutern, viele unterschiedliche Formen annehmen. Durch die geschickte Abstimmung von Parcours und Ablauf aufeinander entstehen unterschiedlich schwere Kombinationen, über die die Abstufung der Schwierigkeitsgrade, von leicht in der niedrigsten zu sehr schwer in der höchsten Leistungsklasse, erfolgt.

Die Kombination aus Parcours und Ablauf wird den Hundeführern während des Durchlaufs des Probehundes vorgeführt. Im Anschluss an den Probehund können Detailfragen geklärt werden. Allerdings verlangt die PO, dass dies nur auf Nachfrage seitens der Hundeführer erfolgt, die für diesen Zweck einen Vertreter bestimmen müssen, der die Fragen stellt. Über die Wahl des Vertreters und den genauen und spätesten Zeitpunkt, zu dem die Wahl erledigt und die Fragen gestellt sein müssen, schweigt sich die PO aus.

Ablauf der Übung

Zu Beginn verweist die PO auf die oben schon besprochenen allgemeinen Regeln, nach denen die Aufstellung zu Beginn der Übung abläuft. Im Anschluss stellt sie beispielhaft nach amerikanischem Rechtsprinzip einige Ablaufszenarien vor. Diese Beispiele und die schon erwähnten „Prinzipen“ lasse ich in einen etwas abstrakter beschriebenen Ablauf einfließen.

Im Anschluss an die Aufstellung zu Beginn der Prüfung erfolgt immer eine Art Treffen zwischen dem Hundeführer und dem später angreifenden Helfer. Die Gestaltung dieses Treffens ist flexibel, wobei die Pflichten und Möglichkeiten der einzelnen Handelnden nicht völlig klar beschrieben sind.

Scheinbar muss mindestens ein Handschlag zwischen beiden erfolgen. Auf eine mündliche Begrüßung des Helfers scheint der Hundeführer antworten zu können, aber nicht zu müssen. Antwortet er aber, muss er das in einem normalen, unverfänglichen Ton tun. Ähnliches scheint auch für alle anderen Ansprachen des Helfers zu gelten. Allerdings entscheidet der Richter im Rahmen des Probedurchlaufs, ob der Hundeführer über die Begrüßung hinaus auf die Ansprache des Decoys antworten darf oder schweigen muss. Nun kann entweder aus dieser Situation heraus der Angriff erfolgen, oder es können vorher noch weitere Ablenkungen inszeniert werden. Beispielhaft nennt die PO hier die Folgenden:

  • Nach dem Treffen entfernt sich der Helfer
    • und greift wen anders an und/oder
    • kehrt zurück und greift aus der Bewegung heraus an.
    • lenkt den Hund mit „List“ oder ungewöhnlichen, nicht bedrohlichen Bewegungen ab.
  • In der Nähe streiten sich andere Helfer in aggressiver Art.
  • Der Helfer bleibt am Ort, aber der Hundeführer muss sich bewegen und seinen Hund dabei bei Fuß führen, z. B. um Dinge hin- und herzutragen.
  • Helfer, Hundeführer und Hund bewegen sich gemeinsam vor dem Angriff

All das muss der Hund in Ruhe ertragen, bis der Helfer zum Angriff auf den Hundeführer übergeht. Dieser muss klar und deutlich als Angriff erkennbar und daher mit zwei Händen vorgetragen werden. An dieser Stelle könnte die PO deutlicher werden und festlegen, dass sie unter einem Angriff versteht, dass zwei Hände gleichzeitig in schneller Bewegung auf den Hundeführer gelegt werden und dass es dabei egal ist, auf welchen Körperteil die Hände gelegt werden. Denn nur so wird das vierte in der PO festgeschriebene, hier zu erwähnende Prinzip der Übung ist klar. Es besagt, dass beim Angriff, also sobald die Hände den Hundeführer berühren, der Hundeführer und der angreifende Helfer für 2 Sekunden bewegungslos stehenbleiben sollen und der Hund binnen der 2 Sekunden den Hundeführer durch einen Angriff auf den Helfer verteidigen muss.

Nun muss sich der Hundeführer mindestens 3 Meter entfernen, denn er darf seinen Hund bei der Verteidigung weder verbal noch körperlich unterstützen und muss von nun an bis zum Zeitpunkt des später zu gebenden Aus-Kommandos mindestens drei Meter von seinem Hund entfernt sein.

Vom Hund wird nicht verlangt, dass er von selbst Ablässt. Im Gegenteil soll er den Griff halten, auch, wenn der Helfer sich vom Ort des Angriffs auf dem festgelegten Parcours wegbewegt. Ablassen soll er erst, wenn er von seinem Hundeführer das entsprechende Kommando erhalten hat. Dieser darf das Kommando erst geben, wenn er vom Richter das entsprechende Hupensignal erhält. Die PO stellt hier nicht klar, wie das Kommando genau zu geben ist: Mit oder ohne die Nennung des Hundenamen vor dem eigentlichen Kommando?

Offenbar schließt sich an das Ablassen noch eine Phase von 5 Sekunden an, in der der Hund den Helfer bewachen soll. Nach diesen 5 Sekunden gibt der Richter per Horn die Freigabe für den Rückruf des Hundes. Anzunehmen ist, dass die Übung endet, wenn der Hund wieder beim Hundeführer ist.

Bewertung

Der folgenden Tabelle kann die Punkteverteilung für alle Leistungsklassen entnommen werden.

  Beißarbeit Bewachen & Zurückkommen Summe
Für alle drei Kat./LK gleich 20 10 30

 

Punktabzüge für Fehler

Auch die Abzüge für Fehler sind, wie auch die Aufteilung der maximal 30 Punkte, in allen Leistungsklassen dieselben.

  Kat./LK I-III

„Hundeführer interveniert stimmlich nach Hörzeichen zum Beginn der Übung.“

Anmerkung: Gemeint ist wohl über die vom Richter gewährten Kommandos hinaus

-30,0
Hundeführer antwortet dem Helfer ohne richterliche Freigabe -30,0
Hund beißt vor oder während der Begegnung / des Gesprächs zwischen Hundeführer und späterem Angreifer -30,0
Hund beißt eine dritte Person, also nicht den Angreifer -30,0

Hund beißt nach der Begegnung, aber vor dem Angriff. Bestraft wird die Entfernung zwischen dem Ort, an dem der Hund gebissen hat und dem Ort, an dem der Angriff hätte stattfinden müssen. Pro Meter

Anmerkung: Legt der Richter einen Parcours und einen Ablauf fest, der keine Bewegung und Laufstrecken beinhaltet, kann dieser Fehler nicht bestraft werden…

Anmerkung 2: Folgender und sehr verwirrender Satz findet sich im Fließtext: „Wir werden nach einem Händedruck (mit dem Helfer, der angreifen wird) ein Nachbeiss (sic!) eines offenen Bisses unterscheiden. Die Strafe beträgt -2 und nicht -2 pro Meter bis zum Ort der Aggression….“ Es ist so nicht verständlich, wann genau was bestraft wird.

-2,0

Hund entfernt sich (egal wann) vom Hundeführer (ohne zu Beißen). Pro Meter

Anmerkung : Ist unsauber formuliert, denn der HF muss sich seinerseits mindestens 3 Meter vom Hund entfernen

-1,0

Hund entfernt sich mehr als 10 Meter vom Hundeführer:

Anmerkung: Gemeint ist bestimmt: „Hund entfernt sich (egal wann) vom Hundeführer (ohne zu Beißen) mehr als 10 Meter“. Denn andernfalls wäre die Übung entwertet, wenn der Helfer den beißenden Hund 10 Meter und ein wenig weit schleifen würde.

Anmerkung 2: Ist unsauber formuliert, denn der HF muss sich seinerseits mindestens 3 Meter vom Hund entfernen.

Anmerkung 3: Im Fließtext zu der Übung schreibt die PO: „Beim Durchgang des Probehundes bestimmen die Richter, ob ein Hund, welcher mit dem Helfer mitläuft, bis über 10m hinaus weggeführt werden darf.“ Das kann sich ja nur auf diesen Fehler hier beziehen, wobei sich die Frage stellt, welchen Sinn das ergeben soll: Hunde, die sich dem Angreifer ihres Führers anschließen 😊 ?

-30,0
Hund beißt nicht innerhalb der 2 Sekunden dauernden Ruhephase während des Angriffs -30,0

„Pro Sekunde nicht im Biss“

Anmerkung: Gemeint ist wohl im Anschluss an den initialen Biss, der binnen 2 Sekunden erfolgen muss. Solches rächt sich scheinbar doppelt, wenn der Hund den Griff löst und der Helfer nun schnell wegläuft: Setzt der Hund hinterher, werden die Meter, die er sich entfernt, ebenfalls bestraft.

-2,0
Hundeführer unterstützt seinen Hund während der Verteidigung oder befindet sich während der Verteidigung oder zum Zeitpunkt, zu dem er das Kommando zum Ablassen gibt, näher als 3 Meter am Hund. -30,0

Hund beißt nach dem Kommando zum Ablassen nach. Pro Mal

Anmerkung: Was passiert denn, wenn der Hund zwar nur einmal nachbeißt, aber wie ein Terrier den Griff nicht mehr löst? Strafen für weitere Kommandos sind auch keine Vorgesehen und die Strafe von 30 Punkten für die stimmliche Intervention scheint sich nur auf den Übungsbeginn zu beziehen.

-2,0
Hund ist in der 5-Sekunden-Bewachungspashe nicht wachsam -5,0
Hund kehrt nach dem Signal des Richters aber vor dem Rückruf seines Führers zu diesem zurück -2,0
Hund kommt nach dem Rückruf nicht binnen 10 Sekunden bei Fuß -5,0

 

7. Bewachen eines Gegenstands

Aufbau des Übungsplatzes

Auch das nur für die Leistungsklasse 3 vorgeschriebene Bewachen eines Gegenstands überprüft neben der Verteidigungswilligkeit und -fähigkeit die Differenzierungsfähigkeit: Nicht jeder Mensch ist anzugreifen und zu beißen, sondern nur derjenige, der sich einem zu bewachenden Gegenstand zu sehr annähert bzw. ihn anfasst. Im Idealfall beißt der Hund erst, wenn der Decoy den Bewachungsgegenstand berührt.

Da also Entfernungen rund um den zu bewachenden Gegenstand eine Rolle spielen, ist im Ring ein Punkt festzulegen. Auf diesen Bewachungspunkt wird einerseits der zu bewachende Gegenstand während der Bewachungsphase vom Hundeführer gelegt, der ihn zuvor an einem für alle Hunde gleichen Punkt abholt, der „Vorbereitungszone“ genannt wird und 8 Meter von dem Bewachungsort entfernt sein muss. Andererseits verlangt die PO explizit, um diesen Bewachungspunkt herum zwei Kreise mit einem Radius von 2 und 5 Metern zu ziehen. Auf diese Weise ergeben sich drei Zonen, in denen für Hund und „Dieb“ später unterschiedliche Verhaltensregeln gelten. Trotz der Tatsache, dass neben den beiden Radien von 2 und 5 Meter auch der 10-Meter-Radius eine wesentliche Rolle spielt und im weiteren Verlauf auch wortwörtlich von einem 10-Meter-Kreis die Rede ist, verlangt die PO nicht, dass ein solcher Kreis auf den Boden gezeichnet wird. Da sie es andererseits auch nicht verbietet, scheint mir ein solcher Kreis eine sinnvolle Investition in die Ringausstattung eines Turniers zu sein.

Außerdem können bis zu zwei Helfer zum Einsatz kommen, wobei aber immer nur einer als Dieb agieren soll, während der zweite, nicht klauende mind. 10 Meter Abstand halten muss. An anderer Stelle der PO stehen Sätze, die aussagen, dass die Kreise lediglich als Orientierungshilfe dienen und dass die tatsächlichen Entfernungen zu Schätzen sind, jeweils im Verhältnis der Ausgangslage des „Gegenstands“. So kann davon ausgegangen werden, dass alle Abstände, inklusive dem des nicht arbeitenden Helfers, sich nicht auf die Mitte der Kreise oder den Hund, sondern auf den Bewachungsgegenstand beziehen. Sicher ist aber auch diese Annahme nicht, wie im Abschnitt „Punktabzüge für Fehler“ zu lesen ist. Im Idealfall ist und bleiben während der Übung Hund und Gegenstand im Mittelpunkt der Kreise, aber das muss nicht zwingend der Fall sein: Denn die Helfer sollen insgesamt dreimal versuchen, den Gegenstand wegzunehmen, sodass sich ausreichend Möglichkeiten für Bewegungen aller Art ergeben. Da die PO einen Rollentausch der beiden Helfer nicht verbietet, können die Rollen der beiden Helfer von Versuch zu Versuch getauscht werden.

Ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei den Kreisen offenbar nur um Hilfseinrichtungen handelt, setze ich die Kreise mit den Radien von 2, 5 und 10 Metern ab jetzt den tatsächlich zu schätzenden Distanzen gleich, die sich ergeben, wenn die Kreise mit dem Bewachungsgegenstand als Mittelpunkt wandern.

Vor diesem Hintergrund beschreibe ich nun die „Überschreitungsregeln“ des klauenden Helfers, bei der es darum geht, unter welchen Umständen er sich in welchem Umkreis (10, 5 oder 2 Meterradius) und damit in welcher Entfernung zum Bewachungsobjekt aufhält. Die Regel ist generell rechte einfach: Sobald ein Körperteil oder ein vom Helfer gehaltener Gegenstand den gedachten oder tatsächlich noch ausschlaggebenden, gemalten Kreis überquert, wird der gesamte Helfer als in der näher am Objekt liegenden Zone befindlich betrachtet. Würde beispielsweise der nicht arbeitende Decoy mit ausgestreckten Armen und mit den Zehen an der Linie des 10-Meter-Kreises stehen, würde er zu nah am Bewachungsobjekt stehen. Er könnte also die Arme senken oder entsprechend einen weiteren Schritt nach hinten treten. Würde er eine entsprechende Distanz nach hinten treten, aber dann ein 1 Meter langes Ablenkungsobjekt in Richtung Zentrum des Kreises recken, stände er wieder zu nah und müsste entweder das Objekt oder sich selbst einen Meter nach hinten bewegen. Da aber die PO nirgends so klar schreibt, dass das für alle Entfernungen gilt, die die Helfer einnehmen können, muss bedacht werden, dass vieles dessen, was ich geschrieben habe, eine Frage der Interpretation ist. Andererseits ist diese Entfernung die bestdefinierte der gesamten PO, die bekannter Maßen versäumt, die für Hunde relevanten Entfernungen zweifelsfrei zu definieren.

Als nächsten widmen wir uns dem Bewachungsobjekt. Für dieses schreibt die PO vor, dass es nur einen Bewachungsgegenstand gibt und dass dieser

  • den Hund nicht gefährden darf (scharfe Kanten etc.) aber
  • ansonsten von irgendeiner Art sein darf (Stück Holz, Plastikflasche, Blumenstrauß, irgendwas phantasievoll Gebasteltes und zum Motto Passendes.

Der Hund soll aber nicht nur einen harmlosen Menschen von einem Dieb unterscheiden. Er soll auch den Dieb auch wirksam und unerschrocken vom zu bewachenden Gegenstand fernhalten bzw. dafür sorgen, dass der Dieb ihn nicht entwenden kann. Um die Unbeirrbarkeit des Hundes zu testen, darf der Decoy bei einem der drei Diebstahlversuche Ablenkungsgegenstände verwenden, die oder der

  • nicht identisch mit anderen Accessoires der Übung (gemeint vielleicht der Bewachungsgegenstand?) sein dürfen.
  • auch dann nicht vom Decoy nicht als Schild (so in US-Übersetzung) gegen den Hundebiss verwendet werden darf, wenn es sich um einen flächigen, schildähnlichen Gegenstand handelt. (Dt.-Übersetzung: „Er darf damit niemals den Hund abwehren.“)
  • aus demselben Grund darf ein flächiger, schildähnlicher Gegenstand nicht „undurchdringlich“ sein, sondern muss vom Hund „durchdrungen“ werden können: Werden hierzu bespannte Rahmen verwendet, ist die Bespannung so auszuführen, dass der Hund zwischen den einzelnen Fäden der Bespannung hindurchlaufen kann.
  • nicht absichtlich innerhalb des 5-Meter-Kreises gelegt werden, aber dort in Folge der hündischen Verteidigungsmaßnahmen verloren werden dürfen.

Zu den Ablenkungen ist noch anzumerken, dass in der Deutschen Übersetzung tatsächlich „kann sich im Einverständnis mit dem Richter bestimmter Gegenstände bedienen“, in der US-Übersetzung aber „must use“, also „muss benutzen“ steht. Es macht aber einen Riesenunterschied, ob zwingend bei einem der drei Versuche eine Ablenkung verwendet werden muss oder ob diese lediglich zum Einsatz kommen können, aber nicht müssen. In der englischen Übersetzung kann steht klarstellend auch, dass der Ablenkungsgegenstand in irgendeinem der drei Versuche, also auch im ersten, verwendet werden kann. Was international nun gilt, ist mir unbekannt. Fraglich ist auch, was passiert, wenn Decoy und Richter kein „Einverständnis“ über den Einsatz herstellen können: Wer hat wohl da das letzte Wort?

Last but not least soll der Hund den Gegenstand selbständig bewachen, weshalb jedweder Kontakt zwischen ihm und seinem Hundeführer während der Bewachungsphase vermieden werden soll. Zu diesem Zweck muss für den Hundeführer ein Versteck zur Verfügung stehen.

Ablauf der Übung

Auch zu Beginn der Vorschriften über den Ablauf zu dieser Übung verweist die PO auf die oben schon besprochenen allgemeinen Regeln, nach denen die Aufstellung zu Beginn der Übung abläuft.

Nach der Aufstellung wartet der Hundeführer auf das Hupensignal des Richters, um sich zum Bewachungsgegenstand zu begeben, diesen zu nehmen und an den 5-Meter-Kreis heranzutreten. Dort wartet er auf ein weiteres Hupensignal, um sich zum Bewachungspunkt in der Mitte der Kreise zu bewegen. Dort legt er den Gegenstand ebenerdig ab und befiehlt seinem (vielleicht bei Fuß) mitgeführten Hund die Bewachung des Gegenstandes. Nun lässt der Hundeführer seinen Hund und den Bewachungsgegenstand allein zurück und begibt sich in sein Versteck.

Ab hier wird der Ablauf variabel, denn nun beginnt mindestens ein Decoy den Versuch, das Objekt zu „nehmen“, wie es in der deutschen Übersetzung fälschlich heißt (siehe dazu den Abschnitt Punktabzüge für Fehler). Jetzt kommt nämlich zwingend oder freiwillig (je nach Übersetzung der PO) der Ablenkungsgegenstand zum Einsatz, wobei es möglich ist, dass er beim ersten, zweiten oder erst beim dritten Diebstahlsversuch eingesetzt wird. Dies allerdings muss für alle Hunde gleich sein.

Ungeachtet dessen, wird vom Hund erwartet, dass er den Helfer gewähren lässt, egal, was diese tut. Aber: Sobald er, also irgendein Körperteil oder der Ablenkungsgegenstand, den zwei-Meter-Kreis überschreitet, darf er beißen. Spätestens gebissen haben muss der Hund, wenn der Helfer den Bewachungsgegenstand in der Hand hat und bevor er sich mit diesem aus dem 2-Meter-Kreis bewegen kann. Der Helfer hingegen muss den Bewachungsgegenstand sofort loslassen, wenn der Hund gebissen hat. Hat er ihn noch nicht ergriffen, wird er wohl den Versuch abbrechen müssen, auch wenn das so nicht in der PO steht.

Da anhand der Position des Helfers (die wohl nach der beschriebenen Methode ermittelt wird, nach der immer der von dem Helfer gehaltene Gegenstand oder der Köperteil zählt, der der ursprünglichen Position des Bewachungsgegenstandes am nächsten war) die Distanz ermittelt wird, nach der der Biss des Hundes zu bewerten ist (innerhalb 2, zwischen 2 und 5 etc.), soll der Helfer, sobald er den Biss spürt, entweder

  • den Bewachungsgegenstand fallen lassen oder
  • 2 Sekunden stehen bleiben bevor

er nach außen und vom Bewachungsgegenstand wegläuft: Er bricht also den Versuch ab und zieht den vielleicht im Biss verharrenden Hund mit sich.

Für den Hund kommt es darauf an, dass er beim Bewachungsgegenstand bleibt und den Griff entsprechend früh, nämlich innerhalb des 2-Meter-Kreises, wieder löst. Dies ist übrigens die einzige Stelle, an der die PO eine für den Hund entscheidende Distanz definiert: Als außerhalb einer Zone gilt der Hund erst, wenn alle vier Pfoten auf der weiter entfernten Seite des (gedachten) Kreises stehen.

Wann genau der Diebstahlversuch endet, steht nicht klar in der PO. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass er im Idealfall damit endet, dass der Biss vom Hund innerhalb des 2-Meter-Kreises gelöst wird und er zum Bewachungsobjekt zurückkehrt.

Auch steht nicht klar in der PO, wie es nun weitergeht: Wird das ursprüngliche Set-Up wieder hergestellt, oder aus der nun entstandenen Situation weitergemacht. Anzunehmen ist, dass weitergemacht wird, wobei die Kreise nun um die vielleicht neue Position des Bewachungsobjekts zu ziehen sind, allerdings nur vor dem geistigen Auge.

Im Idealfall aber wird der Hund den Decoy also durch seine „pünktlichen“ Bisse während der drei Versuche daran hindern, den Bewachungsgegenstand von seiner ursprünglichen Position wegzubewegen und sich selbst niemals weiter als 2 Meter von dem Objekt entfernen.

Als bedenkenswert erschien den Autoren der PO im Zusammenhang mit der Bewachungs- und Verteidigungsphase die Frage, wann ein Biss als Biss gilt. Die PO verweist dazu auf die Definitionen des Bisses in den Übungen „Auffinden im Versteck“ und „abgebrochene Flucht“. Letztere habe ich danach suchend überflogen, konnte aber eine solche Definition nicht finden.

Wie das Ende der Übung abläuft, ist nicht beschrieben, stattessen werden mögliche (unten beschriebene) Fehler genannt. Der Hundeführer tritt auf ein Hupen des Richters hin aus seinem Versteck. Für den weiteren Verlauf ist nicht geklärt, ob er seinen Hund am Gegenstand abholen oder ihn abrufen soll und wenn letzteres: Wie genau soll oder darf das Kommando gegeben werden? Für die Abholung und den Rückruf ist auch nicht geklärt, ob es für diese Aktionen eines weiteren richterlichen Hupsignals bedarf.

Bewertung

Der folgenden Tabelle kann die Punkteverteilung für alle Leistungsklassen entnommen werden.

  Beißarbeit Bewachen & Zurückkommen Summe
Für alle drei Kat./LK gleich 20 10 30

 

Punktabzüge für Fehler

Die in der PO aufgestellte Fehlertabelle ist recht kurz, muss allerdings in unserer Version um die in den Texten der übrigen Absätze zu findenden Hinweise auf den Abzug von Fehlerpunkten erweitert werden. Darüber hinaus scheinen sich die Vorschriften an der ein oder anderen Stelle zu widersprechen, sodass in der Tabelle einige Anmerkungen genauso notwendig sind wie darüber hinausreichende Erläuterungen außerhalb der Tabelle.

Zunächst sind da die folgenden beiden, im Fließtext der PO unter der Überschrift „Übungseigenschaften“ zu findenden Sätze zu besprechen:

„Falls es dem Helfer gelingt, den Gegenstand zu nehmen, egal ob beim 1., 2., oder 3.Versuch, gilt die Übung als nicht bestanden (-30 Punkte)“.

und

„Falls der als Ablenkung benützte Gegenstand vom Hund mit einem Bewachungsgegenstand verwechselt wird, so ist dieser im dritten Durchgang als solcher (zu) benützen.“

Der zuerst zitierte Satz enthält schon einen Übersetzungsfehler, denn er spricht von „nehmen“. An anderen Stellen der PO wird aber klar, dass das reine in die Hand nehmen des Gegenstands noch kein Problem darstellt. Vielmehr ist die Frage, wie weit der Decoy den Gegenstand tragen kann, bevor der Hund ihn beißt. Wenn man Geiste das in der englischen Übersetzung verwendete Wort „stehlen“ statt des Wortes „nehmen“ verwendet, sind aber kaum noch Fragen offen: Lässt der Hund sich den von ihm zu bewachenden Gegenstand wegnehmen und stehlen, ist er an der Aufgabe gescheitert und erhält somit für die Aufgabe 0 Punkte.

Der zweite von mir zitierte Satz regelt, was passiert, wenn der Hund den Bewachungs- und den Ablenkungsgegenstand verwechselt. Das Wort verwechseln deutet darauf hin, dass hier nicht gemeint ist, dass der Hund nun beide Gegenstände bewacht und den Helfer mit keinem von beiden in der Hand weggehen lässt: Verwechseln bedeutet, dass er die Rollen von Bewachungs- und Ablenkungsgegenstand vertauscht und er den Decoy mit dem Bewachungsgegenstand ziehen lässt.

Nun stellt sich die Frage nach der Konsequenz. Was passiert also, wenn der Decoy im gleich im ersten Versuch seinen Gegenstand im Gerangel verliert und ihn liegen lässt, weil der Hund ihn schon jetzt verteidigt? Wäre dann nicht im zweiten Versuch noch klar, dass trotz der hündischen Verwechslung immer noch der Bewachungsgegenstand und nicht der Ablenkungsgegenstand zu bewachen bzw. zu stehlen? Schließlich ermöglicht der zweite zitierte Satz der PO einen offiziellen Rollentausch erst für den dritten Durchgang. Was gilt dann im zweiten Durchgang? Beide Sätze? Wird die Übung nach dem ersten zitierten Satz mit 0 Punkten gewertet und ehrenhalber ein weiterer Versuch gezeigt, in dem der Hund den falschen Gegenstand bewachen darf?

Die nächste große Frage dreht sich rund um Entfernungen. Diese sind von zentraler Bedeutung in der Tabelle mit den Fehlerpunkten der PO. Im Abschnitt „Aufbau des Übungsplatzes“ ist schon ein Interpretationsversuch zu dem Thema „von wo aus wird eine Entfernung gemessen“ nachzulesen. Dort war das Zwischenergebnis, dass der Ausgangspunkt aller Messungen die Position des Bewachungsgegenstandes zu Beginn eines Diebstahlversuchs sein könnte.

Leider findet sich aber das folgende Beispiel in der PO:

„Bei der letzten Beißphase greift der Hund bei 4 m an und lässt sich bis zu 6 m wegziehen. Dies ist ein doppelter Fehler.

  1. Der Hund beißt bei 4 m = -5 Punkte
  2. Der Hund lässt sich 2 m über diesen Punkt hinausziehen = -2 Punkte

Total -7 Punkte“

Obwohl das Beispiel in der PO bei den Aussagen zu den Kreisen und Entfernungen steht, scheint es sich auf den ersten Blick vielmehr auf den, an ganz anderer Stelle stehenden, Satz: „Die Abzüge sind kumulativ und identisch für die drei Versuche, je nach Fehler.“ zu beziehen.

Der erste Satz der zitierten Passage ist bezüglich des Angriffst bei 4 Metern klar: Gemessen wird von dem Punkt aus, an dem das Bewachungsobjekt zu Beginn des Versuchs lag, ggf. also vom Mittelpunkt der gezeichneten Kreise aus. Die Fehlerpunkte entsprechen denen, die auch in der Tabelle für einen Biss in der Zone zwischen 2 und 5 Metern angegeben sind.

Unklar wird es, wenn es darum geht, was genau „bis zu 6 m“ bedeutet. Vielleicht ist damit gemeint, dass der Hund sich an eine Stelle ziehen lässt, die 6 Meter entfernt von dem Punkt ist, an dem das Bewachungsobjekt zu Beginn des Versuchs lag, ggf. also vom Mittelpunkt der gezeichneten Kreise. Dann ist aber unklar, warum im Weiteren nur 2 Punkte abgezogen werden. Denn in der Tabelle mit den Fehlerpunkten wird nur geregelt, wie viele Punkte abgezogen werden, wenn der Hund über einen der Kreise gezogen wird. Diese beziehen sich aber offenbar auf die ursprüngliche Position des Bewachungsobjektes. So gibt es dort zwei mögliche, das Beispiel streifende Fehler:

„Hund beißt und lässt sich über 5m ziehen“ -15,0
„Hund lässt sich über den 5m-Kreis hinausziehen und lässt innerh. 10 Sek. nicht ab.“ -30,0

 

Sie streifen das Beispiel aber nur, ohne es genau zu treffen, wenigstens, wenn man davon ausgeht, dass die Formulierungen „über 5m ziehen“ und „über den 5-m-Kreis hinausziehen“ bewusst gewählt sind und bewusst unterschiedliche Bedeutungen haben. Sollte aber „über 5m ziehen“ einfach nur eine ungenaue Formulierung für „über den 5-m-Kreis hinausziehen“ sein, müssten im oben Beispiel für das Wegziehen nicht 2, sondern 15 Punkte abgezogen werden.

Geht man davon aus, dass die Formulierungen in der Tabelle aber tatsächlich etwas Unterschiedliches meinen, müsste man in Folge davon ausgehen, dass „über 5m ziehen“ bedeutet, dass von dem Punkt, an dem der Hund beißt, bis zu dem Punkt, an dem er ablässt, gemessen wird. Und dass 15 Punkte nur abgezogen werden, wenn diese Strecke mehr als 5 Meter beträgt. In dem Fall ist aber in der Tabelle nicht geregelt, was welche Strafe vorgesehen ist, wenn der Hund sich im Biss weniger als 5 Meter weit ziehen lässt. Das kann nur aus dem hier besprochenen Beispiel abgeleitet werden: -1 Punkt pro Meter, den der Hund sich ziehen lässt. Aus der Tabelle geht weiterhin aber hervor, dass die ersten zwei Meter, gemessen von der Position des Bewachungsgegenstandes vor dem Wegnahmeversuch aus gemessen, straffrei sind:

„Hund beißt innerh. des 2m-Kreises, lässt sich bis zu dessen Rand ziehen“ -0,0

 

Die nächste verwirrende Stelle der PO ist folgende: „Beißt der Hund in den Gegenstand oder blockiert ihn mit seinen Pfoten, ohne den Helfer zu beißen, und dieser berührt den Gegenstand, muss er ihn aus dem 2m-Kreis (eine Distanz von 2 m) ziehen, damit der Richter die Übung aufgrund nicht auszureichenden Bewachens abbrechen kann.“ Hier stellen sich mir zwei Fragen: 1.: Was ist denn die Folge des Übungsabbruchs? Werden 30 Strafpunkte abgezogen oder die Übung mit 0 Punkten bewertet? Was ist, wenn der Hund sich so erst im dritten Versuch, in den ersten beiden Versuchen aber mustergültig verhalten hat? Und last but not lest die Sinnfrage: Wenn sich der Hund mit der Pfote auf oder den Zähnen im Gegenstand aus dem 2-Meter-Kreis ziehen lässt, um dann den Helfer zu beißen, wird die Übung abgebrochen. Macht der Hund aber gar nichts und beißt den Helfer erst nach 9 Metern, werden nach untenstehender Tabelle nur 15 Punkte abgezogen.

Hier nun die Tabelle, wie sie in der PO steht, wenn auch leicht umsortiert:

  Kat./LK III

„Hund beißt außerhalb des 5m-Kreise (Übung abgebrochen)“

Anmerkung: Gemeint sind sowohl Bisse, die dem sich nähernden als auch dem sich nach dem Diebstahlversuch entfernenden Helfer treffen.

-30,0

„Hund beißt innerhalb 2-5m“

Anmerkung: Gemeint sind sowohl Bisse, die dem sich nähernden als auch dem sich nach dem Diebstahlversuch entfernenden Helfer treffen.

-5,0
„Hund beißt innerh. des 2m-Kreises, Helfer hat den Gegenstand nicht berührt“ -0,0
„Hund beißt innerh. des 2m-Kreises, lässt sich bis zu dessen Rand ziehen“ -0,0
„Hund beißt innerh. des 2m-Kreises, lässt sich darüber hinausziehen, pro Meter“ -1,0
„Hund beißt und lässt sich über 5m ziehen“ -15,0
„Hund lässt sich über den 5m-Kreis hinausziehen und lässt innerh. 10 Sek. nicht ab.“ -30,0

„Hund lässt den Gegenstand nehmen, beißt innerh. der angegebenen Kreise, pro Meter“

Anmerkung: gemeint ist innerhalb des 5m-Kreises. Gemessen wird aber vom Zentrum aus, auch die ersten beiden Meter im 2m-Kreis zählen. Offen, wie immer: angebrochene oder volle Meter?

-1,0
„Hund lässt den Gegenstand nehmen, beißt innerh. von 5-10m“ -15,0
„Hund lässt den Gegenstand nehmen und Helfer geht damit über den 10m-Kreis“ -30,0
   
Hier nun die Fehlerabzüge, die sich vielleicht aus dem Text der PO an anderer Stelle ergeben:  
Beißt der Hund in den Bewachungsgegenstand oder legt seine Pfote auf oder in ihn, wird die Übung abgebrochen, sobald der Hund vom Decoy 2 Meter mitgezogen wird. Abzug unbekannt, vielleicht -30,0 bzw. Entwertung der Übung
Der Hund knabbert am Bewachungsgegenstand Abzug in AV, Höhe unbekannt

Der Hund zerstört den Bewachungsgegenstand:

Anmerkung: Ist auch hier „knabbern“ eine Voraussetzung, obwohl das so nicht zu lesen steht? Ab wann gilt ein Gegenstand als zerstört? Was ist mit an ihm befestigten Luftballons oder ähnlich empfindlicher Deko?

-30,0 bzw. Entwertung der Übung

Der Hund zerstört den Bewachungsgegenstand:

Anmerkung: Ist auch hier „knabbern“ eine Voraussetzung, obwohl das so nicht zu lesen steht? Ab wann gilt ein Gegenstand als zerstört? Was ist mit an ihm befestigten Luftballons oder ähnlich empfindlicher Deko?

-30,0 bzw. Entwertung der Übung

Der Hundeführer dreht sich um oder seiht zum Hund, während er im Versteck steht.

-30,0 bzw. Entwertung der Übung

Entfernt sich der Hund vom Bewachungsgegenstand, bevor der Richter per Hupe signalisiert, dass der Hundeführer aus seinem Versteck treten darf...

 

...bis zu 10 Meter pro Meter

-1,0

...ab 10 Metern

-30,0 bzw. Entwertung der Übung
Am Ende der Übung tritt der Hundeführer aus seinem Versteck. Geht nun der Hund zu ihm, werden Punkte im Allgemeinen Verhalten in unbekannter Höhe abgezogen. Abzug in Unbekannter Höhe in AV
06

Mondioring: Gesundheit & Fazit

Wichtige Gesundheitstipps für Mondioring

  • Der Hund sollte vom Tierarzt gesundheitlich auf "Herz und Nieren" geprüft sein, bevor es mit dem Hundesport losgehen kann!
  • Achtsam auf kommunikative Signale des Hundes während der Sportübungen achten, um das situative Befinden und Wohlergehen im Auge zu haben.
  • Vorsicht vor physischer und mentaler Überlastung & Übertreibung beim Hundesport!
  • Kranke und verletzte Hunde sollten keinen Hundesport ausüben!
  • Pausen einplanen (auf angemessene Erholungsphasen und Entschleunigung achten)
  • Zwang hat im Hundesport nichts verloren!
  • Vorsicht bei hohen Temperaturen (Hitzegefahr)
  • Intensität und Schwierigkeitsgrad langsam steigern
  • Aufwärmprogramm (dynamische Übungen zur Vorbereitung auf die Belastungen) mit dem Hund beim Hundesport absolvieren
  • Auf ausreichende Wasserversorgung und etwaige Energiezufuhr während des Hundesports achten!
  • Der Hund muss körperlich voll entwickelt sein
  • Kein Hundesport mit trächtigen und säugenden Hündinnen!
  • Hat der Hund Übergewicht, ist die Belastung für den Bewegungsapparat und gesamten Organismus höher!
  • Gesundheit, Fitness und Vitalität beim Hund müssen für den Hundesport stimmen
  • Erhöhtes Risiko für Kreuzbandriss bei kastrierten Hunden, jüngeren Hunden und Hunden mit Übergewicht!
  • Regelmäßiger Check-up bei einem Physiotherapeuten
  • Cool Down nach dem Hundesport
  • Bei eingeschränkten (Behinderungen, Arthrose, HD, ED etc.) und älteren Hunden (Seniorhunden) auf angemessene Hundesportarten ausweichen (z.B. Crossdogging, Degility, ZOS)
  • Stets auf adäquates Equipment beim Hundesport achten, um die Verletzungsgefahr und physische Belastung auf den Hund zu minimieren

Gesundheitsrisiken

Um gesundheitliche Probleme im Bewegungsapparat zu vermeiden, setzen viele Übungen im Mondioring eine ausreichende Aufwärmphase voraus. Ohne wissenschaftliche Belege kann davon ausgegangen werden, dass besonders die Sprünge, aber sicherlich auch die Mutproben, bei denen der gebissene Helfer den Hund mit sich zieht, die Muskeln, Bänder und Gelenke der Hunde beanspruchen.

Seid ihr interessiert weitere Infos, Tipps und To-dos rund um mögliche Sportverletzungen, Risiken und Symptomen vom Hundeprofi zu erfahren? Dann seid ihr hier nun genau richtig. Denn unsere dogondo-Tierärztin Vanessa Lässig hat das Thema umfassend in einem ergänzenden Beitrag beleuchtet.

Fazit

Vor einem Hund, der in Mondioringprüfungen mit guten Ergebnissen aufwartet, habe ich fast noch mehr Respekt, also vor dem Trainer, der ihn auf dem Weg zu diesen sportlichen Höchstleistungen begleitet hat. Denn hier werden dem Hund nicht nur körperliche Höchstleistungen, beispielsweise für den Sprung über bis zu 2,30 Meter hohe Steilwand, abverlangt. In vielen Übungen reicht auch mit Gehorsam gepaarter Kampfeswillen und -können, kurz: "gehorsame Aggression", nicht aus. Denn die variablen Abläufe der Prüfungen und die starken Variationsmöglichkeiten innerhalb der einzelnen Übungen verlangen von dem Hund ein sehr differenziertes Verhalten. Der Hund muss lernen, in komplexen Situationen diejenigen Reize oder Reizkombinationen herauszufiltern, auf die es ankommt. Eine solche Situation kann im Fall der Übung "Bewachen eines Gegenstandes" aus Kommandos, Entfernungen, speziell gekleideten Personen und Gegenständen, die niemals gleich aussehen. Um diese, fast schon abstrakten Dinge zu lernen, bedarf es eines sehr respektablen, weil fähigen und erfahrenen Hundeführers.

Aber auch vor den Funktionsträgern in Vereinen des Hundewesens, beisielsweise des MRG – Verein für Mondioringsport Deutschland e. V.,  habe ich großen Respekt: Sie befördern die Einführung und Verbreitung eines anspruchsvollen Hundesports und tun dies offenbar gegen diverse Widerstände. So müssen sie versuchen, trotz der chaotisch anmutenden Prüfungsordnung, rechtssichere Prüfungen zu organisieren und in den Reihen der nationalen Hundeverbände für steigende Akzeptanz der Sportart zu sorgen.

Mit ein paar Stunden Abstand zur PO muss ich auch feststellen, dass es sicherlich auch für die internationale Autorengruppe eine Herausforderung war, die vielen Prüfungsordnungen zu einer internationalen Prüfungsordnung zu verdichten: Sicherlich musste jeder Delegierte in seinem Heimatverband Rede und Antwort stehen und deswegen dafür sorgen, dass der Einfluss des eigenen Nationalverbandes in der PO deutlich zu spüren ist.

Dennoch würde ich dieser jungen und sehr spannenden Sportart wünschen, dass der FCI sich einen Ruck gäbe und die PO ordnet, überarbeitet und dann von fähigen Übersetzern übersetzen lässt, sodass nachher in jeder Amtssprache eine Version der PO vorliegt, die den anderen nicht nur nicht widerspricht, sondern bis ins letzte Detail dasselbe aussagt.

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