Sonnenschutz für Hunde: Wichtige Infos, Tipps & Maßnahmen von der Tierärztin!
Das solltest du alles zum Sonnenschutz für Hunde wissen.
Von:
Kathrin Köster
Zuletzt aktualisiert am: 24.3.2025

Das Wichtigste in Kürze
- Sonnenschutz ist für Hunde wichtig und notwendig.
- Guter Sonnenschutz schützt den Hund vor Sonnenbrand, Hitzschlag und Hautkrebs.
- Im Hochsommer pralle Sonne meiden und Aktivitäten früh Morgens und spät Abends.
- Geeigneter Sonnenschutz für Hunde: Sonnencreme, Sonnenschirm und Schatten.
- An Sonnenschutz Zuhause im Garten und unterwegs im Auto, am Strand und dem Fahrrad denken.
- Sonne und Hitze: Manche Hunde und Rassen sind besonders stark gefährdet!
- Achtung vor UV-Strahlen im Winter: Sonnenschutz für den Hund macht auch im Winter Sinn!
Sonne ist in Maßen für Hunde wichtig. Sie stärkt das Immunsystem, tut Körper und Geist gut und ist wegen dem Glückshormon Serotonin Balsam für das hündische Wohlbefinden. Aber zu viel Sonne kann Hunden schaden. Daher ist der richtige Sonnenschutz für die Gesundheit des Hundes das A und O, da die aggressive UV-Strahlung durch Sonneneinstrahlung schädlich ist und der Hund folglich davor geschützt werden muss. Worauf musst du als fürsorglicher Hundehalter in Sachen Sonnenschutz für Hunde achten und was musst du dazu alles wissen? Helfen Sonnencreme, Sonnenhut, Sonnenbrille und Hundekleidung als Schutz gegen Sonne und UV-Strahlen? Das alles erfährst du in unserem Artikel - Kathrin Köster, unsere dogondo-Expertin und Tierärztin nennt dir in ihrem Sonnenschutz-Ratgeber alle wichtigen Infos, hilfreiche Tipps und notwendigen To-dos.
Sonnenschutz bei Hunde - Sinn oder Unsinn?
Sonnenschutz für Hunde ist sinnvoll und wichtig.
Sonnenschutz schützt die Gesundheit der Hunde
Hast du auch schon im Sommer deinen Hund angeschaut, wie er genüsslich ein Sonnenbad nimmt, seinen Bauch in Richtung Horizont streckt und dich dann gefragt, ob Hunde eigentlich einen Sonnenbrand bekommen können?
Und ja, die Hundehaut kann auch Schaden durch zu viel Sonneneinstrahlung nehmen. Besonders gefährdet sind wenig behaarte oder gar haarlose Bereiche genauso wie zu wenig pigmentierte Haut. Solche Stellen finden wir zum Beispiel bei Hunden mit Merle-Gen im Bereich des Nasenspiegels. Sicher ist dir auch schon einmal aufgefallen, dass viele Hunde eine dunkle/schwarze Nase haben und es aber einige Hunde gibt, bei denen der Nasenspiegel viel heller aussieht und manchmal ist der Nasenspiegel auch hell und dunkel gefleckt und erinnert zum Beispiel an Kuhflecken (zum Beispiel beim Australian Shepherd). Und genau diese hellen Nasenbereiche sind es zum Beispiel, die wir besonders vor Sonneneinstrahlung schützen sollten. Viele Menschen unterschätzen, wie empfindlich die Haut eines Hundes gegenüber der Sonne sein kann. Während das Fell einen gewissen Schutz bietet, sind eben bestimmte Bereiche wie die Ohren (insbesondere die Ohrspitzen bei Stehohren), die Nase, der Bauch und Regionen mit dünnerem oder weniger Fell besonders anfällig für Sonnenbrand und Spätfolgen durch eine erhöhte Sonnenexposition. Dies gilt insbesondere auch für Rassen mit hellem oder kurzem Fell sowie Hunde mit heller Haut, die weniger Melanin haben, welches UV-Strahlen abwehrt. Zu den besonders gefährdeten Rassen gehören zum Beispiel Dalmatiner, Bullterrier, Whippets, Boxer und Chinesische Schopfhunde.


Wahrscheinlich haben die meisten von uns selbst schon einmal einen Sonnenbrand gehabt. Die Haut fühlt sich zu heiß an, es brennt und juckt teilweise und die Haut hat ein ganz unangenehmes Spannungsgefühl. So unangenehm die kurzfristigen Folgen einer erhöhten Sonnenexposition sind, umso gefährlicher sind die Spätfolgen - ähnlich verhält es sich hier bei unseren Hunden.
Viele unserer Hunde genießen es sich draußen in der Natur zu bewegen und einen Spaziergang bei Sonnenschein zu machen oder ein Sonnenbad zu nehmen. Doch genauso wie Menschen sind Hunde den schädlichen Auswirkungen der Sonne ausgesetzt, insbesondere den ultravioletten (UV-) Strahlen, die Hautschäden verursachen können. Der Schutz von Hunden vor diesen Gefahren ist ebenso wichtig wie bei uns Menschen, da sie ebenfalls unter Sonnenbrand, Hautkrankheiten und UV-bedingten Tumoren leiden können. Fragst du dich nun an dieser Stelle auch, wie man bei einem Hund Sonnencreme auftragen soll? Dort, wo dein Hund dichtes Fell hat, ist zum Glück keine Sonnencreme notwendig. Komplett haarlose Bereiche, sollten wie oben erwähnt regelmäßig mit Sonnencreme geschützt werden. Je nachdem, welche Region bei deinem Hund betroffen ist, kann es sinnvoll und auch notwendig sein, ihn durch ein mehrwöchiges Training mit Ruhe und Geduld an das Auftragen von Sonnencreme zu gewöhnen und dies nach Möglichkeit positiv zu verknüpfen.
Wichtig: |
Sonnenbrand darf auch beim Hund nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Worauf ihr in Bezug auf Sonnenbrand bei Hunden achten solltet, welche Symptome Anzeichen für Sonnenbrand sind, was ihr im Fall der Fälle tun solltet und wie ihr Sonnenbrand mit der richtigen Vorsorge vermeiden könnt, haben wir in einem gesonderten Fachartikel mit dem Titel "Hund Sonnenbrand: Wie erkennen, was tun und wie vorbeugen?" detailliert beschrieben! |
Sonnenschutz Hund: Wie kann man den Hund vor Sonne schützen?
Mit dem richtigen Sonnenschutz den Hund vor Sonne und Hitze effektiv schützen.
Unverzichtbarer Sonnenschutz Maßnahmen für Zuhause und unterwegs
Das hilft als garantiert Sonnenschutz-Maßnahme:
- Aufenthalt im Freien bei Hitze und starker Sonne begrenzen
- Aktivitäten in den Sommermonaten nur morgens und abends
- Der Hund sollte nicht in der Sonne liegen
- Dem Hund einen Schattenplatz im Garten, auf Terrasse oder Balkon und unterwegs anbieten
- Geeigneter Sonnenschutz für Zuhause: Sonnenschirm, Sonnensegel, offene Überdachungen mit Frischluft, Schatten unter Bäumen
- Sonnenschutz für den Hund durch Sonnencreme, Sonnenschutzspray, Sonnenschutzlotion, Sonnenschutzkleidung, Sonnenbrille, Sonnenhut etc.
- Sonnenschutz Strand Hund: Sonnenschirm, Strandzelt oder Strandmuschel für Hunde nutzen
- Sonnenschutz Auto Hund: abgetönte Scheiben und Sonnenblende für Seitenscheiben und Heckscheibe als Schutz vor Sonnenstrahlen (wichtig: nur während der Fahrt, ansonsten darf der Hund nicht allein im Auto gelassen werden!)
- Sonnenschutz Hund Cabrio: Neben Windschott und Hundebrille gegen den Fahrtwind, angemessene Sicherung muss der Hund auch vor Sonneneinstrahlung durch spezielle Hundekörbe mit Verdeck, Sonnencreme, UV-Schutzkleidung, Kappe etc. geschützt werden.
- Abkühlung durch Hunde Kühlmatte, Kühlweste, richtige Fellpflege und ausreichend viel Wasser trinken
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Rassespezifische Bedürfnisse von Hunden beim Sonnenschutz beachten!
Individuelle Eigenschaften erhöhen den Bedarf an besonders wirksamen Sonnenschutz bei Hunden.
Welche Rasse-Besonderheiten sind beim Thema Sonnenschutz und Hitze zu beachten?
Nicht alle Hunde reagieren gleich auf den Einfluss von Hitze und Sonneneinstrahlung. Einige Hunderassen sind besonders anfällig für Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen, sei es aufgrund ihres fehlenden Fells, ihrer Haut oder der Anatomie ihres oberen Atemtrakts. Besonders betroffen sind hier Nackthunde, brachyzephale Hunde sowie Hunde mit sehr dichtem oder dunklem Fell.
Hunderassen ohne Fell brauchen unbedingt ganzjährigen Sonnenschutz!
Hunderassen ohne Fell, wie der Chinesische Nackthund, stellen eine besondere Herausforderung dar, wenn es um den Sonnenschutz geht. Diese Rasse hat entweder extrem wenig Fell oder ist sogar komplett haarlos, wodurch ihre Haut direkt der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Der fehlende natürliche Schutz macht es notwendig, spezielle Vorkehrungen zu treffen, um Hautschäden zu vermeiden – übrigens nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter.
Hunderassen, die besonders empfindlich auf Sonneneinstrahlung und Hitze reagieren
Manche Rassen sind auf Grund ihrer individuellen Eigenschaften besonders sonnenempfindlich und brauchen für ihr hündisches Wohlergehen extra viel Sonnenschutz. Die folgenden Hunderassen müssen mit den richtigen Sonnenschutzmaßnahmen vor der intensiven Sonne geschützt werden:
Nackthunde
Haarlose oder fast haarlose Hunde sind besonders empfindlich gegenüber Sonneneinstrahlung, da ihnen der natürliche Schutz des Fells fehlt. Ihre Haut ist direkter UV-Strahlung ausgesetzt, was das Risiko für Sonnenbrand und Hautkrebs erhöht.
Besonders betroffene Rassen:
- Chinesischer Nackthund: Hat oft nur an Kopf, Füßen und Schwanz etwas Fell. Seine nackte Haut ist besonders sonnenempfindlich.
- Peruanischer Nackthund (Perro sin pelo del Perú): Gibt es in verschiedenen Größen, alle mit anfälliger, haarloser Haut.
- Xoloitzcuintle (Mexikanischer Nackthund): Eine der ältesten Hunderassen der Welt, die oft ohne Fell auftritt und sehr empfindlich gegenüber Sonnenbrand ist.
- American Hairless Terrier: Komplett haarlos, benötigt Schutz vor Sonnenstrahlung und Kälte.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass es sich hierbei im Qualzuchten handelt, von deren Zucht und Kauf Abstand genommen werden sollte. Nackthunde haben nicht nur ein erhöhtes Risiko für Sonnenbrand und Hautkrebs, Probleme mit trockener Haut, die zu Irritationen, Wunden und Sekundärinfektionen neigt sowie häufig auch chronische Keratinisierungsstörungen der Haut.
Brachyzephale Hunde (kurzköpfige, plattnasige Rassen mit chronischen Atemproblemen)
Diese Hunde haben eine extrem verkürzte Schnauze und dadurch chronische und permanente Probleme mit der Atmung und dass auch schon unabhängig, von Hitze oder körperlicher Anstrengung. Da Hunde ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln regulieren, können brachyzephale Hunde die Hitze nur sehr schlecht ausgleichen und haben auch Probleme ihren Körper genug mit Sauerstoff zu versorgen. Diese Rassen sind in Bezug auf einen Hitzschlag besonders gefährdet.
Besonders betroffene Rassen:
- Französische Bulldogge
- Englische Bulldogge
- Mops
- Shih Tzu
- Pekinese
- Cavalier King Charles Spaniel
- Boxer
Mehr interessante Lektüre: |
Ihr wisst noch nicht, was ich mit „Qualzucht“ meine? Lest hier in unserem gesonderten Artikel "Qualzucht – Wie Hunde unter der Qualzucht leiden" gerne mehr über dieses wichtige Thema! |
Hunde mit sehr dichtem oder langem Fell
Hunde mit sehr dichtem oder langem Fell speichern die Wärme viel länger als kurzhaarige Hunde. Besonders nordische Rassen, die ursprünglich für kalte Klimazonen gezüchtet wurden, leiden stark unter Hitze. Das sehr dichte Fell kann zu einer Überhitzung führen, so dass auch diese Rassen besonders anfällig für einen Hitzschlag sind.
Rassen mit sehr dichtem Fell:
- Sibirischer Husky
- Alaskan Malamute
- Samojede
- Bernhardiner
- Neufundländer
- Chow-Chow
- Tibetanischer Mastiff
Hunde mit dunklem oder schwarzem Fell
Dunkle Farben absorbieren mehr Sonnenstrahlen als helle, weshalb schwarze oder dunkelbraune Hunde etwas schneller überhitzen als hellere Hunde.
Besonders betroffene Rassen:
- Dobermann
- Labrador Retriever (schwarzer Farbtyp)
- Rottweiler
- Deutsche Dogge (schwarze und dunkle Varianten)
- Flat Coated Retriever
Mechanischer Sonnenschutz ist der beste Weg, um Hunde vor UV-Strahlen und Hitze zu schützen – besonders Rassen, die empfindlich auf Sonne reagieren. Mit einfachen Hilfsmitteln wie Strandmuscheln, Kühlwesten oder UV-Schutznetzen kannst du sicherstellen, dass dein Hund auch an heißen Tagen wohlbehalten bleibt.

Häufig gestellte Fragen zum Sonnenschutz für Hunde
Das wollen zahlreiche Hundehalter rund um den Sonnenschutz bei Hunden wissen.
Wie schützt Sonnencreme unsere Hunde?
Hundesonnencreme funktioniert ähnlich wie bei Menschen, indem sie eine Schutz-Barriere gegen die UV-Strahlen bildet und die Haut dadurch für eine gewisse Zeit vor den Strahlen schützt. Es gibt jedoch einige Unterschiede, die beachtet werden sollten, wen wir Sonnencreme bei Hunden anwenden. Es gibt spezielle Sonnencremes für Hunde, die keine giftigen Inhaltsstoffe haben, weil es natürlich passieren kann, dass ein Hund die Sonnencreme ableckt, wenn diese an einer für ihn gut zugänglichen Stelle wie zum Beispiel im Bauchbereich aufgetragen wurde.
Praktischer Tipp:
Ihr möchtet nun eine Hunde-Sonnencreme testen und fragt euch, wie ihr es schafft, dass euer Hund die Sonnencreme nicht direkt von der Nase schleckt?
Damit die Sonnencreme gut wirken kann, braucht sie etwas Zeit zum Einwirken. Nach etwa 10-15 Minuten ist die Sonnencreme in die Haut eingezogen. Während dieser Einwirkzeit kann es gut funktionieren, den Hund solange mit einer Schleckmatte zu beschäftigen oder durch eine Aktivität wie ein gemeinsames Spiel abzulenken.
Eine Schleckmatte ist eine großartige Möglichkeit, deinen Hund zu beschäftigen, ihn zu beruhigen und ihm eine leckere Belohnung zu geben. Die Wahl der richtigen Zutaten hängt von den Vorlieben deines Hundes und seinen Ernährungsbedürfnissen ab. Grundsätzlich kann man zum Beispiel auch Dosenfutter einfach auf der Matte verstreichen und verteilen. Manche Hunde mögen auch eine eingefrorene Schleckmatte abschlecken, aber nicht alle Hunde vertragen dies.
Hier sind einige leckere Optionen für die Schleckmatte, die auch miteinander kombiniert werden können:
- Milchprodukte (Naturjoghurt, Hüttenkäse, Quark, Ziegenmilch oder Ziegenjoghurt)
- Gemüse- und Obstpüree (Karottenpüree, Süßkartoffelpüree, Kürbispüree, Banane zerdrückt, Erdbeeren oder Blaubeeren püriert, ungezuckertes Apfelmus)
- Fleisch- oder Fischpasten (Nassfutter oder Püree aus gekochtem Fleisch oder Fisch, Leberwurst)
UV-induzierte Tumore bei Hunden: Das Plattenepithelkarzinom
Eine der größten Gefahren, die mit übermäßiger Sonneneinstrahlung für Hunde verbunden sind, ist die Entwicklung von UV-bedingten Hauttumoren. Eine besonders häufige Form ist das Plattenepithelkarzinom, eine bösartige tumoröse Entartung der Haut, die beim Hund in Zusammenhang mit erhöhter Sonnenexposition stehen kann.
Das Plattenepithelkarzinom ist ein Hauttumor, der häufig durch chronische UV-Bestrahlung verursacht wird. Es betrifft in erster Linie Hautbereiche, die der Sonne besonders stark ausgesetzt sind, wie die Ohren, die Nase und der Bauch, insbesondere bei Hunden mit hellem Fell und Haut. Es entsteht aus den Plattenepithelzellen der Haut und zeigt sich klinisch in Form von Hautwunden, die nicht heilen, manchmal als knotige Hautveränderung, teilweise durch Blutungen im Bereich der Hautveränderung und manchmal auch durch schuppige oder krustige Hautveränderungen, wobei die Haut dabei stark verdickt sein kann.
Je früher ein Plattenepithelkarzinom erkannt und behandelt werden kann, umso besser ist die Prognose. Bei Verdacht auf eine tumoröse Hautveränderung, solltet ihr umgehend einen Tierarzt aufsuchen und dies weiter abklären lassen werden. Erste diagnostische Schritte können hier eine zytologische Untersuchung der Hautveränderung sein oder auch eine Hautbiopsie.
Wie kann man Hunde vor UV-bedingten Tumoren schützen?
Wie oben beschrieben eignet sich grundsätzlich auch bei Hunden Sonnencreme, um die Hundehaut vor der UV-Strahlung zu schützen. Ehrlich gesagt ist das in der Theorie aber einfacher gesagt als getan. In der Realität ist es oft praktikabler sich mit dem Hund im Schatten aufzuhalten und die Spaziergänge in die frühen Morgen- und späten Abendstunden zu verlegen. Am besten funktioniert oft ein sogenannter mechanischer Sonnenschutz. Das bedeutet, dass physische Barrieren eingesetzt werden, um Hunde vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Dies ist besonders wichtig für hitzeempfindliche Rassen, Nackthunde und brachyzephale Hunde. Gut funktionieren zum Beispiel Strandmuscheln oder Sonnenschirme. Beides kann auch unterwegs mitgenommen werden. Achte auf einen Sonnenschutz von UPF 50+ und sorge bei Wind für eine gute Fixierung. Auch natürlichen Schattenplätze durch Bäume oder Hecken sind eine gute Möglichkeit, euch vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Für kleine Hunde gibt es auch Hunde-Buggies mit Sonnenverdeck, die vor der UV-Strahlung schützen.
Es gibt auch Sonnenhüte, Sonnenbrillen und spezielle UV-Shirts für Hunde. So etwas kann bei bestimmten Augenerkrankungen sinnvoll sein oder wenn ein Hund wirklich kein oder kaum Fell hat, was bei Nackthunden, verschiedenen Alopezien oder auch bei hormonellen Störungen auftreten kann. Auch hierbei solltet ihr eurem Hund immer genug Zeit geben, sich an das neue Hilfsmittel zu gewöhnen. Ähnlich, wie man auch ein Maulkorbtraining kleinschrittig aufbaut, sollte man einen Hund auch an eine Sonnenbrille gewöhnen, wenn diese für seine Gesundheit notwendig sein sollte. UV-Schutz für die Augen kann bei helläugigen Rassen, Albino-Hunden oder Hunden mit Augenerkrankungen wie Katarakt oder Keratitis sinnvoll sein. Besprecht am besten mit einem auf Ophthalmologie (Augenheilkunde) spezialisierten Tierarzt, der euren Hund untersucht hat, ob für euren Hund eine Hundesonnenbrille mit UV-Schutz sinnvoll sein könnte.
Als Vorsorge ist ein regelmäßiger Gesundheitscheck beim Tierarzt ratsam und ihr selbst kennt euren Hund am besten und streichelt ihn vermutlich täglich, so dass Hautveränderungen früh erkannt werden können. Ein wichtiger Tipp an dieser Stelle: macht von jeder Hautveränderung, die euch auffallen immer sofort Fotos und dokumentiert auch, wie sich diese Stellen im Laufe der Zeit verändern. Manchmal dauert es ja noch ein paar Tage bis zum nächsten freien Tierarzttermin und dann kann es auch für den Tierarzt eine sehr sinnvolle Information sein, diese Fotos beurteilen zu können. Sollte euer Hund auch gleichzeitig Juckreiz zeigen, macht auch gerne Videos von dem auffälligen Verhalten.

Auch eine Gefahr bei Hitze und Sonne: ein Hitzschlag beim Hund!
Neben den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlung kann extreme Hitze eine ernste Gefahr für Hunde darstellen. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln, da sie kaum Schweißdrüsen haben. Dies macht sie anfällig für Hitzschläge, insbesondere an heißen Sommertagen oder bei intensiver körperlicher Aktivität.
Ein Hitzschlag tritt auf, wenn der Körper des Hundes seine Temperatur nicht mehr ausreichend regulieren kann, so dass eine Überhitzung des Körpers auftritt. Die Körpertemperatur eines Hundes kann schnell auf lebensgefährliche Werte (über 41 °C) ansteigen, was irreversible Organschäden und im schlimmsten Fall den Tod des Hundes verursachen kann. Die größte Gefahr ist hier weiterhin ein sich schnell aufheizendes Auto. Bitte verlasst euch hier auch nicht auf die neue Technik, die Klimaregulierung verspricht. Mir wurde schon mehrmals berichtet, dass es aufgrund von technischem Versagen zu einem Hitzschlag im Auto gekommen ist.
Bei einem Hitzschlag zeigen die Hunde starkes, unkontrolliertes Hecheln und wirken dabei teilweise wie geistig abwesend. Häufig tritt auch vermehrtes Speicheln, Schwäche oder Schwindel auf. Es kann sein, dass der Hund unsicher läuft oder auch zusammenbricht. Ferner kann Erbrechen oder Durchfall auftreten und auch Krampfanfälle können auftreten. Jeder Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Notfall und euer Hund sollte so schnell wie möglich in eine Klinik gebracht werden.
Erste Hilfe Maßnahmen bei einem Hitzschlag:
- Bringt euren Hund sofort in den Schatten oder an einen anderen kühlen Ort.
- Lasst kühles Wasser über seinen Körper fließen (NICHT eiskaltes). Spart hierbei den Kopfbereich aus.
- Ihr könnte eurem Hund Wasser zum Trinken anbieten, aber zwingt euren Hund nicht, es zu trinken. (Gefahr des Verschluckens)
- Keine schockartigen Abkühlung mit Eiswasser, da dies zu einem Kreislaufschock führen kann und auch keine Hund mit Hitzschlag ins Wasser „werfen“.
- Sucht sofort einen Tierarzt auf, auch wenn der Hund sich zu erholen scheint und informiert den Tierarzt, dass ihr einen Hitzschlag vermutet.
Lesetipp: |
Was es sonst noch in Sachen Hitzschlag bei Hunden alles zu wissen gibt, welche Ursachen zum Hitzschlag führen können, warum immer ein Tierarzt aufgesucht werden muss und was vorbeugend getan werden kann, haben wir in unserem gesonderten Hitzschlag-Ratgeber zusammengestellt. |
Hitzetipps: Was solltet ihr an heißen Tagen noch im Sinne eures Hundes beachten?
Auch in Bezug auf Hitze ist es unabhängig von der UV-Strahlung ratsam, kühle und schattige Plätz aufzusuchen – das gilt übrigens auch für uns Menschen. Auch ein gemeinsames Eis kann für Abkühlung sorgen und einige Eisläden bieten bereits regelmäßig Hunde-Eis an. Wir haben euch hier noch einmal Tipps für euch für eine tierische Abkühlung an heißen Tagen:
- Schattige Plätze schaffen: Stellt sicher, dass euer Hund immer Zugang zu schattigen Bereichen hat, sowohl im Freien als auch im Haus. (Das Auto ist kein Aufenthaltsort für Hunde!)
- Frisches, kühles Wasser: Sorgt stets für frisches Wasser, das regelmäßig nachgefüllt wird. Bei Spaziergängen solltet ihr immer eine (große) Wasserflasche mitnehmen. Einige Hunde trinken gerne fließendes Wasser. Probiert auch gerne mal einen Trinkbrunnen für euren Hund aus!
- Kühlmatten oder Hundepool: Es gibt spezielle Kühlmatten für Hunde, die eine angenehme Kühle und Belüftung bieten. Alternativ kann ein Hundepool im Garten eurem Hund Abkühlung verschaffen. Manche Freibäder bieten auch im Sommer Hundeschwimmen an (oft zum Ende der Saison).
- Vermeidet heiße Asphaltwege: Asphalt kann sich in der Sonne extrem aufheizen und die empfindlichen Pfoten Eures Hundes verbrennen. Prüft den Boden mit eurer eigenen Hand – ist es zu heiß für eure Hand, so ist es auch zu heiß für die Pfoten eures Hundes. Hundeschuhe oder Tragen können hier helfen und am Ende des Tages eine Pfoten-Schutzcreme.
- Aktivität reduzieren: Siesta! Vermeidet an besonders heißen Tagen anstrengende Aktivitäten und Spaziergänge während der Mittagshitze. Stattdessen sollten Spaziergänge auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verschoben werden.
- Kühle Snacks: Gefrorene Leckerlis oder spezielle Eiscremes für Hunde bieten eine angenehme Erfrischung und helfen, die Körpertemperatur zu senken. Testet hier vorsichtig aus, ob euer Hund kalte Snacks verträgt oder ob er dadurch Symptome wie Sodbrennen, Erbrechen oder Durchfall zeigt.
- Am Ende eines heißen Tages und insbesondere nach einem Tag am Hundestrand oder im Badesee, empfehle ich euch, euren Hund zu duschen, damit Sand und Dreck aus dem Fell gespült werden.
Auch interessant! |
Apropos Badeseen: es gibt immer öfter Gefahren wie Blaualgen im Sommer. Informiert euch bitte immer vorher, ob ein Badesee gerade zum Baden freigeben ist. Was genau Blaualgen sind und was ihr dazu zum Schutz eures Hundes wissen solltet, könnt ihr in diesem Dogondo-Artikel lesen! |
Brauchen Hunde auch Sonnenschutz im Winter?
Während die meisten Menschen Sonnenschutz nur mit dem Sommer assoziieren, sind die schädlichen UV-Strahlen der Sonne auch im Winter eine Gefahr – besonders für Hunde, die sich viel im Freien aufhalten. Schnee und Eis reflektieren die Sonnenstrahlen, was die UV-Belastung in kalten Monaten sogar verstärken kann. Bestimmte Hunderassen, insbesondere solche mit wenig oder keinem Fell, sind auch im Winter anfällig für Sonnenbrand und Hautschäden.
Warum ist Sonnenschutz im Winter wichtig?
Auch wenn die Temperaturen niedrig sind, können UV-Strahlen die Haut schädigen. Besonders gefährlich ist die Kombination von kalter Luft und starker Sonnenstrahlung in schneebedeckten Regionen. Schnee reflektiert bis zu 80 % der UV-Strahlung, was die Belastung erheblich erhöhen kann. Vielleicht hat jemand von euch beim Skifahren schon einmal einen Sonnenbrand bekommen?
Einige Faktoren, die den Sonnenschutz im Winter für euren Hund besonders wichtig machen sind:
- Reflektierte UV-Strahlung durch Schnee: Schnee verstärkt die Wirkung der Sonnenstrahlen auf Hautpartien, die ungeschützt sind, wie Ohren, Nase und Bauch.
- Geringere Luftfeuchtigkeit: Kalte Winterluft ist oft trockener, was die Haut anfälliger für Reizungen und Schäden macht. Die zusätzliche Belastung durch UV-Strahlen kann zu Hautschäden führen, wenn kein Sonnenschutz verwendet wird. Hier können feuchtigkeitspendende Hautpflegeprays für Hunde helfen.
- Dünneres Fell oder kahle Stellen: Hunde mit weniger oder keinem Fell, wie der Chinesische Nackthund, sind besonders gefährdet, da sie nicht durch das natürliche Fell geschützt werden.
Sonnenschutz für Hunde ist also nicht nur ein Thema für den Sommer – auch im Winter kann die Sonne durch reflektierende Schneeflächen gefährlich werden. Besonders gefährdet sind auch hier wieder insbesondere haarlose Hunde wie der Chinesische Nackthund, die keinen natürlichen Schutz durch ihr Fell haben. Der Einsatz von speziellen Hundesonnencremes, schützender Kleidung und regelmäßiger Hautpflege ist entscheidend, um Hautschäden zu vermeiden.

Fazit zum Sonnenschutz für Hunde
Ein wenig Sonne ist für Hunde ok, aber Sonnenschutz ein MUSS.
Take Home
Hunde benötigen ebenso wie Menschen Schutz vor UV-Strahlen und Hitze. Besonders gefährdete Rassen sollten mit mechanischem Sonnenschutz, geeigneter Sonnencreme und ausreichender Flüssigkeitszufuhr vor gesundheitlichen Schäden bewahrt werden. Sonnenschutz ist bei gefährdeten Rassen beziehungsweise haarlosen Hautstellen ganzjährig ratsam. Eine dunkel pigmentierte Hundenase benötigt keinen Sonnenschutz. Was mir aber noch besonders wichtig ist: es geht im Leben mit unseren Hunden nicht immer nur um das, was am besten für die Gesundheit ist, sondern auch um Lebensfreude und Lebensqualität. Lasst euren Hund auch mal ein Sonnenbad genießen so lange es nicht zu viel wird. Etwas Sonnenexposition in Maßen kann in dem Fall zum Wohlbefinden eures Hundes beitragen…

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