An was muss ich für das Reisen mit meinem Hund alles denken?

Viele wichtige Themen rund um das Verreisen mit Hund.

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Zuletzt aktualisiert am: 31.1.2023

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Wenn es jährlich mit dem Hund auf Reisen geht, sind wichtige Fragen im Vorfeld zu klären und verschiedene Dinge zu planen. Wir helfen euch mit wertvollen Reisetipps.

Stehen der Urlaub und die Ferien vor der Tür und ihr habt euch bereits ein Reiseziel ausgesucht, so steht im nächsten Moment als verantwortungsvoller Halter eines Hundes die konkrete Planung an, wie die Reise mit dem Hund bestmöglich organisiert werden kann, damit euer Vierbeiner ebenfalls einen möglichst unbeschwerte Urlaubsreise antreten kann. Aber auch der kurze Wochenendtrip ins benachbarte Ausland oder ein Besuch des Münchner Oktoberfestes verlangen die richtige Vorbereitung vor Reisebeginn, damit keine relevanten Punkte vergessen werden oder untergehen, die am Ende des Tages Probleme nach sich ziehen.

Sei es die Anreise mit dem Auto, dem Wohnmobil, der Bahn, der Schiffsreise oder dem Flug, alle Transportmöglichkeiten bringen ihre eigenen Herausforderungen und Veränderungen im normalen Lebensalltag des Hundes mit sich. Sollen die Ferien in einem Hotel verbracht werden, sind die Ferienwohnung, das Ferienhaus oder gar das Zelten eure Favoriten? Aber auch das Urlaubsziel ist für die weitere Planung entscheidend, denn im Ausland gelten unterschiedliche Halte- und Einreisebestimmungen.

Zu allen bürokratischen Fragen, kommen natürlich zu allererst die Sorgsamkeit und das Verantwortungsbewusstsein eurem Hund gegenüber hinzu. Denn jede Reise bringt gewisse Strapazen und Belastungsfaktoren mit sich, denen nicht alle Hunde gleichermaßen ausgesetzt werden sollten. Jeder einzelne Vierbeiner ist konstitutionell anders gestrickt, so dass ihr auf seine Gesundheit, sein Wohlbefinden und seine körperlichen Voraussetzungen individuell eingehen solltet. Überlegt frühzeitig, was ihr eurem Vierbeiner zumuten wollt und könnt.

Wir werden in unserem Artikel für euch die relevantesten Themen aufbereiten und euch Hinweise auf weiteren interessanten Lesestoff aus unserem Fundus aufzeigen. Lasst euch überraschen!

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Wie steht es um die Gesundheit & Konstitution meines Hundes?

Vorsicht vor zu großer Belastung, Stress und unnötigen Strapazen.

Welche physischen und psychischen Voraussetzungen bringt der Hund mit

Jeder Hund ist anders, jeder Hund hat seinen eigenen Charakter und seine eigenen Wesenszüge sowie ein mehr oder minder ausgeprägtes Temperament, die alle zusammen letztlich auf dessen Verhalten einzahlen. Genauso ist jeder Hund von Seiten seines körperlichen und geistigen Zustands, je nach Lebensalter und Lebensphase, Rasse und Vorgeschichte, anders aufgestellt.

Es macht bei den Reiseplanungen einen sehr großen Unterschied, ob wir über einen 14 Wochen alten Welpen sprechen, es sich um einen Rüden im besten Alter handelt oder ein 12-jähriger Golden Retriever mit auf Reise gehen soll. Sollte sich letzterer eine schwere Infektion im Ausland einhandeln, so kann ein Krankheitsverlauf und die Behandlungsaussichten u.U. äußerst negativ aussehen.

Genauso sollte das Urlaubsziel vom Klima an die körperlichen Merkmale jeder Hunderasse angepasst sein. Ein Bernhardiner oder ein Alaskan Malamute werden in Subtropischen Klimaverhältnissen mit Temperaturen um 40 Grad Celsius unter der Hitze leiden, genauso wie der Peruanische Nackthund, der Zwergpinscher oder der Papillon eine Freude an einer Nordpolexpedition in extremen Kälteregionen haben werden. Dafür sind die jeweiligen Rassehunde mit ihren originären Zuchtzielen nicht geschaffen worden, was jeder von uns Haltern bei der Wahl seiner Urlaubsziele im Blick haben sollte.

Aber auch der körperliche Zustand mit etwaigen Gebrechen oder Krankheiten, wird für die Reise mit Hund eine große Rolle in den Vorüberlegungen spielen müssen. Der Wanderurlaub auf Mallorca, die Wohnmobilrundreise durch die USA, die Städtereise nach Paris, London und Mailand, oder die Erkundungstour durch das Outback in Australien, sind allesamt sicherlich nicht für den gesundheitlich vorbelasteten Seniorhund geeignet.

Aber auch vollkommen gesunde und fitte Vierbeiner sollten nicht unnötig den heftigen Reisestrapazen und Belastungen ausgesetzt werden, vielleicht macht ein anderes Reiseziel mit Hund mehr Sinn, um die Anreise und den Aufenthalt stress- und belastungsfrei verbringen zu können.

Versetzt euch nur in die Lage eures Vierbeiners, wenn es auf eine Überseereise gehen soll und der Hund sich den Schutzimpfungen, etwaiger Quarantäne und einem 18-stündigem Flug im Bauch der Maschine, eingeengt in einer Hundetransportbox, ausgeliefert sieht. Die Stressbelastung, etwaige Ängste, die körperlichen Belastungen, bis hin zu Reisekrankheit und Übelkeit, gehen nicht spurlos am Vierbeiner vorbei. Kurzum, dem Hund sollte nicht zu viel zugemutet werden, damit dieser nicht unnötig unter den Reisebedingungen leidet.

Vor Reiseantritt den Hund vom Tierarzt untersuchen lassen

Lasst euren Hund vor jeder Reise bei eurem Tierarzt durchchecken, ob grundsätzlich gesundheitliche Bedenken für die individuelle Reise mit Hund bestehen.

Leidet euer Vierbeiner z.B. unter einer Hüftgelenksdysplasie oder einer anderen Beeinträchtigung des Bewegungsapparats, so ist die Bergtour in Südtirol bestimmt nicht das erklärte Ziel, um dem Hund im Urlaub Freude und Spaß zu bereiten.

Der Veterinärmediziner wird euch nach den Untersuchungen und dem Check-up garantiert eine wohlgemeinte Empfehlung im Sinne des Hundes aussprechen, welche Reise mit Hund denkbar und praktikabel ist.

Zusätzlich könnt ihr dann mit ihm die konkret notwendigen Impfungen (z.B. Tollwutschutzimpfung), Behandlungen gegen Parasiten jeglicher Art (z.B. Wurmkuren, Zeckenschutzmittel etc.) und sonstigen medizinischen Vorkehrungen besprechen, die für eine geplante Reise mit dem Hund notwendig sind. Dies ist nötig und sinnvoll, da es je nach Zielland und Urlaubsort regional deutlich unterschiedliche Gefahren gibt. So kann beispielsweise die Tollwut in manchen Ländern und Gebieten ein vielfach größeres Problem darstellen, als bei einem Kurzurlaub im Schwarzwald, genauso ist eine Zeckenprophylaxe für das eine oder andere Feriengebiet viel notwendiger als anderswo. Kurzum eine Reise nach Norwegen wird andere medizinische Vorkehrungen verlangen, als es bei einer Reise in die USA oder Süditalien der Fall ist.

So werden in südlichen bzw. warmen Gefilden (z.B. tropische Länder, Mittelmeerländer uvm.) Hunde immer wieder mit Infektionskrankheiten konfrontiert, die durch Zeckenbisse und Mückenstiche übertragen werden. Hier sind exemplarisch die Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilariose (Herzwürmer) zu nennen, gegen die der Veterinär vor Reiseantritt zur prophylaktischen Behandlung anraten wird. 

Wichtig: Mindestens 4-6 Wochen vor Reiseantritt beim Tierarzt vorstellig werden, um etwaig notwendige medizinische Maßnahmen wie Impfungen rechtzeitig vor Reiseantritt angehen zu können!

Weiterhin sollte unbedingt der Impfpass und ein etwaiger EU-Heimtierausweis mit in die Tierarztpraxis genommen werden, um diesen auf Aktualität zu überprüfen, da diese bei einer Auslandsreise verpflichtend mitzuführen sind. Der Hund muss mit einem Chip elektronisch registriert sein, die entsprechende Chipnummer wird im EU-Heimtierausweis vom Tierarzt vermerkt.

Ihr wollt mehr über den EU-Heimtierausweis, dessen Inhalt, sowie Sinn und Zweck für dessen Einführung erfahren? Wir haben für euch alles Wissenwertes in unserem Beitrag „Der EU-Heimtierausweis erleichtert das Reisen für Hund und Halter“ für euch zusammengefasst.

Reiseapotheke nach Rücksprache mit dem Tierarzt ausstatten

Zu guter Letzt macht es schließlich Sinn, mit dem Tierarzt gemeinsam je nach Urlaubsreise, Art und Weise des Transportmittels und des jeweiligen Bestimmungslandes, eine Reiseapotheke mit den wichtigsten Erste-Hilfe-Mitteln und Utensilien für eine etwaig notwendige Behandlung von kleinen Verletzungen, reisebedingten Übelkeiten und anderen medizinischen Problemchen, zusammenzustellen.

Wir wollen Euch einen kurzen Überblick verschaffen, was u.a. in eine Reiseapotheke gehören kann:

  • Medikamente und Mittel gegen Reiseübelkeit
  • Zeckenzange, Zeckenhaken, Zeckenkarte
  • Pinzette um Fremdkörper wie Splitter, Stacheln, Dornen zu entfernen
  • Verbandsschere
  • Fieberthermometer
  • Parasitenschutzmittel z.B. für Entwurmungen, Zeckenprophylaxe u.a.
  • Augentropfen und Reiniger für Ohren
  • Desinfektionsmittel, Wundsalben, Betaisodona und andere Mittel gegen infizierte, oberflächliche Wunden
  • Verbandsmaterial (sterile Wundauflagen, sterile Tupfer, Verbandswatte, Heftpflaster, Mullbinden u.ä.)
  • Wattestäbchen
  • Kohletabletten, Kautabletten oder Pasten gegen Durchfall
  • Elektrolyt-Mittel um den Verlust von Mineralien bei starkem Durchfall auszugleichen
  • Kühlpack und Kalt-Warm-Kompressen
  • Thermoschutzfolie
  • Gummihandschuhe
  • Weitere Medikamente und sonstige Heil- und Hilfsmittel werden der Reiseapotheke je nach individuellem Bedarf und Dauermedikation des jeweiligen Hundes und dessen Gesundheitszustands beigefügt.
  • Notfall-Rufnummern von Tierärzten, Tierkliniken
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Wo soll die Reise mit Hund hingehen? Inland oder Ausland?

Halte- und Einreisebestimmungen im Vorfeld der Reise checken.

Gut informiert auf Reisen gehen

Ein Welsh Corgi Pembroke am Strand

Wenn Du mit Deinem Hund eine Reise antreten willst, dann gehört es zu den Aufgaben sich im Vorfeld der Reise über die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Haltung eines Hundes in einem anderen Bundesland und die Einreisebestimmungen für das jeweilige Zielland zu informieren.

Besonders bei Auslandsreisen solltet ihr beachten, dass bereits eine Durchreise Auswirkungen für das Mitführen eines Hundes mit sich zieht, egal wie kurz die Durchreisestrecke auch immer sein mag.

Wir wollen euch wärmstens ans Herz legen, mit diesem Thema sehr sensibel umzugehen, da Verstöße und Missachtung bestehender Gesetzgebung zu erheblichen Nachteilen für Hund und Halter führen können.

Wie schnell sich etwaig die Bestimmungen ändern und verschieben können, zeigte das unendliche Dilemma mit den Austrittsverhandlungen Großbritanniens aus der EU. Heute stellt die Reise nach London, Birmingham oder Manchester euch Halter noch vor kein allzu großes Problem, wie mag dies aber zukünftig nach der Abkehr der Briten von der EU aussehen und welche Auswirkungen werden dann für die nächste Urlaubsreise mit Hund auf euch zukommen?

Inlandsreise mit Hund

In jedem Bundesland gelten eigene Hundegesetze und Hundeverordnungen.

Wie die Haltebestimmungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen in dem Bundesland, in dem ihr euren Wohnsitz habt und mit eurem Hund lebt, lauten, sollte wohl klar sein.

Sobald ihr aber mit eurem Vierbeiner in ein anderes Bundesland reist, können die Richtlinien der Hundegesetze und Hundeverordnungen deutlich schärfer sein und besondere Bestimmungen für das Führen eines Hundes im Allgemeinen oder einer bestimmten Hunderasse im Besonderen, nach sich ziehen.

Was bedeutet das für euch konkret?

Erkundigt euch frühzeitig, ob in dem Bundesland in dem ihr euch vorübergehend aufhalten werdet, beispielsweise eine generelle Anleinpflicht für jeglichen Hund gilt, die nur mit dem Nachweis des Hundeführerscheins obsolet ist und damit der Hund unangeleint ausgeführt werden darf. In welchen Bundesländern der Hundeführerschein verlangt wird und damit besondere Bestimmungen gelten, erfahrt ihr in unserem Leitartikel „Der Hundeführerschein – Brauchen mein Hund & ich den Hundeführerschein?“.

Noch bedeutender ist das Einholen der Information als Halter eines sogenannten Listenhundes. Denn für das Halten und Führen bestimmter Hunderassen und Mischlingshunde aus diesen Rassen, gelten in zahlreichen Bundesländern besonderen Einschränkungen.

Solltet ihr also Halter eines American Bulldog, American Staffordshire, Bullmastiff, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier oder aber eines Rassehundes wie dem Dobermann oder Rottweiler sein, so gelten für euch in verschiedenen Bundeländern nach deren Hundegesetzen und -verordnungen verschärfte Regeln. Dies kann eine besondere Erlaubnispflicht für das grundsätzliche Halten und Führen dieser Hunde sein, bis hin zu der kategorischen Maulkorb- und Anleinpflicht.

Um die einzelnen Landesgesetze und die gültigen Bestimmungen detailliert in Erfahrung zu bringen, steht euch hierzu unser Leitartikel "Die private Hundehaltung in Deutschland" zur Verfügung.

Auslandsreise innerhalb der Europäischen Union (EU) mit Hund

Schauen wir uns nun die einzuhaltenden Verhaltensregeln beim Reisen mit Hund innerhalb der Europäischen Union an:

Bereits im Jahr 2004 hat die EU für das Reisen mit Haustieren und demnach mit Hunden einen einheitlichen EU-Heimtierausweis eingeführt, der beim Übertritt aus Deutschland in jeglichen EU-Mitgliedsstaat mitzuführen ist. Sprich es ist gesetzlich vorgeschrieben, mit dem Dokument für das Ausweisen des entsprechenden Tieres zu sorgen. In Ansätzen entspricht der EU-Heimtierausweis im Grunde dem Reisepass bzw. Personalausweis von uns Menschen.

Um die rechtlichen Bedingungen und weitere wissenswerte Informationen rund um den EU-Heimtierausweis und das Reisen innerhalb der EU zu erhalten, haben wir für alle Neugierigen, die vor einer Auslandsreise stehen, den Artikel „Der EU-Heimtierausweis erleichtert das Reisen für Hund und Halter“ aufbereitet.

Zieht es euch mit eurem Hund ins europäische Ausland und euer Vierbeiner gehört einer potentiell gefährlich eingestuften Hunderasse bzw. Mischlingshunden aus dieser Gruppe an, so gelten wie auch in Deutschland, besondere Regeln nach den im jeweiligen Land geltenden Hundeverordnungen und der dort gültigen Gesetzgebung.

In der Schweiz und Österreich sind die Regeln nach Kanton und Bundesland unterschiedlich festgeschrieben, so dass es auf das Reiseziel grundsätzlich ankommt und immer auch an die Bestimmungen zu denken ist, selbst bei einer reinen Durchreise auf dem Weg nach Italien oder eines anderen Bestimmungsland.

Wie groß der Unterschied von Seiten der Einstufungen ausfallen kann, zeigt alleine das Beispiel anhand der Rassehunde des Deutschen Schäferhundes oder des Belgischen Schäferhundes. Beide Rassehunde sind in keinem deutschen Bundesland als gefährlich eingestuft, befindet ihr euch aber auf einer Ferienreise im Tessin in der Schweiz, so solltet ihr euch im Vorfeld an öffentlicher Stelle über etwaige Beschränkungen erkundigen.

Da die Thematik Kampfhunde und Listenhunde in einigen Staaten äußerst kritisch gesehen wird und somit sehr drastische Gesetzgebungen aufgestellt wurden, die bis hin zum Verbot der Einfuhr eines solchen Hundes führen, sollte sich jeder Halter mit der sensiblen Aufarbeitung im Vorfeld des Reiseantritts beschäftigen und nach den jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen des entsprechenden Staates der Einreise, informieren. Jeder der gegen geltendes Recht verstößt, ob bewusst oder unwissentlich, begibt seinen Vierbeiner und sich selbst in eine äußerst prekäre Situation. Denn es droht unter Umständen gar der Einzug des Hundes!

Die offiziellen Internetseiten des jeweiligen Staates und der Regionen, in denen ihr euch mit eurem Hund auf der Reise aufhalten werdet, werden euch die notwendigen Auskünfte liefern, damit ihr zu jeder Zeit auf der sicheren Seite seid. Einige dieser Seiten äußern sich sehr konkret über die jeweilig gültigen Einreisebestimmungen, andere müssen via Telefon oder Mail kontaktiert werden.

Offizielle Seiten der EU-Länder auf einen Blick, ohne besondere Bestimmungen: 
Belgien
Bulgarien
Dänemark
Estland
Frankreich
Griechenland
Italien
Kroatien
Lettland
Litauen
Luxemburg
Niederlande
Österreich
Polen
Portugal
Rumänien
Schweden
Slowakei
Slowenien
Spanien
EU-Länder in denen verschärfte Einreisebestimmungen für das Mitführen eines Hundes gelten: 
Finnland
Irland
Malta
Tschechische Republik
Ungarn
Zypern
Ehemaliges EU-lAND NACH bREXIT
Großbritannien

Auslandsreise in Nicht-EU-Mitgliedsländer

Kommt eine Reise in einen Nicht-EU-Staat innerhalb Europas oder gar ins außereuropäische Ausland, wie beispielsweise eine Reise über den großen Teich in die USA, Lateinamerika, Kanada oder in einen Staat nach Asien in Frage, so stellen sich für die Einreise ins entsprechende Zielland einige Fragen. Aber auch die Rückreise in die EU ist mit bestimmten Einreisebestimmungen in diesem Fall geregelt, die es grundsätzlich zu bedenken gilt, damit die Rückreise zu keinem unbedachten Fiasko wird.

Wir haben hier bereits in Teilen vorgesorgt und die Thematik für das Einreisen aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten in die Europäische Union aufgegriffen. Steht also eine Reise in die EU aus einem Nicht-EU-Mitgliedstaat an, so solltet ihr euch die Zeit nehmen und unseren Magazinartikel mit dem Titel „Informationen und Leitfaden zur Einreise mit Hunden in die Europäische Union (EU)“ unbedingt lesen, denn damit erhaltet ihr wertvolle Reisetipps, damit ihr sorglos die Heimreise antreten könnt. Hier werden die Länder in unterschiedliche Kategorien und damit unterschiedlich zu beachtenden Einreisebedingungen in die EU eingeordnet. Reisende, die mit ihrem Hund aus klassischen Urlaubsländern wie der Türkei zurück in die Europäische Union reisen, haben für die Wiedereinreise u. U. andere Richtlinien zu beachten, als wenn sie ihre Ferien in Monaco machen.

Wie sieht es aber aus, wenn ihr nun mit eurem Hund außerhalb der Europäischen Union reist?

Hier raten wir euch dringend, je nach Bestimmungsland den Reiseveranstalter, Touristeninformationsstellen und zur 100%igen Sicherheit die Botschaften und Konsulate der jeweiligen Zielländer zu befragen.

Die Einzelbestimmungen der Staaten außerhalb der Europäischen Union führen oft sehr strenge gesetzliche Bestimmung für die Einfuhr eines Hundes. Dies kann von einer grundsätzlichen Leinenpflicht beginnen, über den Zwang gehen, dass der Hund einen Maulkorb tragen muss, über Quarantänezeiten, bis zu einem kompletten Verbot bestimmter Hunderassen gehen.

Damit die Reisevorbereitungen hinsichtlich der Mitführung eures Hundes sich einfacher und sicherer gestaltet, haben wir für euch einige beliebte Staaten als Reiseziele niedergeschrieben und wichtige Tipps und Kontaktdaten zur weiteren Verwendung aufgeführt.

  Offizielle Homepage des Landes Eigene Artikel mit wichtigen ReiseInfos
Australien

Australische Botschaft

Department of Agriculture Fisheries and Forestry

 
China Infos hier  
Island Iceland Food and Veterinary Authority  
Japan

Eurovir Hygiene-Labor GmbH

Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries

Auswärtiges Amt

 
Kanada Government of Canada  
Thailand

Thai Customs

Royal Thai Embassy, Washington D.C.

 
Norwegen Königlich Norwegische Botschaft  
Schweiz   Reisen mit dem Hund in die Schweiz
Türkei

Botschaft der Republik Türkei

Reisen mit dem Hund in die Türkei
USA   Reisen mit dem Hund in die USA

 

Die Reisevorbereitungen an das Transportmittel anpassen

Viele Wege führen nach Rom. Ein Sprichwort, dass in unserem Fall einerseits die Wegstrecke der Reise einschließt, die anderseits unmittelbar mit dem entsprechenden Transportmittel für die Anreise verbunden ist.

Jedes Transportmittel für die Reise mit Hund erfordert eine unterschiedliche Herangehensweise bei den Reisevorbereitungen und etwaigen Vorkehrungen.

Ist der Hund von kleinauf in der sensiblen Phase der Welpenentwicklung an das Autofahren herangeführt und geprägt worden, so kann es durchaus sein, dass der Hund heute ein geübter Mitfahrer ist, der die Fahrt ohne Komplikationen bereitwillig auf sich nimmt. Für manch anderen Vierbeiner kann die Autofahrt aber eine unangenehme Herausforderung bedeuten, mit einem stark erhöhten Stresspegel, Unwohlsein, Angst und körperlichen Belastungen wie Übelkeit. Hier müsste dann eine vernünftige Alternative in Erwägung gezogen werden, sofern der Hund tatsächlich die Reise mit antreten soll.

Allgemeine Ratschläge für die Reise und bevor es losgeht

Vorwegschicken wollen wir noch ein paar Gedanken zu der allgemeinen Vorgehensweise rund um das Reisen mit Hund:

Eine Selbstverständlichkeit, die wir dennoch nochmals erwähnen wollen, stellt die Tatsache dar, dass bei allen Anreisen für ausreichende Versorgung des Hundes mit Wasser und etwas Fressbarem gesorgt sein muss. So sind bei einer Reise mit dem eigenen Fahrzeug regelmäßige Pausen einzulegen, damit der Vierbeiner sich die Läufe vertreten, sein Geschäft in Ruhe verrichten und frische Luft schnappen kann. Lasst den Hund keinesfalls eingeschlossen im Auto, Bus oder Wohnmobil an wärmeren Tagen alleine zurück, da die Gefahr eines Hitzschlages oder sonstigen gesundheitlichen Problemen bis hin zum Hitzetod, enorm sind.

Wird die Reise mit einem anderen öffentlichen Beförderungsmittel angegangen, so sollten die vorgenannten Aspekte bedacht werden, da sicher kein Bus oder Bahn für das natürliche Verlangen des Hundes eine Rast einplanen wird.

Auf Grund der gesamten Reisestrapazen weichen viele Hundehalter mit ihren Familien auf das Aufteilen der Familienmitglieder auf verschiedene Beförderungsmittel aus. So reisen oftmals die Ehefrauen mit den Kindern per Flugzeug an, der Ehemann fährt die Reisestrecke vollgepackt mit dem gesamten Gepäck und Hundeequipment wie Hundebett, Futter, Geschirr, Leinen uvm. mit dem eigenen Fahrzeug. Eine gute Alternative, sollte der Hund mit in den Urlaub reisen.

Vor dem Antritt der Reise, egal welches Transportmittel gewählt wird, sollte der Vierbeiner unbedingt nochmals die Gelegenheit bekommen, sich physisch und psychisch auszutoben und ausgelastet zu werden.

Überprüft vor Reiseantritt eure Hundehalterhaftpflichtversicherung, die für Schäden gegenüber Dritten leistet. Ist der Auslandsschutz ausreichend versichert und reichen die Versicherungssummen insgesamt aus? Welche Ausschlüsse bestehen, sollte der Hund an gemieteten Gegenständen, wie im Ferienhaus, auf einem Hausboot oder im Hotel einen Schaden verursachen? Viele weitere Punkte könnt ihr in unserem Artikel „Hundehalterhaftpflicht: Wichtig für Hund & Halter“ nachlesen.

Zu guter Letzt wollen wir euch noch den Rat geben, euren Hund stets aufmerksam im Auge zu halten, um dessen Verhalten, Stimmungsänderungen und Veränderungen im Wohlbefinden mitzubekommen und sofort entsprechend reagieren zu können.

Hierzu gehört auch nervöses Verhalten durch den Drang sein Geschäft verrichten zu müssen. Sollte ungewollt ein Malheur passieren, ist stets das Mitführen von ausreichend benötigten Tüten, Papiertücher und Desinfektionsspray ratsam. Damit lassen sich dann die Missgeschicke sauber entfernen und leicht peinliche Situationen entkräften.

Sobald das Reiseziel erreicht ist, wird der Vierbeiner die neue Umgebung erkunden und entdecken wollen. Ebenso muss ihm nun Zeit zum Abbau von Anspannung und Stress gegeben werden, sollte der Hund durch das lange Liegen Kraft und Energie gesammelt haben, dann wird er diese abbauen wollen und ausgelastet werden. Ein ausgedehnter Spaziergang in der neuen Umgebung, mit neuen Eindrücken, Gerüchen und veränderten Bedingungen, wird den Hund körperlich und geistig ansprechen und für auspowern sorgen.

Sucht der Hund auf der anderen Seite ein ruhiges Plätzchen und zieht sich zum Ausruhen zurück, ist ihm dies nach all den Anreisestrapazen zu gewähren. Auch der Vierbeiner muss erst einmal die gesamten Erfahrungen und Erlebnisse während der Anreise in einem ruhigen Moment sacken lassen und verarbeiten.

Mit dem Hund im Auto auf Reisen

Das Autofahren gehört grundsätzlich für viele Menschen und Hundehalter zu dem alltäglichen Fortbewegungsmittel um von A nach B zu kommen. Besonders in ländlichen Gebieten ist das öffentliche Verkehrsmittelnetz nicht besonders ausgebaut, so dass das Autofahren vielerorts ein notwendiges Übel ist.

Für viele Hunde ist das Autofahren das reine Vergnügen, sie sind regelrechte Autonarren, andere wiederum haben in ihrem bisherigen Hundeleben vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht und sind daher negativ eingestimmt, wenn es Richtung KFZ geht. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und bereits aus der ganz frühen Lebensphase herrühren.

Aus diesem Grund gehört es für die allermeisten Hundehalter von Beginn zu den Pflichtaufgaben, seinen Welpen und Hund an das Auto und das Autofahren zu gewöhnen. Viele Tipps und Information zur Prägung, Habituation und Sozialisierung haben wir in unserem Leitartikel „Die Entwicklungsphasen von Hundewelpen“ niedergeschrieben. Wir wollen allen Welpenbesitzern die Lektüre wärmstens ans Herz legen, da sie wertvolle Informationen und Ratschläge für die Welpenfrühentwicklung beinhaltet.

Zurück zum Verreisen mit dem Auto: Wie bei jeder Autofahrt gilt hier als oberstes Gebot, dass der Hund ausschließlich korrekt gesichert im Auto mitgenommen wird. Das bedeutet, dass der Hund mit Sicherheitsgurten, Autohundeboxen, Transportkäfigen, Trenngittern uvm. im Fahrzeug gesichert transportiert werden muss.

Warum dies so ist? Ganz einfach, ein ungesicherter Hund kann im Falle eines Unfalls zu einem tödlichen Geschoss werden! Sprich die Gefährdung ist für alle Verkehrsteilnehmer immens.

Auf Grund der rechtlichen Vorgaben und damit der gesetzlich vorgegebenen Verpflichtungen für das Mitführen eines Hundes im Auto, haben wir ausführlich die Rahmenbedingungen für euch in unserem Artikel „Mit dem Hund sicher im Auto unterwegs“ zum nachlesen zusammengefasst. Bitte lest in eurem eigenen Interesse die Rahmenbedingungen, denn je nach Reise und Reiseland können die Strafen und Ordnungswidrigkeiten das Urlaubsbudget im Falle von unkorrektem Befördern eines Hundes, enorm schmälern.

Kommen wir nun noch zu den gesundheitlichen Vorkehrungen, die je nach Hundeindividuum zu treffen sind. Wie bei uns Menschen, sind längere Reisen mit dem KFZ nicht unbedingt die angenehmste Art der Fortbewegung, sollte der Hund bereits Probleme oder Schädigungen an seinem Bewegungsapparat haben. Bestenfalls gilt es hier den Tierarzt vorab auf die Tauglichkeit hin zu befragen und ggf. auf ein anderes Beförderungsmittel zurückzugreifen.

Aber auch klassische Reisekrankheiten, wie Übelkeit oder Stressbelastung auf Grund von Unwohlsein und Ängsten, können den Vierbeiner ebenso treffen, wie uns Menschen. Hierfür gibt es Reisetabletten und einige raten zur Gabe von Pheromonen für ein besseres Allgemeinbefinden und Entspannung beim Transport. Bitte vorab den Veterinär konsultieren!

Soll die Anreise mit dem KFZ in den heißen Sommermonaten erfolgen, macht es für alle Beteiligten, die die Autofahrt auf sich nehmen Sinn, die Fahrt ggf. in den nächtlichen und damit kühleren Stunden größtenteils zu absolvieren. Auch der Hund leidet dann deutlich weniger unter den heißen Temperaturen im Fahrzeug, wodurch die Konzentration höher bleibt, weniger Energie verbraucht wird und die gesamte körperliche und geistige Konstitution aller Insassen fitter bleibt.

Während der Autofahrt sollte der Lärmpegel möglichst gering gehalten werden, da eure Hunde entspannt reisen sollen. Hektik, Unruhe und Stress überträgt sich schnell auf den Vierbeiner.

Auch die Musikauswahl spielt hier eine Rolle, denn Hunde reagieren auf die unterschiedlichsten Musikrichtungen sehr differenziert. Dies haben wir bereits in unserem Artikel „Entspannen Hunde, wenn sie Musik hören?“ für euch beleuchtet und überraschende Ergebnisse aufgezeigt.

Eine weitere Selbstverständlichkeit für jeden verantwortungsbewussten Halter, ist der Verzicht von Zigarettengenuss im Fahrzeug. Das Rauchen gefährdet die Gesundheit des Hundes durch Passivrauchen. Bitte genehmigt euch die Zigarette während der Pausen auf den Rastplätzen. Wie gefährlich das Passivrauchen für euren Vierbeiner sein kann, erfahrt ihr in unserem Magazinbeitrag „Wie gefährlich ist das Passivrauchen für den Hund?“.

Was den Fahrstil betrifft, raten wir euch im eigenen Interesse und zum Schutz des Hundes, angemessen zu fahren und Kurven nicht zu schnittig zu nehmen, damit der Hund trotz der entsprechenden Sicherung nicht unnötig den Fliehkräften ausgesetzt wird. Dies gilt auch für unnötig abruptes Bremsen und für die Beschleunigung.

Mit dem Hund in der Bahn auf Reisen

Schauen wir uns die Vorbereitungen rund um die Reise mit Hund und dem Beförderungsmittel Zug an:

In den Tagen vor der Abreise herrscht in aller Regel zu Hause Trubel und Hektik, es geht an das Aussuchen der Kleidung, die Koffer werden gepackt, das Equipment für den Hund wird zusammengesucht und hier und da wird auch schon einmal etwas lauter debattiert, auf Grund der Aufgeregtheit in der Familie. Mit all diesem Stress soll nun der Hund ungerührt von dieser Hyperaktivität bleiben und in sich ruhen und ausgeglichen sein? Sicher nicht, denn vielfach überträgt sich das Verhalten der Halter und Halterfamilie auf den Vierbeiner. Das Ergebnis ist Unruhe und Nervosität beim Vierbeiner.

Nun geht es mit dieser Grundstimmung der Angespanntheit zum Bahnhof. Die Bahnhofshalle ist gefüllt mit Menschenmassen, die alle hektisch ihres Weges gehen, auf den Bahnsteigen kommen unbekannte laute Maschinengeräusche, Signaltöne, Lautsprecheransagen und viele neue Eindrücke zusammen, die auf den Hund zusätzlich einwirken.

Welche Schlüsse lassen sich nun aus den vorgeschilderten Eindrücken schließen? Die Atmosphäre während der Reisevorbereitungen sollte möglichst ruhig und stressfrei ablaufen, damit der Hund ebenfalls in einer behaglichen Grundstimmung den Weg zu den öffentlichen Verkehrsmitteln angehen kann.

Ist die Bahn für eure Reise das erklärte Fortbewegungsmittel, so erkundigt euch frühzeitig, ob Hunde mit diesem Verkehrsmittel mitgenommen werden dürfen und wie hierfür die Beförderungs- und Aufenthaltsrichtlinien auf den Bahnhofsgeländen und den Zügen lauten. Denn es schließt sich sofort die Frage an, ob euer eigener Hund, auf Grund seiner individuellen Charakter- und Wesensmerkmale, sowie seiner körperlichen Voraussetzungen, überhaupt in der Lage ist, den Bestimmungen und Rahmenbedingungen einer Zugfahrt gerecht zu werden.

Ein Boston Terrier im Handgepäck

Was bei einer etwaigen Mitnahme des Vierbeiners klar ist, dass kleine Hunde andere Möglichkeiten als ihre großen Artgenossen ermöglichen. Oftmals wird das Mitnehmen des kleinen Chihuahua, Papillon, Rehpinscher, Boston Terrier und anderen kleinen Hunden im Handgepäck oder einer eigens verwendeten Hundebox kostenfrei zugesagt. Für große Hunde fällt auf Grund des Platzbedarfs hingegen ein Entgelt an.

Tipp: Informiert euch auf der Internetseite der Deutschen Bahn oder des entsprechen privaten Anbieters oder ruft eine der geschalteten Hotlines an, um euer Anliegen vorzutragen und die notwendigen Informationen einzuholen. Beachtet hier insbesondere auf das Reiseziel, denn bei der Einreise ins Ausland gelten eigene Bestimmungen, die das Mitnehmen eines Hundes im Zug u.U. strikt verbieten!

Ausnahme: Menschen mit Behinderung, die auf einen Assistenzhund (bspw. Blindenführhunde, Signalhunde, Diabetikerwarnhunde, Epilepsiehunde) angewiesen sind, dürfen in aller Regel ihren Hund auf Reisen mit der Bahn mitnehmen. Dennoch lohnt sich eine vorherige Abfrage und Einholung einer offiziellen Zusage.

Was den körperlichen Zustand des Hundes angeht, sprecht mit dem Tierarzt über eure Gedankenspiele mit dem Hund als Reisemittel eine Zugfahrt zu wählen. Hat der Vierbeiner bereits körperliche Beschwerden, wird das Ein- und Aussteigen durch die extrem steilen Treppeneinstiege schwierig und eine zusätzliche Belastung bedeuten. Hat der Hund hinzu Angst und ziert sich extrem beim Einsteigen, kann schnell ein Unglück passieren und der Vierbeiner fängt an durch ungeschicktes Zerren Halter und sich selbst in äußerste Gefahr und einem Abrutschen zu bringen. Der Veterinär wird zu dem Gesamtumstand geeignete Maßnahmen einen Rat aussprechen, damit ihr beruhigt den Weg zur Bahn angehen könnt oder ihr über eine Alternative für die Reise mit eurem Vierbeiner nachdenken solltet.

Sollte soweit alles für das Reisen mit der Bahn sprechen, können wir euch nur anraten im Vorfeld mit eurem Hund den einen oder anderen Besuch eines Bahnhofes anzusteuern, damit er sich an die Gesamtumgebung, die Geräuschkulisse und Menschenmengen herantasten und langsam gewöhnen kann. Ansonsten ist bei einem erstmaligen Aufeinandertreffen am Tag der Reise ein Schockszenario unter Umständen abzusehen. Dabei macht es mehr als Sinn, mit dem Vierbeiner zum Üben in den Regionalzug zu steigen, einige kurze Fahrten zu absolvieren und mit dem Vierbeiner die Abläufe zu trainieren. Hierdurch entsteht mit der Zeit ein Gefühl der Normalität und damit wird der Stresspegel nicht ins Uferlose steigen.

Vorausgesetzt ihr lebt mit eurem Hund in einem gestärkten Bindungs- und Beziehungsverhältnis, so werdet ihr das Verhalten durch das tägliche Miteinander genau kennen und Unwohlsein, ungewohnte Verhaltenszüge und Nervosität schnell bemerken, um mit den richtigen Maßnahmen auf euren Hund einwirken zu können. Aufmerksamkeit ist bei Aktivitäten, die nicht alltäglich vorkommen das A und O, um dem Vierbeiner zur Seite zu stehen und ihm Vertrauen und Sicherheit zu vermitteln. Grundvoraussetzung hierfür ist das Verstehen der Kommunikationssprache des Hundes, wodurch wir uns eingehend in unserem Artikel „Die Kommunikation zwischen Hund und Mensch“ mit den wichtigsten Grundzügen der Hundesprache befasst und für euch als hilfreiche Basislektüre zusammengefasst haben.

Mit dem Hund im Bus auf Reisen

Soll die Reise mit Hund mittels eines Reisebusses stattfinden, gilt es auch hier grundsätzlich erst einmal herauszufinden, welche Reisebusanbieter eine Anreise und Mitfahrgelegenheit zum erklärten Urlaubsziel inklusive Hund erlauben.

Daran schließen sich die etwaigen Reisebestimmungen an, ob beispielsweise ein Maulkorbzwang herrscht, der Hund in einer Transportbox zu verbringen ist, welche sonstigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen sind und ob manche Hunderassen grundsätzlich verboten sind.

Vor einer längeren Busreise ist es zudem sinnig mit dem Vierbeiner einige Busfahrten im Stadtgebiet oder über Land zu machen, damit eine Gewöhnung an dieses Transportmittel, die Fahrgäste und die besonderen Geräuschkulissen eines Busbetriebs, in Ansätzen stattfindet.

Ein Berner Sennenhund schaut den Betrachter an und wartet auf den roten Bus.

Längere Reisen mit dem Bus, haben im Gegensatz zum Transport via Bahnverkehr den Vorteil, dass in aller Regel für die Fahrgäste Pausen unterwegs eingeplant sind, bei denen der Hund ebenso die Gelegenheit hat, sich zu lösen und das Geschäft zu verrichten. Gleichzeitig kann ein wenig Auslauf dem Körper nicht schaden und frische Luft bringt dem Vierbeiner sein Übriges.

Um bei der Alternative Bus nicht allzu viel Hoffnung von vornherein zu vermitteln, wollen wir an dieser Stelle mit auf den Weg geben, dass sich etliche Busreiseunternehmen dem Thema Mitfahrer Hund, verschließen und die Beförderung von Tieren im Allgemeinen ausschließen.

Einen Hinweis für Personen, die auf das Mitführen eines Assistenzhundes und besonders ausgebildeten Begleithundes angewiesen sind, können allerdings nach Vorlage eines Schwerbehindertenausweises und Dokuments, der den Nachweis über die Bedürftigkeit aufzeigt, im Regelfall von der Erlaubnis zur Mitfahrt ausgehen. Dennoch raten wir frühzeitig zu einer Kontaktaufnahme mit dem entsprechenden Anbieter, um eine 100%ige Gewissheit zu erhalten.

Abschließend solltet ihr bei der Erlaubnis zur Mitnahme, generell über die Einreisebestimmungen, die mitzuführenden Dokumente, die notwendigen medizinischen Vorgaben und die sonstigen Regelungen aller Staaten, durch die der Bus reisen wird, frühzeitig erkundigen. 

Mit dem Hund im Wohnmobil / Wohnwagen auf Reisen

Da das Verreisen im Urlaub mit dem Wohnmobil grundsätzlich immer beliebter wird und einen extrem hohen Grad an Freiheit und Flexibilität verleiht, steigen ebenfalls viele Hundehalter auf diese Art der Ferienreise um.

Wird die Reise mit Hund mit einem Wohnmobil angetreten, so müssen zum Schutz aller Insassen und sonstigen Verkehrsteilnehmer, die Hunde im Fahrzeuginnern entsprechend gesichert werden. Der Hund darf auf keinen Fall unangeleint im Wohnmobil während der Fahrt frei herumlaufen, noch unangeschnallt auf einem der Sitze oder auf dem Boden mitgeführt werden. Somit raten wir im Fachhandel sich auf entsprechende Transportmöglichkeiten zu erkundigen und welche Sicherungsmaßnahmen (Sicherheitsgurte, Transportboxen usw.) in Fragen kommen.

Für alle Urlaube und Reisende, die mit dem Wohnwagen in die Ferien fahren, gilt: Der Hund muss im Auto mitgeführt werden und auch dort nach den gesetzlichen Bestimmungen gesichert sein.

Weitergehende Informationen haben wir in unserem Magazinartikel „Mit dem Hund im Wohnmobil unterwegs“ ausgeführt, hier erhaltet ihr weitere Reisetipps rund um dieses spannende Thema.

Mit dem Hund im Flugzeug auf Reisen

Der Flugverkehr weltweit hat in den letzten Jahren stark zugenommen, schnell wurden günstige Tickets für eine Kurzreise nach Mallorca oder einen Städtetrip nach London gebucht, andere favorisieren die Fernreise nach Thailand, Singapur oder über den großen Teich nach New York.

Ob auf derartigen Touren der eigene Hund unbedingt dabei sein soll, muss jeder von euch Haltern am Ende des Tages selber entscheiden, aber bitte bedenkt die Reisestrapazen, die dem Vierbeiner bei einer Reise mit dem Flugzeug aufgebürdet werden.

Je nachdem wie groß der Hund ist, muss dieser vor, während und nach dem Flug in eine Hundetransportbox und wird als „Frachtgut“ im Flugzeug transportiert. Somit werden Herrchen und Halter früh am Flughafen getrennt, die Tiere werden in den Frachträumen aufbewahrt. Durch den Kontakt mit fremden Menschen, ungewohnter Umgebung, Geräuschkulissen mit Fluglärm und vielen weiteren ungewohnten Eindrücken, sind viele Tiere verunsichert, ängstlich, gestresst und von den Bedingungen gezeichnet. Hinzu kommen Temperaturschwankungen, unzureichende Frischluftzufuhr und Unglücke, bei denen beim Verladen der Boxen oder extremen Luftlöchern während des Fluges, die Transportboxen schwer verrutschen oder gar auf den Boden fallen. Und wie sieht es mit der fachgerechten Betreuung und Beaufsichtigung von Seiten des Flughafenpersonals aus? Sind diese ausreichend qualifiziert, um auf die Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Hunde eingehen zu können? Erkennen diese anhand von Symptomen und anderen Anzeichen, ob es einem Vierbeiner schlecht geht? Welche Probleme können durch den Flug auftreten, denken wir beispielsweise an Reiseübelkeit oder Ohrenschmerzen und Ohrendruck, denen auch der Hund u.U. ausgesetzt ist.

Betrachtet man die geschilderten Punkte, so stellt sich zumindest die Frage, ob es nicht sinnvollere Alternativen für eine etwaige Anreise des Hundes gibt, oder vielleicht der Verzicht der Mitnahme die bessere Entscheidung ist und der Hund in heimatlichen Gefilden von der Familie, Freunden oder einer Hundepension für die Zeit der Abwesenheit in Obhut genommen werden soll.

Solltet ihr nochmals einen Rat vom Profi rund um das Thema einholen wollen, so sind der Tierarzt und ein entsprechender Hundetrainer bzw. Verhaltenstherapeut die richtigen Ansprechpartner, denn sie können noch eingehender aus medizinischer Sicht und die Auswirkungen von psychischer Seite für Reisen mit dem Flugzeug beleuchten.

Ist am Ende des Tages der Flug die einzige Variante das Ziel der Reise zu erreichen und der Hund muss den beschwerlichen Ritt mitmachen, da beispielsweise eine Auswanderung oder ein längerfristiger Auslandsaufenthalt ansteht, so solltet ihr als verantwortungsvoll und sorgsame Halter, euren Vierbeiner genug Zeit für einige Reisevorbereitungen geben.

Eine gute Idee für den Start ist ein mehrmaliger Besuch eines Flughafenterminals, um euren Hund an die örtlichen Bedingungen der Flughafenatmosphäre zu gewöhnen. Menschen, Fluglärm, Durchsagen, Signale und etliche fremde Eindrücke gilt es langsam kennenzulernen, ihn damit vertraut zu machen und damit etwaige Barrieren zu überwinden.

Sollte euer Hund bereits im Auto oder zu Hause an das Verweilen in einer Hundetransportbox gewöhnt sein, prima. Ansonsten steht auch dieser Schritt zur Gewöhnung an, damit die Box für ihn zu einer ganz normalen und alltäglichen Sache wird, in der er sich geborgen und sicher fühlt. Dann wird auch der Flug in einer Transportbox nicht mehr zu einer totalen Unbekannten, die Stress und Unbehagen hervorrufen.

Ein Tipp zur Hundebox: So wie ihr eure Koffer mit den entsprechenden Adress- bzw. Kontaktdaten, Rufnummern, Namen, Startflughafen und Zielflughafen ausstattet, sollte die Hundetransportbox für den Flug deutlich sichtbar beschriftet werden. Ein großer Zusatz, dass es sich um ein lebendes Tier handelt, ist ebenfalls angebracht. Auch genug Wasservorrat und Futter sollte der Box zugeführt sein.

Was den Flug an sich angeht, ist das mehrfache Üben im Vorfeld leider nicht so wie mit der Bahn oder dem Bus umzusetzen, so dass eher wiederum der Tierarzt der richtige Ansprechpartner ist, der hilfreiche Tipps zur Beruhigung des Hundes mit Hilfe von Tropfen, Medikamenten oder beruhigenden Hilfsmitteln wie speziellen Halsbändern, anraten kann.

Woran weiterhin zu denken ist, sind die geltenden Einreisebestimmungen sowohl in Ländern, in denen ein Zwischenstopp eingelegt wird, als auch am Ankunftsziel. In einigen Ländern wird zudem der Vierbeiner nach Ankunft für einige Zeit in Quarantäne genommen, ehe der Hund seinem Halter übergeben wird.

Auch an die Wiedereinreisebestimmungen zurück in die Europäische Union ist bei der Rückreise zu achten, dies haben wir bereits weiter oben beschrieben und wollen an dieser Stelle wiederum an die Lektüre unseres Artikels „Informationen und Leitfaden zur Einreise mit Hunden in die Europäische Union (EU)“ verweisen. Hier erhaltet ihr wertvolle Tipps, damit die Reise zu einem vollen Erfolg wird.

Zu endgültigen Abklärung der Reisebedingungen und die jeweils geltenden Richtlinien der Airlines, könnt ihr auf den Internetseiten der Fluggesellschaften nachlesen, deren Hotlines anwählen oder direkt den Reiseveranstalter mit den offenen Fragen konfrontieren. In diesem Zusammenhang muss auch abgeklärt werden, welche Hunderasse grundsätzlich verboten sind und bis zu welcher Größe der Hund ggf. im Passierraum mitgenommen werden kann.

Mit dem Hund auf dem Schiff / Boot / Fähre auf Reisen

Steht ein Urlaub auf einem Hausboot, einer Yacht, einem Segelschiff oder nur eine Überfahrt mit der Fähre an, so solltet ihr euch im Vorfeld mit dem jeweiligen Betreiber unterhalten, unter welchen Voraussetzungen euer Hund mit an Bord darf. Hier gibt es große Unterschiede von Anbieter zu Anbieter.

Bei Überfahrten mit Fähren werden ähnlich wie bei Flügen, die Hunde teilweise im Frachtraum nur in Boxen mit anderen Tieren transportiert, was den Stressfaktor zu der gesamten Angespanntheit einer Reise, deutlich erhöht. Andere Betreiber lassen sogar das Mitnehmen des Hundes im gesamten Fährbereich zu, so dass der Hund sich während der Fahrt die Beine vertreten kann. Unbedingt sollte die Situation hinsichtlich des notwendigen Toilettengangs des Vierbeiners geklärt sein.

Beim Anmieten von Booten, Schiffen und Hausbooten ist auf das Anlegen einer Schwimmweste für den Hund zu achten, dies gilt besonders bei Fahrten auf offener See, damit eine Bergung des Hundes bei etwaigem Überbordgehen möglich ist.

Da auch Hunde unter Seekrankheit leiden und allgemein sich auf einem Boot sehr unwohl fühlen können, sollte der Reiseapotheke hier Reisemedikamente zugeführt werden.

Beim Nutzen großer Fähren und Schiffe, werden auf den Hund bei Erlaubnis des Mitführens auf dem Gefährt, Lärmpegel, Hektik, Stress und u.U. ungewohnte Menschenmassen auf den Vierbeiner psychisch einwirken. Sollte der Hund nicht an derartige Eindrücke gewöhnt sein, könnten Verhaltensprobleme auftreten. Auch hier muss das Verhalten im Allgemeinen und das Ausdrucksverhalten im Speziellen des Hundes ständig beobachtet werden, damit keine Person, anderes Tier und der eigene Vierbeiner unnötig belästigt und etwaig im jeweiligen Befinden gestört wird. Manchmal ist eine unbekannte Situation zu viel und führt zu unabsehbaren Reaktionen. Also umsichtig sein und Vorsicht walten lassen.

Anhänger von Kreuzfahrten, die ihren Hund bei dieser Art von Erlebnisreise an ihrer Seite wissen wollen, können auf einige Reedereien, mit dem Angebot zur Mitnahme von Hunden, zurückgreifen.

Um den Hund im Freien ausführen zu können und auch ihm eine Brise Seeluft um die Nase zu gönnen, werden teilweise eigene Decks zur Verfügung gestellt.

Viele Bereiche, die für die Gäste ansonsten auf dem Schiff zur Verfügung stehen, bleiben allerdings für die Vierbeiner eine Verbotszone.

Da dennoch die Begegnung von Gästen mit den Hunden nicht völlig ausgeschlossen ist, sind vielfach bestimmte Hunderassen von einer Buchung von vornherein ausgeschlossen. Häufig betrifft dies sogenannte Listenhunde und große Hunderassen.

Ob eure Hunde für die Mitführung erlaubt sind, erfragt ihr bitte beim jeweiligen Reiseveranstalter.

Wie es für das Mitnehmen des Hundes beim Anlegen und die damit verbundenen Landbesuche aussieht, wird ebenfalls vor Reisebuchung abzuklären sein, da hiermit wichtige Dokumente, gesundheitliche Vorkehrungen und spezielle Bedingungen für das Führen und Halten notwendig sein können. Vielerorts ist ein Landgang auch komplett verboten.

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Hotel, Ferienhaus, Ferienwohnung, Campingplatz mit Hund?

Vorteile und Nachteile, Regeln sowie hilfreiche Vorkehrungen für den jeweiligen Standort

Große Unterschiede des zeitlich begrenzten Zuhause auf Reisen

Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen und Vorlieben, wenn es um die schönste Zeit im Jahr, nämlich den Urlaub geht.

Einige lieben es mit ihrem Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil die verschiedensten Campingplätze in Deutschland oder in ausländischen Gefilden anzusteuern.

Andere Urlauber ziehen das Rund-um-Sorglospaket vor und wollen sich in den Ferien verwöhnen lassen und buchen ein schönes Hotel mit allen Annehmlichkeiten.

Wiederum gibt es Reisende, die es vorziehen, etwas Freiheit und Flexibilität durch eine Ferienwohnung oder gar ein Ferienhaus mit etwas Auslauf und freier Zeiteinteilung ihres Tagesplan und -ablaufs, zu reservieren.

Für alle gleichermaßen gilt dennoch bei einer geplanten Anreise mit dem Hund, dass vorab eine Reservierung und Zusage über die Erlaubnis des Haltens und Mitbringens eines Hundes, einzuholen ist. Sprich einfach den Hund mitnehmen und am Urlaubsort auftauchen, ist keine gute Idee!

Daran schließen sich je nach gebuchten Örtlichkeiten die allgemeinen und speziellen Verhaltensregeln für Bewohner / Urlauber und Hundehalter an. Und hieran sollten sich alle Halter halten, damit der Aufenthalt für alle Reisende und Hunde zu einem vollen Erfolg, mit Spaß und Entspannung wird.

Der Typ Hund macht den Unterschied

Wenn es um die Auswahl des vorübergehenden Zuhauses im Urlaub geht, müssen die Urlaubsplanungen an die Bedürfnisse, Gewohnheiten, Charakter- und Wesenseigenschaften, die Rasse und die Eigenarten eures eigenen Hundes angepasst und abgestimmt werden. Schafft ihr es den richtigen Urlaub für euren Hund zu buchen, so wird er glücklich und entspannt die Urlaubstage verbringen können, was euch wiederum eine erholsame Ferienzeit genießen lässt.

Grundvoraussetzung ist natürlich beim Führen des Hundes in jeglichem öffentlichen Bereich, dass dieser gut erzogen und ausgebildet ist, sprich eine ordentliche Grundausbildung mit den wichtigsten Kommandos, Befehlen und Benimmregeln beherrscht.

Bisher gemachte Erfahrungen im Zusammenhang mit Urlaubsreisen sollten ebenfalls mit in die Entscheidungsfindung einfließen. Gab es in der Vergangenheit bereits schlechte Erfahrungen, da der Hund beispielsweise viele Menschen um sich herum nicht erträgt oder durch das eingeengte Leben in einem Hotel unerträglich wird, so sollte eine Alternative her, die eher seinem Naturell und dem gewohnten Hundealltag entspricht.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist die genaue Einschätzung des eigenen Hundes, ob dieser so sozialverträglich ist, dass er in Anwesenheit anderer Hunde und Menschen in einem Hotel, einer Ferienwohnanlage oder einem Campingplatz gehalten werden kann oder jegliches Zusammentreffen etwaig in einem Fiasko enden könnte. Schlägt der Hund etwa bei jedem Kontakt an, knurrt und bellt aggressiv als Warnzeichen und zerrt wie verrückt an der Leine bei Ansicht eines fremden Hundes oder Menschen?

Genauso problematisch kann es mit dem Hund auf dem Campingplatz sich verhalten, wenn der Vierbeiner von Grund auf ein zutiefst nervöser, angespannter und ängstlicher Zeitgenosse ist, der bei jedem noch so kleinen Geräusch durch unerwünschtes Verhalten auffällt. Sicherlich ist dann der Campingurlaub nicht die beste Wahl um mit dem Vierbeiner auf Reisen zu gehen und einen entspannten Urlaub zu verbringen, da es dann auf dem Campingplatz zu einem ständig erhöhten Stresspegel auf Grund der äußeren Umstände beim Hund führt. So wird er auch sicherlich keinen tiefen Schlaf bekommen, ob in der Nacht oder tagsüber, was auch gesundheitlich fragwürdig ist und jeden verantwortungsvollen Hundehalter die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Etwas mehr Abgeschiedenheit, Ruhe mit einem Rückzugsort ähnlich der gewohnten Lebensumstände zu Hause, wird hier die bessere Alternative darstellen, damit auch der Vierbeiner ausgeglichen ist, Zeit und die richtige Atmosphäre zum Abschalten findet und durch die eigenen vier Wände sich sicher und geborgen fühlt.

Gab es bereits in der Vergangenheit Verhaltensprobleme, so ist es sicherlich von Vorteil, im Vorfeld mit einem Hundeprofi über die geplanten Reisebedingungen zu sprechen und die Alltagstauglichkeit des Vierbeiners für diesen Zeitraum abzuklopfen. Der Hundetrainer wird sicherlich gute Tipps und Vorkehrungen parat haben, damit es für den Hund und euch eine angenehme Zeit auf Reisen wird.

Besonders als Hundeneuling sollte man sich nicht überschätzen und nach den geeigneten Übernachtungsmöglichkeiten Ausschau halten, die stress- und komplikationsfrei umsetzbar sind.

Mit dem Hund auf Reisen im Hotel

Zunächst einmal müsst ihr für den Fall, dass ihr im Hotel mit eurem Hund den Urlaub verbringen wollt, im Vorfeld eine Vorauswahl treffen, die das Mitbringen des Vierbeiners in ihrem Haus gestatten. Dies kann sowohl in einem Luxushotel oder der Pension bzw. dem Landhotel der Fall sein.

Bevor ihr dann die Wahl für ein entsprechendes Hotel trefft und das Zimmer endgültig bucht, solltet ihr euch die Hausordnungen und Aufenthaltsbestimmungen hinsichtlich des Führens des Hundes aushändigen lassen und überprüfen, ob ihr und euer Hund mit den gegebenen Richtlinien im Alltag gut und entspannt klarkommen könnt. Schließlich habt ihr und euer Hund nichts davon, wenn er den ganzen lieben Tag eingeschlossen im Keller des Hotels verweilen muss. Ja dies ist bewusst überspitzt geschrieben, damit unser Ansinnen eindeutig rüberkommt, denn trotz Erlaubnis heißt es noch lange nicht, dass eine Mitnahme und der Aufenthalt richtig praktikabel sind und eine willkommene Atmosphäre herrscht. Erkundigt euch eingehender und sucht nach Rezensionen und Bewertungen, die andere Hotelgäste nach ihrem Aufenthalt abgegeben haben und befragt andere Hundehalter nach ihren gemachten Erfahrungen.

Da der Aufwand für das tägliche Säubern und die Endreinigung durch das Mitbewohnen des Hundes höher ist, wird der Hotelbetreiber euch bei der Reservierung bereits eine Pauschale nennen, die ihr als Aufpreis zu zahlen habt.

Der Hund sollte auf jeden Fall auf dem Hotelgelände und in den Räumlichkeiten stets an der Leine geführt werden, damit ihr jederzeit die Kontrolle über euren Vierbeiner habt und sich keine Gäste durch das Beschnuppern und Betteln des Hundes belästigt fühlen.

Auch das Markieren sollte versucht werden zu unterlassen und für den Notfall bieten Tüten und ein Päckchen Tempo immer Hilfe.

Die Ausstattung der Hotelzimmer und den weiteren Gästebereichen ist oftmals mit hochwertigen Möbeln und Dekorationsgegenständen versehen, hinzu kommen teure Bodenbeläge und viele weitere Dinge, die ungewollt durch den Hund zu Schaden kommen können. Daher raten wir dringend eine Hundehalterhaftpflichtversicherung abzuschließen, die im Falle einer Reise ins Ausland, auch dort ausreichend Schutz bieten muss. Wichtige Tipps und Ratschläge haben wir für euch in unserem Magazinartikel „Hundehalterhaftpflicht: Wichtig für Hund & Halter“ ausführlich niedergeschrieben.

In diesem Zusammenhang solltet ihr darauf verzichten, dem Hund es zu erlauben, auf Bett, Sofas, Sesseln oder sonstigen Möbeln seinen Schlaf- und Ruheplatz einzunehmen.

Wichtig für euch und euren Vierbeiner sind zudem folgende Fragestellungen:

  • Welche Auslaufmöglichkeiten werden im Hotel für mitgebrachte Hunde geboten?
  • Gibt es besondere Bereiche wie Grünflächen oder gar eine Hundewiese?
  • Darf der Hund ausnahmslos ins Zimmer und alle sonstigen Hotelbereich sind Verbotszone?
  • Welche Bereiche sind für den Zugang mit Hund frei zugänglich?
  • Wird das Hotel von weiteren Hundebesitzern regelmäßig genutzt?
  • Wie sieht es mit dem Sozialkontakt zu Artgenossen in der Hotelanlage aus?
  • Besteht eine Leinenpflicht?
  • Darf ausnahmslos jede Hunderasse mitgebracht werden oder gibt es Ausschlüsse?
  • Welche Zusatzkosten entstehen und wie hoch sind diese?
  • Ist das Hotelzimmer im Erdgeschoss? Gibt es ansonsten einen Aufzug für die oberen Geschosse, damit das Treppensteigen vermieden wird?
  • Sind spezielle Bereiche für den Toilettengang vorhanden, oder muss die Gassirunde immer außerhalb des Hotels bzw. der Hotelanlage stattfinden?
  • Gibt es ggf. ein Betreuungsangebot für beispielsweise den Theaterbesuch, in Kooperation mit einem Dienstleister?
  • Darf der Hund grundsätzlich alleine im Hotelzimmer für eine bestimmte Zeit zurückgelassen werden, z.B. während des Frühstücks?
  • Sind fußläufig Strecken, wie Parks, Wälder, Hundewiesen u.ä. für den Hundespaziergang und weitere Aktivitäten mit dem Hund erreichbar?
  • Bietet das Hotel besondere Hundewaschräume, um nach einem Spaziergang bei entsprechenden Wetterverhältnissen oder Aktivitäten im Dreck, zu säubern ohne das Hotel komplett zu ruinieren?
  • Dürfen mehrere Hunde pro Halter mitgebracht werden oder ist der Aufenthalt auf einen Hund maximal begrenzt?

Mit dem Hund auf Reisen in der Ferienwohnung oder bei Airbnb

Für das Anmieten einer Ferienwohnung gelten im Grunde dieselben Regeln, Vorgaben und Ratschläge, wie es für den Urlaub im Ferienhaus der Fall ist.

Bei einer Ferienwohnung muss der Mieter mit Hund sich allerdings von vornherein bewusst sein, dass es direkte Wohnnachbarn gibt, die im besten Fall den mitgebrachten Hund von euch willkommen heißen, andere hingegen ihre Ruhe haben wollen und nicht unbedingt mit dem Vierbeiner konfrontiert werden wollen. Denkt dabei vor allen Dingen auch an Ruhezeiten, denn permanentes Bellen und Jaulen werden nicht geduldet. Kurzum, der Urlaub in der Ferienwohnung wird eingeschränkter ablaufen, als im Ferienhaus.

Lasst euch vor der Reservierung alle Richtlinien schriftlich zukommen und prüft, ob es in die Praxis ohne sich zu verbiegen umsetzen lässt. Ansonsten denkt über eine Alternative nach.

Da ihr fremdes Eigentum anmietet und Kratzspuren, Flecken und sonstige unvorhergesehene Unannehmlichkeiten verursacht durch den Vierbeiner passieren können, sollte ihr unbedingt eure Hundehalterhaftpflichtversicherung checken, damit der richtige Versicherungsschutz während der Aufenthaltszeit besteht.

Achtet weiterhin darauf, dass bei einer Ferienwohnung oder dem Anmieten einer privaten Wohnung, die Möglichkeit zum Nutzen eines Aufzuges für die Obergeschosse vorhanden ist, da das Treppensteigen bei vielen Hunderassen und älteren Hunden mit etwaigen Vorbelastungen (z.B. Hüftgelenksdysplasie, Ellbogendysplasie, Patellaluxation, Arthrose) an den Gliedmaßen und dem Bewegungsapparat, möglichst zu vermeiden ist. Zudem sind ein ausgewachsener Bernhardiner oder Berner Sennenhund nur schwer in das 2. Obergeschoß zu tragen.

Schaut euch nach potentiellen Gefahrenstellen in der Wohnung um, vor allen Dingen denkt an Sicherheitsmaßnahmen, sollte der Hund einen vorhandenen Balkon nutzen dürfen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Mietet ihr die Wohnung im EG mit Gartenanschluss, muss ein Zaun das Grundstück eingrenzen, damit der Hund beim Freigang nicht abhauen kann.

Um weitere Tipps für das Bewohnen einer Ferienwohnung zu erhalten, lest bitte den Inhalt zum Mieten eines Ferienhauses, der weitere wichtige Punkte aufführt.

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Fazit

Vor der Anschaffung des Hundes über die zukünftige Ausrichtung der Reisen und Urlaube nachdenken.

Mit gutem Gewissen das Reisen planen

Mit der Anschaffung eures Hundes habt ihr im Idealfall alle erdenklichen Themen vor der endgültigen Entscheidung zum Kauf des Hundes bedacht, die einerseits zur artgerechten und rassespezifischen Haltung gehören und andererseits mit eurer persönlichen Lebenssituation und euren Lebenszielen in Einklang zu bringen sind.

In vielen Fällen muss man ehrlich mit sich selbst sein und abwägen, ob man für etwaige Einschränkungen im Sinne des Hundes bereit ist oder nicht.

Auch die Urlaubsplanungen gehören hier dazu, so dass eine Reise mit Hund andere Voraussetzungen mitbringt, als es ohne Hund der Fall ist.

Reisewünsche und ferne Urlaubsziele müssen aber nicht der Vergangenheit angehören, sondern eine vernünftige Herangehensweise und Umsetzung, unter der Beachtung der Bedürfnisse des Hundes, sind das erklärte Ziel.

Der Hund muss ja nicht unbedingt an der Fernreise nach Asien, Australien oder in die USA teilnehmen, sondern es reicht doch mit dem Vierbeiner einen Urlaub an der Nord- oder Ostsee oder in den Schweizer Alpen bzw. dem Bayerischen Wald zu organisieren. Hier habt ihr dann auch ausreichende Möglichkeiten im Freien die Aktivitäten mit dem Vierbeiner zu absolvieren, an denen er Spaß und Freude hat und die seinem Bedürfnis an körperlicher und geistiger Auslastung ideal nachkommen.

Um die entsprechend sinnvollen Reiseziele zu erreichen, bedarf es von Anfang an des Hundekaufs der richtigen Maßnahmen von Seiten der Erziehung, Ausbildung, Sozialisierung und Prägung, die allesamt in den ersten Lebensphasen des Hundes, also als Welpe, stattfinden sollten.

Lernt der Welpe früh einen spielerischen und positiven Umgang mit dem Auto und der Autofahrt, so wird in aller Regel auch eine etwas längere Beförderung des Hundes, kein Problem darstellen. Ähnlich verhält es sich mit dem Umgang von größeren Menschenansammlungen, die ihr in den ersten Wochen der Welpenentwicklung perfekt in der Stadt, der Fußgängerzone oder an sonstigen Plätzen mit einer größeren Anzahl an Menschen, trainieren könnt.

In diesem Kontext solltet ihr euch früh Gedanken machen, ob ihr euren Hund grundsätzlich mit in Urlaub wollt, oder eher auf alternative Betreuungsmöglichkeiten wie Freunde, Bekannte oder Dienstleister wie Tier- bzw- Hundepensionen, Hundehotels oder Hundesitter zurückgreifen möchtet. Auch in diesem Fall sollte der Welpe früh an entsprechende Personen und Örtlichkeiten gewöhnt werden. Viele Anregungen zum Thema Urlaubsbetreuung/Hundepension/Hundesitter haben wir für euch in unserem Magazin unter der Rubrik Betreuung in vielen Artikeln zusammengefasst.

Solltet ihr weitere Informationen direkt lesen wollen, so legen wir euch den Beitrag „Hundebetreuung für die Ferien- & Urlaubszeit“ wärmstens ans Herz.

Wenn es um Dinge geht, die zukünftig zum Alltag eures Hundes dazu gehören sollen, ist das Heranführen, der frühe Kontakt und der Umgang mit entsprechenden Dingen, das Maß aller Dinge für die unbeschwerte Zukunft des Vierbeiners. Sprich die Sozialisierung und Prägung nimmt einen enormen Stellenwert im frühen Welpenleben ein, da der junge Hund hier auf sein zukünftiges Leben vorbereitet wird.

Wir haben in unserem Leitartikel „Die Entwicklungsphasen von Hundewelpen“ das Thema über alle Welpenphasen hinweg beleuchtet und für euch wichtige Tipps und Ratschläge zusammengeschrieben. Nehmt euch für die spannende Lektüre Zeit, da die Inhalte wertvolle Anhaltspunkte und Leitplanken für die Aufzucht des Welpen liefern.

Egal wo es schlussendlich die Reise mit dem Vierbeiner hingehen wird, das A und O ist eine wohlüberlegte und gut geplante Reisevorbereitung, damit es bei der Einreise und im Reisealltag keine bösen Überraschungen in dem jeweiligen Zielland gibt. Kurzum: Informieren bringt das richtige Wissen und dies führt zu einem reinen Gewissen.

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